Steinmeier macht Wahlkampf im russischen Online-Netzwerk

  Zumindest für seine Fotos bekommt der SPD-Kanzlerkandidat die besten Noten 5+, ein russischer Äquivalent von 1+. Bei den Kommentaren bezüglich seiner Politik sind sich die Nutzer des populären russischen Sozialnetzwerks odnoklassniki.ru nicht einig. Frank-Walter Steinmeier gehört seit Anfang September zu den „Klassenkameraden“, wie die Seite auf Deutsch heißt. Der Kontakt zur russischsprachigen Wählerschaft soll dadurch intensiviert werden.

Das soziale Netzwerk zählt 37 Millionen Nutzer. Laut Google kam die Seite im Juli  auf 1,1 Millionen Besucher aus Deutschland. Allein in der Gruppe „Odnoklassniki in Deutschland“ gibt es mehr als 17,5 Tausend Mitglieder. Der Kanzlerkandidat hat inzwischen 86 bestätigte Freunde, 3 Fotoalben und ist bei 27 Gruppen angemeldet. Darunter sind „Freies Deutschland“, „Integration“, „NEIN den Nazis!“, „Mann und Frau“ und „Russische Banja“.

Als Status steht bei Steinmeier am 16. September in perfektem Russisch: „Diese Wahl ist nicht dafür da, um Schicksahl der Parteien zu entscheiden, sondern dafür, um das das Land aus der Krise raus zu kriegen!“ Auf seiner Pinnwand gibt es inzwischen mehr als 240 Anträge von den Gästen. Der User Alexander kritisiert die Partei: „Seit SPD an der Macht ist, machen sich bekannte mir Menschen mehr Sorgen um die Zukunft. Nicht zuletzt dank SPD.“ (Die Schreibweise erhalten – Red.). Die 29jährige Tatjana macht wie einst ihre Namensvetterin in Puschkins „Onegin“ ihr Brief-Geständnis: „Lieber Frank Steinmeier, ich wünsche Ihnen einen Sieg bei den Wahlen.“ Sie setzt ein Smiley in Form eines Herzes auf ihre Mitteilung darauf. Der Kanzlerkandidat antwortet 18 Minuten später auf Russisch: „Tatjana, vielen Dank für Ihre Unterstützung!“

  Zumindest für seine Fotos bekommt der SPD-Kanzlerkandidat die besten Noten 5+, ein russischer Äquivalent von 1+. Bei den Kommentaren bezüglich seiner Politik sind sich die Nutzer des populären russischen Sozialnetzwerks odnoklassniki.ru nicht einig. Frank-Walter Steinmeier gehört seit Anfang September zu den „Klassenkameraden“, wie die Seite auf Deutsch heißt. Der Kontakt zur russischsprachigen Wählerschaft soll dadurch intensiviert werden.

Das soziale Netzwerk zählt 37 Millionen Nutzer. Laut Google kam die Seite im Juli  auf 1,1 Millionen Besucher aus Deutschland. Allein in der Gruppe „Odnoklassniki in Deutschland“ gibt es mehr als 17,5 Tausend Mitglieder. Der Kanzlerkandidat hat inzwischen 86 bestätigte Freunde, 3 Fotoalben und ist bei 27 Gruppen angemeldet. Darunter sind „Freies Deutschland“, „Integration“, „NEIN den Nazis!“, „Mann und Frau“ und „Russische Banja“.

