Soll der BVB über die Saison hinaus mit Trainer Peter Stöger zusammenarbeiten?

BVB-Coach Peter Stöger. Foto: Robin Patzwaldt

Seine Bilanz liest sich eigentlich ganz ordentlich. In der Fußball-Bundesliga ist der BVB seit der Amtsübernahme von Cheftrainer Peter Stöger, der zwei Spieltage vor der Winterpause den Job von Peter Bosz übernahm, sogar noch komplett ungeschlagen. Nur im DFB-Pokal-Spiel bei den Bayern verloren die Dortmunder mit 1:2. Selbst in der Europa-League blieb man gegen Bergamo zweimal unbezwungen. So gesehen spricht aktuell eigentlich alles für eine langfristige Zusammenarbeit mit dem sympathischen Österreicher, über den Sommer 2018 hinaus, wenn der aktuelle Arbeitsvertrag des Coaches ausläuft.

Die Kehrseite: Wirklich attraktiver spielt der Klub unter Stöger nicht. Noch kein einziges Spiel war wirklich schön anzuschauen, oder gar spektakulär. Die von Jürgen Klopp damals ausgerufenen ‘Vollgasveranstaltungen’ sind rar geworden seit dieser Saison.

Glückliche Siege gegen Mainz, Hoffenheim, Hamburg, Köln, Mönchengladbach und Bergamo. Enttäuschende Remis gegen Freiburg, Wolfsburg, Berlin und nun auch am Montag gegen Augsburg, als der BVB nach einem unmotiviert erscheinenden Kick nicht über ein 1:1 hinauskam. Sicherlich, die ungewöhnliche Atmosphäre im halbleeren Stadion, wo die Fans ihren Unmut gegen die ungeliebten Montagsspiele kundtaten, mag ihren negativen Einfluss gehabt haben, auch wenn Stöger selber das nicht als Entschuldigung gelten lassen wollte nach der Begegnung.

Eine wirklich gute Entwicklung ist in der Ära nach Bosz bisher jedoch grundsätzlich nicht zu erkennen, auch wenn es Niederlagen bei den Schwarzgelben schon recht lange nicht mehr zu beklagen gibt.

Die Mannschaft spielt nun schon seit einer halben Saison weit unter ihren Möglichkeiten. Dass sie trotzdem inzwischen wieder auf Rang zwei in der Liga steht, somit die Erwartungen auf dem Papier voll erfüllt, sollte nicht darüber hinwegtäuschen. Zumal die auf dem Papier schwereren Spiele, die wo in der Hinrunde die Krise unter Bosz begann, jetzt erst noch anstehen. Der minimale Vorsprung auf die Verfolger droht damit schon in Kürze womöglich verspielt zu werden, wenn das Team jetzt nicht langsam mal die sprichwörtliche Kurve bekommt.

Zudem muss der Verein eigentlich schon jetzt darüber entscheiden, ob er mit Stöger auch die Planung für die neue Saison vorantreiben will, oder eben nicht. Die Trainerentscheidung erst nach Saisonende im Mai zu treffen wäre fahrlässig. Zumal der Trainermarkt aktuell überschaubar, um nicht zu sagen sehr eng ist. Dass auf diesem zudem noch immer der große FC Bayern vertreten ist, das dürfte die Lage ebenfalls nicht einfacher machen, wenn es um die Jagd auf einen guten Coach mit Entwicklungspotential geht, der den BVB über mehrere Jahre führen und spielerisch wirklich zurück zu alter Stärke führen kann.

Wie schwierig es ist einen tatsächlichen Erfolgstrainer zu finden, der die hohen Ansprüche in Dortmund tatsächlich erfüllt, dass hat der Klub ja erst im vergangenen Sommer selber miterlebt, als er sich von Pokalsieger-Trainer Thomas Tuchel trennte. Denn mit Bosz griff man offenkundig ja nicht gerade in den Glückstopf, was man in einem sportlich arg bitteren Herbst auf die harte Tour realisieren musste.

Ist Stöger daher vielleicht nicht die Ideallösung, aber vielleicht doch der derzeit schlicht bestmögliche Kandidat? Einiges deutet darauf hin in diesen Tagen, zumal der vielfach kolportierte Wunschkandidat Julian Nagelsmann mit seiner TSG Hoffenheim ja ebenfalls nicht gerade in einer Erfolgsphase steckt.

Wer also wäre mit einer hohen Wahrscheinlichkeit deutlich besser geeignet für den BVB als Jobinhaber Stöger? Diese für die nächsten Jahre der Vereinsentwicklung unbestritten sehr entscheidende Frage wird aktuell sicherlich auch in den Büros der BVB-Bosse intern heiß diskutiert werden. Klarheit sollte bald herrschen. Auch in der Öffentlichkeit. Denn sonst verfolgt das Thema den BVB noch in den entscheidenden Wochen der Runde.

