WM: Mario Götze – Vom Buhmann zum Matchwinner – Deutschland ist Fußball-Weltmeister 2014!

Mario Götze. Quelle: Wikipedia, Foto:  Michael Kranewitter, Lizenz:  CC-by-sa 3.0/at
Mario Götze. Quelle: Wikipedia, Foto: Michael Kranewitter, Lizenz:CC BY-SA 3.0

Fußball ist manchmal schon komisch. Da waren sich alle versammelten Experten heute Vormittag in der ‚Sport1‘-Sendung ‚Doppelpass‘ noch völlig einig: Mario Götze ist der eigentliche Verlierer dieser Weltmeisterschaft.

Gäbe es nicht die heftige Kritik an den Leistungen von Mesut Özil, Mario Götze wäre wesentlich stärker in der Kritik, und das, nach Meinung u.a. von Thomas Helmer, Thomas Strunz und Jörg Wontorra samt ihren Gästen, auch völlig zurecht. Man hätte von Mario Götze eigentlich erwartet, dass er dem Turnier in Südamerika seinen ‚Stempel‘ aufdrücken würde, was er dann aber nicht tat. Zumindest eben bis heute noch nicht.

Doch ausgerechnet im Finale gegen Argentinien erzielt der erst spät eingewechselte Ex-Dortmunder, der seit der vergangenen Spielzeit für den FC Bayern München in der Bundesliga aktiv ist, in der 115. Spielminute, kurz vor Ende der Verlängerung, das spielentscheidende 1:0 für den neuen Weltmeister aus Deutschland! Fußball kann ja so verrückt und unberechenbar sein. Zumindest hin und wieder und manchmal eben auch an geschichtsträchtigen Tagen wie diesem! Herzlichen Glückwunsch!

10 Kommentare

Ja, das ist schon dramatische Wende. Wie kam es dazu? Löw und Klose flüsterten ihm bei seiner Einwechslung die richtigen Worte ein. Der Junge ist begabt, braucht aber Motivation und Vertrauen von seiner Umgebung.

Beim BvB hatte er das. Uli Hoeneß hat ihn gekauft, um ihn unschädlich zu machen.

Bei der Siegerehrung zeigte Götze eine große Geste, als er das Trikot von Reus hochhielt. Vermisst er den BvB und seinen kongenialen Partner auf dem Platz..?

Dortmund hat gute Jugendarbeit geleistet. Doch wenn die Jungs gut sind werden sie von einem reichen Verein aufgekauft. Die Dotmunder, die in Brasilien gut waren, können natürlich auch noch andere Angebote kriegen. Wer die in Dortmund halten will, sollte sie nicht zu sehr loben. Besser nicht in der Nationalelf spielen. Dann sind sie schnell weg. Bin mal gespannt, was Hummels in der nächsten Saison macht und wo der dann spielt.

Apropos Jugendarbeit

Auch wenn hier sowohl hinsichtlich der Mannschaft als auch in Bezug auf die Kommentatoren immer wieder eine gewisse Bayernlastigkeit festgestellt wurde, fand ich es sehr löblich, dass der Kommentator des gestrigen Spiels die Personalien Neuer und Götze zum Anlass nahm, ein paar Worte über die exzellente Jugendarbeit in Dortmund und auf Schalke zu verlieren.

Manuel Neuer war auf einmal nicht mehr nur der Bayernkeeper, sondern wieder der gebürtige Gelsenkirchener, der auf Schalke das Kicken gelernt hat und mal ganz ehrlich: Bei einem 28 Jährigen Fußballprofi wirken die drei Jahre, die Neuer jetzt bei Bayern München spielt, schon recht mikrig und kurz.

Vielleicht ist das auch eines der Geheimnisse, wieso eine Welt- oder Europameisterschaft mehr Fans mobilisieren kann, als eine Bundesliga oder Champions League: Wechsel von einer Nationalmannschaft in eine andere sind nahe zu unmöglich. Da kann man sich nicht mal eben so einen Spieler aus der gegnerischen Mannschaft kaufen, um sein Team zu stärken und den Mitkontrahenten zu schwächen.

