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Eine Geschichte aus New York: Williamsburg – Teil 7: Vom Lagerhaus zum Loft

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Lastwagengaragen bzw. deren Reperaturwerkstätten gab es in Williamsburg zu Hauf. Die Güter auf den Schiffen an den ehemals florierenden Piers des Industrie- und Arbeiterstadtteils Williamsburg, von denen nur noch der an der Raffinerie in Funktion stand, wurden meistens direkt in die Lastwagen umgeladen und dann zu den naheliegenden Fabriken und Lagerhäusern oder sonstwo in die Stadt gebracht. Mit dem niedergehenden Hafen standen dann neben den Lager- , Ver- und Bearbeitungsstätten auch die Transportergaragen zunehmend leer.

Sie wurden von den kreativen Stadtteilzuwanderern mit viel Fantasie nicht nur zu Musikclubs und Restaurants sondern auch zu Lofts um- und ausgebaut. Ihre Höhe und ihre Fläche waren dazu perfekt geeignet. Die Baubehörden drückten beide Augen zu bzw. wurden sie gar nicht erst informiert. Erst wenn man erwischt wurde, wurde nachinvestiert und nachgearbeitet. Vor allem was feuer- und hygienerechtliche Bedingungen betraf. Sanitärtechnisch waren die meisten Lofts zu Anfang auf einem sehr niedrigen Niveau ausgestattet.

Die Landlords waren erst einmal nur an der Miete bzw. überhaupt an Einnahmen interessiert, denn die Buden standen vor der Umnutzung oft viele Jahre leer. Sie spielten das Versteckspiel mit und so konnte so ein Umbau viele Jahre Jahr ohne große behördliche Kontrolle existieren. Ich hatte die ersten Jahre viele Monate an der Berrystreet bei S. verbracht und haben dann Leute kennengelernt, die Lofts monatsweise vermietet haben. In einer dieser umgebauten Garage, was weniger Blick bzw. mehr Ober- statt Seitenlicht bedeutete, denn die Garagen standen oft mit anderen Gebäuden Seite an Seite in einer Straßenflucht.

Aber da ich sehr viele Zeit außerhalb des Lofts verbrachte war das relativ egal. Erst recht weil es auch eine wunderbare Dachterrasse für alle Mieter gab. Dort trafen sich alle „Lofties“ am Abend. Die meisten waren Künstler, viel davon aus Europa und später auch aus Asien und Lateinamerika. Die Umgangssprache war natürlich englisch bzw. amerikanisch. Manchmal aber auch Deutsch, den zunehmend hatte es sich auch in meinem Heimatland in einer kleinen Szene rumgesprochen, dass es in Williamsburg komplette Lofts auf Zeit und zu einem fairen Preis zu mieten gab.

CAST INC. – DAS GESCHÄFT MIT DEM ERFOLG

mugshot_openerBlut. Überall war Blut. An unseren Händen, auf dem Fußboden, überall. Wir sind schuldig. Wir haben unseren Nachbarn erschlagen, seinen Schädel mit einem Spaten gespalten und das Hirn im Geräteschuppen verteilt. Wir hatten keine Wahl. Ihr hättet genauso gehandelt. Tut man nicht alles für den Ruhm? Für die Glitzerwelt der Reichen und Schönen, für Champagner, Groupies und Unsterblichkeit. Die Anklagebank von Barbara Salesch wird unser Sprungbrett sein. Wir waren bei einem Casting der Produktionsfirma filmpool. Ein Erlebnisbericht von Herrn Schlange und Herrn Joswig.


PROLOG: Die Stehascher am Eingang zum Hotel Bredeney, Essen, 14.12 Uhr:

Erzählerstimme aus dem Off (sonorer, verrauchter Klang): Wie sagte Marilyn Monroe einst? Hollywood ist ein Ort, wo sie Dir 50.000 Dollar für einen Kuss und 50 Cent für Deine Seele zahlen. Deine Seele bedeutet im Jetzt nichts. Existiert ein Stuhl, wenn Du ihn nicht anschaust? Bist Du da, wenn Dich niemand sieht? Wir sind nur die Spiegelbilder in den Augen der anderen. Die einfachste Flucht aus der Bedeutungslosigkeit ist der Weg auf die Bühne. Talent spielt in dieser Welt keine Rolle, es zählt der Wille.


Regennasser Asphalt. Den Parkplatz vor dem vier Sterne Hotel überzieht ein matter Glanz. Menschen drängen sich unter dem kleinen Vordach des Eingangs, suchen Schutz vor dem Nieselregen. Ihre Finger halten sich an Zigaretten fest, während Anspannung von ihren Gesichtern bröckelt wie der Putz von einer alten Häuserfassade.

„Krass, ich hab da gesessen und fast geheult, so sehr hab ich mich in die Rolle reinversetzt. Und in das da, was mit dem Mädchen passiert ist.“

„Ich bin auch voll froh, dass ich es hinter mir hab. Im Zimmer nebenan hat einer voll geschrien. Das war echt total heftig.“

Das Reden scheint wie ein Akt der Befreiung für die zwei Teenager. Vielleicht 16 oder 17 Jahre alt. Ihre Haare sind blondiert, ihre Ärsche stecken in kurzen Röcken, die kindlichen Züge sind hinter Make-Up versteckt. Daneben eine Mutter, die mit Autoschlüsseln klimpert. Sonntagsausflug – powered by emotion.

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