Unsere kleine Farm

 

Vor ein paar Tagen wurde hier jemand angepfiffen, weil er Muslimen zum Ende des Ramadan ein paar Glückwünsche ausgesprochen hat. Da frage ich mich doch glatt was passiert, wenn man auch noch behauptet, Muslime könnten auch noch lustig sein oder sich etwas lustiges ausdenken. Können sie, wie Little mosque on the prairie beweist.

 

Bild: cast little mosque on the prairie, cbc.ca

Kanadier sind manchmal die besseren Amerikaner, was diese auch schon selbst erkannt haben. Zwar lassen die Ammis im Abendprogramm keinen doofen Witz über Kanada aus, die Rolle des besten und amerikanischsten aller Amerikaner haben sich aber dann doch mit Kiefer Sutherland besetzt.

 

Vor ein paar Tagen wurde hier jemand angepfiffen, weil er Muslimen zum Ende des Ramadan ein paar Glückwünsche ausgesprochen hat. Da frage ich mich doch glatt was passiert, wenn man auch noch behauptet, Muslime könnten auch noch lustig sein oder sich etwas lustiges ausdenken. Können sie, wie Little mosque on the prairie beweist.

 

Bild: cast little mosque on the prairie, cbc.ca

Kanadier sind manchmal die besseren Amerikaner, was diese auch schon selbst erkannt haben. Zwar lassen die Ammis im Abendprogramm keinen doofen Witz über Kanada aus, die Rolle des besten und amerikanischsten aller Amerikaner haben sich aber dann doch mit Kiefer Sutherland besetzt. An Serien wie "24" wird leider aber auch deutlich, daß Muslime im amerikanischen Fernsehen zur Zeit lediglich für die Rolle des sinistren Verschwörers taugen, selbst dann, wenn sie mal auf der "richtigen" Seite stehen. Dann dürfen sie immerhin den undercover-agent geben, der "Sleepercells" unterwandert und auf diese Art zur Rettung der freien Welt beitragen.

Die kanadische Autorin Zarqa Nawaz, selber Muslima, hat sich hingegen einen alternativen plot ausgedacht. In Anlehnung an den Namensvetter "Little house on the prairie" lässt sie ihre kleinen Geschichten irgendwo in die Knüste des nordamerikanischen Kontinents spielen. Im Gegensatz zu Walnut Grove ist "Mercy" allerdings fiktional. Wer oder was in Mercy Gnade findet, das ergibt sich im Laufe der Serie, für diejenigen die keine bekommen, nun, für die ist es vielleicht eine kleine Anspielung an "Ein Fremder ohne Namen", auch wenn das nun wirklich sehr weit hergeholt ist.

Weit hergeholt sind die Inhalte der Serie allerdings nicht. Sitcom-typisch werden bekannte Klischees verbraten, alles noch nicht einmal sonderlich tiefsinnig, leichte Kost. Spaß macht jedoch der beinahe ständige clash of cultures. Was passiert zum Beispiel, wenn die Gemeinde keine Lust mehr hat, in irgendeinem Keller zu beten und endlich eine "richtige Mosche" haben will, als einzig verfügbarer Ort hierfür lediglich der Gemeindesaal der örtlichen anglikanischen Kirche zur Verfügung steht? Zum Glück handelt es sich beim Dorfpfarrer um einen Pragmatiker, der nach dem Satz handelt, Gott habe zwar gesagt, es solle Licht werden, aber er müsse die Stromrechnung immer noch selber bezahlen und er könne Untermieter gebrauchen. Gibt man der Sache ein wenig Zeit, dann machen einige Charaktäre richtig Spaß.

Warum es "Unsere kleine Moschee" nicht nach Deutschland geschafft hat? Keine Ahnung. Immerhin ist der grundsätzliche plot seit "Türkisch für Anfänger" auch hier recht erfolgreich gewesen, die langsamen Schweizer haben sogar schon eine synchronisierte Fassung gesendet und in taz und Welt fanden sich positive Artikel. Aber zum Glück gibt es Little mosque on the prairie auf youtube und der langweilige Nachmittag bei Regen ist gerettet…

Kommentar verfassen