Schlagwort: 2010

Paralympics III: “Nicht die soziale Weihnachtsgans”

bahn-pixelio

Beginnen wir mit Frank Höfle, dem deutschen Fahnenträger bei der heutigen Eröffnungsfeier. Frank Höfle ist stark sehbehindert und immer wenn er mit dem Zug fahren will, spürt er seine Behinderung am stärksten. Höfle ist nicht vollkommen blind, aber doch so eingeschränkt, dass er kaum eine Chance hat, Fahrpläne, Bildschirme oder Hinweisschilder zu entziffern. Dann fragt Höfle nach und bekommt meist vernünftige Antworten. Er ist es gewohnt, sich helfen zu lassen – ob zu Hause, im Alltag oder bei der Arbeit.

Wie fühlen sich Behindertensportler, wenn Sie medaillenbehangen von internationalen Einsätzen zurückkehren – und dann zu Hause wieder mit ihren alltäglichen Problemen, ihrer Sehschwäche oder Lähmung konfrontiert werden? Ist der Sport eine kleine, heile Oase und ist es schwerer, als erfolgreicher Athlet Hilfe anzunehmen? Das wollte ich wissen – und bin noch vor meinem Abflug nach Vancouver gleich mal ganz schön auf die Schnauze gefallen. Denn mein erster Gesprächspartner war Jens Jäger, der Mannschaftsführer der deutschen Curler. Und der wollte diese Fragen “nach den armen Behinderten und ihrem schweren Alltag” gar nicht gern hören. Dennoch ist etwas herausgekommen: Fragen müssen macht demütig. Und: Nichtbehinderte können einiges von den Paralympics-Teilnehmern lernen.

2010 macht gaga

Was ist nur im Führungsteam der Kulturhauptstadt 2010 los? Erst drehte Fritz Pleitgen hohl, im Zeppelin will er über den Ruhrschnellweg und zigtausend Kölner Kegelschwestern, klick. Jetzt ist Karl-Heinz Petzinka nicht mehr zu halten.

Foto: flickr buffel_de_be

Petzinka ist im normalen Leben Geschäftsführer der Treuhandstelle (THS) und dazu einer von vier  künstlerischen Direktoren von 2010. Was offenbar ziemlich ansteckend ist: Denn jetzt will auch Petzinka die A 40 ab 2010 jedes Jahr zur Volksfestmeile machen . . . klack: "Love-Parade, Marathon oder eine Olympiade für Gehandicapte", schweben Petzinka vor. Eine "Olympiade für Gehandicapte". Tolle Idee, nur gibt es längst Paralympics, Special Olympics. Und ob die wirklich auf einer Autobahn stattfinden wollen? "Auf einmal wird sich zeigen, dass diese…

C’est la vie, Sellerie

Weil erst morgen Volksverdummungstag ist, heute nur wahre Meldungen:

1) Schlappe auf Schalke. Das Finale des UEFA-Pokals 2010 wird nicht in der Arena auf Schalke, sondern im Hamburger ADW-, Signal-, Nordbank-, wieauchimmer-, Stadion stattfinden. klick  Zuvor hatte sich die Ruhr 2010 GmbH und Schalke 04 intensiv um eine Austragung des Endspiels im kleinen Europapokal bemüht. Im Kulturhauptstadtjahr sollten dadurch Fußball und Kultur zusammen finden.

2) Und der WDR-Essen meldet am Wochenende das:

Mit gemeinsamen Projekten wollen Istanbul und das Ruhrgebiet das Jahr 2010 gestalten. Die türkische Millionenstadt am Bosporus ist gemeinsam mit dem ungarischen Pecs und dem Ruhrgebiet im Jahr 2010 Europäische Kulturhauptstadt. Mit dem Regie-Star Peter Sellers soll ein gemeinsames Projekt erarbeitet werden, erklärte Nurin Colakoglu am…

2010 in aller Stille

Foto: Archiv

 

Zum Glück sprach die WAZ heute mal mit Dr. Oliver Scheytt, dem GF der Ruhr 2010 GmbH. Das Gespräch bekam einen abmoderierenden Bild-Teaser auf der Titelseite: "Noch 21 Monate bis 2010. Oliver Scheytt verrät – nichts". Stimmt aber nicht, denn Scheytt verriet doch etwas. Bitteschön:

Scheytt: Wenn das mit der A 40 gelingt, wird es eine Sensation (…) Kegelclubs haben schon Tische bestellt, und alle ehemaligen Bewerberstädte kommen. Köln hat 1000 Tische reserviert. Es heißt nicht umsonst „Stillleben A 40”! Das wird ein Feiertag, ein großes Gemeinschaftserlebnis. Und Fritz Pleitgen will mit einem Zeppelin da lang fahren und alles filmen.

Hm. Revier-Intendant Fritz Pleitgen wird also "mit einem Zeppelin da lang fahren und alles filmen". Wir freuen uns schon: Fritz sitzt in…