Wie sehr das Kraftwerk ‚Datteln 4‘ die Landschaft seit 2006 verändert hat

Löringhof 2006. Foto: aufpunktpixel
Löringhof 2006. Foto: aufpunktpixel

Gestern habe ich hier bei den Ruhrbaronen auf einen, wie ich finde, recht geschmacklosen Fotowettbewerb hingewiesen, welchen der Energiekonzern E.On nun ins Leben gerufen hat.

Dort sollen die schönsten Fotos rund um die Kraftwerke in Datteln gekürt und auch prämiert werden.

Geschmacklos finde ich diese Idee u.a. deshalb, weil es vielen Anwohnern, welche den ‚alten‘ Zustand der Landschaft dort noch kennen, nun noch einmal besonders bitter vor Augen geführt werden dürfte, wie sehr sich die Landschaft vor ihrer Nase seit dem Jahre 2006 doch verändert hat.

Und das Alles auch noch vor dem Hintergrund der seit Jahren schon schwelenden juristischen Auseinandersetzung um das Kraftwerksprojekt in Datteln.

Alles in Allem, daher wohl keine wirklich gute Idee von E.On.

Und offenbar war und bin ich mit meiner Meinung dazu nicht alleine, wie ich anhand einiger zustimmender Kommentare zu dem gestrigen Beitrag bereits lesen konnte.

Heute Morgen hat man mich ein betroffener Anwohner (der Name ist mir bekannt, soll hier aber auf dessen Wunsch hin nicht öffentlich genannt werden) zusätzlich per E-Mail kontaktiert, und mir einige Fotos zukommen lassen, welche die Landschaft dort im Herbst 2006 zeigen.

Und weil diese Bilder ebenso klar einige alte Vorurteile wiederlegen, dass die Gegend dort eben schon immer stark industriell geprägt gewesen sei, und dass es auf den zusätzlichen Kraftwerksneubau dort doch praktisch nun auch schon nicht mehr ankommen würde, möchte ich diese vier Bilder aus dem Herbst 2006 hier heute auch noch einmal veröffentlichen.

Vielen Dank an ‚aufpunktpixel‘ für die Fotos, welche auch in höherer Auflösung und zusammen mit einigen aktuellen Aufnahmen aus der Gegend unter http://www.panoramio.com/user/5204084 von jedermann eingesehen werden können.

Hier auch noch der Link zu dem gestrigen Beitrag und den Kommentaren dazu:

http://www.ruhrbarone.de/e-on-startet-umstrittenen-fotowettbewerb-in-sachen-kraftwerk-datteln/

 

Löringhof 2006. Foto: aufpunktpixel
Löringhof 2006. Foto: aufpunktpixel
Löringhof 2006. Foto: aufpunktpixel
Löringhof 2006. Foto: aufpunktpixel
Löringhof 3
Löringhof 2006. Foto: aufpunktpixel

 

 

Blick Löringhof 2011. Foto: Robin Patzwaldt
Blick Löringhof 2011. Foto: Robin Patzwaldt

15 Kommentare

Ich sehe eine lebensfeindliche Monokultur, für die Steuerzahler wahrscheinlich mit hohen Subventionen aufgekommen sind. Ich sehe keine Arbeitsplätze, ich sehe keine preiswerten Strom und ich sehe keine in Gelsenkirchen entwickelte Technologie, die auf dem Weltmarkt vermarktet werden kann. Und ich sehe auch keine Steuereinnahmen für die Stadt Datteln.

Stefan, es hätten ja durchaus andere Standorte in der Gegend zur Verfügung gestanden. Ich sage nur NewPark-Areal.

@Robin: Dann hätten andere, andere Fotos von anderen Äckern reingestellt. Das Problem: In Deutschland sind Großprojekte kaum noch durchzusetzen. Der Ökohysterie und dem St. Florians-Prinzip opfert dieses Land seine Wettbewerbsfähigkeit.

Stefan, Du kennst doch meine Meinung. Wir diskutieren das ja nicht zum ersten Mal.
Ich persönlich bin ja gar nicht grundsätzlich gegen Kraftwerke und Industrie.
Für meinen Heimatort würde ich mir eine rasche Besiedlung des Gewerbegebiets sogar dringend wünschen. Da tut sich nur nix. Aber das ist eine andere Geschichte.
Der Fall ‘Datteln 4’ ist aber speziell. Haben wir ja schon häufiger drüber debattiert hier. Daher erspare ich es mir/uns jetzt hier an dieser Stelle dies alles noch einmal neu zu begründen.