8 Kommentare

Robin,
ich habe den Eindruck, daß der BVB primär kein Trainerproblem hat, sondern ein "Mannschaftsproblem" , und das heißt für mich vor allem, daß es den meisten (?)) Spielern an der Fähigkeit zu mangeln scheint, im Spiel von der ersten bis zur letzten Minute hochkonzentriert und mit allen verfügbaren Kräften um den Sieg zu kämpfen.
Ich habe bezüglich dieser Mängel hier bei den Ruhrbaronen schon 'mal vergleichend auf die Spieler des FCB hingewiesen, nicht wegen ihrer allesamt international hochklassigen spielerischen Qualitäten, sondern deshalb, weil sie im Regelfall alle(!) beweisen,, daß sie fähig und willens sind, ein Spiel unbedingt gewinnen zu wollen, z.B. auch mittels einer verbissene und oftmals auch sehr harten Zweikampfführung (von Kimmich bis Ribery, von Alaba bis Robben, von Hummels bis Lewandowsky, ganz zu schweigen von z.B. Martinez und Vidal.

Wenn die von mir wahrgenommenen Mängel im BVB-Kader "typen-bedingt" sein sollten,, wenn sie mit charakterlichen Eigenschaften der einzelnen Spieler zu tun haben , dann kann ein Trainer diesen Mangel nicht beseitigen. Er kann sich lediglich darum bemühen, seine negativen Folgen für das Spielgeschehen zu minimieren.
Letzteres, so scheint mir, gelingt Stöger .Mehr ist eben mit dieser Truppe nicht zu machen. Ich habe jedenfalls die Hoffnung aufgegeben, daß es in dieser Spielzeit noch zu einer nennenswerten hen Leistungssteigerung der Mannschaft kommen kann.
Derzeit hat es ja nach wie vor den Anschein, daß es für den BVB trotzdem zu einer Platzierung unter den ersten 6 reichen könnte, ja sogar zu einer Platzierung auf Rang 2 bis Rang 4, weil….? Weil die BVB- Konkurrenz -hinter dem FCB -sich nicht vom schwächelnden, richtigerweise vom schwachen BVB abzusetzen vermag.

Wer trägt für die Zusammensetzung dieses Kaders , also für Spieler mit den von mir umschriebenen Mängeln, die Verantwortung? Stöger jedenfalls nicht.

"Neujustierung des Kaders für die Spielzeit 2o18/2o19", wie von Watzke angekündigt? In Verantwortung durch wen?
Derzeit (!) sehe ich keine Gründe dafür, daß Stöger nicht fähig sein könnte, zur angekündigten Neujustierung der Mannschaft ganz wesentlich positiv beizutragen und diese neujustierten Mannschaft dann in der Spielzeit 2o18/2o19 auf den Plätzen 3 bis 4 zu platzieren.

PS
Gelegentlich "träume ich davon", was sein könnte, wenn…..?

Wenn "unser" BVB z.B. "zählen könnte" auf ……

Hummels, Gündogan, Mickitarian, Auba, Lewandowsky ,Dembele…..

und auf Klopp oder Tuchel als Trainer.

Die Realität zwingt mich dann immer sehr schnell zu der Einsicht, daß die Finanzkraft des BVB dem entgegensteht. "Unser" BVB ist nun 'mal in Europa -den FCB eingeschlossen- bezogen auf seine finanziellen Möglichkeiten nur noch zweite Wahl. Das schließt nicht aus, wenn die "richtigen Typen" die Mannschaft prägen, das sie in der Bundesliga weiterhin "oben mitspielen" , dann und wann auch in der Champ.lig es z.B. ins Achtelfinale schaffen und in Deutschland gelegenlich den FCB besiegen und den Pokal gewinnen kann.

Ich versuche seit einigen Wochen mir das Alles immer wieder bewußt zu machen, wenn ich mich über "die Gurkerei" der Mannschaft ärgere. Wann hat es zuletzt ein Spiel gegeben, wo "man" als Fan unabhängig vom Ergebnis begeistert sein konnte von der gebotenen Leistung der Mannschaft?

Die Truppe spielt weiterhin unmotiviert, ideen- und kreativlos, in Abwehr und defensivem Mittelfeld fehlerbehaftet wie ein Liga-3-Team und mit vielen individuellen Schwächen in den einfachsten Disziplinen wie z.B. Ballannahme oder Standards. Das "Durchbeißen" einer frühen Führung gelingt weiterhin nur mit viel Glück und die Gegner haben alle Optionen, um uns mit ausreichend Druck zum teilweise erschreckend offenen Scheunentor werden zu lassen.

Wenn sich das mit konstant guten Leistungen von u.A. Reus und demnächst wieder Philipp bis zum Saisonende bessert, könnte man nochmal neu drüber nachdenken. So aber, als Momentaufnahme, sehe ich Stöger nä. Saison überall, aber nicht bei uns.

