Troll Erika dreht wieder ab!

Erika Steinbach kann es nicht lassen! (Symbolfoto/ Foto: Edward Russel/ Flickr/ cc-by-sa)
Erika Steinbach kann es nicht lassen! (Symbolfoto/ Foto: Edward Russel/ Flickr/ cc-by-sa)

Stellen Sie sich vor Ihrem geistigen Auge jemanden vor, der Sprecherin für Menschenrechte und humanitäre Hilfe ist.
Stellen Sie sich vor, wie diese Person gegen Klischees und Vorurteile kämpft. Wie sie sich mutig, gegen Rassismus und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit stellt, wie sie überkommenen Nationalismus ablehnt.

Stellen Sie sich vor, dass diese Dame dafür von einer Bundestagsfraktion in ihr Amt berufen wurde.
Stellen Sie sich vor, wie sie ganz selbstverständlich an vorderster Front den Ärmsten, den Flüchtenden hilft, sie unterstützt, für ihre Rechte eintritt.

Stellen Sie sich vor, dass die Bundestagsfraktion sich “christlich” nennt, und die Sprecherin deswegen für Nächstenliebe eintritt, und für das Grundgesetz.

Und dann stellen Sie sich vor, dass eben jene Sprecherin Erika ‘The Troll’ Steinbach ist.

Dann überrascht Sie auch dieser Tweet nicht:

Screenshot 2016-02-27 at 03.40.17 PM

Und wenn Sie sich noch fragen sollten, woher Troll-Erika dieses Foto hat – hier finden Sie eine Übersicht von Seiten (viele eindeutig rechtsextrem) mit diesem Bild.

13 Kommentare

Man muss die Frau Steinbach nicht mögen, aber der derzeit gesteuerte Shitstorm weckt den Voltaire in mir! Sie postete ohne Kommentar ein Bild, welches sehr viel älter ist, als die gegenwärtige Flüchtlingsdebatte. Es wurde schon im Jahre 2012 in einem argentinischen Blog veröffentlicht:
marini-cieloytierra.blogspot.de/2012/06/tension-vital.html Mit dem Titel: Integración de corazón y alma. (und dem Untertitel:
"…sabríamos mucho más de las complejidades de la vida si nos aplicásemos a estudiar con ahínco sus contradicciones en vez de perder tanto tiempo con las identidades y las coherencias" )

Die hier in Deutschland darauf gemachten satirischen Überspitzungen sind ebenfalls älter und haben eher was mit der Sarrazin-Affäre zu tun als mit Erika Steinbach. Die Journalisten hier benehmen sich jedoch wie Pariser Terroristen (je suis charlie!), als journalistische Lynchjustiz. Allerdings ist in vielen Städten Deutschlands von der satirischen Überspitzung nicht viel übriggeblieben. In manchen Kindergärten und Schulen sind heute schon die deutschen Kinder die Exoten.

Voltaire? Wohl eher Fips Asmussen. Und jetzt raus hier, bevor ich den Kartoffelstampfer aus der Küche hole. Unfassbar, was sich hier wieder für ein Pack rumtreibt.

@ #4:
Die Berufsvertriebene Steinbach vertritt seit Jahren den Stahlhelmflügel der CDU. Als Tochter deutscher Eltern, die in den 1940er Jahren als Besatzer nach Polen kamen, weiß sie natürlich wovon sie redet. Da ein Großteil der Revanchisten allerdings mittlerweile tot ist und die übrigen Deutschnationalen von Merkel Richtung AfD vertrieben wurde, dürfte es sich bei den 140 Zeichen Hetze um die letzten Zuckungen im Namen der Union handeln. 2017 tritt Steinbach ja zum Glück nicht mehr für den Bundestag an. In diesem Sinne: Lieber reich ins Heim als Heim ins Reich! Die Abgeordnetenrente sollte dafür ausreichen.

Frau Steinbach ist in meinen Augen eine wenig sympathische Politikerin und vertritt nicht zum ersten Mal höchst fragwürdige und abstossende Positionen. In dem gezeigten Bild kann ich jedoch absolut keine rassistischen Elemente entdecken. Auch wenn dieses, wie jede Abbildung, über einen einleitenden Text verbogen werden kann, ist die eigentliche Bildaussage sehr wohl eine freundliche.

