#UEFAWomensEURO: Warum ich mir die Frauenfußball-Europameisterschaft nicht anschaue

Bälle – Warum nimmt sich nicht einfach jeder einen? Foto: Robin Patzwaldt

Aktuell findet ja auch die zwölfte Fußball-Europameisterschaft der Frauen in den Niederlanden statt. Deutschland hat als Titelverteidiger naturgemäß recht gute Chancen, denn von den bisher elf Turnieren gewann die deutsche Mannschaft immerhin acht, davon die sechs letzten Austragungen seit 1995. Trotzdem ist die Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit auch hierzulande vergleichsweise gering.

Wirklich erstaunlich ist das aber nicht. Auch ich persönlich schaue mir, obwohl sonst immer begeisterter Beobachter von Spitzensportveranstaltungen, das Turnier im Nachbarland gar nicht an. Und dafür gibt es aus meiner Sicht eine ganz pragmatische Erklärung: Der Unterhaltungswert der Spiele dort ist im Vergleich zu vielen aktuell auch stattfindenden Sportveranstaltungen schlicht nicht hoch genug, die Intensität und Spielqualität ist mir dabei insgesamt deutlich zu niedrig.

Mit solchen Aussagen kommt man dann, und das finde ich sehr bedauerlich, allzu häufig sehr rasch in eine Debatte, welche eher emotional als sachlich ausgetragen wird.

Genau das musste übrigens kürzlich auch der ehemalige Weltklassetennisspieler John McEnroe erleben, der in einem Fernsehinterview im Umfeld des jüngsten Turniers in Wimbledon lediglich mal kurz erwähnte, dass die besten Tennisspielerinnen der Welt sich, würden sie zusammen mit den Männern gelistet, in der Weltrangliste lediglich auf einem vergleichsweise hinteren Ranglistenplatz platziert würden.

Konkret: Für seine Aussage über Grand-Slam-Rekordsiegerin Serena Williams, diese wäre “bestenfalls die Nummer 700” wurde er tagelang beschimpft.

Doch warum eigentlich?

Lässt man die Emotionen dabei nämlich einmal beiseite, dann dürfte die Aussage des 58-Jährigen wohl schlicht den Tatsachen entsprechen. Männer spielen Tennis halt einfach wesentlich kraftvoller und auch deutlich schneller und dynamischer.

Auf welchem Weltranglistenplatz man dann die besten Frauen in einer gemeinsamen Rangliste dann eingruppieren würde, das ist natürlich ein Stück weit spekulativ.

Grundsätzlich hat McEnroe dabei aber nur ausgesprochen was wohl eh allen klar sein dürfte. Trotzdem musste er sich anschließend dafür heftig beschimpfen lassen.

Und, seien wir jetzt auch hier in diesem Falle mal ehrlich, ganz vergleichbar verhält es sich doch auch mit dem Frauenfußball. Dort wird aktuell noch immer deutlich langsamer und in diesem Falle sogar auch noch wesentlich fehlerhafter gespielt.

Würde man die derzeit besten Frauen im Männerfußball mitspielen lassen, die Frauennationalmannschaft des DFB, welche gerade mit großen Ambitionen am Turnier in den Niederlanden teilnimmt, würde vermutlich irgendwo im niederklassigen Amateurbereich bei den Herren eingestuft werden.

Das ist natürlich keine Schande. Ganz im Gegenteil! Schließlich gibt es ja auch längst nicht so viele aktive Fußballerinnen, im Vergleich zu der Anzahl der Aktiven im Herrenbereich.

Aber es ist so eben auch nicht weiter erstaunlich, dass das Interesse bei vielen Fußballfreunden im Lande, die sonst gerne die Herren-Champions League-Spiele der Bayern oder des BVB anschauen, daran doch eher gering ist.

Die Zuschauerzahlen bei den Männer-Amateurmannschaften von Westfalia Herne und der Spielvereinigung Erkenschwick sind ja ebenso deutlich niedriger als die in der (Herren-)Bundesliga.