Was passiert denn, wenn die SGE am Sonntag ihre beeindruckende Auswärtsserie fortsetzt? Ich bin jedenfalls vorsichtig optimistisch, auch wenn Dortmund weiß Gott nicht zu den beliebtesten Reisezielen der Riederwälder zählt. Auf jeden Fall ein Duell auf (Punkt) Augenhöhe Wenn mir das einer vor Saisonbeginn erzählt hätte….

Was dann passiert? Nix. Der BVB startet jetzt in die Phase, die Trainer Bosz am Ende den Job gekostet hat. Jeder Punkt den der BVB da nun mehr holt als in der Hinrunde ist aus meiner Sicht ein Gewinn.

Robin,
zum ersten Male seit langer Zeit war ich wieder mit der Leistung der Mannschaft , die sie in Leipzig gezeigt hat, zufrieden.

(Spielerisch gab es jedenfalls dann und wann wieder gute Szenen. Es wurden Zweikämpfe gesucht und gewonnen! Bis auf Pisczek hat mich sogar die von mir in letzter Zeit stets massiv kritisierte Abwehr überzeugt. Von den übrigen Spielern sind mir mit relativ schwachen Leistungen "nur" eut Weigel und Götze aufgefallen. Haben wir niemand für "hinten rechts", solange Piczek formschwach ist? Götze in seiner momentanen Form läßt sich m.E. problemlos ersetzen.)

Die Leistung in Leipzig wird das Selbstbewußtsein der Mannschaft stärken können. Wenn das gelingt, kann sie bis zum Saisonende noch für positive Überraschungen sorgen – im Kampf um die Plätze 2 -4.
Und gegen Frankfurt?
Die Eintracht gehört zu den taktisch sehr diszipliniert spielenden Mannschaften, vor allem aber zu den zweikampfstärksten der Liga , und -nach meiner Erinnerung- besetzt sie in Sachen Gelbe Karten ebenfalls einen Spitzenplatz. Mit solchen Mannschaften tut sich der BVB bekanntlich schwerer als gegen spielstarke wie Leipzig.
Wenn Thomas Weigle -3- mit Blick auf die Begegnung des BVB gegen die Eintracht von Augenhöhe spricht, dann stimme ich dem zu, allerdings mit einer Differenzierung:
Wenn der BVB an die Leistungen in Leipzig anknüpfen , diese sogar noch zu steigern fähig wäre, dann scheint mir die Mannschaft des BVB spielerisch deutliche Vorteile gegenüber der Eintracht zu haben.
Wenn die Eintracht ihrerseits wie gewohnt die taktische Disziplin über 9o Minuten hochhalten kann, wenn sie wie immer intensiv Zweikämpfe sucht und diese mehrheitlich gewinnt -dabei immer hart am Rande gelber/roter Karten agierend-, dann kann man diesbezüglich bei ihr Vorteile gegenüber dem BVB ausmachen.
Insofern spricht in der Tat Einiges dafür, insgesamt von einer Begegnung auf Augenhöhe sprechen zu können.

Robin,
ja, es wird sich jetzt zeigen müssen , und zwar in der Summe der insgesamt noch ausstehenden 1o Spiele , also nicht nur gegen Frankfurt, sondern z.B. auch gegen g, SO4 und den , FCB), ob die Mannschaft endlich konstant zu Leistungen fähig ist, die für einen Champ.lig-Platz reichen. Bis zu Leipzig – Spiel war ich diesbezüglich sehr, sehr skeptisch. Nunmehr bin ich "guter Hoffnung". Die könnte aber bei mir ganz schnell wieder verschwinden, wenn es gegen Salzburg erneut zu spielerisch indiskutabel schwachen Auftritten kommt wie in den letzten Wochen gegen…………

PS
S04, BVB, die Eintracht. Leipzig und andere in der Champ.lig?
Mit Blick auf die Finanzen ist das -selbstverständlich- ein sehr, sehr lohnendes Ziel.
Mit Blick auf das Leistungsvermögen der aktuell besten 18 in der Champ.lig sind die genannten Spitzenvereine der Bundesliga für die Champ.lig nur "bedingt geeignet" (Vorrunde und Ende.)

1:2
Robin,
sh. letzter Satz im vorletzter Absatz unter -5- (vor dem PS)..
Warum dieser "Rückfall"?

Und nun:
Gegen die Eintracht!
Und dann Salzburg -Aus in der Euro-lig?

Es gibt leider berechtigten Anlaß, für den Rest der Spielzeit "Schlimmes" zu befürchten.
Oder "Gutes" ? Platz 6/7?

Tja, Walter. Das war nix heute. Bitterer Abend. Sehr viele unbefriedigende Leistungen zuletzt, auch wenn es erst die erste Niederlage 2018 war. Richtig gute Spiele gab es aber eben auch noch nicht. Und die starken Gegner kommen jetzt in den nächsten Wochen alle noch.

Tja, da hilft wohl nur noch eine Klinikpackung Antidepressiva und eine Großpackung Tempo am Sonntag.
Meine Güte, hänge ich mich da weit aus dem Fenster, hoffentlich geht`s gut für die SGE und mich aus.

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