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Wem gehört der Fußball?

Ich habe selbst mal Fußball gespielt. Ein paar Jahre ist das mittlerweile her. Lange genug, dass ich noch nichts gehört hatte von Flip-Cams, You Tube und Überall-Und-Immer-Internet. Hätte es das damals schon gegeben, ich hätte mich gefreut, hätte einer meiner Freunde eines meiner Tore – selten genug waren sie – mit dem Handy gefilmt. Und ins Internet gestellt. Ich hätte es allen gezeigt, den You Tube-Link über Facebook, Twitter, Studivz, Mail oder SMS verteilt. Eine Sensation wie diese hätte definitiv gefeiert werden müssen. Der Württembergische Fußballverband will nun verbieten, dass Hobbykicker ihre geilsten Szenen frei ins Internet stellen. Er verklagt die Hartplatzhelden, morgen beginnt der Prozess vor dem Bundesgerichtshof.

Unser Sonntag! Amateurkicker contra Bundesliga

Der Fußball-Sonntag war einst Rückzugsgebiet für die Amateure. Das ist längst vorbei. Seit dieser Saison spielt die Bundesliga am Sonntag gar schon um 15.30 Uhr. Dies trifft die kleinen Vereine. Vor allem, aber nicht nur, im Ruhrgebiet.

Reiner Grundmann, Gründer der Initiative "Unser Sonntag". Foto: Daniel Drepper.

Keine fünf Minuten ist der Schlusspfiff vergangen, da hat Gerd Schröter-Kochmann schon abgesperrt. Der Grill ist aus, die letzte Flasche Bier verkauft, die Spieler von Scholven und Schaffrath auf dem Weg unter die Dusche. Es ist Sonntagnachmittag, kurz vor 17 Uhr. Dort, wo Kreisligist Hansa Scholven früher so etwas wie Vereinsleben hatte, stehen jetzt noch drei Zuschauer unter dem alten Abdach am Rande des Platzes. In Schalke-Schals gewickelt trinken sie den letzten Schluck Bier, ehe es nach Hause geht. Die Bundesliga ruft.

Noch 30 Minuten bis zum zweiten Sonntagsspiel. Schalke 04 empfängt den Hamburger SV. Das Geschrei aus der Arena hört man bis nach Scholven, das nur eine Autobahn-Abfahrt weiter seine Heimstatt hat. Selbst Leute aus Scholvens Vorstand setzen sich heute lieber in die Arena, als ihren Verein im Derby gegen den SC Schaffrath zu unterstützen. „Ab 16 Uhr stehe ich hier deshalb ziemlich alleine da“, sagt Schröter-Kochmann, Vorsitzender der Scholvener. „Aber ich kann die Leute ja nicht anschnallen, die machen das ja ehrenamtlich.“

Demo vorm Derby

Foto: Ruhrbarone

Schalke oder Dortmund? Morgen fällt die Entscheidung im Museumsderby. Und zwar in Düsseldorf. In der Messe tagt der außerordentliche Bundestag des Deutschen Fußballbundes und die 260 Delegierten werden in geheimer Wahl entscheiden, wo das Deutsche Fußballmuseum hin kommt: Neben die Schalke-Arena? Oder auf das Gelände am Dortmunder Hauptbahnhof. Viel kommt an auf die Performance der Oberbürgermeister Gerhard Langemeyer und Frank Baranowski. Aber noch mehr auf die Stimmung der Abstimmer.

Da die nicht beteiligten Landesverbände – wie etwa der Bayrische Fußballverband – ihren Delegierten freie Hand lassen bei der Entscheidung pro Gelsenkirchen oder pro Dortmund, ist der Ausgang ziemlich offen. Und was den Gelsenkirchener Bemühungen die Suppe versalzen könnte, hat nichts mit dem Fußballmuseum, dem Standort Schalke, mit Finanzierung oder Präsentation zu tun. Sondern mit dem anderen großen Thema des DFB-Bundestags.

Beschlossen werden soll dort nämlich