@Merkava
Sie sollten Ihren Ton mäßigen. Jemand, der lediglich eine andere Meinung zu einem durchaus diskutablen Thema vertritt, einem "Pack" zuzurechnen, ist absolut daneben. Wenn Sie sich austoben wollen, kann ich Ihnen ein Stichwort geben: Köln, Alte Feuerwache (siehe entsprechenden Beitrag bei ruhrbarone). Hier haben wir es allerdings mit einer Bewegung zu tun, für die die Bezeichnung "Pack" ein glatte Untertreibung ist. Na, dann mal los.

@ #7 Nussknacker56:

Was ist an dem Tweet "diskutabel" und an dem Bild im Zusammenhang mit dem Text (ist nunmal nicht zu trennen) "freundlich"? Die Aussage ist doch eindeutig: Es geht um "Überfremdung", "Umvolkung", "Untergang des Abendlandes" etc. der ganze völkische Müll halt, der von Pegida, AfD und Co propagiert wird und den sich Frau Steinbach mit dem Bild und der dazu gehörigen Aussage zu eigen macht.

Es ist doch nur eine freie Meinungsäußerung. Deswegen muss man hier ein wenig differenzieren: als einfache Bürgerin darf auch eine Frau Steinbach so etwas tun. Es passt nur nicht so recht zu ihrem Amt als Sprecherin für Menschenrechte und humanitäre Hilfe. Und deshalb sollte man vielleicht auch Mark Twain zitieren: Die Demokratie steht auf drei wesentlichen Säulen: der Freiheit der Gedanken, der Freiheit der Rede sowie der Klugheit, beide nicht zu gebrauchen.

Zu der obigen Wortmeldung eines gewissen Merkava: auch Fips Asmussen ist eine respektierliche Person. Da zu seinem Repertoire auch Kurt Tucholsky gehörte, wird er von mir ähnlich verehrt, wie Voltaire. Auch hierzu ein Mark-Twain-Zitat: „Wir schätzen die Menschen, die frisch und offen ihre Meinung sagen… vorausgesetzt, sie meinen dasselbe wie wir.“

@bob hope

Mit dem "diskutabel" war natürlich den Beitrag #4 von Christian Wolff (im Gegensatz zu #5) und nicht die allgemeinen steinbachschen Ergüsse gemeint; ich sehe durch Ihre Antwort, dass das wohl nicht ganz eindeutig war. Steinbach bietet jede Menge Angriffsfläche, obige Einlassung von ihr gehört für mich nicht dazu. Man sollte ihr im Übrigen nicht den Gefallen tun und jedes Fitzelchen von ihr aufblasen, da sind von ihr ganz andere Sachen zu finden – insofern finde ich die ganze Aufregung über diesen Tweet überflüssig.

Nochmal zu dem Foto. Bildaussage und Bildüberschrift sind sehr wohl zu trennen. Die Bildaussage steht in diesem Fall sogar eindeutig gegen eine abwertende Bildüberschrift. Auf dem Foto ist keine einzige Person zu sehen, die das zentrale Motiv (das Kind) böse betrachtet und somit den übergestülpten negativen Kontext verstärkt. Im Gegenteil, alle blicken freundlich, freuen sich und sind neugierig.

Bedauerlich, dass der Urheber dieses gelungenen Fotos von dessen Missbrauch nichts weiß. Gute Anwälte könnten die diversen Nutzer mit Nachforderungen und Strafzuschlägen durchaus ins Grübeln bringen.

Weder lassen sich Bild und Text trennen (weil es in dieser Form ungetrennt verbreitet wird), noch sind beide zusammen von den unsäglich braunen Hirnauswürfen einer Person namens Erika Steinbach trennbar – weil sie es über Twitter pseudo"missionarisch" der ganzen Welt hingekotzt hat.

Und alles zusammen lässt sich nun mal gar nicht vom restlichen braunen "Verwendungszweck" der von Sebastian freundlicherweise verlinkten Übersicht rechtsextremer Verblender trennen. Im Übrigen ist auch das parteiinterne Echo auf Steinbach-Tweets wohl endgültig in der Ekel-und-Rote-Karte-Region angelangt.

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