Wittke: Och nee, nicht deswegen

Es gibt viele gute Gründe für einen Politiker seinen Hut zu nehmen. Ordnungswidrigkeiten gehören nicht dazu.

Viele Politiker haben schon aus gutem Grund ihren Rücktritt erklärt: Sie haben sich bestechen lassen oder haben ihre Position genutzt, um Parteifreunde und alte Kumpels zu versorgen. Viele Politiker hätten Grund gehabt zu gehen, weil sie mit ihrer Politik komplett gescheitert sind, zogen es aber vor zu bleiben. Und es gibt Gründe die überflüssig wie ein Kropf sind. Zu letzteren gehört jender der zum Rücktritt von Landesverkehrsminister Oliver Wittke führte. Er ist in zwei Jahren zwei mal dabei erwischt worden, zu schnell gefahren zu sein und musste seinen Führerschein abgeben. Das ist als  Strafe für diese Vergehen vorgesehen und ausreichend. Seinen Hut für zwei Verkehrsdelikte…

Es gibt viele gute Gründe für einen Politiker seinen Hut zu nehmen. Ordnungswidrigkeiten gehören nicht dazu.

Viele Politiker haben schon aus gutem Grund ihren Rücktritt erklärt: Sie haben sich bestechen lassen oder haben ihre Position genutzt, um Parteifreunde und alte Kumpels zu versorgen. Viele Politiker hätten Grund gehabt zu gehen, weil sie mit ihrer Politik komplett gescheitert sind, zogen es aber vor zu bleiben. Und es gibt Gründe die überflüssig wie ein Kropf sind. Zu letzteren gehört jender der zum Rücktritt von Landesverkehrsminister Oliver Wittke führte. Er ist in zwei Jahren zwei mal dabei erwischt worden, zu schnell gefahren zu sein und musste seinen Führerschein abgeben. Das ist als  Strafe für diese Vergehen vorgesehen und ausreichend. Seinen Hut für zwei Verkehrsdelikte nehmen zu müssen, bei denen niemand zu Schaden gekommen ist, ist schlicht lächerlich.

Nähern wir uns den USA an, in denen man von Politikern nicht nur verlangt, dass sie ihren Job machen, sondern auch dass sie nicht rauchen,  gläubige Christen sind  und den Dämon Alkohol meiden?  Zu einer Demokratie passt das nicht: Wer erwartet, das Politiker Vorbilder sein sollen, hat etwas nicht verstanden: Wir wählen sie aus unserer Mitte und im  Idealfall sind sie so wie wir – und ich kenne verdammt viele, die schon einmal den Lappen abgeben mussten. Aus guten Gründen – aber das war es dann auch. Ein Rücktrittsgrund wäre gewesen, wenn Wittke seine Position genutzt hätte, um seinen Führerschein NICHT abgeben zu müssen (Wie Strauß es einmal getan hat) – das  ist allerdings nicht passiert. Oder hatte  Rüttgers endlch einen Grund gefunden den eher ungeliebten Wittke zu entsorgen?

Übrigens: Wenn Wittke erklärt, er müssen nun zurück treten weil er kein Vorbild mehr sei, ist das natürlich auch Unfug: Ich fahre regelmässig Auto und weder Wittke noch Tiefensee sind meine Vorbilder. Das ist und bleibt Walter Röhrl!

17 Kommentare

immerhin gibt es heute auch eine gute nachricht für wittke, geht er doch gern auf die jagd bei rotenburg/fulda und heute wurde die jagdsteuer gekippt (mist, dei jagd ist ja in hessen!)
im ernst, seltsame nummer. nrw. da bleiben unwahrheiten von sich gebende umweltminister, haus und personal terrorisierende innenminister mit dubiosen privatstiftungen und sogar justizministerinnen im amt, die als minister rechtsratgeber schreiben und abkassieren, während es in den knästen tote gibt. und jetzt geht ausgerechnet einer, der zweimal zu schnell gefahren ist und sich dafür wie ein schuljunge von rüttgers “tadeln” lassen musste. würde mich nicht wundern, wenn wittke darauf keine lust mehr hatte und er eine schöne aufgabe bei der rag-stiftung übernimmt.

Ich finde schon, dass ein Politiker wegen einer Ordnungswidrigkeit gehen kann. Aber es kommt auf die Ordnungswidrigkeit selbst an. Wegen einer Läppigkeit wie zu schnell fahren, muss niemand abtreten, finde ich. Das ist zu billig.

Ich finde Lügen, Täuschen oder die Unwahrheit sagen schlimmer. Das macht Umweltminister Uhlenberg (CDU). Immer noch. Ohne Konsequenzen. Das hat ihm ein Gericht bestätigt. Ohne Konsequenzen. Er läuft rum und beschuldigt Leute, korrupt zu sein. Ohne Konsequenzen. Sein Haus zeigt unschuldige an. Ohne Konsequenzen.

Aber Wittke muss wegen zu schnell fahren abtreten.

Das passt nicht zusammen.

Wenn man mal die refelxhafte Politikerschelte beiseite lässt muss man bedauern das Wittke zurücktritt.

Wittke ist eines der politischen Schwergewichte des Ruhrgebiets und das Verkehrsressort ist ein wichtiges Scharnier für die Entwicklung an der Ruhr.

