Warum Dein Kind Star Trek schauen sollte

Die Star Trek Crew – eine Vision für eine humanistische Zukunft. (Foto: JoshBerglund19/ Flickr/ cc by 2.0)

Ich glaube, der humanistische Wert mit Star Trek aufzuwachsen, ist gar nicht hoch genug einzuschätzen. Ein Pladoyer von unserem Gastautor Björn Casapietra.

In Zeiten in denen im Süden der Vereinigten Staaten der Klu-Klux-Klan Schwarze mordete und sogenannte „Mischehen“ in manchen Bundesstaaten noch unter Strafe standen, begannen die Dreharbeiten für eine bis heute einzigartige Serie, in der jeder der Hauptdarsteller einer anderen Volksgruppe entstammt. Ich selbst hab als Kind noch Captain Kirk und Spock gesehen. Keine Folge habe ich verpasst vor dem Röhrenfernseher. Später habe ich Jean-Luc Picard und The Next Generation verehrt. Auch hier habe ich keine Folge versäumt, die meisten sogar mehrfach gesehen. Als Kind fragt man sich ja nicht, wieso dort jeder anders aussieht oder mit einem anderen Akzent spricht. Man nimmt es als Selbstverständlich hin.
Ich wüsste keine Serie, in der die multikulturelle Gesellschaft so spannend und treffend dargestellt wird. Alleine die Feststellung, dass wir überhaupt nicht alleine sind auf dieser Welt, in diesen Welten – sondern nur ein Spezies von vielen (was ja in diesen Serien und Filmen als Selbstverständlichkeit dargestellt wird), war seinerzeit (und ist es erschreckenderweise heute noch) einzigartig.

Eine der vielen wertvollen Lehren, die man aus fast jeder Folge oder jedem der Kinofilme ziehen kann: Wie Menschen, Klingonen, Romulaner oder Vulkanier miteinander auskommen.
Oder man nimmt nur die kleine Besatzung der Enterprise. Dem Erfinder Gene Roddenberry war es wichtig, das eben jene Besatzung aus möglichst vielen Ethnien besteht (McCoy – Ire; Scotty – Schotte, Chekov – Slawe; Sulu – Asiate; Uhura – Afroamerikanerin; Spock – Vulkanier/Jude; Kirk – Amerikaner usw.). Hautfarbe, Herkunft, Nationalität, Geschlecht oder andere Äußerlichkeiten spielten in der Zukunft nicht die geringste Rolle.

“Ich bin Optimist. Wir wollen sagen, dass die Menschheit erst dann Weisheit und Reife erlangt, wenn sie die Vielfalt an Lebens- und Denkweisen schätzen lernt. Wenn wir mit den Unterschieden unserer eigenen Art auf der Erde nicht umgehen können, dann helfe uns Gott, wenn wir im All auf die Vielfalt treffen, die mit großer Sicherheit dort zu finden ist,“ sagte Roddenberry einmal.

Es bleibt bis heute ein unglaublicher Ansatz für eine Serie, die in einer Zeit begann, in der Schwarze noch separate Tische in Restaurants zugewiesen bekamen und die von Rassismus, Kaltem Krieg und Atombombentests bestimmt war. Genau das zeichnet die Genialität des Humanisten Gene Roddenberry aus – er hat die Zukunft voraus gesehen. Wie aktuell und wie wichtig dieser Ansatz war und bleibt, lässt sich in den jetzigen Zeiten des religiösen Fanatismus, islamistischen Terrorismus und der Flüchtlingsströme erst recht erkennen. Gene Roddenberrys Vision, der Traum einer vereinten Menschheit scheint aktueller denn je. Die Mission der Enterprise war immer friedlich – es ging um Wissenschaft und Forschung. Und nicht um die Eroberung fremder Planeten.

Irgendwann muss ich mal anfangen, meine 8-jährige Tochter dafür zu begeistern.

5 Kommentare

Dann wird das Kind aber ganz schön blöde aus der Wäsche gucken wenn Jean-Luc Picard im Film "Star Trek – Der erste Kontakt" voller Hass auf die Borg reagiert – Zitat:

"Jedoch folgt Lily ihm, um ihn noch einmal umzustimmen. Nachdem er Lily seine Geschichte mit den Borg erzählt hat, bezichtigt Lily ihn des Verlangens nach Rache. Captain Picard beteuert dann, dass sich die Sensibilität der Menschen weiterentwickelt hat und dass der Mensch kein Verlangen mehr nach Rache hat. Sie vergleicht ihn mit Captain Ahab, der jahrelang den weißen Wal Moby Dick gejagt hat, weil dieser ihn verkrüppelt hatte."