Ich finde, hier hat Herr Laurin absolut recht. Ich kann mich irren, aber war es nicht sogar geplant nach Inbetriebnahme des neuen Kraftwerks vier ältere Kraftwerke abzuschalten? Meine das mal gelesen zu haben.

Ich würde jetzt gerne Fotos von den visuellen Folgen der “Energiewende” für meine nordniedersächsische Heimat einstellen.
Windparks mit Nabenhöhen von >100m; historische Gehöfte, deren Dächer mit Solarmodulen zugepflastert sind, und, am allerschlimmsten: 60 % Silomais in der landwirtschaftlichen Fruchtfolge, bestimmt in erster Linie für Biogasanlagen.
EEG macht’s möglich. Gesponsert durch uns alle. Seit 1. Januar mehr denn je.
Hätte RWE einen 100% Braunkohlestrom-Tarif, ich wär dabei :>

Robin,
Bilder aus einen schönen Landschaft, die in ihrer Struktur -Felder,Wiesen,Wald-typisch ist für das südliche Münsterland. Waltrop/Datteln liegen bekanntlich an der Schnittstelle zwischen Ruhr-Gebiet und Münsterland.

Stefan,
wenn Du meinst, da sei eine lebensfendliche Monokultur abgebildet, dann ist das zumindest, was das Lebensfeindliche angeht, falsch.
Ich könnte jetzt loslegen und aufzählen, was dort an und in Fauna und Flora in der Vergangenheit existierte und bereits jetzt durch das vorhandene E.on-Bauwerk vernichtet, aber “darum herum” auch heute noch in der von Robin abgebildeten Landschaft existent ist.

Ob E.on jetzt im Gegensatz zum ersten Planverfahren mit der Erfüllung seiner Pflichten, ausreichend Ausgleichsflächen zu schaffen für die bereits d.d.Kraftwerksbau vollzogene Vernichtung von Naturflächen , den einschlägigen rechtlichen Anforderungen genügen wird, bleibt mit Blick auf die zukünfte Rechtsprechung des OVG Münster in einem erneuten Normenkontrollverfahren abzuwarten.

Nicht unerwähnt bleiben soll, daß meines Erachtens mit der geplanten bzw.angefangenen Aufforstung großer, bisher landwirtschaftlich genutzter Fläche, weit über die ursprünglichen Absichten von E.on/Stadt Datteln hinaus, für das Landschaftsbild -und für Fauna und Flora- in diesem Raum durchaus Positives geschehen ist bzw. noch geschehen soll soll .

Robin,
ich verstehe Deine Bilder als bewußten “Gegenentwurf” eines Bürgers zu dem “Foto-projekt” von E.on im Rahmen einer kontinuierlichen Imagekampagne des Unternehmens für seinen Kraftwerkstandort in Datteln.
Allein die Zerstörung der Landschaft durch deren industrielle Nutzung wird “für sich genommen” das OVG Münster “demnächst” nicht dazu bringen, den erneuten Versuch, Planungsrecht für den Kraftwerkstandort zu schaffen, deshalb zu verwerfen, vor allem dann nicht, wenn im laufenden Regional-planänderungsverfahren die notwendigen Änderungen der Flächenausweisung vollzogen und durch E.on (die Stadt Datteln) “ausreichend” Ausgleichsflächen nachgewiesen werden.

Das Landschafts b i l d selbst -sh.die E.on Foto-Aktion,sh.die hier von Robin eingestellten Bilder- ” scheint auf den ersten Blick” in einer juristischen Auseinandersetzung unbedeutend zu sein, ist es aber nicht, vor allem nicht mit Blick auf den 18o m hohen Kühlturm.

Ich zitiere dazu aus dem OVG Urteil von 2009:
“…..dass sich dadurch die o p t i s c h e n Belastungen des Kühlturmes noch verstärkt..” s.h. unter Ziffer 296-.

