Derweil in Mossul

39 Kommentare

Die Staatsform hier ist kaputt, alle haben nur noch Angst, auf die Straße zu gehen,
weil, man weiß ja nie, wann die nächste brennende Barrikade einen attackiert,
die Wahlen wurden auch ausgesetzt, und überhaupt leben wir hier jetzt in Zuständen wie zu Nazi-Zeiten in Deutschland, der Kulturrevolution in China,
wie in Syrien und im Irak gleichzeitig, jawohl.

So realtiätsnäher, für Sie, ja?

Mit den selben Worten könnte man auch heutzutage ein neues Hoyerswerda ins lächerliche ziehen.

Sie vergleichen jetzt aber bitte nicht Hamburg mit Hoyerswerda?
Wurden direkt Wohnheime angegriffen? In denen Menschen waren?

So, und es Jens Spahn, der angefangen hat, was von linkem Terrorismus zu erzählen.
Kirche, Dorf…

Ja, in der langen Historie der Menschheit wird man zu fast jedem Ereignis etwas noch Schlimmeres finden.

Nur was soll das?
Wir sollten doch langsam zumindest in D den Status erreicht haben, dass wir nahezu jede Art von Gewalt/Zerstörung verurteilen.

In Mossul haben bspw. wenige 1000 Terroristen eine Millionenstadt eingenommen.

Nix anderes frag ich. Was, bitte, soll dieses Gerede von Terrorismus?

Es wär dann ja doch ganz gut, würden sich alle so langsam mal wieder ein bißchen beruhigen.

Tẹr·ror
Substantiv [der]
1.
der Vorgang, dass eine bestimmte Gruppe von Menschen Gewalttaten wie Bombenanschläge und Morde ausführt, um Angst und Schrecken zu verbreiten; mit dem Terror wollen die Terroristen bestimmte Ziele durchsetzen.
"ein Regime mit Terror aufrechterhalten"
2.
ein über längere Zeit andauerndes Verhalten gegenüber anderen Menschen, bei dem man mit Drohungen, Zwang und Gewalt diese einschüchtern und schließlich beherrschen will.
Die in HH wollten wohl nur spielen…

Da wundert man sich gleich über die verängstigten Anwohner, die in nicht geringer Zahl am Straßenrand standen, oder auch mal vor den Barrikaden, ein Bier in der Hand oder das Smartphone gezückt. Sehr schön getroffen das Bild.

Na ja…wahrscheinlich wird sich das nie ändern das bei jeden schlimmen Ereigniss irgendwelche Schreiberlinge daher kommen und meinen mit auch was immer für Argumenten ein bischen Fame abgreifen zu können. Also…Wayne interessierts…

Die gleiche Zerstörungswut wie in Hamburg, aber mit anderen Waffen, ist nicht so weit von Mossul entfernt, wie hier angenommen wird. Terror ist eine politische Grundhaltung, die von der Gewalttätigkeit her von extra Small bis super Large geht.Ob das dann einer filmt oder nicht, ist für die, die es trifft, völlig egal.

@Silke Zeitler:

Schön das hier zu sehen!
Auch wenn ich bezweifle dass es zur beruhigung der Sprachtaliban (höhö) von cduspdfdpolg beiträgt…

die "whataboutism"-kritik ist hier völlig fehl am Platz. Aber gutes Wort, ne?

Ich finde es schon merkwürdig, dass ohne Klärung der tatsächlichen Abläufe, ohne Einordnung der Zusammensetzung einer heterogenen Gruppe von Randalierern abschließende Urteile gefällt werden und in äußerster Sprachradikalisierung der Begriff Terror genutzt wird.Dieselben Politiker, die immer und überall den Rechtsstaat anführen und verteidigen wollen, schreien jetzt nach Maßnahmen, die genau diesen Rechtsstaat aushöhlen.Gleichzeitig wird in breiter Front die Polizei in Schutz genommen, gelobt und von Kritik weitgehend ausgenommen und der Verdacht schwerwiegender Amtsvergehen zunehmend ausgeblendet.Wer aber den Rechtsstaat verteidigen will, muss gerade bei mutmaßlichen Vergehen von Trägern des Gewaltmonopols genau hinschauen und wenn schon der ehrwürdige Hamburger Anwaltsverein das Verhalten der Polizei massiv kritisiert, dann ist etwas faul im Staate Dänemark.

