Veranstaltung: Kein 10. Opfer!? NSU, Rechtsterror und die Rolle des Staates

Der Notstand lädt morgen zu einer Veranstaltung zum Thema Naziterror ins Soziale Zentrum nach Bochum ein. Hier die Ankündigung:

Die politischen Ziele der Neonazis sind in ihrem Kern immer verbunden mit Gewalt, Terror und Vernichtung. Dem Terror des historischen NS kam die Aufgabe zu, politische und „rassische“ GegnerInnen auszuschalten oder zu vernichten. Ähnlich agiert der neonazistische „Nationale Widerstand“ heute, wenn er sich Platz auf der Straße oder in den Kommunen verschaffen will: Er nimmt die „Volksfeinde ins Visier“ und droht ihnen mit dem Tod. Oder ermordet sie sogar.

Bei der Suche nach einer Antwort darauf, warum die Neonazigruppe „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) den Weg in den bewaffneten Untergrund genommen hat, muss sich mit ihrem Ausgangsort beschäftigt sowie das politische Milieu und damit ihr geistiger und aktionistischer Erfahrungsraum in den 1990er Jahren beschrieben werden. Dass die staatlichen Behörden die Existenz dieser terroristischen Gruppierung jahrelang nicht aufgedeckt haben, liegt schließlich auch in der unzureichenden behördlichen Analyse dessen, was eine neonationalsozialistische Bewegung und ihr gewalttätiges Potenzial ausmacht.

Der Vortrag wird sowohl den historischen als auch den aktuellen politischen Kontext des „Rechtsterrorismus“ beleuchten und die inhaltlichen Entwicklungslinien aufzeigen. Es soll versucht werden, auf einige der vielen offenen Fragen rund um den Komplex „NSU“ Antworten zu geben, obwohl sehr viele der öffentlich bekannten Erkenntnisse widersprüchlich sind und immer noch mehr Fragen aufwerfen als sie beantworten.

Freitag, 9.März 2012
19.00 Uhr, Soziales Zentrum Bochum, Josephstr.2, Bochum

2 Kommentare

Es ist gut, sich damit zu beschäftigen. Aber wie ist “Kein 10. Opfer” gemeint? Es gab doch 10 Opfer. Oder “zählt” eine Polizistin nicht?

Man sollte parallel dazu auch die Strukturen der Behörden (Staatsschutz etc.) prüfen. Diese standen erheblich in der Krtik, die “rechten Terroristen” maßgeblich unterstützt zu haben. Ich glaube einfach nicht an einen Zufall oder an eine schlampige Arbeitsweise der Verantwortlichen. Da steckt noch viel mehr dahinter und ich ich denke auch, dass diese Verbindungen leider niemals aufgedeckt werden.

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