Tschüss Frankfurter Rundschau

Irgendwann einmal war die Frankfurter Rundschau einer der großen, bundesweiten Qualitätszeitungen. Das ist lange her. Und seit heute auch endgültig vorbei.

Sie gehörte in den 70er Jahren zum linken Lehrer wie der Trenchcoat: Die Frankfurter Rundschau. Das ist lange her. Seit Jahren ging die Auflage der Rundschau zurück. Sie schrumpfte, wurde zum Tabloit und verschwadn von immer mehr Kiosken. Die FAZ war die bessere Frankfurter und die taz die frechere linke Zeitung. Die Frankfurter Rundschau wurde zunehmend überflüssig. Nun wird sie zu einer Regionalzeitung.

Verleger Neven DuMont erklärt es heute den Lesern:

Die Gesellschafter der Frankfurter Rundschau haben nach langem Abwägen und gemeinsam mit der Geschäftsführung und den Chefredaktionen beschlossen, die überregionale Berichterstattung von Frankfurter Rundschau und Berliner Zeitung fortan schwerpunktmäßig in Berlin auf der Grundlage der dort bereits entwickelten Zusammenarbeit gemeinsam zu organisieren.

Damit verabschiedet sich die Frankfurter Rundschau endgültig von dem Anspruch eine der bundesweiten Qualitätszeitungen zu sein. Süddeutsche, FAZ, Welt und taz – vier sind es noch, die bislang im Wettbewerb bestehen. Um die Rundschau ist es schade. Mit jeder Zeitung die stirbt – und die Rundschau ist heute zumindest als bundesweite Zeitung gestorben – verliert dieses Land eine Stimme. Gut, die Stimme der Rundschau war zuletzt leise geworden, aber die Sorge bleibt, dass auch andere Zeitungen diese Weg gehen werden. Und auch eines ist klar: Mit Spaßmaßnahmen alleine kann man  keine Zeitung retten. Das hat die Geschichte der Rundschau gezeigt.

7 Kommentare

Oh Gott, ich hatte vergeblich gehofft es handele sich um einen Aprilscherz. Aber die übereinstimmenden Artikel bei Spiegel, FAZ und taz bestätigen die Katastrophenmeldung. Nun denn, lebewohl. Die von Du Mont genannten Zahlen sind allerdings auch desaströs. Aber man kann in der S-Bahn nunmal nicht die Süddeutsche lesen.

Hr. Laurin als Insider wissen sie es korrekt, der Dumont Verlag liebt meiner Ansicht nach “die Macht des Wortes”, verdient wird aber woanders und hat mehr mit dem Gewerbe vom Greven Verlag zutun.
Google macht das gleiche.
Zeitungen gibt es nur noch, weil die Meinungsbildung, auch als Verlustgeschäft
eine Unternehmerische Pflicht ist.
Dumont will wie alle Verleger (wie Politiker auch) Meinung prägen, das wird aber langsam kostspielig.

Ausgequetscht und kaputtgespart…….das was den Mitarbeitern in der Produktion der FR seit fast 10 Jahren passiert ist, wird nun mit einem Schlag der Redaktion blühen. Aber die lieben Redakteure wollten damals – bis heute – nichts davon wissen……von Solidarität an den Kollegen im eigenen Hause war so gut wie nie etwas zu spüren. Jetzt wo es zu spät ist,geht das Heulen und Zähneklappern los in der Redaktion…….nun kämpft mal schön, liebe Redakteure…..das gemeine Fußvolk der Produktion schaut interessiert zu !

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