Was Wulff noch retten könnte…

Christian Wulff Foto: Presse- und Informationsamt der Bundesregierung

Klar, es sieht nicht gut aus für Bundespräsident Christian Wulff. Aber noch ist er im Amt. Und noch könnte er sich über die Zeit retten. Es muss nur ein großes Thema kommen, was die Präsidentenposse überlagert.

Es gibt da diesen Spruch und er ist Wulffs letzte Chance:  “Wenn Du nicht mehr weiter weißt, kommt von irgendwo ein Lichtlein her.” Das Lichtlein, das Wulff noch retten könnte, wäre allerdings kein helles, freundliches Leuchten, sondern der grelle Blitzschein einer Katastrophe, die ihn für ein paar Wochen aus den Schlagzeilen verdrängt – verbunden mit der Hoffnung dass, wenn alles vorbei ist, sich niemand mehr für ihn interessiert.

Eine Reaktorkatastrophe wie Fukushima, ein Lehmann-Brother-Crash oder eine Eskalation um den Iran – richtige Probleme, nicht nur die Lügen und Peinlichkeiten eines Mannes, der kaum mehr als ein Grüßaugust ist, hätten das Zeug dazu. Denn es gibt faktisch weitaus wichtigere Dinge als Wulff. Bevor seine merkwürdige Immobilienfinanzierung und seine Drohungen gegen Journalisten öffentlich wurden, hat ihn ja auch ausser den Bunte- und Gala-Lesern kaum einer bemerkt.

Allerdings würde dann, später, irgendwann endlich einmal die Frage diskutiert werden, wozu wir das Amt des Bundespräsidenten überhaupt noch brauchen. Denn eines hat Wulff schon jetzt geschafft: Ihm jede Reputation zu nehmen.

7 Kommentare

Stefan, pflichte Dir bei mit Deiner These. Zur Rettung von Merkels Pudel “Wuffi” muß eine neue sensationelle Nachrichtenlage her. “Schalke 04 wird Deutscher Meister 2012” kommt leider erst im Sommer und damit viel zu spät für “Wuffi”.

Der Spruch geht so: “Wenn du denkst, es geht nicht mehr, kommt irgendwo ein Lichtlein her.” Aber auf Endreime habt ihr Ruhrbarone ja noch nie Wert gelegt.

Mag sein, dass ein Thema, das als “größerer Hammer” taugt, Wulff aus den Schlagzeilen drängen und im Amt halten könnte. Das wäre aber für Merkel zu gefährlich, da der Skandal bei ihrem Wunschkandidaten automatisch auf sie zurückfallen wird – spätestens im Bundestagswahlkampf. Insofern ist wohl zu erwarten, dass BILD weiter an Wulff sägt. Alles andere wäre sehr verwunderlich.

Und wenn wirklich eine größere Schlagzeile kommen sollte, findet sich danach bestimmt noch irgendwas, was Wulff in Bedrängnis bringt. Und noch so eine Publicity übersteht er sicher nicht.

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