Und das Interesse an einer Veranstaltung sinkt halt im Normalfall, je niedriger die dabei angebotene sportliche Qualität und damit im Regelfall auch der angebotene Unterhaltungswert für die Zuschauer ist.

Und so ist das dann eben auch in diesem konkreten Falle.

Ich persönlich komme, da ich mir ganzjährig fast täglich irgendein Profi-Spiel anschaue, eben auch nur noch vergleichsweise selten dazu mir Amateurspiele im Herrenbereich des Fußballs anzuschauen. Dementsprechend schaue ich aktuell aber eben auch die Spiele der Frauenfußballnationalmannschaft nicht mehr an. Ich finde das dort Dargebotene einfach vergleichsweise sportlich schlecht und sogar über weite Strecken langweilig. Und viele andere Sportfans denken und reagieren offenbar ähnlich.

Ist das dann frauenfeindlich? Natürlich nicht!

Denn mit dem Geschlecht der Aktiven hat das rein gar nichts zu tun. Hier geht es schlicht um die dabei für die Zuschauer zu bestaunende Geschwindigkeit des spiels, die Dynamik, die Kraft usw..

In anderen Sportarten verhält es sich da übrigens völlig anders. Leichtathletik ist zum Beispiel im Frauenbereich nicht uninteressanter als die vergleichbaren Darbietungen der besten Männer. Auch wenn bei den Damen die Zeiten auch etwas langsamer, die Weiten naturgemäß etwas geringer sind.

Trotzdem lässt der Unterhaltungswert eines Weltklasse-Weitsprung-Wettbewerbs im Damenbereich im Vergleich zu einer Herrenkonkurrenz nicht auch nur um ein Bisschen nach. Und das obwohl auch hier die Schlussfolgerung von McEnroe zum Tragen käme, dass eine Frau in einer Herrenkonkurrenz vermutlich schlechte Chancen hätte weit vorne zu landen. Aber sei es drum…

Es gibt im Leben selbstverständlich viele Dinge, die können Frauen besser als Männer. Fußballspielen gehört in der Spitze aktuell jedoch eindeutig (noch) nicht mit dazu.

Das ist einfach eine Tatsache, welche man auch ganz ohne Schaum vor dem Mund mal öffentlich so diskutieren können sollte…  😉

 

41 Kommentare

Frauensport ist langsamer.
Der Sport vor 10 Jahren war deutlich langsamer.
Wie würde ein Boris gegen heutige Spitzenspielerinnen aussehen?

Ja, Frauenfußball ist langsam. Dennoch finde ich ihn spannend.
In den Videoportalen gibt es zu einigen Sportarten Vergleiche, die die Unterschiede bzgl. der Geschwindigkeit innerhalb der letzten Jahre belegen.

Insgesamt wird es paradox, wenn bspw. wie bei der Polizei die Quali-Tests vom Sportabzeichen mit unterschiedlichen Leistungen für Frauen und Männer abhängen.
Entweder ist eine Qualifikation (schnell rennen) wichtig für den Job oder nicht.
Bei der statistischen Schreibschwäche der Männer wird natürlich kein Unterschied bzgl. der Anforderungen gemacht.

@ke: Das Stichwort Polizei ist gut, bringt uns aber sofort vom Thema ab: Ich habe mich schon immer gefragt warum Männer bei der Polizei eigentlich unbedingt eine Kurzhaarfrisur brauchen, wenn sie in die Polizeischule wollen, Frauen aber ggf. lange Haare behalten dürfen. Aber egal… 😉

@2: In den 90er Jahren hatte ich in den USA noch Spiele, die nach Liga-Spielen aussahen, mit gemischten Mannschaften gesehen.

Das funktioniert ja auch in anderen Sportarten.
Jeder soll sich so einsortieren, wie es seiner Leistung entspricht.

