WM: Der erste Gewinner des Turniers steht bereits fest – Es ist das ‚Freistoßspray‘

ZDF-Experte und Ex-Schiedsrichter Urs Meier. Quelle: Wikipedia, Foto: PeterZF, Lizenz: CC BY-SA 3.0
ZDF-Experte und Ex-Schiedsrichter Urs Meier. Quelle: Wikipedia, Foto: PeterZF, Lizenz:CC BY-SA 3.0

Während die Achtelfinalduelle bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien noch in vollem Gange sind, scheint ein Sieger der WM bereits nach den ersten gut zwei Wochen festzustehen. Es ist, kurioser Weise, nicht die teure und aufwändige Torlinientechnik, über die zuletzt auch hierzulande heftig diskutiert wurde. Es ist das dort erstmals einem weltweiten Publikum präsentierte, und zuvor von vielen noch nicht wirklich ernstgenommene, ‚Freistoßspray‘.

Der zunächst von vielen nur milde belächelte Schaum, bestehend aus ca. 20% Butangas, ca. 1% Tensiden und ca. 2% anderen Substanzen; und natürlich ca. 80% Wasser, wird inzwischen auch von hohen DFB- und Schiedsrichtervertretern für den Einsatz in der Bundesliga in Erwägung gezogen.

Das Freistoßspray soll dem Schiedsrichter dabei helfen, dass alle Spieler bei Freistößen die vorgeschriebene Distanz von 9,15 Metern zum Freistoßschützen einhalten. Der Schiedsrichter markiert damit die Stelle, an der ein Freistoß ausgeführt werden soll und die Linie, die die Spieler in der Mauer nicht übertreten dürfen. Die Zeit, bis der auf den Rasen gesprühte Schaum verschwindet, liegt bei bis zu zwei Minuten.

Bis vor der WM hielt man hierzulande den Einsatz für völlig abwegig und unnötig. Sowohl DFB-Boss Wolfgang Niersbach als auch DFB-Schiedsrichtervertreter Herbert Fandel äußerten sich, nachdem man in den letzten Jahren der Sache ablehnend gegenüberstand, zuletzt nun sehr positiv zu den in Brasilien damit gemachten Erfahrungen.

Und in der Tat, es gibt keinen Grund diese Weiterentwicklung des Fußballs in der Bundesliga hierzulande zukünftig nicht regelmäßig einzusetzen. Die Erfahrungen in Brasilien zeigen: Mit Freistoßspray kein mehrere Meter Raumgewinn mehr ‚ermogelndes‘, nachträgliches Verschieben des ‚Tatortes‘, keine sich heimlich nach vorne mogelnde Freistoßmauer mehr.

Jeder Versuch einer Mannschaft sich einen unlauteren Vorteil zu verschaffen wird durch den vom Schiedsrichter aufgebrachten weißen Schaum direkt entdeckt. Der Einsatz im Ligafußball hierzulande wäre zu 100% ein Gewinn. Zusatzkosten entstehen dadurch kaum. Die Sache hätte nur Gewinner, auch wenn einige Schiedsrichtervertreter wie u.a. ZDF-WM-Experte und Ex-Schiedsrichter Urs Meier die Sache noch immer als überflüssig ablehnen.

In Wahrheit gibt es kein wirklich ernsthaftes Argument gegen den Einsatz eines solchen Sprays. Zumindest nicht in den Profiligen. Der erste Sieger der WM steht damit jetzt schon fest. Und es ist einer, der vor dem Turnier wohl bei kaum jemandem ernsthaft auf der Rechnung stand…

3 Kommentare

Mal abwarten wann die ersten Ökomahner auf den Plan treten. Sachen die aus Sprühdosen kommen ist für die Fraktion Grüne abwärts ein stetes rotes Tuch.

Heißt das Zeug wirklich Freistoßspray? Als ich neulich das erste Mal einen Schiedsrichter beim Sprühen eines solchen Rasengraffitis bobachtete, dachte ich als erstes an die Rasierschaumrestbestände von Paul Breitner aus alten Pitralonzeiten.

@dda. Die Idee mit dem umetikettierten Rasierschaum ist gar nicht übel. So ist dann bestimmt eine große Gewinnspanne möglich. 😉 😀

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