“…eine beherrschende und damit verdrängende Wirkung des Kühlturmes..”-a.a.O.-

“da der hier in Rede stehende Kühlturm mit seiner massiven Gestalt bereits für sich genommen beherrschender ist als eine Windenergieanlage………..-sh.unter Ziffer 300.-

“…ob die Antragsgegnerin die Auswirkungen des Kühlturmes auf das Landschafts b i l d ……..”.

Dieses Problem des Landschaftsb i l d e s sieht auch E.on. Deswegen die E.on-Idee der Festlegung von Sichtachsen, ausgerichtet auf den Kühlturm, ausgehend von verschiedenen Punkten im Kraftwerksumland einschließlich einer an den Sichtachsen ausgerichteten Bepflanzung mit hochstämmigen Bäumen, die die Störung des Landschaftsbildes beim Blick auf das Kühlturmmonster minieren sollen.
Also, die Foto-aktivitäten von E.on und der “Gegenentwurf” von Robin sind nicht bloßes Freizeitvergnügen, sondern deuten an, daß die “Störung des Landschaftsbildes durch das Kühlturmmonster” durchaus auch juristisch relevant ist. Für das OVG Münster werden ggfls.”demnächst” in einem erneuten Normenkontrollverfahren jedoch nicht vorgelegte Bilder -von E.on oder die von Robin-entscheidungsrelevant sein, sondern die Wahrnehmung des Landschaftsbildes vor Ort durch die Richter.

Um eine erneute Grundsatzdebatte über E.on-Datteln IV hier zu vermeiden -sh.so auch Robin -4-abschließend-, weise ich zur ergänzenden Information auf einen Beitrag im Manager-Magazin online hin: “Das Drama von Datteln” -www.manager-magazin.de/unternehmen/energie-25.1.2013, der keineswegs E.on-kritisch ist, aber auch aus meiner Sicht als Kraftwerksgegener Wesentliches aus der aktuellen Diskussion aufgreift, ohne jedoch auf die speziellen juristischen Probleme im Zusammenhang mit dem Standort Eon-Datteln IV hinreichend einzugehen, wie ich meine.

# 1 Stefan

Es kommt sicher auf die Sichtweise an, auf persönliche Gefühle und Vorstellungen von seiner „schönen heilen Welt“, in der man für das als „das Gute“ betrachtete man eintritt.
Ich schau mir häufiger an, wie sich die circa 31.000 Megawatt, die sowohl in Wind- wie Solar-Anlagen als deren theoretische Kapazität (also über 62.000 Megawatt), denn nun zur täglichen Stromerzeugung beigetragen haben.
Siehe hier
http://www.transparency.eex.com/de/
Außerdem sieht man die Gesamt-Strom-Erzeugung, die den realen Tages-Bedarf abdeckte.
Neben den zig Milliarden an vergeudeten, angeblich das Klima schützenden „Opferzahlungen“ einer modischen Ideologie, schafft sich eine Klientel-Wissenschaft ihre politische Alimentation, die Argumente zu liefern, mit der die Bevölkerung ausgeplündert wird.
Da ergänzen sich Angst- und hinterlistige Geschäfte-Macher aufs übelste.
In dem die Politik sich auf die gleiche Seite begab, stört nun jeder marktwirtschaftliche Wettbewerb der Anbieter zu gleichen Chancen ihre Leistungen zu vermarkten und gleichzeitig geraten die Verbraucher, in einem nationalen politisch verordneten Kartell zu Zahlern von staatlich regulierten Monopolpreisen.
Das ist alles andere als klug, denn „der schnelle Reibach“, sogar auf 20 Jahre garantiert, hat zwar feudale Gewinner, verursacht aber einen planwirtschaftlichen Gau, weil die Intelligenz eines Wettbewerbs, vorsätzlich verhindert wird.

Die Klima-Mähr stellt sich somit lediglich als eine Variante dar, dort wo Geld abzugreifen ist, tätig zu sein.

