SPD-Bundestagskandidatur: Michelle Müntefering holt die absolute Mehrheit

Heute fällt die Herne SPD eine Vorentscheidung über der Direktkandidatur im Wahlkreis Herne/Bochum. Das würde keinen Menschen interessieren, wenn nicht Michelle Müntefering, die Frau des ehemaligen SPD-Vorsitzenden Franz Müntefering antreten würde und zwei Gegenkandidaten hätte. Aber auf die kommt es scheinbar auch nicht mehr an: Müntefering bekam eben 56 Prozent aller Stimmen. Die endgültige Entscheidung fällt ihn einer Woche. Die Chancen, dass die Erde bis dahin von einem Kometen zerschlagen wird sind größer als die Erfolgsaussichten von Münteferings Gegnern. Uwe Knüpfer, Ex-WAZ-Chef und heutiger Chefredakteur des SPD-Magazins Vorwärts, bekam 18 Stimmen.

7 Kommentare

Auch wenn das mit den Kitaplätzen in NRW noch nicht ganz so hinhaut – zumindest Frank Müntefering lässt kein Kind zurück!

Neben Vetternwirtschaft etabliert sich gerade soetwas wie eine Erbmonarchie als neue, wichtige Stütze Sozialdemokratischer Familienpolitik.

ich kann mir nicht vorstellen, dass die Gegenkandidaten noch profilloser sind als Frau Müntefering. Das wirkt schon stark danach, dass allein der Name zieht… Also egal aus welcher Partei, hab noch nie was gutes über sie gehört.

aber vielleicht ist es nur Neid, dass sie den Franz vom Heiratsmarkt weggefischt hat.

mit dem richtigen Namen geht alles in der SPD, siehe neben Frau Müntefering auch Frau Schröder-Köpf.

Nun, sie ist, so weit ich weiß, seit ihrer frühen Jugend durchgehend und engagiert in der SPD aktiv. Sie ist intelligent. Sie kann reden. Sie kommt insgesamt sehr sympathisch rüber und ich denke, dass sie immer schon Berufspolitikerin werden wollte.

Wofür sie politisch genau steht, weiß ich jedoch nicht. Aber sie hat den Willen zur Macht, und den braucht sie auch,wenn sie in einer Partei wie der SPD Einfluss gewinnen will. Den brauchen Politiker überhaupt und wer ihnen das vorwirft, hat schlicht keine Ahnung, was Politik real bedeutet.

Was qualifiziert Frau Müntefering?

Für ein politisches Mandat in der Kommune,im Land,im Bund gibt es keine objektiven Qualitätskriterien, an denen die Geeignetheit von Kandidaten für ein Mandat, z.B. hier von Frau Müntefering, gemessen werden könnte.

Ausbildung, bisheriges politisches Engagement, Ausübung politischer Ämter/Mandate, aber auch persönliche Eigenschaften wie Glaubwürdigkeit, Vertrauenswürdig, erscheinen mir bei Frau Müntefering hinreichend vorhanden, so daß ich aufgrund dieser Merkmale -keine objektiven Qualitätskriterien!- persönlich für mich registriere, daß danach nichts gegen sie spricht.
( Das gilt insbesondere mit Blick auf eine Vielzahl von Mandatsträgern im Landtag,im Bundestag, denen ich die genannten Merkmale nicht zurechnen kann.)

Frau eines altgedienten Bundespolitikers; spricht das gegen Frau Müntefering? Nein. Warum denn?

Daß dieser Fakt -Frau von…..- viele SPDler in Herne/Bochum in ihrer Entscheidung bewußt oder unbewußt, positiv oder negativ bezogen auf Frau Müntefering beeinnflußt haben wird bzw. -sh.Bochum-noch beeinflussen dürfte, ist anzunehmen. Ja, und?
Von welchen Einflüssen/Einflüsterungen/politsch-persönlichen Seilschaften, Intrigen, parteitaktischen Erwägungen, Proporzaspekten u.ä.mehr werden denn ansonsten solche Entscheidungsprozesse beeinflußt und in den Parteien, den Medien als Normalität hingenommen,obwohl ich sie allesamt, wenn wir über die “Geeignetheit” von Kandiaten für pol.Mandate diskutieren, ehe für fragwürdig und krititikwürdig halte als der Fakt “Ehefrau von……….”.

Also, die Nominierung der Frau von Franz Müntefering ist – naheliegend- für die Medien etwas Besonderes. Sie mag deshalb auch in der Bürgerschaft für ein größeres Interesse an einem Nominierungsverfahren sorgen als üblich;aber ansonsten?

Nichts, das aus meiner Sicht politisch außergewöhnlich , politisch in besonderen Maße kritikwürdig oder mit Blick auf eine akzeptable Mandatsausübung von vornherein fragwürdig erscheint.

Arnold Voss hat recht. Michelle Müntefering engagiert sich schon lange für die SPD. Sie wurde früh Mitglied des Landesvorstands der nordrhein-westfälischen Sozialdemokraten, seit acht Jahren. Da war die Beziehung mit Franz Müntefering überhaupt nicht absehbar.

Sie sitzt im Herner Stadtrat, ist seit geraumer Zeit stellv. Vorsitzende der Herner SPD. Und davor hat sie sich schon bei den Jusos engagiert.

Wer einem vorwirft, nach 13 Jahren ehrenamtlichen Engagements in der Politik eine Kandidatur für den Bundestag anzustreben, verkennt die Realität. Ich finde es im Übrigen auch gut, dass man zumindest für ein paar Jahre die “Ochsentour” auf sich nimmt. Man kann noch so oft fordern, dass mehr “Leute aus der Wirtschaft” in die Parlamente kommen. Die Beispiele der Praxis zeigen (siehe Berliner Senat), dass sich gerade diese “Experten” wie Greenhorns auf dem politischen Parkett bewegen. Man muss gewissen Drucksituationen standhalten können, außerdem ist die Kenntnis der Gemengelage in den Gliederungen der Parteien und der jeweiligen Vorfeldorganisationen wichtig.

Ganz wertfrei: Politisches Ehrenamt ist wie jedes andere Ehrenamt grundsätzlich begrüßenswert. Wer sich früh für die Gesellschaft engagieren will – das unterstelle ich Fr. Münterfering jetzt einmal ganz dreist -, sollte nicht so beschimpft werden.

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