Warum SPD und Linke niemals fusionieren werden und das nichts mit Inhalten zu tun hat

Vereinigungsparteitag der KPD und der SPD zur SED, Händedruck zwischen Wilhelm Pieck und Otto Grotewohl, 1. Reihe, 1. v. r.: Walter Ulbricht, 3. Reihe, 2. v. l.: Erich Honecker Foto: Bundesarchiv, Bild 183-W0910-305 Lizenz: CC-BY-SA 3.0

Sicher, es gibt viele inhaltliche und historische Gründe, warum SPD und Linke nicht miteinander fusionieren werden. Und alle sind sie richtig und wichtig. Aber entscheidender und wichtiger ist etwas ganz anderes: SPD und Linke haben hunderte Kreisverbände, Ortsvereine und Unterbezirke. Und Landes- und Bundesgeschäftsstellen sowieso. Beide haben Fraktionen in den Räten, Kreistagen, Landtagen und im Bund. Und dann in Gremien, die kaum jemand auf dem Schirm hat: Landschaftsverbände, Kommunalverbände und vieles mehr.

Und in all diesen Einheiten der Parteiorganisationen und Fraktionen gibt es Menschen, die dort einen Job haben. Und ganz viele, die ein Pöstchen haben. Würden beide Parteien zusammen gehen, hätten viele einiges zu verlieren: Wo es heute zwei Fraktionsvorsitzende gibt, gäbe es dann nur noch einen. Aus zwei Ortsvereinsvorsitzenden würde einer werden.

Wer daran glaubt, dass solche Organisationen mit so vielen Funktionären und in ihren Parteien gut vernetzte Beschäftigte freiwillig zustimmen werden, dass die Hälfte von ihnen an Wichtigkeit und Einkommen verliert glaubt auch, das Zitronenfalter Zitronen falten. Sowas klappt nur, wie 1946 in der Ostzone, unter Zwang. Und das läuft zum Glück nicht – wir leben in einer Demokratie.

Ansonsten: Schöne Sommerlochdebatte vor dem Sommerloch.

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