@ke: Ein interessanter Gedanke. Aber ob das im Fußball tatsächlich praktikabel wäre? In der Formel 1 schon häufiger diskutiert und angedacht, wie ich am Rande mal hörte. Aber Motorsport ist ja auch etwas anderes… Im Schulsport hatten wir phasenweise gemischte Mannschaften beim Fußball. Aber so richtig ernst ging es da ja nicht zur Sache.

Ich finde die Frauen-EM gut, sie ist spannend und das Niveau ist allemal besser als das von Freundschaftsspielen deutscher Spitzenvereine irgendwo weit weg.

@Robin, wenn diese Spiele unwichtig wären, würden sie nicht stattfinden. Sie sind für einige Vereine mittlerweile fast schon lebensnotwendig, finanziell gesehen. Und wenn´s dann in der Liga nicht so läuft, wird die Überforderungskarte gezogen und u.a. damit miese Leistungen erklärt.

Es ist natürlich zu berücksichtigen, dass der Fußball Fan zurzeit auf Entzug ist und so ziemlich jede Ersatz-Veranstaltung mitnimmt.

Das Problem ist doch nicht der Frauenfußball an sich, sondern diese grad bei solchen Events im TV und der damit verknüpften Sendevermarktung dick aufgetragenen Selbstübersteigerung der eigenen Fähigkeiten. Man glaubt beim Zuhören, dass dort Moderatoren, Reporter, Trainer, Spieler und die natürlich auch dort rumschwallernden "Experten" (muss ich jetzt überall "Innen" dranhängen?) ein ChampionsLeague-Finale spielen und kommentieren wollen, weil die Frauen ja mindestens genauso fantastisch kicken wie Ronaldo oder Neymar – zumindest verbal. Das nervt schon seit Jahren.

Die EM findet hauptsächlich statt, damit sich die teilnehmenden Frauen im Fussball messen können, das entspricht wahrscheinlich auch der Motivation der Teilnehmerinnen. Ob und ab welcher Liga Männer besser spielen als sie, und ob ein Robin P. aus W. ihnen dabei zuschaut, ist für die ganze Angelegenheit erst mal ziemlich irrelevant. Man könnte höchstens diskutieren, ob die ARD nichts "besseres" zu senden hat, die Antwort liefert die ARD bei einer kurzen Betrachtung deren sonstiger Programmgestaltung selber: Nein.

Frauenfußball und Männerfußball sind zwei völlig verschiedene Sportarten und sind einfach nicht vergleichbar. Das Tempo ist zwar langsamer, dafür ist der Frauenfußball noch wesentlich ehrlicher. Hat alles Vor- und Nachteile – ABER ich unterstütze unsere Frauenmannschaft, so wie ich jeden Sportler unterstütze der für Deutschland antritt. Denn egal ob das Tempo langsam oder schnell ist, die Frauen geben ihr Bestes und das ist m. M. nach immer unterstützenswert und da fiebere ich gerne vor dem TV mit.

Frauen- und Männerfußball laufen nach den gleichen Regeln, sind also grundsätzlich vergleichbar. Wenn es um die technischen und körperlichen Qualitäten der Teilnehmer ginge, erwarte ich als nächstes die Übertragung der EM der Amateure. Oder der Universitätsmannschaften. Mit genauso dick aufgetragenem Aufgebot an "Experten" und Sponsoren.

Und nur weil jemand sein Bestes gibt, kanns trotzdem scheiße sein. Das ist dann auch keine Unterstützung wert. Mir ist Frauenfußball auch zu schlecht und ich habe dazu keine emotionale Bindung.

@Tobias – Das ist eben Ihre Meinung und die dürfen Sie auch haben 🙂 Sie müssen es ja nicht anschauen, wenn Sie es so scheisse finden. Es gibt ja gottseidank im TV Programm, für jeden Geschmack etwas.

6. Mio TV Zuschauer haben aber eine andere Meinung 🙂

6 Mio. glaub ich nicht. Belege bitte. Ich glaube, dass die öffentlich-rechtlichen Anstalten den Frauenfußball bewußt pushen. Aber nicht aus sportlichen Gründen.