Wie man auf dieser Seite schon öfters gelesen hat, scheitert vieles zum Thema Ruhrgebiet an der Bonsai-Bedeutung der Verantwortlichen.

Schade, das sich ein solches Schwergewicht sich selbst zerlegt.

Zum Rücktritt von Bau- und Verkehrsminister Oliver Wittke erklärt der Vorsitzende der FDP-Landtagsfraktion, Gerhard Papke:

“Bau- und Verkehrsminister Oliver Wittke hat heute seinen Rücktritt erklärt. Die FDP-Landtagsfraktion spricht ihm für diese Entscheidung Respekt aus und dankt ihm für seine erfolgreiche Arbeit als Bau- und Verkehrsminister Nordrhein-Westfalens. Wir gehen davon aus, dass Ministerpräsident Rüttgers zeitnah einen Nachfolger benennt.”

Unnötiger Rücktritt von Oliver Wittke…

Heute ist Oliver Wittke, der Minister für Bauen und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen, von seinem Amt zurückgetreten.
Grund ist ein Tempoverstoß, denn Wittke wurde dabei geblitzt, wie er mit 109 km/h in einer “Stadt”1 …

Ich bin wahrlich kein Wittke-Fan, aber wegen zweimal zu schnell Autofahren ist noch nie einer zurückgetreten – wenngleich es für einen Verkehrsminister nicht sehr schlau ist, sich ausgerechnet bei sowas erwischen zu lassen.
Nach dem, was man so liest, war es offenbar ein willkommener Anlass für Rüttgers, einen unliebsamen Partei”freund” zu entsorgen. Er hat ihm ja derart offen nicht den Rücken gestärkt und in der Öffentlichkeit gerügt wie einen dummen Jungen, dass man da ernsthafte Querelen hinter den Kulissen vermuten muss. Vielleicht roch Rüttgers, dass Wittke gern irgendwann auch Ministerpräsident geworden wäre. Oder so. Mich erinnert das an die Story Merkel/Merz.

Zumal jeder, der die Ortschaft Olpe kennt, diese mit möglichst großer Geschwindigkeit hinter sich bringen möchte. Auch wenn man dafür ca. 1 km lang Häuser mit Weiden verwechseln muss.

Zum Rücktritt von Oliver Wittke als NRW-Verkehrsminister erklärt Börje Wichert, Sprecher von Bündnis 90/Die Grünen Bezirksverband Ruhr:

“Erfreulich, dass Oliver Wittke nach zwei Monaten Bedenkzeit erkannt hat, dass er sein persönliches Verkehrskonzept besser nicht in Ministeramt und -würden umsetzt. Jetzt wird es Zeit, dass er noch seinen Hut als Bezirksvorsitzender der Ruhr-CDU nimmt und dort den Raum frei macht für Leute, die ein sozial- und umweltverträglicheres Verständnis von Fortbewegung haben, als er.”

Naja. ich kenne mehr als einen grünen Mandatsträger der den Führerschein abgeben musste – und für so einen Kram natürlich nicht zurückgetreten ist.

@Laurin: vielleicht sollte mir künftig das Wahlrecht entzogen werden – da ich schon ein paar Punkte in Flensburg gesammelt habe. 🙂

Oliver Wittke hat mit seinen Forderungen nach einen Landschaftsverband Ruhr bei seinen Parteifreunden vom LWL und LVR nicht gerade beliebt gemacht.

So ist das halt, nur ein keiner Tempoverstoß mit 59kn/h zu viel, und alles gerät in rollen.

59 Km zuviel innerhalb einer Ortschaft ist mehr als das Doppelte der zugelassenen Geschwindigkeit. Das ist kein Kavaliersdelikt. Eltern mit kleineren Kindern geht bei dieser Zahl aus verständlichen Gründen das Messer in der Tasche auf.

Ob sich allerdings das Fahrverhalten von Wittke und jedem anderen potentiellen Raser dadurch ändert, dass er einen anderen Job macht, ist doch sehr fragwürdig. Eine einschneidendere Wirkung hätten diesbezüglich englische Bestrafungssummen und Methoden.Dagegen ist Deutschland immer noch ein Paradies für Verkehrssünder.

Alkohol und Rasen sind die Straßenkiller Nr. 1. Statt des Rücktritts hätte “Olli” eine Offensive für diesbezügliche wirklich drakonische Strafen starten und freiwillig und in voraus, sozusagen als Pilotstraftäter, diese Buße auch an sich selbst vollziehen können. Projekte die hohe Spenden brauchen gibt es genug. Und ohne Führerschein kann ein Minister sogar für längere Zeit auskommen.

Dann wäre er wirklich zum Vorbild geworden. Denn jeder Autofahrer ist unter bestimmten Bedingungen ein potentieller Zuschnellfahrer. Häme und/oder moralischer Furor über Wittke ist da nun wirklich nicht angebracht bzw. verraten sie schnell die politische Absicht dahinter.

EIn Umweltminister, der sein Altöl im Dorfbach entsort? Ein Justizminsiter, der regelmäßig Zigaretten klaut? Ein Integrationsminister, der die NPD wählt? Ein Gesundheitsminister, der Heroin kauft? (Hoffentlich) Visionen, aber diese Leute haben im Amt nicht verloren. Kurz nachdenken!

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