ZDF verkoppelt Juden und Finanzkrise

 "Es sin jo kei Juden mehr do", sagt der Geflügelzüchter und zeigt dem Zuschauer einen Hühnerstall, der mal eine Synagoge gewesen sei in der unterfränkischen Kleinstadt Rimpar. Gestern (2.11.08) lief im "heute journal" ein – wie ich finde – unfassbar dummer Beitrag über die Finanzkrise und die Juden. Man könnte das Stück von Reporter Christoph Röckerath auch so zusammenfassen:

Wussten Sie eigentlich schon, dass die durch die Finanzkrise berühmt gewordenen Lehman Brothers, dass die eigentlich Juden sind und aus Unterfranken stammen? Und wussten Sie schon, dass diese Weltfinanzjongleure aus Unterfranken bislang keinen Jota für das verfallende jüdische Erbe in Unterfranken übrig hatten? Nein, dann schauen Sie sich bitte diesen Bericht an:

 "Es sin jo kei Juden mehr do", sagt der Geflügelzüchter und zeigt dem Zuschauer einen Hühnerstall, der mal eine Synagoge gewesen sei in der unterfränkischen Kleinstadt Rimpar. Gestern (2.11.08) lief im "heute journal" ein – wie ich finde – unfassbar dummer Beitrag über die Finanzkrise und die Juden. Man könnte das Stück von Reporter Christoph Röckerath auch so zusammenfassen:

Wussten Sie eigentlich schon, dass die durch die Finanzkrise berühmt gewordenen Lehman Brothers, dass die eigentlich Juden sind und aus Unterfranken stammen? Und wussten Sie schon, dass diese Weltfinanzjongleure aus Unterfranken bislang keinen Jota für das verfallende jüdische Erbe in Unterfranken übrig hatten? Nein, dann schauen Sie sich bitte diesen Bericht an: klick

Nicht nur dass hier ganz nebenbei der Zusammenhang zwischen Juden und Weltfinanzkrise hergestellt wird, den selbst der besinnungslose Wirtschaftsprofessor Sinn nicht so unelegant hingekriegt hat. Am äußersten ist die schwelende Anklage ("Geld gibt es keines") gegenüber den – ergo: geizigen – Lehman Brothers und Goldman-Sachs von heute, ihr jüdisches Erbe einer Dorfsynagoge und eines Friedhofes einfach verfallen zu lassen!

Wenigstens guckte Slomka  n a c h  diesem Beitrag etwas bedröppelt aus der Wäsche.

6 Kommentare

Christoph, ich erhebe Einspruch: Der Vorwurf des Nicht-Spendens richtet sich nicht gegen die Lehman(n)-Brüder. Wie auch? Die drei Unternehmesgründer liegen seit über hundert Jahren unter der Erde. Damit steht, respektive: fällt aber auch Deine Argumenation. Mehrfach betont der Bericht, dass die drei als “ehrbare Kaufleute” durchs Leben gingen. Und sich damit von ihren als unseriös klassifizierten Nachfolgern unterscheiden.

Man kann darüber streiten, ob der Bericht ein wenig zu pc ist. Ganz gewiss ist er nicht sonderlich gelungen, die Story wird vergeigt. Eines ist er aber definitiv NICHT: antisemitisch. Und dieser Vorwurf darf nie locker im Halfter sitzen.

das sehe ich anders: der vorwurf kein geld zu zahlen, richtet sich gegen die heutigen wallstreet-banken; nicht gegen die gemeinden. das wird mal weniger nett ( im off), mal nett (von dem bürgermeister) vorgebracht. ich habe nicht gesagt, der bericht ist antisemitisch, aber was soll das? angesichts der weltfinanzkrise, die jüdischen vorfahren aus unterfranken hervorzuholen, dann den fehlenden geschichtssinn der nachfahren monieren? ich finde das – wie gesagt – dumm und dreist und eine seltsame verknüpfung. besonders den letzten satz: “vielleicht hat die finanzkrise doch irgend etwas gutes?” das ist so komplett bescheuert: denn weshalb sollen ausgerechnet finanzindustrielle jetzt in der krise geld für die reste der vergangenheit übrig haben? nene.

Die (jüdischen) Vorfahren hervor zu holen ist okay: das ist eine Story. Zumal diese Goldman & Sachs-Vorfahren auch aus der Region kommen. Dieser Hühnerzüchter ist grenzwertig (weiß der Geier, welche O-Töne sie von dem rausgeschnitten haben, welche privaten Interessen er an der Story hat). Dass der Bürgermeister bei den heutigen Chefs von Goldman und Sachs vorstellig wird – meine Güte, man kann es probieren. Zumal es ja um den Friedhof des Firmengründers geht. PPP muss ja nicht immer schlecht sein.

Ansonsten ist die Message des Berichtes eher die: das jüdische Erbe verfällt. Vor dem Hintergrund der Bankenkrise wird das öffentlich. Von den besagten Banken kommt nichts. Und jetzt muss Geld her. Von wem auch immer.

Gut, in gewisser Hinsicht bedient sich der Bericht eines antisemitischen Stereotyps: nämlich in Form der auch bei Nazis sehr beliebten, künstlichen Scheidung von “schaffendem” und “raffendem” Kapital. Dieses Stereotyp wird jedoch anti-antisemitisch gewendet – im Bild von den “ehrbaren Kaufleuten”, den (jüdischen) Lehmann-Brüdern. Ist das dann antisemitisch?

Naja: Die Nazis vertreiben die Juden, schon im 19. Jahrhundert wurden die Juden drangsaliert und verfolgt und nun soll die Spitze des von den Verfolgten gegründeten Unternehmens den Dörflern die Synagoge renovieren? Und weil sie das nicht tun sind sie geizig? Renovierung als Belohnung für Vertreibung? Der ganze Bericht war blöd und tendenziös. Die richtige Frage wäre doch: Warum ist eine ehemalige Synagoge ein Hühnerstall und wurde nie renoviert? Egal ob die Lehman-Brüder aus dem Dorf stammen oder sonst wer.

was habt ihr denn bloß schon wieder im alten europa ? ihr habt es auch gründlich versaut – nahezu alle eure grossbanken geführt von spitzenkräften mit 6 stelligen gehältern sind diesen rattenfängern aus new york aufgesessen. mal ganz ehrlich jungs – zu jedem wirklich grossen betrug braucht man aber auch einen saudummen der sich von vorn bis hinten betrügen lässt und dann auch noch höflich danke sagt – jetzt seid ihr in europa auch noch kurz davor die weltweite zeche ganz ordentlich zu bezahlen – mit steuergeld , womit auch sonst ??
ich kann euch wirklich nicht mehr helfen oder irgendeinen sinvollen rat gar meinung erteilen , wer so blind und nicht sehend durch die globale finanzwelt tappt wie eure banken in deutschland , der muss einfach leiden bis zum umkippen , das sagt euch einer der schön dich an der quelle sitzt , gunnar aus NY

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