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Macht die Kohle unser Benzin billig? Leider nein…

Die Benzinpreise in Deutschland steigen. Und im Ruhrgebiet wird die Erinnerung wach. Gab es da nicht mal eine Kohleöl-Anlage? So ein Ding, mit dem man aus den Steinen Sprit machen konnte? Ja, so ein Ding gab es, sagt Christof Beike vom letzten deutschen Kohlekonzern RAG. Jedoch: „Unsere letzte Anlage in Bottrop wurde Ende der neunziger Jahre verschrottet, weil es hieß, das Verfahren lohnt sich erst, wenn der Benzinpreis bei 2,30 liegt.“ Tja, diese Schwelle ist mittlerweile weit überschritten. Lohnt es sich jetzt also wieder Benzinfabriken auf Basis von Anthrazit zu bauen?

Schon im Zweiten Weltkrieg milderten Kohle-Öl-Anlagen die Abhängigkeit von Sprit-Importen. Die Nazis brauchten die Treibstoff-Fabriken um ihre Kriegsmaschine laufen zu lassen. Im Jahr 1944 produzierten fast zwei Dutzend Kohle-Öl-Anlagen über 5 Mio. Tonnen flüssiger Treibstoffe. Erst in den fünfziger Jahren gab die Industrie diese teuerste Form der Benzin-Synthese wieder auf.

Heute könnte die Technik den Zorn der Autofahrer vor hohen Benzinpreisen dämpfen – hoffen die deutschen Kohlefreunde. Sei es mit heimischer Kohle, oder mit Importsteinen.