Von wem bekomme ich – verdammt – meinen Strom?

Ich hab den Stromanbieter gewechselt. Vor vier Monaten. Seither bekomme ich viel Post. Von wem ich gerade den Strom bekomme? Keine Ahnung. Wenigstens geht das Licht abends noch an. Darüber bin ich sehr glücklich.

Der Anfang war ganz leicht. So wie man es immer in der Werbung hört. Einfach ins Internet, bei einem Stromvergleich wie Verivox ein wenig rumgeklickt. Voila, schon standen da eine Menge Angebote.

Jetzt wurde es diffiziler.

Ich hab den Stromanbieter gewechselt. Vor vier Monaten. Seither bekomme ich viel Post. Von wem ich gerade den Strom bekomme? Keine Ahnung. Wenigstens geht das Licht abends noch an. Darüber bin ich sehr glücklich.

Der Anfang war ganz leicht. So wie man es immer in der Werbung hört. Einfach ins Internet, bei einem Stromvergleich wie Verivox ein wenig rumgeklickt. Voila, schon standen da eine Menge Angebote.

Jetzt wurde es diffiziler. Ganz oben, bei den günstigsten Verkäufern, da standen Unternehmen, die Strom zum Preis von Milchbrötchen liefern wollten. Dafür sollte man nur das Geld für 2000 Milchbrötchen zwei Jahre im Voraus zahlen. Tja, das war auf den ersten Blick nicht koscher.

Dann kamen Angebote von Stadtwerken aus Gegenden, die ich noch nie gehört hatte. Auch das habe ich aussortiert. Was passiert, wenn so ein Stadtwerk morgen Pleite geht?

Dann kamen Ökoangebote. Die auch noch rund 20 Euro im Monat billiger waren, als der Strom von meinem herkömmlichen Versorger mit den drei blauen Buchstaben. Und ich gebe zu, ich habe mich locken lassen. Ich habe einfach weiter geklickt und den Grünpower gekauft. Das ging sehr leicht. Ein paar Fenster in meinem Browser gingen auf, ich musste meinen Namen eintragen und auf ABSCHICKEN klicken. Das war es.

Oder besser gesagt, das war es nicht. Denn jetzt fing der Ärger an. Haach. Zunächst musste ich einen Stromzähler-Ableser finden, der zu mir kommt, und den Stromzähler abliest. Das kann nämlich offenbar nicht jeder.

Der Stromabzähler kam dann irgendwann, heimlich, angeschlichen. Er hinterließ an meiner Tür ein Schreiben. Darauf stand, dass er noch einmal wiederkommt. Irgendwann, zwischen 1:00 Uhr und 23:00. Dann müsse ich die Wohnung aufschließen und den Zugang zum Stromzähler frei machen. Wenn ich nicht da sei, dann würde er nie mehr kommen. NIE MEHR. OK, das ist übertrieben. Aber gefühlt stimmt das. Irgendwann war der Strom dann abgelesen, drei Tage später kam die erste Rechung. Und kaum eine Wochen darauf der folgende Brief: "Aufgrund der hohen Netzentgelte müssen wir leider unsere Gebühren anpassen." Es folgte eine Strom-Preis-Steigerung von rund sieben Prozent. Wow. Ich verschweige hier den Namen des Unternehmens. Jedenfalls war die Energie dieses verglimmenden Lichtblicks nach der Preiserhöhung teurer als bei meinem ursprünglichen Versorger.

In der Folge war ich dermaßen sauer, dass ich mich sofort wieder vor den Rechner geworfen habe und einen neuen Anbieter suchte. Ok, ich gebe zu, ich war emotionalisiert. Ich habe einfach beim erst besten Stromhändler zugeschlagen. Ein kurzer Name und der Preis war OK.


Ich hätte es besser wissen müssen, sagt meine Frau. Und wie immer hat sie Recht. Ich darf ja auch keine Anzüge mehr alleine kaufen. Oder Brillen. Weil die Kündigungsfrist beim ersten Anbieter nicht abgelaufen war, hat der weiter Strom geliefert. Der neue Anbieter hat dafür meinen Stromzählervertrag beim Grundversorger gekündigt. Mist. Es kam wieder ein Ableser. Diesmal pünktlich, sofort und ohne Verzug. Ich hab ihn besser nicht reingelassen. Dann hat mich ein Stadtwerk angerufen, das so klein war, dass ich nicht mal mehr seinen Namen erinnere. Die sagten, ich sei ja jetzt ihr Kunde und sie würden gerne wissen, von welchem Konto sie abbuchen sollen? Von meinem oder von meiner Frau? Dann kam ein Schreiben des Regionalversorgers, sie seien sehr froh, dass ich mich entschlossen hätte, wieder ihr Kunde zu werden. "Auf gute Zusammenarbeit." Nach der zweiten Rechnung des ersten Lichtblicks wurde ich stutzig. Warum buchen die noch Geld von meinem Konto ab? Mit dem Hinweis. "Danke, dass sie sich für uns entschieden haben." Zu wem verdammt gehör ich eigentlich? Wer liefert meinen Strom und was kostet das? Ich habe mir fest vorgenommen, diese Fragen in den nächsten Wochen zu klären. Wenn ich wieder ruhig bin und mir nicht mehr die Haare raufe. Noch scheint das Licht bei uns. Vom neuen Anbieter mit dem kurzen Namen habe ich nebenbei nix mehr gehört.

2 Kommentare

Cool, mit Leuten wie dir verdien ich mein Geld. 😉
Wie sag ich es möglichst neutral?
Ruf die Jungs an, denen der Zähler gehört – die sollten wissen, von wem sie gerade Netzgebühren kassieren.
Zu denen fällst du auch zurück, wenn z.B. die Stadtwerke Kleckersdorf mal pleite gehen. Die bleiben Dreh- und Angelpunkt.
Kleiner Tipp am Rande: bei den Alternativ-Anbietern, die sich gerade um dein Geld kloppen immer schön penetrant sein. Hab schon oft von Kunden gehört, dass sie irgendwann doch noch aus Kulanz aus dem Vertrag gelassen wurden.

Ich kann Gegenteiliges berichten: Weg von denen, die keine Viertligisten sponsern – bei denen noch was offen gehabt. (hatte auch gewechselt wegen übermäßiger Abschlagsforderungen.) Dann im Web auf so ne Seite gegangen (vergessen, wo), die dir sagt wer zu welchem Verbrauch die besten Angebote hat und per mail gewechselt. Alles glattgegangen bis lecker gewesen, der RWE war extremst zutraulich seitdem und der neue Anbieter meldet sich direkt mit einer live&echt-Menschenstimme und war recht fit. hab´s also fast drauf ankommen lassen ob der RWE mir noch abdrehen könnte, kam aber nicht dazu. Im Gegenteil, plötzlich hatten die Zeit mit dem Begleichen des Restbetrages.

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