Spekulationsblase geplatzt – Jens Keller bleibt auch zur neuen Saison Trainer beim FC Schalke 04

Das Stadion der Gelsenkirchener. Quelle: Wikipedia Foto: Friedrich Petersdorff Lizenz: cc
Das Stadion der Gelsenkirchener. Quelle: Wikipedia Foto: Friedrich Petersdorff Lizenz: cc

Endlich ist die Entscheidung gefallen: Jens Keller bleibt Trainer auf Schalke!

Alles andere wäre ja der Öffentlichkeit auch nicht vermittelbar gewesen. Die Erfolge der letzten Wochen hätten, unabhängig von der Saisonendplatzierung des Revierclubs, auch eigentlich keine andere Entscheidung nachvollziehbar erscheinen lassen.

Das hätte man in Gelsenkirchen aber auch alles wesentlich einfacher haben können. All die Spekulationen der letzten Wochen, von Armin Veh, über Roberto Di Matteo, bis hin zu Stefan Effenberg, haben am Ende nur dazu geführt das Jens Keller das Arbeiten extrem erschwert wurde. Er hat die Prüfung, trotz all der ungünstigen Störfeuer gut bestanden. Das spricht für ihn.

So ganz scheint man sich seiner aber trotz der gestern verkündeten Vertragsverlängerung für die erste Mannschaft der Königsblauen aber doch nicht sicher zu sein. Sonst hätte man mit der Entscheidung nicht bis zum letzten Heimspiel der Saison gewartet.

Für mich hat das Hin- und Her der letzten Wochen einen Konflikt in der Schalker Führungsriege offenbart, welcher nie offen ausgesprochen wurde, der sich jedoch herauskristallisiert, wenn man die unterschiedlichen Aussagen der verschiedenen Beteiligten in den letzten Wochen und die Spekulationen über angebliche Einigungen und Absichtsbekundungen einmal zusammennimmt.

Ganz offensichtlich gibt es Kräfte in der Führungsriege, die unterschiedliche Vorstellungen und Überzeugungen von den Qualitäten eines Jens Keller und von der Zukünftigen Zugrichtung beim FC Schalke 04 haben.

Wie sonst wäre es zu erklären, dass Clubchef Clemens Tönnies schon vor Wochen in einer TV-Diskussion (Doppelpass) sagte, er wisse bereits wer der Trainer für die neue Saison sein, ohne dabei jedoch Namen zu nennen, kurze Zeit später jedoch die angebliche ‚Pflicht‘ eines Keller in die Öffentlichkeit kommt, unbedingt Platz 4 in der Liga erreichen zu müssen, da sonst ein Stefan Effenberg sein Amt übernehmen würde? All dies ergab wenig Sinn und ließ nur erkennen, dass große Teile des Vereins, zumindest doch größere Zweifel, an den Qualitäten des Jens Keller hatte und wohl auch noch immer irgendwo hat.

Der sportliche Erfolg der letzten Tage hat nun für Keller entschieden. Und das ist auch gut so, denn welcher der potentiellen Nachfolger hätte schon die große Mehrheit der Fans hinter sich gehabt? Der Markt gab derzeit wohl keinen Kandidaten her, der wirklich zum Club und den Fans gepasst hätte. Also lässt man Jens Keller zunächst weitermachen. Er hat es ja auch verdient. Allzu großer Sicherheit darf sich der ehemalige Stuttgart-Coach dabei allerdings nicht erfreuen. Bei den ersten Rückschlägen dürfte auch Keller rasch wieder in die Diskussion geraten.

Er hat jetzt seine Chance bekommen, welche er sich schwer erkämpft, am Ende aber auch sehr verdient hat. Dazu wünsche ich ihm auch als BVB-Fan viel Glück! Ganz ehrlich!

Es ist immer schön zu sehen, wenn sich ‚ehrliche Arbeiter‘ im Showgeschäft Bundesliga ihrer Qualitäten wegen durchsetzen können. Und sei es auch nur mangels allgemein akzeptierter besserer Alternativen.

2 Kommentare

Gut, dass der Effenberg-Witz nun gegessen ist.
Ich will nur nicht wissen, was dann wieder losgeht, wenn sie das Spiel gegen Freiburg versemmeln, wäre ja nicht das erste Mal und der Gegner ist stark und spielt mit viel weniger Geld einen sbolut überzeugenden Fußball.

@Martin: So richtig ich die Entscheidung pro Keller inzwischen auch finde, so treffsicher scheinen mir die Verantwortlichen wirklich jeden Fettnapf anzusteuern, der seit Dezember in der Trainerangelegenheit irgendwo herumsteht. Ungeschickter geht es kaum noch. Sollte Platz 4 in Freiburg nun wirklich noch verlorengehen, dann bin ich wirklich gespannt wer im Herbst in Gelsenkirchen auf der Trainerbank sitzt….

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