Überwachungsirrsinn: Kommunen erwägen aktuell eine DNA-Datenbank für Hundekot

'Bella' steht unter Verdacht. Foto: Robin Patzwaldt
Steht auch Beagle ‘Bella’ unter Verdacht? Foto: Robin Patzwaldt

Es gibt Meldungen, da weiß man kurzfristig einfach nicht, was man dazu eigentlich noch sagen soll, ob man sie denn wirklich ernstnehmen kann bzw. muss. Da erwägen lt. einiger aktueller Berichte in überregionalen Medien, aktuell doch einige Kommunen im Lande offenbar tatsächlich ernsthaft DNA-Datenbanken für Hunde aufzubauen, um zukünftig die Verursacher von ungewollten Hundehaufen im Stadtgebiet sicher ermitteln zu können, so entsprechend kräftige Bußgelder gegen die entsprechenden Hundehalter verhängen zu können. Und nein, es ist offenbar leider dann eben doch kein simpler Aprilscherz!
Das ‚Problem‘: Trotz aller Appelle, Kampagnen und kostenlos zugänglich gemachter Plastiktüten ‚bekoten‘ Hunde aktuell noch immer täglich millionenfach bundesdeutsche Gehwege und Grünanlagen, ohne dass ihre Besitzer die Exkremente dabei anschließen ordnungsgemäß entsorgen.
Die Kritiker dieser gedankenlosen Praxis sind teilweise extrem erregt, monieren einen Rechtsbruch, der in den meisten Fällen auf Grund des hohen Ermittlungsaufwands offenbar noch immer ungesühnt bleibt.
Mögliche ‚Lösung‘ aus ihrer Sicht: In einer DNA-Datenbank sollen Hunde zukünftig registriert und so nicht freiwillig vom Hundehalter beseitigten Kothaufen von den örtlichen Ordnungsämtern eindeutig zugeordnet werden können. Mal davon abgesehen, dass dies in der Praxis gar nicht so einfach möglich sein dürfte, zudem nicht unerhebliche Kosten von rund 80 Euro pro Registrierungsfall veranschlagt werden, fragt man sich als Bürger da doch, wie weltfremd manche Zeitgenossen inzwischen sind, wie ungerührt sie offenbar kein Problem damit haben einen riesigen administrativen Aufwand für eine Angelegenheit in Gang zu setzen, welcher nun wahrlich nicht zu den aktuellen Hauptproblemen in diesem unseren Lande gehört. So störend sie im Einzelfall ja sicherlich auch sein kann.

 
Nicht nur, dass man in einem solchen System wohl nur die offiziell registrierten Hunde einer Gemeinde erfassen könnte, somit ohnehin nur einen Teil der ständig am Ort irgendwo herumlaufenden Hunde registriert bekäme, wird hier, durch diesen Überwachungsstaatähnlichen Vorgang nicht gleich das Kinde mit dem sprichwörtlichen Bade ausgeschüttet?

 
Wer einmal ein paar Jahre an einer solchen ‚Hunderennstrecke‘ gewohnt hat, der kann nämlich eigentlich recht leicht beobachten, dass es nur ein relativ kleiner Teil der Hundehalter ist, der die ‚Tretminen‘ seiner Lieblinge nach dem ‘Geschäft’ unbeachtet in der Gegend herumliegen lässt.
Würde hier so dann nicht auch mit den sprichwörtlichen Kanonen auf Spatzen geschossen, wenn man zukünftig beispielsweise dann alle zur Hundesteuer registrierten Tiere in eine Datenbank zwingt? Zudem erscheint der bürokratische Aufwand hier völlig unverhältnismäßig im Verhältnis zum verursachten ‚Schaden‘.

 
Hundehaufen auf Gehwegen und auf Spielplätzen o.ä., sind sicherlich ein unnötiges Ärgernis, aber stört der dort achtlos entsorgte Müll wie Getränkepackungen, Flaschen, Zigarettenschachteln und -kippen o.ä. nicht mindestens in einem ebensolchen Umfang?
Was wollen die Befürworter der DNA-Datenbank für Hunde denn dann als nächstes gegen diese Arten von Verschmutzung unternehmen?
Eine DNA-Datenbank etwa dann auch für die menschlichen Umweltverschmutzer, die durch achtlos weggeworfene Getränkedosen und Zigarettenkippen die Gehwege und Spielplätze des Landes verunstalten? Ich glaube es hackt!

