Uni Duisburg-Essen: AStA zerbricht an Streit über israelfeindliche Veranstaltung

Universität Duisburg-Essen

Am Freitag sollen zwei Israelhasser, die der antisemitischen BDS-Bewegung nahe stehen, auf dem Essener Campus sprechen (Ruhrbarone-Berichte 1 und 2). Die Veranstaltung wird vom AStA organsiert, allerdings haben sich mittlerweile mehrere Listen aus dem AStA von der Veranstaltung distanziert. Die Liberale Hochschulgruppe ist heute sogar aus dem Gremium ausgetreten. 

“Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende” hat die Liste ihre Erklärung überschrieben, in der sie sich unter anderem auf die israelfeindliche Veranstaltung bezieht, bei der die AStA-Vorsitzende Nadine Bendahou zu keinerlei Kompromiss bereit sein soll. Mehr noch: Bendahou, die auch Landessprecherin der Linksjugend NRW ist, soll unter fadenscheinigen Begründungen versuchen, eine für heute geplante Sitzung des Studierendenparlaments – und damit eine Absage der morgigen Veranstaltung – zu verhindern. Die Liberale Hochschulgruppe kündigt gegen dieses undemokratische Vorgehen notfalls rechtliche Schritte an. 

Auch der CDU-nahe RCDS hat sich von der Veranstaltung distanziert: “Mit Khaled Hamad und Moshe Zuckermann ist das Podium komplett einseitig besetzt und verstößt damit gegen unseren Koalitionsvertrag”. Die Einseitigkeit der Veranstaltung kritisiert auch die Liste Antihelden und bezeichnet das Vorgehen von Bendahous Intenationaler Liste als “Missachtung unseres Vertrauens gegenüber dem AStA-Referenten und in keinster Weise tolerierbar”.

Die Internationale Liste selbst hat sich mit einer wirren Pressemitteilung zu Wort gemeldet, in der nicht mit Verschwörungstheorien gespart wird. Kritiker der Veranstaltung werden darin als “rechte Demagogen” bezeichnet, von “neokonservativen Pseudolinken im Bündnis mit bürgerlichen Rechten” ist die Rede. “Allen voran das Neocon-Organ „Ruhrbarone“, das immer wieder durch plumpe Lügen, Diffamierungen, Rassismus und Verharmlosung von faschistischen Tendenzen in der westlichen Welt auffällt.”

Sollte die Veranstaltung morgen um 18 Uhr im Alten Audmax Essen tatsächlich stattfinden, werden wir natürlich darüber berichten.

3 Kommentare

Bin ich froh, dass es die deutsch-kritischen 🙂 Ruhrbarone gibt, die sich öffentlich gegen die neuen intelektuellen Welt-Meinungsführer-Herrschaftsambitionen stellen. Habe grade Hannah Arendts Antisemitsmus-Analyse gelesen: die PM des Astas spricht dann Bände.

"Neokonservative Pseudolinke", etc, da kann man ja nur hoffen, dass sich die Ruhrbarone, allen voran ihr ideologischer Chefeinpeitscher Stefan Laurin, diese fundierte Kritik aus solch berufenem Munde nicht hinter den Spiegel stecken werden.

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