@Nico

"In Mossul ist es doch noch viel schlimmer als hier" dient nur dazu die berechtigte Kritikban den gewalttätigen Ausschreitungen am Wochenende, bei denen für mehrere Stunden die öffentliche Ordnung in Teilen Hamburgs zusammengebrochen ist, zum schweigen zu bringen. Das Leid der Menschen in Mossul muss dafür herhalten, den Terror am Wochenende zu relativieren.

@ Norbert Krambich # 16

Es ist mir völlig egal welche spezielle Zusammensetzung und welche unterschiedlichen Motive die Leute haben, die einen insgesamt demokratischen Staat und seine Ordnungskräfte mit Gewalt angreifen und den öffentlichen Raum zu einem Schlachtfeld machen. Sie sind allesamt Antidemokraten , die nicht das Ziel haben , politiche Veränderungen durchzusetzen sondern Angst und Schrecken zu verbreiten. Deren gesamte Präsenz und Gehabe nichts anderes sagt als: Ab jetzt haben wir hier das Sagen und wir werden unsere Position rücksichtslos durchsetzen.

@ Nico # 14

Kann es sein, dass du noch nie um dein Leben rennen musstest, weil um dich herum die Gewalt von wem auch immer explodiert ist?

@ to whom it may concern: Uhm – die Demonstrationen in Paris gegen die Arbeitsmarktreform waren für so einige hier also
wirklich, ernsthaft, das Gleiche wie der islamistische Terror, der die Stadt leider wiederholte Male erschüttert hat.

Da würd ich an Ihrer Stelle bei Gelegenheit noch mal dringend länger drüber nachdenken.

@NorbertKrambrich: Hm-m ja, Zustimmung hier.

@20: das ist doch nix anderes als das alte Der-Zweck-heiligt-die-Mittel Argument. In einer Demokratie wie zB Frankreich werden politische Ziele mit Argumenten und in geregelten Verfahren verfolgt. Wenn Sie meinen, dass für bestimmte Ziele auch Gewalt eingesetzt werden kann, müssen Sie das anderen genauso zugestehen, es sei denn, Sie und alle die wie Sie denken sind im Besitz der absoluten Wahrheit. Dafür wären aber schon sehr starke Beweise erforderlich.

Silke, Terror ist nicht deswegen schlimm weil er islamisch oder sonstwie regligiös oder ideologisch oder politisch begründet ist. Terror ist schlimm. weil er Terror ist . Sein Hauptziel lautet nämlich: Jeden Art von Dialog im Keim zu ersticken und stattdessen die Gewalt auch gegen Unschuldige und Unbeteiligte zu richten. Deswegen gibt es auch so etwas wie Staatsterror in Diktaturen, der natürlich über weitaus mehr und dauerhaftes Gewaltpotentiale verfügt, als der gewaltbereite Teil der sogenannten Autonomen in Hamburg oder sonstwo.

Das ändert jedoch nichts am Prinzip, denn diese Leute haben nicht deswegen schwächere Waffen, weil sie Pazifisten sind, sondern weil sie keine anderen bekommen konnten. Sie treibt der gleiche blinde Hass wie alle anderen Extremisten und der führt bei entsprechender Bewaffnung und entsprechenden äußeren Bedingugen zu den entsprechenden zerstörerischen Ergebnissen.