 
Viel sinnvoller wäre es da doch, wenn jeder Anwohner mal schön bei sich selber und seinem Verhalten anfängt und zukünftig darauf achtet, z. B. auch Kinder entsprechend frühzeitig schon so zu erziehen, dass man seinen Abfall halt entsprechend ordnungsgemäß selber entsorgt statt ihn einfach in Grünanlagen bzw. einfach in die ‚Gegend‘ zu werfen.
Wer sich da aktuell z.B. mal vor Grundschulen so umschaut, der sieht, dass längst nicht nur Hunde ihren Müll gerne mal auf dem Gehweg entsorgen… Auch ein Besuch am ‚Kanal‘ nach einem heißen Badetag im Sommer zeigt, dass das das Problem hier längst nicht nur die sich unverantwortlich verhaltenden Hundehalter sind.

 
Solange in diesem Bereich aber (fast) nichts passiert, die Leute in unserer Gesellschaft insgesamt weiterhin zunehmend egoistischer und unachtsamer gegenüber den berechtigten Interessen ihrer Mitmenschen und der Gesellschaft interessiert zu sein scheinen, wenn es um ein möglichst störungsfreies und angenehmes Miteinander in der Gesellschaft geht, werden solche polizeistaatliche Maßnahmen wie eine ‚Täter‘-Datenbank für Hunde garantiert der falsche Weg sein die Zustände in unserer Gesellschaft nachhaltig und durchgreifend zu verbessern. Denn Einsicht geht auch hier eindeutig vor Strafandrohung.

 
Hier wäre also eindeutig erst einmal bessere Erziehung und Aufklärung auf breiter Front angesagt statt solch radikale Überwachungsaktionen, welche außer einem Mehr an Bürokratie und unverhältnismäßig erscheinenden Repressalien eh nichts an den häufig zu recht kritisierten Verhältnissen in diesem Lande ändern dürften!

18 Kommentare

So langsam drehen die Leute echt am Rad. Also bei mir auf'm Land gibt es eher das Problem, dass die Reiter ihre Pferde überall abkoten lassen, und die Haufen sind vergleichsweise noch etwas größer, das macht auch keiner weg. Also auch eine Pferde-DNA Datenbank? Und wie verfahren wir mit den durch die Bauern und ihre Trecker verschmutzten Straßen?

Das ist alles so typisch deutsch…

Behörden setzen Prioritäten. Mit dem Hundekot-DNA-Abgleich könnten die Ämter zeigen, wer die Macht im Staat hat. Vermutlich gibt es bald einen Hundehaufen-Such-Marathon wo Bürger die Wunschstellen melden können und die Behörden dann auf der Lauer liegen.

Behörden brauchen Erfolgserlebnisse. Mit dieser Methode könnten sie schnell, mit hohem Aufwand Personen ermitteln und dann die Gebühren eintreiben.

Es wäre schön, wenn auch bei Einbruch, Brandstiftung, Gewalt gegen Personen etc. die Behörden reagieren würden. Hier schaut man weg oder ist sogar bei Drohungen untätig (Meissen).
https://www.taz.de/Brand-in-Fluechtlingsunterkunft-in-Meissen/!5207671/

Ja, es gibt viele Verunreiniger. Hierbei nerven mich die Müllberge an Autobahnausfahrten/Ampeln, wo die Autofahrer ihr "Müllauto" wohl vor der Ankunft säubern.
Bei Schulen sind die "Wir säubern den Wald"-Tage auch wenig sinnvoll, wenn an den sonstigen Tagen der Müll fleißig auf die Strasse geworfen wird.

Weltweit ist nach meinen Beobachtungen ein interessantes Phänomen zu beobachten. Je gepflegter die Wohngegend/der Hundausführer, desto eher wird der Kot beseitigt. In Deutschland ist das aber in allen Bereichen eher selten.

1.
Robin, auch ich ärgere mich beinahe tagtäglich, wenn ich aus den Baumscheiben vor unserem Haus Hundekot zu beseitigen habe. Insofern bin ich durchaus anfällig für die Idee mit der Hundekot-Datenbank. Nur meine ich, daß der maßlose Ärger vieler Bürger über den Hundkot im öffentlichen Raum den mit einer solchen DNA- Datenbank verbundenen Aufwand nicht rechtfertig; es denn, die Einnahmen aus Bußgeldern würden die Kosten decken, wo von ich nicht ausgehe.