@ Helmut Junge Wie gut, dass BVB und auch S.04 arme Vereine sind, die nie nicht anderen Vereinen die guten Spieler weg kaufen. Reus u.a. sind doch nicht für Peanuts gekommen. Früher hat Bremen immer gejammert, weil Bayern denen den einen oder anderen Spieler weggekauft hat, gleichzeitig haben die z.B. der damals klammen Eintracht mehrere Leistungsträger abgeschwatzt.
Die Bayern haben das Geld, dass sie ausgeben, nicht durch Hold Ups in der Münchener Bankenlandschaft generiert, sondern durch kluges Wirtschaften und Blick für Talente.

Nochmal zur DFB-Elf. In England überschlagen sich die Zeitungen und die Blogger. Ich frage mich, was die erst schreiben werden, wenn ihre Elf mal wieder einen Titel holt. Ich finde diese Reaktion deshalb so bemerkenswert, weil ich noch die 60er, 70er und 80er im Kopf habe, als man sich in Sachen Fußballberichterstattung gerne militärischer Fachbegriffe bediente.
Heute ziehen sie Vergleiche zur ihrer Nationalmannschaft, die mehr als nur wenig schmeichelhaft sind.

@Thomas Weigle, “Die Bayern haben das Geld, dass sie ausgeben, nicht durch Hold Ups in der Münchener Bankenlandschaft generiert, sondern durch kluges Wirtschaften und Blick für Talente.”
Nur wird das Spiel dann, wenn das Ergebnis allein vom Kapitaleinsatz abhängt, manchem eigentlich durchaus Interessierten, wie der Kommentar von @dda zeigt, langweilig. Ob sich das in Zuschauerzahlen messen lassen wird, glaube ich zwar nicht, aber das mögliche Zuschauerpotential wird tatsächlich eher bei Nationalspielen erreicht. Langfristig wird manch ein traditioneller Verein aus Geldmangel absteigen, so daß letztlich neue gesponserte Vereine die Liga beherrschen. Zu melden haben die Mitglieder dann nichts mehr. Das stellt das “Fan sein” vor Probleme. Aber mir ist das egal, weil ich, wie Freund Robin kürzlich schrieb, zu denen gehöre, die bald wieder aus der Fußballdebatte aussteigen werde.

Ich halte es, wie vorab bereits geschehen, schon für bedeutsam, daran zu erinnern, daß….:
Götze, Hummels, Boateng, Höwedes, Neuer….;
die wurden nicht vom Bundestrainer entdeckt, die wurden als Talente durch gute Jugend-Trainer entdeckt und in ihren Vereinen ausgebildet und vor allem: Die wurde erstmals erfolgreich für die U21 von Horst Hrubesch nominiert und dort vor ……Jahren gemeinsam zur Euroameisterschaft geführt. Mit Löw hat das nichts zu tun. Und Hrubesch hätte zh.B. gestern ausdrücklich “lobende Erwähnung” verdient, auch durch Löw.

Götze:
Wer durch sein Tor eine Weltmeisterschaft entscheidet, hat seinen festen Platz in den “Ruhmeshallen” des Fußballes in Deutschland.
Den Platz hat Mario Götze bereits jetzt in seinen jungen Jahren eingenommen..

Ich bin mir trotzdem und weiterhin nicht sicher, ob Mario Götze es irgend wann schaffen wird, zu den “ganz Großen” im internationalen Fußball gezählt zu werden. Dafür reicht das entscheidende WM-Tor allein nicht.

Es ist schlimm, dass ein Buhmann gesucht wurde. Es ging doch darum,
ein gutes Team auf dem Platz zu haben. Das hat Jogi Löw geschafft.
Es ist normal, dass nicht alle 23 Spieler gleich gute Form haben.
Und der mit der schwächeren Form hat aber beim Siegtreffer alles
richtig gemacht und war wichtiger Teil des Teams.

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