Wenn sich die Bayern streiten freut sich der BVB?

Der Meistertrainer des BVB aus 2002: Matthias Sammer. Quelle: Wikipedia Foto: Harald Bischoff Lizenz:
Der Meistertrainer des BVB aus 2002: Matthias Sammer. Quelle: Wikipedia Foto: Harald Bischoff Lizenz: Creative Commons CC-by-sa-3.0 de

Viele Anhänger des BVB haben es vor der angelaufenen Saison als vielleicht einzige Chance der Schwarzgelben gesehen die übermächtig scheinenden Bayern zu stoppen. Nun ist es tatsächlich eingetreten. Die Bayern streiten sich. Matthias Sammer hat mit seinen jüngsten Äußerungen, in denen er, trotz Tabellenplatz zwei, von seinem Team mehr Einsatz und Leidenschaft einforderte, eine vereinsinterne Diskussion im Verein von der Isar ausgelöst.

Uli Hoeneß konterte prompt und kritisierte Sammer im Gegenzug u.a. ob des, seiner Meinung nach, unglücklichen Zeitpunkts und ob der Heftigkeit seiner Attacken gegen die bisherigen Leistungen des Teams. Sammers Äußerungen vermittelten den Eindruck als habe man bereits drei Spiele verloren, so Hoeneß.

Wie es nun in den nächsten Tagen bei den Bayern weitergeht, das ist aktuell noch nicht absehbar. Ob Sammers Kritik an der Spielfreude der Guardiola-Elf nun den von Sammer wohl gewünschten Leistungsschub zur Folge haben wird, dass wird u.a. das Champions League-Duell der Münchener mit Moskau am heutigen Dienstag zeigen.

Inhaltlich finde ich Sammers Aussagen völlig nachvollziehbar. Es ist in der Tat auffällig, dass der Triple-Sieger in dieser Saison noch nicht ganz so selbstbewusst und offensiv auftritt wie man es vielleicht erwartet hätte. Andererseits ist natürlich auch die Umstellung durch den Trainerwechsel von Jupp Heynckes zu Pep Guardiola noch im vollen Gange. Das es in dieser Zeit zu ‚Reibungsverlusten‘ kommt, das erscheint mir normal.

Vor diesem Hintergrund könnte man die relativ harte Kritik von Sammer vielleicht als unangemessen empfinden. Andererseits wird Sammer, er ist schließlich erfahren genug, schon ein Gespür dafür haben, was er wann sagt. Und gerade auch Uli Hoeneß war in der Vergangenheit ja häufiger selber dafür bekannt den Finger zu ungewöhnlichen Zeiten in Wunden zu legen, welche andere häufig zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht gesehen haben. Oft lag er damit richtig.

Ob das aktuell auch bei Sammer so ist, oder ob er es mit der Häufigkeit und den Zeitpunkten seiner kritischen Äußerungen vielleicht doch nicht ganz so treffsicher agiert, darüber kann man diskutieren. Die nächsten Tage werden es zeigen.

Aus Sicht des BVB kann man die weitere Entwicklung der aktuellen Vorgänge im Süden aber, so oder so, erst einmal ganz gelassen abwarten. Die derzeitigen Diskussionen unter den Führungsfiguren der Bayern können für die Borussen, was auch immer sie nun bewirken mögen, oder auch nicht, zumindest nicht schädlich sein. Denn der Tabellenführer, der grundsätzlich immer alles selber in der Hand hat, kommt bekanntlich aktuell aus Dortmund. Und wenn sich der vermeintliche Hauptkonkurrent intern streitet, dann kann das ja nicht schlecht sein. Und je länger das dauert, je mehr hat Uli Hoeneß vermutlich abermals Recht wenn er nun feststellt ‘Die in Dortmund lachen sich doch darüber kaputt!’

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