Wer den Bayern auf Dauer Paroli bieten will, der muss das Maximum aus seinen Möglichkeiten herausholen – Auch finanziell!

Die Plätze in Dortmund sind heiss begehrt. Foto: Robin Patzwaldt
Die gut 80.000 Plätze im Stadion in Dortmund sind heiß begehrt. Foto: Robin Patzwaldt

Wahrlich erstaunlich welche Welle der Emotionen die Tatsache auslöst, dass die Dortmunder Borussia ca. 200 Dauerkarteninhabern nun zur neuen Saison ihr Heimspiel-Abo kündigt, da sie in diesem Bereich des Stadions eine geringfügige Ausweitung des VIP-Bereichs vornehmen möchte.

Kaum eine Sportredaktion die sich in den letzten Tagen nicht damit beschäftigt hat, und offenbar auch kaum ein sportinteressierter Leser/User, der nicht einen emotionalen Kommentar dazu verfasst hat.

Nun werde also auch ich hier noch einmal ein paar Gedanken dazu formulieren. Allerdings nicht weil ich den eigentlichen Vorgang so skandalös fände, sondern eher aufgrund der Tatsache, dass ich hier einen großen Widerspruch zwischen den Ansprüchen der Fans und ihren aktuellen Bestrebungen zu sehen glaube.

Erst einmal vorweg: Es ist natürlich grundsätzlich durchaus verständlich, wenn sich Leute darüber ärgern, dass ihnen nach einigen Jahren auf einem festen Sitzplatz dieser von Vereinsseite gekündigt wird, ihnen nur die vage Hoffnung auf einen Ersatzplatz irgendwo anders im Stadion gemacht werden kann. Wäre ich betroffen, es würde mich auch ärgern. Darin nun aber gleich den ‚Untergang des Abendlandes‘ zu sehen, dass ist dann doch schon ganz schön daneben. Denn schließlich sind es in der Regel die gleichen Fans welche vom Club verlangen die Lücke zu den Bayern zu schließen, die es ungern sehen wenn Stars wie Mario Götze und Robert Lewandowski u.a. auch aufgrund der besseren Verdienstmöglichkeiten nach München umziehen, oder mit einem Wechsel zu einen internationalen Top-Club im Ausland liebäugeln.

Es passt eben einfach nicht zusammen Stehplatzkarten für 15 Euro pro Spiel haben zu wollen, gleichzeitig aber die VIPs im Stadion, welche ein Vielfaches an Eintrittsgeldern in die Kasse des BVB spülen zu verteufeln.

Natürlich, es muss eine gesunde Mischung sein und bleiben. Der Club sollte bei seinen Bestrebungen zur Umsatzmaximierung bedenken welchen Fans er in den ‚mageren‘ Jahren sein Überleben zu verdanken hatte, dass es ihn aktuell in dieser Form überhaupt noch geben kann.

Nun aber wegen einer solch vergleichsweisen kleinen Umbaumaßnahme im Stadion gleich eine solche Protestwelle zu starten, das erscheint mir unverhältnismäßig. Zumal man als Fan ja auch auf anderen Gebieten zuletzt eine deutliche Verteuerung beim BVB feststellen konnte. Oder warum wehrte sich kaum jemand gegen die hohen Bier und Wurstpreise im Stadion, die nahezu jährlich steigenden Dauerkartenpreise, die T-Shirts im Fanshop, die inzwischen teilweise schon unglaubliche 30 Euro kosten, oder über die Sitzplatzkarten, die man im sogenannten ‚Angebot‘ nur noch zusammen mit einem Schal, T-Shirt, Gesellschaftsspiel und Eintritt ins ‚Borusseum‘ erwerben kann, während die regulären Vorverkaufstickets für ein Heimspiel zu diesem Zeitpunkt bereits längst vergeben sind? Und das dann, obwohl nur in der ‚billigsten‘ Kategorie platziert, für stolze 140 Euro das Paar? Darüber hörte man, obwohl schon länger so gängige Praxis, bisher kaum jemanden stöhnen…. Die jetzt betroffenen 200 Besucher werden andere Plätze im Stadion angeboten bekommen. Manchmal vielleicht mit Nachteilen verbunden. Aber mehr als die Fortsetzung einer bereits seit längerem laufenden Entwicklung ist das nicht. Ausgerechnet hierbei nun aber mit ‚enttäuschter ‚Echter Liebe‘‘ usw. zu argumentieren, dass ist nicht nur völlig übertrieben, das ist total unverhältnismäßig!

2 Kommentare

Ich finde nicht, dass der BVB das “Beste” aus dem finanziellen holen muss und ich finde dieses “wir brauchen Geld um sportlich erfolgreich zu sein Geschwafel” vollkommen unnötig. Die Wende die du beschreibst – höhere Preise des Essens und der Fanartikel usw. – zu verteidigen, halte ich für falsch. Der BVB wird immer mehr kommerzialisiert, zum Vorteil weniger (nämlich vorallem Spieler und die “Führungsabteilung”) und zum – finanziellen – Nachteil der Fans.
Das das eine allgemeine Entwicklung des Fußballs ist, heißt nicht dass man da mitmachen musst.
Das es auch ohne das dicke Geld geht, hat der BVB doch bewiesen – warum jetzt andauernd nach mehr Geld und mehr Spielern und besseren Spielern gerufen wird, ist mir unerklärlich.

Ich MÖCHTE gar nicht wie die Bayern werden! Ich bin vollkommen zufrieden damit den Jungs beim kicken zu zu sehen!
Wenn man sieht wie Durm mit Stars von Real oder den Bayern klar gekommen ist und dann hört man müsse den Kader umbedingt verstärken (man berechne die Verletzungsfälle mit ein) dann ist mir das unerklärlich

@Chaos: Auch diesen Standpunkt kann man vertreten. Dann kann man aber eben nicht erwarten, dass der BVB dauerhaft um die Tabellenführung mitspielt. Und ich hatte zuletzt den Eindruck, dass es der großen Mehrzahl der BVB-Fans nicht so wirklich gefällt in der Meisterschaft 20 Punkte hinter den Münchenern herzulaufen…

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