@bratbär: "Ich glaube, dass die öffentlich-rechtlichen Anstalten den Frauenfußball bewußt pushen. Aber nicht aus sportlichen Gründen."

Klar machen die das. Die Übertragungsrechte gibt es eben offenbar auch deutlich einfacher als die für andere Sportveranstaltungen. Und im Sommerloch gucken mangels allzu vieler Alternativen immer noch ein paar Millionen Sportfans zu. Aus ähnlichen Gründen dürfte man bei Sport1 ja auch Darts zeigen, während andere traditionsreiche Sportarten inzwischen so gut wie gar nicht mehr im Free-TV auftauchen.

Ein 0:0 oder 1:0 im heutigen Männerfußball ist in der Regel genauso langweilig wie ein solche Ergebnisse vor 40 oder 50 jahren. Ob die da schneller und athletischer unterwegs sind als anno dunnemals, steigert für mich den Unterhaltungswert keineswegs. Jedenfalls fallen nicht mehr Tore als früher und 5x Meister in Folge war auch nicht.

#16
Bei Google hätte man nur ein Siebtel so viele Wörter eingeben müssen, um zu verhindern, dass man die einzige Frau hier bei den Kommentaren zu Unrecht der Lüge beschuldigt. Gratuliere!

Beim Frauenfußball gibt es ja schon "geschlechtsspezifische " Einteilungen und entsprechend zusammengestze Teams und entsprechende Qualifikationen und Meisterschaften.
Bei vielen anderen Sportarten fehlt das noch. Da würde ich es mir wünschen, wenn alle Menschen, egal welches Geschlecht sie haben wenigstens mitmachen dürften bei den Wettbewerben. Es gibt genügend Sportarten, wo es weniger auf Kraft ankommt, denn auf Kreativität und Dynamik.
Da wäre es doch schön wenn alle mitmachen dürften und alle Menschen sehen könnten, dass Frauen nicht unbedingt weit abgeschlagen nur auf den hinteren Plätzen enden würden.

Ein anderes Problem, was bei dieser Zweigeschlechtlichen Einteilung von Menschen auch immer vergessen wird, ist die Tatsache, dass zwei Geschlechter nicht ausreichen, um uns Menschen einzuteilen. Was ist also mit den anderen Menschen? Dürfen die dann nirgends mitmachen?

@Karina
Hier ist halt die Frage, woher der hype und die Nachfrage kommt, generiert sie die Masse an Fans die frauenfußball sehen wollen? Oder wird das von den Redaktionen der öffentlichen Sender getrieben?
Mal als Vergleich: Die Frauenbundesliga hat meines Wissens nach einen Zuschauer Schnitt von 1000 Personen, die Regionalliga West von etwa 1800. Um die Regionalliga wird aber nicht so ein Hype gemacht, obwohl mehr Leute bereit sind, dafür zu zahlen. Komisch, finden Sie nicht?

Ich wär übrigens auch für mehr offene Sportarten, bei denen Männer und Frauen gleich antreten können, unter Abschaffung der jeweiligen Einzel Wettbewerbe.

Der Handball ist übrigens auch schneller und athletischer geworden und auch mit Hilfe unterstützender Regeländerungen fallen heute in der Regel sehr viel mehr Tore als früher. Spiele mit mehr als 60 Toren sind heute keine vielbestaunte Ausnahme mehr, selbst 80 Tore in 60 Minuten Spielzeit kommen vor. Wieso also bleibt der Fußball nach wie vor vielfach langweilig und torarm? Das einzige was sich da nach vorne und oben bewegt, sind die Geldsummen. Wie lange noch?

Woran würden Sie denn festmachen, dass um die Regionalliga West weniger Hype gemacht würde, als um die Bundesliga der Frauen? Das hält sich in meinen Augen beides recht in Grenzen, ich würde aber vermuten, dass zumindest in Medien aus NRW die Berichterstattung über die Regionalliga weiter vorne/oben steht.