Hans Meier -8-
leider kommt von Ihnen, wenn es um die Energieerzeugung geht und darum, daß durch diese nicht der noch der kümmerliche Rest einer natürlichen Umwelt des Menschen kaputt gemacht wird, wenn es darum geht, daß das Denken und Handeln der Menschen von heute auch das Morgen einzubeziehen hat, wenn es darum geht, die Gewinnmaximierung um jeden Preis als primäres Ziel menschlichen Handeln,u.a.auf dem Energiesektor, kritisch zu hinterfragen, nichts Neues, sondern nur das stereotype Berichten dessen, was die Öl- und Kohlelobby mit viel,viel Geld weltweit propagiert.
Wir haben darüber hier schon mehrfach kontrovers diskutiert;ich lasse es dabei.
-Anmerkung zum Thema “E.on-Datteln IV”,das hier ansteht:
In Sachen E.on- DattelnIV geht es mir primär nicht um den Energieträger Kohle, um ein Für und Wider zukünftiger Energiegewinnung aus Kohle, sondern darum, ‘mal wieder aufzuzeigen, da der S t a n d o r t für das größte Monoblock-Kohlekraftwerk Europas nach dem OVG-Urteil von 2009 unzweideutig
illegal ist, wie politisch fragwürdig und rechtlich außerordentlich bedenklich der laufende Versuch ist, nachträglich doch noch die Legalität des Standortes herzustellen, und zwar nicht, weil ein Kohlekraftwerk an diesem Standort zwingend notwendig ist, um die Energiesicherheit im allgemeinen und die Stromversorgung der Bahn im besonderen zu gewährleisten, sondern deshalb, weil ansonsten die Gewinnmaximierunszielen von E.on negativ beeinflußt würden.-

Zu #1, Stefan Laurin “Ich sehe eine lebensfeindliche Monokultur, für die Steuerzahler wahrscheinlich mit hohen Subventionen aufgekommen sind. Ich sehe keine Arbeitsplätze, ich sehe keine preiswerten Strom und ich sehe keine in Gelsenkirchen entwickelte Technologie, die auf dem Weltmarkt vermarktet werden kann. Und ich sehe auch keine Steuereinnahmen für die Stadt Datteln.”:

Genau. Das ist EON Datteln IV.

Wenn die von Ihnen gewünschte Wettbewerbsfähigkeit so aussieht, dass wir die Landschaft für einen dreckigen Industriebetrieb verschleudern, den Klimawandel weiter befeuern und dabei kaum höhere Arbeitsplatzdichten als in der Landwirtschaft schaffen, dann ist es keine Alternative. Das können wir viel besser.

Ein Hinweis für diejenigen, die sich laufend und mehr als über die Printmedien praktiziert über die neune Kohlegroßkraftwerke an den Stadtgrenzen Waltrops -E.on-Datteln IV und Trianel-informieren wollen:

“Aufpunkt.de” -Nachrichten und Meinungen rund um Waltrop.

Eine private,nicht kommerziele Internet-Info.

(Damit nichts mißverstanden wird: Ich bin dort weder direkt noch indirekt involviert.)

Ich schaue aus meinem Wohnzimmer auf das neue Kraftwerk und kann den Anblick gut ertragen. Füher stand da eine hässliche Zeche incl. stinkende Kokerei, übrigens erheblich näher zur Wohnbebauung.

Meinen Wohzimmerausblick habe ich im Bau- und Jahreszeitenwechsel auf meiner privaten Homepage abgelegt. Leider nicht mehr so ganz aktuell. Ich müsste vielleicht noch ein paar Bilder hochladen.
http://www.rund-um-datteln.de/32669.html
Zu alternativen 500 bis 1000 Windrädern, die die gleiche Leistung wie der Eon Block bringen würden hätte ich eine klare Meinung, was mir lieber ist. Am liebsten wäre mir nätürlich Schoss Schwanstein mit Alpenpanorama an der Stelle. Aber ich habe auch ganz gerne einen Job, und ein warmes und beleuchtetes Haus – das ganze Jahr über.

Robin, mir kommt so eben eine Anregung an Dich in den Sinn:

Beteilige Dich an dem Fotowettbewerb.

Besonders wirkungsvolle Bilder könntest Du z.B. aufnehmen vom Parkplatz der Kinderklinik in Richtung Kühlturmonster und aus verschiedenen Positionen in der und um die Meistersiedlung. Ob Deine Bilder dann für E.on preiswürdig sein könnten, vermag ich nicht zu prognostizieren.

@Revierbürger: Ich stelle fest: Geschmäcker sind ganz offenbar verschieden! 😉

@Walter: 🙂

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