Als Status steht bei Steinmeier am 16. September in perfektem Russisch: „Diese Wahl ist nicht dafür da, um Schicksahl der Parteien zu entscheiden, sondern dafür, um das das Land aus der Krise raus zu kriegen!“ Auf seiner Pinnwand gibt es inzwischen mehr als 240 Anträge von den Gästen. Der User Alexander kritisiert die Partei: „Seit SPD an der Macht ist, machen sich bekannte mir Menschen mehr Sorgen um die Zukunft. Nicht zuletzt dank SPD.“ (Die Schreibweise erhalten – Red.). Die 29jährige Tatjana macht wie einst ihre Namensvetterin in Puschkins „Onegin“ ihr Brief-Geständnis: „Lieber Frank Steinmeier, ich wünsche Ihnen einen Sieg bei den Wahlen.“ Sie setzt ein Smiley in Form eines Herzes auf ihre Mitteilung darauf. Der Kanzlerkandidat antwortet 18 Minuten später auf Russisch: „Tatjana, vielen Dank für Ihre Unterstützung!“

Einige User zeigen sich ironisch: „Leibes Steinmeier-Team, werdet ihr auch nach den Wahlen hier aktiv auf unsere Fragen, bzw. Anregungen reagieren?“ (Die Schreibweise erhalten – Red.) Andere zweifeln an der Authentizität des Profils: „Genauso Fake wie dieser Frank“, lautet ein Kommentar zum Foto von Steinmeier und Medvedev.

Die Seite ist aber nicht gefälscht. „Sie wurde von uns freigeschaltet“, bestätigt man in der SPD-Pressestelle. Das Profil wird von einem kleinen Team aus Frank-Walter Steinmeiers Wahlkampfbüro im SPD-Parteivorstand in Berlin betreut. „Wir sind seit zehn Tagen aktiv hier und haben fast tausend Gäste. Persönliche Briefe sind so viele, dass wir nicht mehr zählen. Wir schaffen aber noch allen zu antworten“, heißt es aus dem Steinmeier-Team. Es gebe keine andere fremdsprachige Seite von Frank-Walter Steinmeier. Die türkische Wählerschaft sei über die zahlreichen türkischen Medien in Deutschland informiert. Die Italiener wie auch andere Europäer nutzen vorwiegend dieselben Medien wie die Deutschen. Das russische Steinmeier-Profil wirkt persönlicher als sein Account auf StudiVZ. Auf der deutschen Seite sieht man den Kanzlerkandidaten auf den Parteitagen, Pressekonferenzen und Wahlkampfveranstaltungen.

 

Das russische Profil ist facettenreicher: Steinmeier-Fußballfan, Steinmeier-Koch, Steinmeier-Kind, Steinmeier-Jugendlicher. Auf dem Profilbild fährt der Außenminister lächelnd Fahrrad. „Jeder Text und jedes Foto ist von Steinmeier oder seinen engsten Mitarbeitern im SPD-Parteivorstand freigegeben“, erzählt ein Mitarbeiter des Online-Teams.

In der SPD weiß man, dass Russlanddeutsche bei den letzten Wahlen vorwiegend CDU gewählt haben. Die Sozialdemokraten möchten den Kontakt zu der neuen Generation intensivieren und „sie davon überzeugen, dass die SPD die besseren Lösungen für die Probleme der Zukunft hat“. Der 29jährige Russlanddeutsche aus Berlin Andrej Steinke ist skeptisch: „Dass Steinmeier sich ein Profil auf Odnoklassniki erstellen lassen hat, zeigt nicht, dass er an den Problemen der Russlanddeutschen interessiert ist. Es zeigt nur, dass sein Wahlkampteam professionell arbeitet und alle Möglichkeiten auslutschen will, um mehr Stimmen zu bekommen“. Steinke spreche die Steinmeier-Seite nicht an. Anders als 30jährige Odnoklassniki-Benutzerin aus Düsseldorf. Sie meldet sich unter dem Namen Poker Face auf Steinmeiers Pinnwand: „Lieber Herr Steinmeier, meine Stimme haben Sie!“

P. S. Um sich das Profil von W.-F. Steinmeier anzuschauen, muss man sich auf der Seite anmelden bzw. ein eigenes Profil erstellen.

3 Kommentare

Na wenn schon, dann zumindest “Drug Medwedewa!”
Schließlich müssen sich die Herren demnächst offiziell auf Augenhöhe unterhalten.

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