Steht die Dortmunder Borussia wirklich vor einem größeren personellen Umbruch?

BVB-Trainer Jürgen Klopp war vor ein paar Wochen noch recht optimistisch. Foto: Robin Patzwaldt
BVB-Trainer Jürgen Klopp war vor ein paar Wochen noch recht optimistisch. Foto: Robin Patzwaldt

Obwohl Jürgen Klopp auf der gestrigen Pressekonferenz ja streng genommen gar nichts spektakuläres über mögliche Neuverpflichtungen in der Winterpause gesagt hatte, lediglich meinte er würde nicht nach Wintereinkäufen rufen, der BVB hätte Augen und Ohren diesbezüglich aber wie immer offen, wenn Spieler dem Verein sportlich weiterhelfen könnten, also quasi ein Satz von Selbstverständlichkeit, schießen die Spekulationen über mögliche Zugänge bei den Borussen, befeuert durch diese wenig konkreten Aussagen, aktuell regelrecht ‚ins Kraut‘.
Egal wo man aktuell etwas über den BVB liest, es wird mit schier unzähligen Namen möglicher Verstärkungen spekuliert.

Die einzelnen Gerüchte hier aufzulisten spare ich mir jetzt einfach mal. Der BVB scheint aktuell jedenfalls mit fast allen Perspektivspielern aus der ‚zweiten Reihe‘ des europäischen Spitzenfußballs in Kontakt zu stehen. Egal ob aus Österreich, Kroatien, Italien usw., von überall scheint Hilfe für die Dortmunder bereits im Anmarsch zu sein. Unmöglich für Fans und Beobachter da herauszufinden an welchen Gerüchten und Spekulationen wirklich etwas dran ist.

 
Zeitgleich kursieren natürlich auch Gerüchte über drohende Abgänge um die Schwarzgelben. Neben dem obligatorischen ‚Geschacher‘ um Marco Reus wird auch über den möglicherweise drohenden Verlust von altbekannten Borussen wie Ilkay Gündogan, Kevin Großkreutz, oder Sommerneuverpflichtung Ciro Immobile spekuliert.
Das Alles tut der Gesamtsituation der sportlich ohnehin stark angeschlagenen Borussia natürlich nicht gut. Es stehen in dieser Woche noch die wichtigen letzten beiden Pflichtspiele des Jahres gegen den VfL Wolfsburg und Werder Bremen an. Der Konzentration auf diese Aufgaben sind die ständigen Debatten über Zu- und Abgänge  selbstverständlich nicht gerade förderlich.
Doch dies ist, obwohl für BVB-Anhänger doch schon arg nervig und verunsichernd, möglicherweise erst der relativ harmloser Anfang einer riesigen Spekulationsblase, welche dem Vizemeister von 2014 drohen dürfte, wenn der sportliche Erfolg sich bis zum Frühjahr nicht wieder einstellen sollte.

 
Ist doch klar, dass, je länger die Krise dauert, sich mehr und mehr der aktuellen Spieler, mit zunehmender Unzufriedenheit, tatsächlich mit einem möglichen Vereinswechsel beschäftigen, dementsprechend im Umfeld auch immer lauter nach Neuverpflichtungen gerufen werden wird, wenn die sportliche Lage für den Verein dauerhaft so prekär bleiben wird.
Hier droht ein Teufelskreis zu entstehen, wenn dieser Prozess nicht sogar schon in vollem Gange ist, dem zu entrinnen von Woche zu Woche ab sofort nur noch schwieriger werden wird.
Das Alles könnte im Endeffekt dann vielleicht auch einmal der Anfang vom Ende der derzeitigen Truppe gewesen sein, so wie sie Millionen in den letzten Jahren ans Herz gewachsen war und ist.
Noch hat diese Mannschaft es selber in der Hand diese Spirale aus Spekulation und Druck durch sportlichen Erfolg aus eigener Kraft zu durchbrechen.

 
Der Druck den das Team in den nächsten Tagen verspüren wird dürfte jedenfalls mit ziemlicher Sicherheit noch ziemlich harmlos sein, verglichen mit dem, was hier im Februar und März los sein dürfte, wenn die häufig herbeigeredete, aber bisher noch immer nicht erfolgte Trendwende für den BVB jetzt nicht bald auch tatsächlich mal dauerhaft gelingt.

Die nächste Chance damit endlich anzufangen hat die Truppe bereits am heutigen Abend. Man darf (mal wieder) gespannt sein…

 

3 Kommentare

Robin,
wenn ich über jeden einzelen Spieler im Kader des BVB nachdenke, sehe ich nicht, daß dessen individuellen Fähigkeiten nicht, besser wohl jetzt nciht mehr ausreichen könnten, in der Bundesliga mitzuhalten, und zwar im oberen Drittel der Tabelle.

Und wer meint, das Gegenteil sei der Fall, der muß sich die Frage stellen, ob und zu welchem Preis bessere Spieler auf dem nationalen bzw. internationalem Fußball-Markt zu haben sind
“Was besser und was teuerer ist”, steht für den BVB imm Wettbewerb mit den Bayern, mit Real, mit Barca. mit Chelsa, mit ManU, mit Mancity usw. nicht zur Verfügung.

Im übrigen zeigen die Mannschaften, die in der BundesligaTabelle um 1o Punkte besser dastehen als der BVB, daß das mit Personal zu schaffen ist, welches im Durchschnitt in den individuelln Fähigkeiten nicht besser ist als das derzeitige Personal beim BVB. (Ich habe den FCB außen vor gelasssen.)

Ich habe seit Beginn der BVB-Krise merhfach gesagt, daß ich bezüglich der Ursachen dieser Krise letztendlich “ratlos und sprachlos” bin -nicht hoffnungslos.
Jedenfalls, insofern bin ich nicht ratlos und sprachlos,scheint es mir nicht an eklatanten Mängeln in der fußballerischen Qualität des Kanders insgesamt bzw. seiner einzelen Mitglieder zu liegen -und schon gar nicht am Trainer-, daß wir in diese Krise geraten sind..

@Walter: Das sehe ich ähnlich. Die Frage ist aber, wie man, wenn sich der Erfolg jetzt nicht bald wieder einstellt, ggf. den notwendigen Impuls setzen will, der dann die Trendwende bringt. Trainerwechsel? Aktuelle Spieler auf die Bank bzw. Tribüne? Neuverpflichtungen? Das sind ja die üblichen Möglichkeiten auf den ‘Lauf’ der Dinge Einfluss zu nehmen. Und irgendetwas davon wird schon passieren müssen, wenn die Dinge weiterhin so laufen wie zuletzt. Man kann ja nicht (relativ) tatenlos weiterhin zusehen, wie die Saison kürzer und kürzer wird. Ist halt, wie auch Du hier schon gechrieben hast, eine schwierige Situation, da man im Vorfeld nicht zu 100% sagen kann was das jeweils bringen würde… Towartwechsel und ‘Guter Trainer’-‘Böser Trainer’ hat Klopp schon gespielt. Ich bin gespannt, welche Impulse noch gesetzt werden müssen bzw. werden.

Ich schätze, nach heute abend wird Ciro von der Gerüchteliste schnell wieder verschwinden. Bei Kevin bin ich mir da nicht sicher.

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