Thanks for Homöopathie – with Deutsche Bahn!

Gemeinsam gegen die Wissenschaft (v.l.n.r.): Thomas Webel, Minister für Landesentwicklung und Verkehr des Landes Sachsen-Anhalt, Henriette Hahn, Leiterin des Marktgebietes Sachsen-Anhalt bei DB Regio Südost, Monika Kölsch, Vorsitzende des Deutschen Zentralverein homöopathischer Ärzte, und Dr. Werner Sobetzko, Vorsitzender des Stadtrates der Bach-Stadt Köthen (Foto: Deutsche Bahn)
Gemeinsam gegen die Wissenschaft (v.l.n.r.): Thomas Webel, Minister für Landesentwicklung und Verkehr des Landes Sachsen-Anhalt, Henriette Hahn, Leiterin des Marktgebietes Sachsen-Anhalt bei DB Regio Südost, Monika Kölsch, Vorsitzende des Deutschen Zentralverein homöopathischer Ärzte, und Dr. Werner Sobetzko, Vorsitzender des Stadtrates der Bach-Stadt Köthen (Foto: Deutsche Bahn)

Leipzig – Oft haben wir uns über die Deutsche Bahn gewundert. Jedes Jahr wird sie vom Einbruch des Winters überrascht, sie schafft es nichtmals ihre ICE mit flächendeckendem WLAN auszurüsten – von einwandfreien Klimaanlagen ganz zu schweigen. Jetzt wird klar: das Ganze könnte System haben.

Hintergrund aller Probleme der Deutschen Bahn könnte schlicht das Glauben an Pseudowissenschaften sein. Wie anders ist zu erklären, dass das aus Steuerzahlergeld aufgebaute Unternehmen nicht nur einen Zug nach dem Begründer der Homöopathie Samuel Hahnemann benennt, sondern darauf auch noch stolz per Pressemitteilung hinweist?

Und die Deutsche Bahn schafft in dieser Pressemitteilung, was Legionen von Homöopathen seit Jahrhunderten erfolglos versuchen: die Homöopathie aus der Ecke der Trottelmedizin zu ziehen, in dem sie festhält:

Ihm (gemeint ist Hahnemann) ist es zu verdanken, dass die Alternativmedizin in den Rang einer Wissenschaft erhoben wurde. Dadurch gilt Köthen als Wiege der Homöopathie.

5 Kommentare

Ob der Regionalexpress Samuel Hahnemann in Eisenhüttenstadt immer noch den fahrplanmäßigen Anschluss an den ICE L. Ron Hubbard bietet?
Steigen da eigentlich richtige Fahrgäste ein oder bleibt der Zug einfach mit einem Fläschen Globuli aus einer 1000-fach verschwenkten Hautschuppe eine Reichsbahn-Passagiers im Betriebsbahnhof stehen?

Der Fahrstrom wird im Triebwagen auf 1.5 Volt heruntergespannt, und im Bordbistro gibt es nur heißes Wasser, an dem wahlweise Kaffeepulver oder eine Tütensuppe vorbeigetragen wurde.

Der Anschluss an den ICE "Barbara Steffens" wurde pünktlich erreicht. An dieser Stelle wollte ich einen Witz mit "verdünnter Zeit" machen, aber ich krieg die Pointe nicht hin und muss erstmal nachdenken, was verdünnte Zeit eigentlich ist. Fest steht, in beiden Zügen sind genau 0,0000001 Plätze frei.

Immerhin wissen die Gestalten vor dem Zug, dass Köthen die Bach-Stadt ist: Wegen des Erfinders dieser Therapie, Johann Heinrich Nepomuk Georg Friederich Ludwig Heinrich von Bach und Blüten. Und deswegen spielte zur Taufe auch ein Dudelsackorchester seine Komposition "Der Mann mit Fritze Schillers Goldhelm". Ta ta ta taaa.
Getankt wird die E-Lok übrigens mit Wasser, worauf die Jungs und Mädels richtig stolz sein dürfen.

Unter dem Motto "Lokal handeln – Globuli denken" bekommt auch die Fußgängerzone im Köthener Bahnhofsdrittel (Köthen ist zu klein, um sich in Viertel zu gliedern) neue Impulse:
So eröffnen ein neuer Aluhutmacher, ein Kaballah-Wasser-Brauhaus und eine osteopathische Polyklinik. In der Bahnhofshalle verzichtet man auf schullogistische Fahrplanaushänge – am ganzheitlichen Schalter werden die Abfahrtszeiten, nicht nur von Pendlerzügen, ausgependelt.

Kommentar verfassen