WAZ stellt Schickler-Präsentation online

In ihrem Krisen-Blog hat die WAZ die Präsentation des Gutachtens der Unternehmensberatung Schickler online gestellt.

Nach den dort veröffentlichten Zahlen rechnet die WAZ für ihre vier Tageszeitungen in NRW für 2008 mit einem Jahresverlust von 11 Millionen Euro. In der Präsentation findet sich auch eine Liste der Lokalredaktionen, die auch nach einer Umstrukturierung kaum lebensfähig sind. Auf dieser "Todesliste" stehen die WAZ Redaktion Vest, die NRZ-Redaktionen Düsseldorf, Kleve/Emmerich, die WR-Redaktionen Lünen/Schwerte, Märkischer Kreis, die Ausgabe Siegen und die WP Ausgabe Soest, Werl, Warstein. Hombach erklärt allerdings:  „Die Aufgabe eines Standortes wäre ein Versagen aller, ein Rückzug verlegerisch falsch.“

In ihrem Krisen-Blog hat die WAZ die Präsentation des Gutachtens der Unternehmensberatung Schickler online gestellt.

Nach den dort veröffentlichten Zahlen rechnet die WAZ für ihre vier Tageszeitungen in NRW für 2008 mit einem Jahresverlust von 11 Millionen Euro. In der Präsentation findet sich auch eine Liste der Lokalredaktionen, die auch nach einer Umstrukturierung kaum lebensfähig sind. Auf dieser "Todesliste" stehen die WAZ Redaktion Vest, die NRZ-Redaktionen Düsseldorf, Kleve/Emmerich, die WR-Redaktionen Lünen/Schwerte, Märkischer Kreis, die Ausgabe Siegen und die WP Ausgabe Soest, Werl, Warstein. Hombach erklärt allerdings:  „Die Aufgabe eines Standortes wäre ein Versagen aller, ein Rückzug verlegerisch falsch.“

9 Kommentare

Spannend bei der Sache: Es GIBT keine WR-Redaktion Lünen-Schwerte.
Es gibt eine WR-Redaktion Schwerte, und es gibt eine WR/WAZ-Redaktion Lünen. Die sind noch nicht einmal besonders nah beieinander.

Die beiden Ausgaben Lünen und Schwerte werden in einen Topf geworfen, weil sie eine ähnliche Größe, eine vergleichbare (schlechte) Entwicklung und die selben Probleme haben.
Der neue WR-Chefredakteur Malte Hinz war ja Lokalchef in Lünen. Wenn die dort eh dichtmachen, braucht es auch keinen Nachfolger…
Ich frag mich nur: Wie zum Teufel will man die Mitarbeiter in den Redaktionen, die auf der “Todesliste” stehen, jetzt noch irgendwie motivieren?

Klagen kann jeder. Es wäre an der Zeit eine neue Zeitung mit Lokalteil zu gründen. Vielleicht auch sich den überregionalen Teil ?Einzukaufen?, aber bitte nicht bei der WAZ. (In Berlin soll es ja verschiedene Gazetten geben.) So wäre, zumindest für den Start genügend Energie für den Regionalteil vorhanden. Personal wird ja bald bei der WAZ frei.

@wazi

Was mit der WAZ und vor allem mit einem Teil ihrer Mitarbeiter zur Zeit und in naher Zukunft passiert ist sicher kein Grund zur Schadenfreude, im Gegenteil. Aber der letzte Satz ihres Kommentars nervt mich dann doch. Wenn ich z.B. als Freiberufler keine neuen Aufträge habe, dann mache ich meinen letzten trotzdem in der gleichen Qualität zu Ende wie bisher. Sonst kriege ich nämlich garantiert keinen neuen mehr.

Entlassungen sind für den, den es trifft, kein Zuckerschlecken. Aber gleich von “Todesliste” zu schwadronieren und sofort die Motivationsfrage zu stellen, das zeigt dann doch eine Versorgungsmentalität, die schwer an den öffentlichen Dienst erinnert. Da feiert man dann auch gerne einfach mal krank (ein Arzt findet sich immer) wenn der Druck steigt oder einem sonst was nicht passt. Entlassungen sind nicht toll, aber sie gehören zu einer freien Wirtschaft genauso wie Gewerkschaften, Betriebsräte und Mitbestimmung.

Die WAZ-Krise war für mich absehbar. Mit dem “Einkauf” des früheren RP-Chefredakteurs (CDU-nahe)Ulrich Reitz hat bei der WAZ eine politische Umstrukturierung in Richtung Mitte rechts eingesetzt. Herr Reitz, der sich im Übrigen im Personenkult sehr zu gefallen scheint, schert sich insoweit nicht um die sozialliberal geprägte und Famlien orientierte Hausgeber-Richtlinie der Gründungs-Herausgeber Brost und Funke. Nur diese hat die WAZ stark gemacht. Ich verstehe Herrn Hombach als Geschäftsführer der WAZ-Mediengruppe und ehemals führenden und einflußreichen SPD-Politiker nicht, dass er diese allzu offensichtliche politsche Kehrtwendung zuläßt. Übrigens: Wer einigermaßen die Stimmung in den WAZ-Redaktionen kennt, dem ist auch bekannt, dass die Kollegen der Redaktionspolitik von Herrn Reitz einen erheblichen Teil der Krise anlasten.

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