Picard "Sie dringen in unseren Raum ein und wir weichen zurück. Sie assimilieren ganze Welten und wir weichen zurück. Doch jetzt nicht! Hier wird der Schlussstrich gezogen! Bis hierher und nicht weiter! Und ich, ich werde sie bezahlen lassen für ihre Taten!"

Quelle: http://de.memory-alpha.wikia.com/wiki/Star_Trek:_Der_erste_Kontakt

Star Trek ist eine Kult Serie, die deshalb jeder schauen sollte, weil sie in ihrer ganzen Machart und an ihrer unglaublichen Faszination über all die ganzen Jahre bis heute, nichts an Präsens verloren hat. Ob es nun dem Erfinder der Serie Gene Roddenberry, wichtig war mit seiner multikulturellen Besatzung der Enterpreis darauf hinzuweisen, dass doch alle Menschen auf der Erde ein friedvolles Umgehen miteinander pflegen sollten, mag ich mal dahingestellt lassen. Auf jeden Fall wird es dieses sogenannte friedvolle Umgehen der Menschen untereinander nie geben. Es werden immer wieder dort und da Kriege unter den Rassen geführt und daran kann keiner etwas ändern, außer der Mensch selbst. Daher ist es nur ein schöner Wunschgedanke, dass es auf Erden für immer Frieden gibt unter den Völkern und Rassen, aber der Mensch ist viel zu egoistisch in seinem Denken, als dass er dies zulassen würde und könnte. Und so kann auch diese Serie nicht den ersehnten Weltfrieden herbeizaubern, noch die Menschen in irgendeiner Weise belehren, das gibt es dann eben nur auf der Leinwand und dessen sollte man sich immer bewusst sein.

@ Der Loengard:

Die Spielfilme sind für Ältere (FSK?). Vieles erschließt sich erst, wenn man die Serie gesehen hat. Picard reagiert so, weil er von den Borg zuvor seines Selbst beraubt wurde, nur noch als willfährige Hülle funktionierte, deren früherer Wille ausgeschaltet war. Er wurde gezwungen, seine Freunde, die ganze Menschheit zu bekämpfen. Es gibt dazu mehrere Folgen, die man kennen sollte, bevor man die Szene beurteilt… 😉

Ich beziehe mich auch vor allem auf die Szene in der Lilly ihm sagt das er das Töten auf dem Holodeck genossen habe, mit dem Maschinengewehr, weil sie diesen Hass in den Augen zu oft gesehen hat usw. – man könnte da durchaus Vergleiche zum Islam ziehen.

Ich glaube nicht das die Menschen von der Straße einen Rechtsruck vollzogen haben, die haben Angst vor dem Islam, und deshalb sind sie jetzt so mißtrauisch insbesondere Menschen aus islamischen Ländern. Das ist im Prinzip der gleiche Effekt. Ich sehe es doch an mir selber: in meiner Kindheit hat es mir nichts ausgemacht das die Türkinnen in der Schule Kopftuch auf hatten, zwar war das skuril aber die haben ja nichts gemacht, heute nervt es mich nur noch an.

Ich weiß das man nicht verallgemeinern sollte weil nicht alle so sind…das beklemmende Gefühl ist aber trotzdem da. Auf der anderen Seite finde ich es allerdings schon nachdenkenswert das zur Kölner Demo gegen den Terror viele Muslime nicht kamen mit der Begründung das Ramandan sei…aber eine oder zwei Wochen später als dieser türkische Ministerpräsident, Abgeordnete oder was weiß ich was der Anlaß überhaupt war – da standen sie dann alle da obwohl immer noch Ramadan war. Wenn sowas halt sieht dann wirft wahrscheinlich der treueste Star Trek Fan seine Prinzipien über Bord und wird durch die Urinstinkte Angst und Mißtrauen ersetzt.

Ich find das auch nicht gut…meinst den Menschen macht es Spass ständig mit Angst und Mißtrauen zu leben? Das ist ja vom Gefühl her nochmal ne Ecke anders als einfach nur stumpfer Fremdenhass so wie in die Nazis empfinden.

Ganz ehrlich: meiner Meinung nach, meine ganz persönliche Meinung, sollte man Religion verbieten…aber nicht nur den Islam sondern alle drei Buchreligionen weil die schenken sich alle nichts. Ich kann auch nicht verstehen warum einige Autoren hier bei den Ruhrbaronen so sehr auf die Esoterik fixiert sind, meiner Meinung nach sind die drei Buchreligionen viel schlimmer, sie behindern viel mehr das freie Leben der Menschen, das gehört einfach nicht mehr in unsere Zeit, jeden Sonntag rennen diese (tschudlgung) Deppen in die Kirche, lassen sich vom Pfaffen einen vom Pferd erzählen, erhalten ihren Segen usw. – das ist doch der Größte beschiss auf der ganzen Welt.
Und dafür muss man auch noch Steuern bezahlen!

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