Teuer Wasser

Foto: flickr.com/jörgenshaus

In den vergangenen Monaten ist die deutsche Wasserindustrie unter Druck geraten. Im Gespräche ist eine harte Regulierung, wie sie schon in Hessen praktiziert wurde. Die Kartellbehörde dort verlangt Preissenkungen von bis zu 37 Prozent. Nun wollte auch die NRW-Regierung die Zähne zeigen.

Allerdings blieb es nun beim zeigen, denn reagieren will die schwarz-gelbe Koalition nicht. Aber ich fange mal lieber vorne an. Der Markt für Trinkwasser steht anders als Strom und Gas nicht im Fokus der öffentlichen Wahrnehmung. Die monatliche Pauschale wird halt abgebucht, den Verbraucher kümmert es nicht weiter. Grund ist nicht nur die im Vergleich zur Strom- und Gasrechnung geringe Summe, sondern auch der simple Grund: Wasser ist gut, also sind die Unternehmen auch gut.

Da die Wasserbetriebe oftmals recht klein sind – es gibt rund 6500 in Deutschland – werden sie von den Landeskartellbehörden beaufsichtigt. Aktiv werden die Kartellwächter erst wenn sie überhöhte Preise vorfinden. Und da hakt es. Die Preise sind zwar leicht zu ermitteln, aber schwer zu vergleichen. In manchen Regionen muss das Wasser teuer aufbereitet werden, in anderen schießt es für kleines Geld quasi aus dem Boden oder fließt kostengünstig vom Berg herab.

Der Vergleich ist also schwer. Da braucht man viele Daten, muss sich auch noch mit den Kommunalpolitikern rumschlagen, die ihre Wasserbrunnen schützen wollen. Das macht keinen Spaß, die Beamten lassen also die Finger davon.

Einer springt allerdings aus der Reihe, die Hessen. Die haben sich ihren Markt genau angeschaut und kräftige Preissenkung verlangt. Die Frankfurter Mainova etwa soll ihre Wasserpreise um ein Drittel kürzen. Das ist happig und fand auch seinen Widerhall in den Medien.

Foto: flickr.com/jörgenshaus

In den vergangenen Monaten ist die deutsche Wasserindustrie unter Druck geraten. Im Gespräche ist eine harte Regulierung, wie sie schon in Hessen praktiziert wurde. Die Kartellbehörde dort verlangt Preissenkungen von bis zu 37 Prozent. Nun wollte auch die NRW-Regierung die Zähne zeigen.

Allerdings blieb es nun beim zeigen, denn reagieren will die schwarz-gelbe Koalition nicht. Aber ich fange mal lieber vorne an. Der Markt für Trinkwasser steht anders als Strom und Gas nicht im Fokus der öffentlichen Wahrnehmung. Die monatliche Pauschale wird halt abgebucht, den Verbraucher kümmert es nicht weiter. Grund ist nicht nur die im Vergleich zur Strom- und Gasrechnung geringe Summe, sondern auch der simple Grund: Wasser ist gut, also sind die Unternehmen auch gut.

Da die Wasserbetriebe oftmals recht klein sind – es gibt rund 6500 in Deutschland – werden sie von den Landeskartellbehörden beaufsichtigt. Aktiv werden die Kartellwächter erst wenn sie überhöhte Preise vorfinden. Und da hakt es. Die Preise sind zwar leicht zu ermitteln, aber schwer zu vergleichen. In manchen Regionen muss das Wasser teuer aufbereitet werden, in anderen schießt es für kleines Geld quasi aus dem Boden oder fließt kostengünstig vom Berg herab.

Der Vergleich ist also schwer. Da braucht man viele Daten, muss sich auch noch mit den Kommunalpolitikern rumschlagen, die ihre Wasserbrunnen schützen wollen. Das macht keinen Spaß, die Beamten lassen also die Finger davon.

Einer springt allerdings aus der Reihe, die Hessen. Die haben sich ihren Markt genau angeschaut und kräftige Preissenkung verlangt. Die Frankfurter Mainova etwa soll ihre Wasserpreise um ein Drittel kürzen. Das ist happig und fand auch seinen Widerhall in den Medien.

Andere Bundesländer mussten also reagieren. Auch die Landesregierung in Düsseldorf nahm den Wassermarkt unter die Lupe. Statt aber die Landeskartellbehörde damit zu beauftragen, machte eine Unternehmensberatung eine Umfrage unter den Wasserfirmen. Ganze 13 Prozent nahmen teil. Eine Schlappe, heißt es unter der Hand bei Vertretern der Landeskartellbehörden. Ein Erfolg, meint das zuständige NRW-Wirtschaftsministerium.

Der Handlungsbedarf erstreckt sich nun darauf, die nächste freiwillig Befragung anzuleiern. Dabei zeigt ein Blick in die Studie der Unternehmensberatung, die Firmen kassiert massiv ab. Die befragten Wasseranbieter kommen bei einem normalen Haushaltskunden auf eine Nettorendite von 20 Prozent. Von jedem umgesetzten Euro bleiben 20 Cent Gewinn bei den Firmen hängen. Von einer solchen Rendite träumen selbst Softwarekonzerne.

1 Kommentar

Zähne zeigen und nicht beißen. Das ist leider der Tripp der Landesregierung. Guter Text, spannendes Thema.

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