Solidarität in Dortmund funktioniert bündnisübergreifend

Nazis drohen Dortmunder Politikern
Nazis drohen Dortmunder Politikern

Einen Tag vor Weihnachten, heute am 23.12.2013, demonstrierten 150 Menschen gegen die Nazikundgebungen vor den Häusern Dortmunder Lokalpolitiker.

Auf der Karl Liebknecht Straße fand sich ein städtisches Bündnis von DSSQ über auswärtige Autonome und Parteijugenden ein. Das Fronttransparent forderte „Rechte Gewalt unmöglich machen. Den antifaschistischen Selbstschutz organisieren“.

Nach wievor ist es in Dortmund für Nazis möglich, außer Hörweite zu demonstrieren und ihre Hetze einer begrenzten Öffentlichkeit zu unterbreiten.

Daher waren einige Demonstranten relativ schnell am Nazikundgebungsort, einer Gartenanlage, um mit Trillerpfeifen und der eigenen Stimme den Nazi-Rednern etwas entgegen zu setzen.

Birgit Rydlewski, Landtagsabgeordnete der Piratenpartei, war als persönlich Betroffene der Nazi-Problematik als Anmelderin der Demo und Ansprechpartnerin vor Ort.

David Grade, Mitglied des Vorstands der Piratenpartei, sagte dazu: „Zuallererst demonstrieren wir heute gegen rechts, das heißt gegen Menschen, die anderen Menschen durch ihr Weltbild das Lebensrecht versagen. 2. Zeigen wir Solidarität mit der Person Birgit Rydlewski, die Einschüchterungen gegen sie müssen endlich ein Ende haben.“

Auch die Grüne Jugend Dortmund bekundete ihren Zuspruch für alle Betroffenen von Nazi-Gewalt, Terror und Bedrohungen. Die GJ wolle weder einen SS Siggi noch einen Dennis Giemsch als Lokalpolitiker im Stadtrat. Allerdings ließ sie ausrichten, dass Brücki (Michael Brück, Jura-Student in Bochum, Vorstand die Rechte) der mit Abstand niedlichste Nazi in ganz NRW sei.

Die Linksjugend Dortmund verortete sich als Teil des Dortmund stellt sich Quer Bündnis und bekundete die Freude darüber, dass soviele Menschen sich eingefunden hätten, um gegen Faschismus und rechte Gewalt zu demonstrieren.

Eine Frau von DSSQ bezog sich auf Artikel 13, GG. Faschisten dürfen nicht vor Wohnungen demonstrieren und die Polizei muss die betroffenen Menschen schützen.

Alles in allem war es eine riesige Blamage für die Dortmunder Naziszene. Trotz gutem Wetter fanden sich nur 50 Menschen ein, um Dortmunder Lokalpolitiker einzuschüchtern. Nach der Pleite bei der Bundestagswahl ein weiterer Schlag ins Gesicht der Rechten.

7 Kommentare

Hallo!
Wenn es keinen Stress gibt, war die örtliche autonome Antifa also gar nicht da – meinen zumindest die Ruhrnachrichten (http://www.ruhrnachrichten.de/staedte/dortmund/44141-Gartenstadt~/Keine-Auseinandersetzungen-100-Gegner-demonstrieren-gegen-wenige-Neonazis;art930,2229882) 😉
Aber wen meint Ihr mit den auswärtigen Autonomen?! Das suggeriert, dass die Dortmunder Antifa gar nicht vor Ort gewesen sei, was einen etwas schiefen Eindruck erzeugt, der leider in Richtung RN-Artikel geht.
Der erste Aufruf zur Unterstützung kam von der AA170 am 17.12.: http://aa170.noblogs.org/post/2013/12/17/gemeint-sind-wir-alle-keine-nazikundgebung-am-23-12-in-dortmund/
Und wir haben heute von vor Ort berichtet: https://twitter.com/amzdo

In diesem Sinne:
http://monsters.bildungsmafia.de/bilder/20110924papstdemo/DSC_0001.jpg

Also. Ich habe die Menschen, die ich als autonom wirkend bezeichnen würde, gefragt ob sie zu einem Statement bereit wären (mit Pseudonym), aber irgendwie hatte keiner Bock.
Dann wurde mir gesagt, die Antifas, die außerparteilich organisiert sind, seien eher aus dem Umland.
Da ich aus Bochum komme, habe ich da keinen Überblick.
Freut mich aber, wenn die Autonomen aus Dortmund auch da waren.
Bis zum nächsten mal. Alerta!
PS: Den RN Vergleich finde ich unpassend, wir outen schließlich keine Nazi-Gegner, indem wir unverpixelte Bilder online stellen 😉

@#1 | amzdo:

Das verlinkte Bild von der “Papstdemo” find ich mehr als unpassend. Ihr kennt wohl nicht das unsägliche “Gott mit uns” der Wehrmacht ? Unfassbar…

*Daumen runter*

@Bochumer: hab ich einen Hammer, seh ich überall Nägel? Sprachlich besteht da ein ziemlicher Unterschied und ich glaub auch nicht, dass das ironisch gemeint war von der Wehrmacht.

Aber sag mal: wie ist denn dein Humor?

Hey lieber Bochumer,

1. Du beziehst dich als »Bochumer« affirmierend auf die Stadt Bochum, die zur Nazizeit Verwaltungssitz des NS-Gaus Westfalen-Süd war. – Unaussprechlich find ich diese Art Geschichtsvergessenheit …
2. *Daumen runter* hast zum einen historisch falsch aufgefasst, denn »Daumen hoch« war das eigentliche Todesurteil (http://www.pm-magazin.de/a/war-%C2%BBdaumen-runter%C2%AB-fr%C3%BCher-das-todesurteil), zum anderen verwendest du damit Machtformeln einer Hegemonialmacht. – Unsäglich!

Alles höchst anprangernswert!

Autonome hin oder her, dass lässt sich doch leicht recherchieren wer da gewesen sein muss oder auch nicht, wenn man sich ein wenig schickt kommt man schnell zu dem Ergebnis das die “autonomen” Dortmunder Antifas alle dahin mobilisiert haben. Das Transpi war 2012 ganz vorne auf einer Demo in Dortmund Dorstfeld welche von den hiesigen Antifas organisiert wurde. Das nicht alle leute bock haben Interviews zu geben ist doch wohl auch klar. Ist ja auch keine Pressekonferenz gewesen sondern eine anti-nazi Aktion!. So Interviews haben halt auch immer viel mit Selbstdarstellung zu tun… >”Michi” der niedlichste Nazi NRW´s<. was ein Müll alleine das zeigt wie sehr sich scheinbar die grüne Jugend mit dem Thema auseinandersetzt… Kein bisschen lustig, kein bisschen informativ.

Ansonsten super Tag und die Überschrift passt, wird sich zeigen was die Ober Antifas von SPD und Co. aus dem Tag ziehen und ob auch bündnisübergreifend blockiert werden kann oder ob das die wieder die bösen autonomen "von ausserhalb" machen müssen und dann von den Cops auf die Fresse kriegen.

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