Verfassungsschutz: Wer bewacht die Wächter?

Verfassungsschutz
Verfassungsschutz stellt Broschüre vor. Screenshot der Homepage.

Der Verfassungsschutz schildert die Ursachen für Antisemitismus bei Islamisten. Wie er das tut ist bemerkenswert.

Der Verfassungsschutz des Bundes hat eine Broschüre zum Thema “Antisemitismus im Islamismus” herausgegeben, indem sich folgender bemerkenswerter Absatz befindet:

“Im Islam wird über die Versuche Muhammads berichtet, drei jüdische Stämme zu seiner Glaubensauffassung zu bekehren. Als diese Bemühungen scheiterten, kam es zu kriegerischen Auseinandersetzungen, die mit der militärischen Niederlage der Stämme endeten. Diese Ereignisse bilden den Hintergrund für die im Koran zu findenden judenkritischen Stellen.”

Dazu sind aus historischer Sicht ein paar Dinge zu sagen. Bei diesen drei jüdischen Stämmen handelt es sich um die Banū Qainuqāʿ, die Banū n-Nadīr und die Banū Quraiza. Wenn diese Broschüre davon spricht, dass es zu “kriegerischen Auseinandersetzungen” kam und mit der “militärischen Niederlage” der jüdischen Stämme endete ist Folgendes gemeint: Weil die Juden dieser drei Stämme keine Lust hatten zum Islam überzutreten, überfiel Mohammed sie.

Der Verfassungsschutz verkürzt und beschönigt

Er vertrieb die Banū Qainuqāʿ und die Banū n-Nadīr von ihrem Land, jagte die Juden in die Wüste und nahm ihr Land in Besitz. Die Spur dieser beiden Stämme verliert sich danach. Die Banū Qainuqāʿ hingegen löschte Mohammed vollständig aus. Die jüdischen Männer ließ er hinrichten, Frauen und Kinder in die Sklaverei verkaufen. Das ist im übrigen nicht der böse Blick des westlichen Historikers auf den Islam: Die einzigen Quellen die es für diese Ereignisse gibt sind islamische Quellen selbst, die Hadithen und Prophetenbiografien.

Der Verfassungsschutz hat sich in seiner Broschüre an der Stelle an der er eigentlich einen Kontext dafür liefern will, warum es im Koran zu “judenkritischen” (Zitat) Aussagen kommt, wie zum Beispiel der Sure Mâida, die von den verfluchten, hartherzigen und feindlichen Juden spricht, dafür entschieden den besagten Kontext sehr verkürzt und euphemistisch darzustellen. Warum er das getan hat weiß ich nicht. Gut finde ich es nicht.

Bisherige Berichterstattung der Ruhrbarone zum Verfassungsschutz: HIER

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