Wir trauern um Mike Zeró

Mike Zero: 27. April 1971 - 26. November 2018
Mike Zero: 27. April 1971 – 26. November 2018

Nach langer, schwerer Krankheit ist heute der Dortmunder Musiker und Kneipier Mike Zero verstorben. „Jetzt sitze ich hier, bin unfassbar traurig und kann es noch nicht wirklich begreifen“, das sind die Worte vom Hagener Musikproduzenten Siggi Bemm. Der Produzent von so illustren Bands und Künstlern wie Udo Lindenberg, Kreator oder Philipp Boa schreibt heute weiter bei facebook: „Mein Freund Mike Zero ist verstorben. Er war ein hervorragender Musiker und Komponist, aber vor allem ein großartiger Mensch. Es war mir eine Ehre ein Stück Weg mit ihm gemeinsam gehen zu dürfen. Mein Mitgefühl und Beileid geht an seine Familie. Irgendwie fehlen mir jetzt einfach die Worte. Mit allem Respekt du wirst mir fehlen.“

Die Musik spielte im Leben von Mike eine wichtige Rolle, wenn nicht sogar die Hauptrolle. Anfang der 1990er Jahre gründete Zero die Punk-Rock-Metal Band The Beat Machine. Nachdem sich The Beat Machine aufgelöst hatten, spielte Zero in diversen kleinen Punk-Bands bis er im Jahre 1997 auf Chris van Helsing traf. Van Helsing spielte damals noch Gitarre bei Phillip Boa, doch die beiden wollten etwas Eigenes starten und so gründeten Sie die Industrial-Band Product. Mit dem Hamburger Marcel Zürcher war die Band dann komplett. Produziert von Rodrigo González (Die Ärzte) steuerte Product dann einen Song zu dem Sony Playstation Spiel MTV Snowboard bei.

Im Jahr 1997 gründete Krupps-Mastermind Jürgen Engler die Band DKay.com zusammen mit Mike Zero (Bass und Background Vocals), Chris Van Helsing (Gitarre) und Marcel Zürcher (Gitarre). 1998 zog Zero nach Hamburg. DKay.com veröffentlichte bei Zomba Records zwei Studio-Alben: 2000 Decaydenz und 2002 Deeper Into the Heart of Dysfunction. Sie spielten zwei Tourneen mit Gary Numan (2000) und den Genitorturers (2002). Im Jahr 2002 absolvierte Zero eine Ausbildung zum Mediengestalter an der Akademie für Werbung Grafik Druck in Hamburg. Zwei Jahre später zog er aus privaten Gründen wieder zurück in seine Heimatstadt Dortmund – hier gründete er sein Soloprojekt und etwas später die Band Snobs.

Nach einem kurzen Engagement als Tontechniker am Dortmunder Opernhaus übernahm Mike vor ein paar Jahren die Dortmunder Szenekneipe Rock Café im Brückstraßenviertel. Trauer ist ein Fluss, in dem man nicht gegen den Strom schwimmen kann. Mike hinterlässt eine Frau und zwei Kinder, wir wünschen seiner Familie von Herzen alles Gute.

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