2.
EigenvVerantwortung -2
Zweitletzter Satz:
Ich wohne nicht in einer Wohnsiedlung -einer gepflegten-, sondern relativ zentral. Allerdings stelle ich regelmäßig fest, daß die diversen Hundehalter, die nicht den Kot ihrer Hunde beseitigen, dem sog.Prekariat der Bürgerschaft zuzurechnen sind.Diese Wahrnehmung ist jedoch mit Blick auf die Lösung des Problemes unbedeutend. Im Gegenteil. Auf meine mehr oder weniger freundliche Worte an die betr. Hundebesitzer,wenn ich sie "erwische", wird inhaltich und in der Formulierng mit Worten reagiert, die ………….? Ja, die zu diesen Worten adäquat passenden, verwende ich nicht.

3.
Unabhängig vom pers. Ärger des einen oder des anderen Bürgers über den Hundkot im öffentlichen Raum:

Eine so verschmutzte Stadt trägt weder dazu bei, daß sich die Bürger wohlfühlen noch dazu, daß Besucher den Aufenthalt in der Stadt als angenehm und wiederholungsbedürftig empfinden, was dauerhaft den Einzelhandeln, den Restaurants schadet.

Aber……
a.)
Die für diese Zustände verantwortlcihen Hundehalter sind gegenüber dieser Argumenation absolut gleichgültig. "Das geht mir sowas von am A….vorbei…."!!

b.)
Stadt,Einzelhandel, Restaurantbetreiber haben sich anscheinend-jedenfalls in meiner Heimatstadt Waltrop-mit dem Zustand "vollgeschissener" -sorry- Straßen, Bürgersteige, Wege und Plätze , wenn nicht unmittelbar vor der Haustür gelegen, abgefunden Und mir bleibt wohl nichts Anderes übrig.

<Satiere>
Das wird zum Perpetuum Mobile von Duisburg Neuenkamp. Denn da ist das Städtische Tierheim und die freiwilligen Gassigänger können öfters die Hundehaufen nicht ab sammeln, weil die Tiere an Durchfall leiden. Es wird voll viel Geld für Duisburg geben so etwas ein zu führen. Sie brauchen nur Busgelder gegen ein eigenes Unternehmen zu verhängen und schon wird wieder das Schildbürgersäckle gefüllt werden.
Aber keine sorge – sollte auffallen, das das Perpetuum Mobile nicht funktioniert gibt es schon Gegenmaßnahmen: Denn oft genug bleiben Orts ferne LKW-Fahrern an Tagen mit LKW-Fahrverbot im Viertel hängen und haben keine Latrinen zur Verfügung.
Diese oft ausländischen Mitbürger kann man mit einer DNA Datenbank sicher ihre Not durften zu last legen und sie nicht nur um ihre günstige Arbeitskraft bringen, sondern noch um ein paar Devisen erleichtern. Sicher viel sinnvoller als Endlich mal öffentliche Latrinen bereit zu stellen.
Es ist natürlich auch viel sinnvoller diese teuren DNA-Tests für die Strafverfolgung zu nutzen, anstatt Sie zum Beispiel endlich bei Arterhaltungsprogrammen in den Staatlich finanzierten Zoo und Tierparks zum Standard zu machen und dieses dann auch mal zu zahlen!
Aber keine sorge: Die Freiwilligen Kräfte vom Tierheim könnten natürlich auch für ihr Unvermögen zur Rechenschaft gezogen werden, anstatt das die Stadt dem Tierheim mal ordentliches Futter finanziert, was nicht so schnell zu Durchfall führt. Es ist schließlich üblich das man den Personalausweis im Tierheim ab gibt, wenn man einen Hund Gassi führt. Bei solchen schweren vergehen kann man Ruhig die Vorratsdatenspeicherung nutzen um das entsprechende Handy zu Tracken und ggf. die Strafgebühr von den freiwilligen Kräften ein zu sammeln.
</Satiere>