Nein, die “Jungs” und (wenigen) “Mädels” in Hamburg wollten nicht das Kalifat errichten, aber sie haben sich wie Kalifen verhalten: Brutal und herrschsüchtig gegenüber allen, die nicht so denken wie sie und das ohne jede Rüksicht auf Unschuldige und Unbeteiligte. Und sie hatten sichtbar Spaß dabei. Nachdenken wäre ein Sache, die dir deswegen auch selbst gut zu Gesicht stehen würde. Ansonsten hast du mit deinem Cartoon (mal wieder) eine kontroverse Debatte erzeugt, und das ist für mich der wichtigste Job der Ruhrbarone. Danke dafür. 🙂

@ArnoldVoss Nö. Auf ganz vielen Ebenen nicht, angefangen bei den Grundlagen:
So einem überzeugtem islamistischen Terroristen ist das Diesseits nichts, das Jenseits alles.
Das eigene Leben ist für ihn unbedeutend, und die Ungläubigen sind – komplett wertlos.

Da geht's schon los, das sieht so ein überzeugter Marxist wirklich sehr anders.
Der sieht seine und die Glückseligkeit aller anderen nu wirklich nicht im Jenseits, Herrgott noch eins.

"Diese Leute" haben keine schwächeren Waffen aus Zufall, oder weil die Islamisten cleverer sind.
Die möchten gar keine, weil sie weder sich noch andere umbringen möchten.

Ach Frau Zeidler, da hamwers doch: für sich und andere das Paradies auf Erden schaffen (= Glückseligkeit) zu wollen, hat noch immer in die Hölle geführt, und dass auf der linken Seite nun der absolute Pazifismus herrscht ("die möchten gar keine"), wer soll das denn glauben??

Bei Würfen mit Pflastersteinen vom Boden oder von Dächer ist es eher Zufall, wenn es keine Toten gibt.

@Tobias #17:

Ich teile die Kritik an den brandschatzungen und Plünderungen, die ich absolut nicht nachvollziehen kann.
Ich Teile jedoch weder die Auffassung es handele sich hierbei um Terrorismus noch die vollkommen überzogene Gleichsetzung der daran beteiligten mit menschen die anderen die Köpfe abschlagen, Bomben legen und ganze Staaten zerstören.

Wo ist deine Kritik an der Pilozeigewalt? Mit Schlagstöcken auf die Köpfe ungeschützter Menschen einzuprügeln ist doch auch ein Mordversuch, oder diente das verhalten der Polizei am Donnerstag und freitag tagsüber irgendeiner Selbstverteidigung?

Klar, klingt aber immer gut die großen verbalen Keulen auszupacken und allen anderen relativiererei vorzuwerfen. Dabei sind es die Menschen auf deiner argumentativen Schiene die eine einmalige Sache aufbauschen und Bezüge herstellen die in ihrer relation absurd wenn nicht völlig lächerlich sind.

@arnold voss #19:

Ich musste oft genug vor Gewalttätern wegrennen, sei es vor Nazi Mobs oder Polizeieinheiten die, wie z.T. in Hamburg (oder, eigene Erfahrung, Rostock 2007) meinten sich auch gleicht als Bestrafer aufführen zu müssen.
Vom dabei eingesetzten Tränengas das dir die Panik hochtreibt, selbst wenn du vom Geschehen entfernt bist ganz zu schweigen.

Wo bist du denn gerannt, Arnold?
(Muss das jetzt so laufen, "kannst du überhaupt..hast du schonmal…weisst du denn?)

Nico, du kannst hier unter Nickname viel behaupten. Ich für meinen Teil bin schon gerannt bevor du deine Kinderbeinchen zum ersten mal zum senkrechten Gang aufgerichtet hast. 🙂

Und natürlich muss das hier nicht so laufen, so lange sich hier keiner so aufspielt a la “Sprachtaliban (höhö) von cduspdfdpolg”. Anders ausgedrückt: Alle doof außer Nico.