Wenn Männer darauf hinweisen müssen, dass sie schneller und härter Fußball oder Tennis spielen als Frauen, dann ist es nicht (mehr) gut um ihr Geschlecht bestellt. 🙂

Mein Gott, es gibt doch schon seit Jahren geschlechter-unspezifische Wettkampfformen u.A. beim Badminton, modernen Fünfkampf oder beim TV-quotenwirksamen Biathlon namens "Team-Sprint" oder "Mixed-Staffel" o.ä.

Das dauert halt noch ein paar Jahre, bis auch diese Wettbewerbe gleichberechtigt neben den Frau-Mann-Diversifizierungssparten im TV Geld verdienen und von den Verbänden entsprechend gefördert werden. Wer dann noch als Frau ausgerechnet im TV-Quoten-Profifußball oder TV-Quoten-Boxen oder TV-Quoten-Eishockey oder TV-Quoten-Handball glänzen möchte, sollte sich halt ein paar mediengerechte Alleinstellungsmerkmale überlegen.

@B
Vor kurzem war ja doe U21 Em, deren Teilnehmer alle mindestens Regionalliganiveau haben. Davon wurden wesentlich weniger Spiele im öffentlichen Fernsehen Übertragen, als bei der EM der Frauen. Ergo, mehr hype für Frauen, obwohl deren Zuschauerzahlen eher geringer ausfallen.

@tobias
Was hat das ganze denn nun mit der Bundesliga der Frauen zu tun? Ihre Argumentation ist irgendwie ziemlich schief. Die EM der U21 fand zeitgleich zum Confed Cup statt, das können sie doch jetzt nicht den Frauen vorwerfen. Wäre grade WM der Herren, könnten die Frauen in Orange spielen und keiner würde es mitbekommen.

@b
Die Bundesliga der Frauen ist das Topprodukt im deutschen Frauenfußball. Auf nationalem Level gibt es keinen besseren Frauenfußball. Die Durchschnittszuschauerzahl im Stadion beträgt circa 1000. Diese 1000 Zuschauer setze ich jetzt mal als Mass für das Interesse an Frauenfußball in Deutschland.
Die Regionalliga ist die 4. Spielklasse der Herren in Deutschland. Es gibt deutlich besseren Fußball in Deutschland. Im Schnitt sehen circa 1800 Zuschauer die Regionalliga West (Keine Ahnung wies bei den anderen aussieht im Moment), das Interesse an Fußball auf diesem Niveau ist also Höher.
Die U21 Nationalauswahl der Deutschen besteht aus viele verschiedenen Spielern, manche sind schon Stars in ihren Teams, andere brauchen noch Zeit zur Entwicklung. Es sollte für alle aber mindestens für die Regionalliga reichen, hier haben viele Teams ja auch ihre zweite Mannschaft. Die meisten Jungen sind aber bereits im Kader der Ersten, häufig auch Leistungsträger. Der Fußball dieses Teams sollte also mindestens so gut/schlecht anzusehen sein wie Regionalliga Fußball, ergo ähnliches Interesse hervorrufen.

Wenn wir dieses Jahr auf Grund des Confed Cups nicht vergleichen nicht vergleichen wollen, nehmen wir 2015. Die WM der Frauen und die EM der U21 fanden beide in jenem Jahr statt. Von der Frauen WM wurden aber weit mehr Spiele in den öffentlichen Übertragen als von der U21 EM. Und das bei diesem Kader: https://de.wikipedia.org/wiki/U-21-Fu%C3%9Fball-Europameisterschaft_2015/Kader#Deutschland
Da waren schon ne Menge feine Kicker bei.

Ich denke also, die öffentlich rechtlichen Sender geben dem Frauenfußball im Vergleich zum U21 Fußball mehr Sendezeit, als es das Interesse für diese Arten des Fußballs rechtfertigt. Daher spreche ich vom Hypen des Frauenfußballs im öffentlichen Fernsehen.