Ein bisschen merkwürdig fand ich die Idee zunächst ja auch, allerdings greift das Aufklärung- und Erziehung Argument hier nicht, da das halt im Fall der Hundehalter über Jahrzehnte mit Hundeklos und ähnlichem ja versucht worden ist. In der Schweiz klappt es zwar sehr gut, aber da gibt es traditionell ein besseres Verständnis für den Wert von Allgemeineigentum und auch auf Wanderwegen alle fünfzig Meter einen Kottütenspender.
Das Hundekotproblem mit anderen (Müll, Zigaretten) in einen Topf zu werfen, halte ich allerdings für falsch. Wenn über eine DNA-Datenbank da wirklich was zu machen ist (da scheint es ja positive Erfahrungen zu geben), dann finde ich das gar nicht dumm. Und was Verwaltungsaufwand und Kosten angeht: Die kann man ja ohne Probleme auf die Hundehalter umlegen. Es ist ja wohl selbstverständlich, dass jeder der einen Hund hat die 80 Euro für die Erstellung des DNA-Profils zahlt. Die Ermittlungskosten werden über die Strafen refinanziert. Das einzige, was man in den Griff kriegen muss ist, dass da draußen massenhaft umregistrierte Hunde rumlaufen und keine Hundesteuer gezahlt wird. Es spricht aber nichts dagegen, da von Seiten der Ordnungsämter mehr Kontrollen durchzuführen. Wie im Autobereich würden die sich vermutlich schnell refinanzieren. Und jetzt soll niemand damit kommen, dass dadurch Hundehaltung zum Luxus für Reiche würde. Ja, kann sein, spricht aber auch nichts dagegen. Hundehaltung ist sicherlich kein Grundrecht.

Mein Herrchen sieht immer so lächerlich aus wenn wir in Essen im Stadtgarten spazieren gehen. Kaum habe ich mein Geschäft erledigt, kommt er zu mir und sammelt mein Hundekacka in eine Plastiktüte auf. Damit muss er dann oft bis zu 100 Meter bis zum nächsten Papierkorb laufen um das wegzuwerfen. Auf dem Weg dorthin habe ich aber besonders an den Wochenenden und danach viel Freude. Da liegen nämlich immer Flaschen und Picknickverpackungen mit Essensresten rum. Gestern gab es z. B. Hühnerknochen (war noch Fleisch dran!) und Pommes. Die Sachen liegen oft über die gesamte Rasenfläche verteilt herum. ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll zu schnüffeln und zu probieren. Nur um das Gebüsch und die großen Bäume mache ich immer einen Bogen. Da liegt nämlich Menschenkacke rum und es stinkt nach Menschenpisse. Für die gibt es nämlich im ganzen Park keine Toilette.
Mein Freund, der Pudel vom Nachbarn meinte kürzlich die Menschen sollten doch besser am Parkeingang eine Geruchsprobe abgeben. Dann könnten wir die Menschenkacke zuordnen und ans Ordnungsamt verpetzen. Besonders die, die uns anschwärzen wenn wir mal nicht an der Leine zu laufen brauchen. Das notwendige Personal könnte sich ja dann aus den Strafen finanzieren.
Da meinte ich, eine der Wiesen als Hundewiese einzuzäunen und mehr Mülleimer und eine Toilettenanlage kämen auf Dauer billiger als die Idee mit den Geruchsproben. Außerdem spart das Stress und Personal… wuff!

Endlich kann man wieder nach Vorratsdatenspeicherung rufen! Ausserdem ist eine solche Datenbank wichtig im Kampf gegen islamischen Terrorismus und gegen organisierte Bandenkriminalität!!

Ähm ja "Überwachungsstaat" …logisch, die Hunde- und Katzenpolizei droht die Macht an sich zu reißen und wir versinken alle in einem Hundepolizeistaat. So wie auch bereits in Kanada, wo's solche DNA-Tests gibt – der reinste Polizeistaat dort . Da sollen die kleinen Racker auf dem Spielplatz doch lieber weiterhin in der Hundekacke spielen. Ist ja nur eine kleine Ärgerlichkeit, wenn die ein paar Parasiten futtern.

Was kommt als Nächstes? Wollen die jetzt alle Autos auch noch mit Kennzeichen versehen, nur damit man besser an die Parksünder rankommt???

@Erik Bradley: Nee! Eher die Registrierung von Fingerabdrücken durch die Einwohnermeldeämter, damit die achtlos weggeworfenen Cola-Dosen endlich auch flächendeckend erfolgreich zugeordnet werden können! 😉

@Robin Patzwaldt: vielleicht bin ich da etwas altmodisch, dass ich denke, Hunde und Menschen sind immer noch zwei paar Schuhe.