Mal wieder auf so vielen Ebenen falsch und schlecht…

Der Widerstand, der bei einigen Kommentatoren durch die Kritik an dieser Kritzelei evoziert wird, zeigt aber zumindest klar auf, dass hier wohl ein wunder Punkt getroffen wurde:
Die militanten Aktionen im Rahmen des G20-Protests waren ein grandioses Eigentor. Bald ist die Flora dicht, solidarisierungswillige Grüne und Linke werden gesellschaftlich isoliert und geduldete Vermummung auf Demonstrationen sind jetzt wohl in Deutschland endgültig Geschichte.
Und das völlig zu Recht. Kommt damit klar.

@Nico KIZ …äh… 26

Nur so als Hinweis, es gibt zwischen "Relativierung" und "Gleichsetzung" noch andere Stufen. Will heißen, nur weil die Randalierer am Wochenende scheiße waren und für ein paar Stunden Terror verbreitet haben, dabei willentlich den Tod von Menschen in Kauf genommen haben, ja sogar versucht haben diesen herbeizuführen, heißt das nicht, das sie genau so scheiße seien wie die Taliban. Das heißt aber auch nicht, dass das alles nicht so schlimm war.

@arnold #28:

Echt? So? Das ist jetzt doch etwas armselig, "ich hab schon/war schon lang bevor du wasauchimmer…"
Das geht besser.
Und "Sprachtaliban" ist ja wohl deutlich als überspitzter Stich zurück in die Terroristen!-Schreier-Ecke zu verstehen. Das hat mit Aufspielen nix zu tun.
aber ja, du kannst das natürlich auch als "hinter Pseudonym verstecktem Geschwätz" abtun und hast damit wohl mehr Erfahrung als ich, hast deinen ersten Troll wahrscheinlich schon auf einem apple II besiegt….;-)

@tobias:
Ich habe auch nicht behauptet dass alles nicht so schlimm war und denke das auch nicht.

@ Norbert Krambich # 27

Danke für den Link. Der Anlass des Polizeieinsaztes in Hamburg war aber nicht das Füße in einem Brunnen baden und die"Halbstarken" in ihrem Beispiel trugen auch keine Masken und hatten sich systematisch auf das Umwerfen und anzünden von Autos vorbereitet. Ein Vergleich einer spontanen lokalen Jugenrevolte mit der europaweite vorbereiteten Gewalt beim G20 Gipfel in Hamburg ist für diese Diskussion gelinde gesagt nicht sehr hilfreich. 🙂

Nico (32), ich bin einer der Ruhrbarone. Wir trollen nicht. 🙂

Ansonsten glaube ich dir trotz Nickname. Mir kannst du allerdings auch glauben, denn ich bin nun mal mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit viel älter als du. 🙂

@arnold:

ich habe deine anspielung auf mein Pseudonym (ich heisse übrignes wirklich Nicolás Kretz), als versteckten Trollvorwurf gewertet, nicht dich als Troll gesehen.

@nico

Ich sehe, wir kommen nicht zu einem Konsens. Relativier die Taten am Wochenende ruhig weiter. Es kann halt nicht wahr sein, was nicht wahr sein kann, wa?

@ 33 schaut man sich die gesellschaftliche Debatte der 50iger Jahre und entsprechende politische Einordnungenan, dann wurde es eben nicht als " lokale Jungenrevolte" bewertet, sondern als Bestandteil einer ganzen Kette vergleichbarer Krawalle und entsprechend heutiger Disskussion eingeschätzt, da lohnt es beispielsweise bei Schelsky nachzulesen.

@Tobias:

Ok, einmal noch…
Ich wiederhole mich ungern, aber:

zitat von mir #32:
"@tobias:
Ich habe auch nicht behauptet dass alles nicht so schlimm war und denke das auch nicht."

Wirf ruhig weiter mit Buzz-Wörtern um dich, mit dir möchte ich zu keinem Konsens kommen.
Warum auch?

P.S.:
Auf was wie wahr ist öffnet der Artikel hier(auch schon verlinkt) vielleicht eine andere Perpektive:
https://www.facebook.com/CantinaPopularHamburgo/posts/2009834439251557

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