Google hilft wirklich:
Rot Weiß Essen 4. Liga : 7.600 Zuschauer im Schnitt
SG Essen-Schönebeck Frauen 1. Liga: 1.100 Zuschauer im Schnitt

Aber: wahrscheinlich alternative Fakten

@b
Sie haben sicherlich auch zahlen über das jeweilige Budget für die beiden Veranstaltungen, oder? Nur wenn diese gleich (oder wenigstens ähnlich) ausfallen, ergibt der fokussierte Blick auf die Zuschauerzahlen sinn.

@Tobias
Ich bin nicht derjenige, der hier vorgeschlagen hat, irgendwelche Zuschauerzahlen zu betrachten…

@b
Doch, nämlich die der Fernsehzuschauer.
Aber damit entfernen wir uns auch von der ursprünglichen Diskussion, woher kommt die Diskrepanz zwischen Interesse während der Ligazeit für den besten Frauenfußball und dem Interesse zu internationalen Turnieren im Vergleich zum Interesse für "mittelmäßigen" (hier als nicht absolute Bestenauswahl zu verstehen) Männerfußball während der Liga und bei Turnieren?

Vorschläge?

Essen ist ein schönes Beispiel, wie attraktiv dem Ruhrgebietsfan Frauenfußball mal erschienen sein muss. Fand dort doch im Herbst 56 kurz vor oder während des Befreiungskampfes der Ungarn ein Frauenfußballländerspiel zwischen (West)Deutschland und den Niederlanden statt, dass vor rund 18.000 Zuschauerinnen mit einem 2:1 für UNS endete. Trotz Verbotes durch den DFB, dem es dann tatsächlich gelang, nochmal für ca anderthalb Jahrzehnte den FF zu verbieten, so dass offiziell kein weibliches Wesen in der BRD gegen einen Fußball treten konnte und durfte.

@Thomas Weigle
Das Spiel wurde sicherlich vorher nur sehr gehyped, das sieht man z.b. daran, dass in der höchsten Spielklasse bei den Frauen damals nämlich gar keine Zuschauer da waren 😉

Aus bundesdeutscher Sicht war das nix. Es hat sich der negative Trend der letzten Großereignisse, Ausnahme Rio, fortgesetzt. Die Heim- WM 2011 war Frust pur, vor vier Jahren waren die DFB-Frauen zwar noch mal Sieger, die Leistungen aber kaum besser als heuer. Auch die letzte WM( Vierter) war spielerisch aus deutscher Sicht enttäuschend. Natürlich haben die anderen Nationen aufgeholt, aber die DFB-Frauen, so scheint´s, müssen diese Tatsache erst noch realisieren, nicht nur verbal, sondern v.a. mental und Antworten auf dem Rasen finden.

@Thomas: Ich habe es mir ja gar nicht erst angeschaut, aber die Reaktionen auf die gebotenen sportlichen Leistungen im Netz sind schon ziemlich krass. Bin gespannt, ob es nun einen Trainerwechsel geben wird. Ein Bundestrainer im Herrenbereich wäre mit diesem Ergebnis (nach den Ankündigungen und der Erwartungshaltung) jedenfalls garantiert nicht zu halten. Bin gespannt ob das hier nun auch so kommen wird, oder ob da andere Massstäbe gelten….

@ Robin Das wird spannend, denn Steffi Jones war eh schon nicht die Wunschkandidatin ihrer Vorgängerin und deren Umfeldes. Allerdings waren die spielerischen Leistungen unter Frau Neid schon seit längerem nicht mehr das Gelbe vom Ei. Steffi Jones hat in dem einen Jahr die schon länger erkennbaren spielerischen Mängel nicht abstellen können, aber liegt das nur an ihr? Ich glaube das nicht.

@Thomas: Das kann ich nicht beurteilen. Dafür bin ich am Frauenfußball nicht nah genug dran. Habe ich schon seit Jahren nicht mehr über volle 90 Minuten geschaut. Habe am Sonntag zufällig etwas von Österreich gegen Spanien gesehen. Nach ein paar Minuten direkt weitergezappt. Furchtbar! 😉

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