@Erik Bradley: Verstehe. Aber wahrscheinlich bin doch ich der Altmodischere von uns beiden, weil ich noch immer meine, dass man solch relativen ‚Kleinkram‘ eigentlich viel besser und auch eher mit etwas konsequenterer Erziehung zu gegenseitiger Rücksichtnahme regeln können müsste, statt mit solchen Datenbanken und Bußgeldandrohungen. Betrifft ja schließlich auch längst nicht nur Hundehaufen, sondern eben auch sonstige ‚Vermüllung‘ der Umwelt. Und da kommt man eben auch mit solchen Datenbanken nicht wirklich weiter. Hier am Ort haben sie kürzlich übrigens auch schon über Geldbußen für weggeworfene Glas-Flaschen diskutiert. Da hat das Ordnungsamt aber gleich abgewunken. Und das ist ja thematisch dann auch gar nicht mehr so weit voneinander entfernt…

Vor zwanzig Jahren (oder so) schaffte es der Kaiman Sammy (†2014) aus einem Baggersee heraus ein riesiges Loch in den Sommer zu reißen, welches sich seitdem jedes Jahr pünktlich zu Ferienbeginn aufs neue öffnet und nur darauf wartet, von der Journaille wieder gestopft zu werden.

2015 versucht man dies mit Hundekot, einer äußerlich zwar recht unansehnlichen Masse, die bei den derzeitigen Temperaturen aber aufgrund ihrer Konsistenz sicherlich schnell aushärten wird.

Wer nichts zu verbergen hat, muss sich doch nicht künstlich über so etwas aufregen.

Es lebe der technische Fortschritt!

@Hans Wurst: 'Aufregen'? Wer? Ich? Bestimmt nicht. Die Zeiten sind längst vorbei. Solch blödsinnige und völlig unverhältnismäßige Vorschläge wie dieser hier kommen ja auch nicht zum ersten Mal an die Öffentlichkeit. Aber ich finde halt, dass man über so etwas grundsätzlich prima diskutieren kann… 🙂

Wie ich vermutet hatte, beschäftigen sich so einige Kommentare zu diesem Beitrag messerscharf mit dem Hundekot-Problem – dabei ist für mich das eigentliche Problem eher der unbedingte Wille der Behörden und der Bürger zur gegenseitigen Überwachung und Disziplinierung (immer mit der schönen Begründung: es gehe ja leider nicht anders…). Dafür ist man dann auch bereit, völlig überzogene Überwachungsmaßnahmen zu akzeptieren. Solche von vielen Menschen geforderten überwachungsstaatähnliche Wunschvorstellungen finden sich in unserer Gesellschaft eben nicht nur beim Hundekot-Problem, sondern auch auf vielen anderen Gebieten des täglichen Zusammenlebens.

Wie weit das Zusammenleben hier schon durch Reglementierungen, Verbote und Vorschriften geprägt (vergiftet ?) ist, erfährt man besonders, wenn man nach mehreren Jahren Auslandsaufenthalt in Deutschland aus dem Flugzeug steigt und schockähnlich auf viele muffige und unfreundliche Landsleute trifft – diese Erfahrung ist bei mir schon so einige Jährchen her, trotzdem kann ich mich noch gut daran erinnern (auch wenn ich mich inzwischen wieder "eingelebt" habe und wohl auch Teil des Problems bin).
Leider orientieren sich wohl immer mehr Nachbarländer (Frankreich, Italien usw.) an unserer Kontrollmentalität und vergessen immer mehr die Leichtigkeit des Seins….

Und das alles ist auch eine Folge der Rauchverbote. Die waren vor Jahren DIE Blaupause dafür, das gesamte persönliche Verhalten der Bürger zu sanktionieren.

Und es gibt eine stabile Mehrheit, die gar nicht genug davon kriegen kann, und immer noch neue Verbote – natürlich immer nur für alle anderen – zu fordern.

Das ist nichts weiter als Überwachung und davon halte ich überhaupt nichts egal zu wessen "Wohl" es geschehen soll. Das Ziel rechtfertigt nicht die Mittel. Da das manche erst dann verstehen werden, wenn sie selber betroffen sind, muss man jetzt schon aufpassen.

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