Solar wird es finsterer – Kunden können profitieren

Foto: Flickr.com / energy.center

Mir ist aufgefallen, dass eigentlich kein Unternehmen aus der Solarbranche eine Prognose über das Jahr abgeben will. Nicht einmal der erfolgsverwöhnte Chef der Solarworld AG aus Bonn, Frank Asbeck. Nach den Rekorden der vergangenen Jahre ist das seltsam. Doch bei näherer Betrachtung der Lage wird die reservierte Vorsicht verständlich. Denn tatsächlich stehen der Solarbranche in Deutschland unruhige Zeiten ins Haus. Sinkende Erlöse und ein Überangebot fertiger Solarzellen zwingen die ersten Unternehmen in die Verlustzone oder sogar in die Zahlungsunfähigkeit. Die Branche selbst spricht von einem Verdrängungswettbewerb, den vor allem die großen Unternehmen zur Absicherung ihrer Marktmacht nutzen könnten.

Eines der ersten Unternehmen aus der Branche, das wegen fehlender Kapitaldecke aufgeben musste, ist die City Solar AG aus Bad Kreuznach. Seit Ende Januar steht die Firma unter Kontrolle eines Insolvenzverwalters. Als Grund für die Pleite nannte City-Solar-Vorstandschef Steffen Kammler den Einbruch des spanischen Geschäftes. Neue Einspeiseverordnungen für Sonnenstrom hätten dort den Markt implodieren lassen. Der Export auf die iberische Halbinsel sei nicht mehr möglich. Zudem hätten mehrere Großanlagen mit einer Kapazität von über 30 MW immer noch nicht die Erlaubnis erhalten, ins Netz geschaltet zu werden. „Die Entwicklung in Spanien ist an uns nicht vorbeigegangen“, sagte Kammler. Ein Problem, auf das sich alle Solarunternehmen in Deutschland einstellen müssen. Die Finanzkrise hat den Export auf die iberische Halbinsel nahezu unmöglich gemacht – dabei war Spanien bis vor wenigen Monaten der größte Importmarkt der Welt. Für die Konzerne hat das Folgen: Nach einer jahrelangen Phase teils zweistelliger Kursgewinne an den Börsen muss nun heftige Verluste einstecken. Solarwerte verloren seit Herbst bis zu 80 Prozent.

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Mir ist aufgefallen, dass eigentlich kein Unternehmen aus der Solarbranche eine Prognose über das Jahr abgeben will. Nicht einmal der erfolgsverwöhnte Chef der Solarworld AG aus Bonn, Frank Asbeck. Nach den Rekorden der vergangenen Jahre ist das seltsam. Doch bei näherer Betrachtung der Lage wird die reservierte Vorsicht verständlich. Denn tatsächlich stehen der Solarbranche in Deutschland unruhige Zeiten ins Haus. Sinkende Erlöse und ein Überangebot fertiger Solarzellen zwingen die ersten Unternehmen in die Verlustzone oder sogar in die Zahlungsunfähigkeit. Die Branche selbst spricht von einem Verdrängungswettbewerb, den vor allem die großen Unternehmen zur Absicherung ihrer Marktmacht nutzen könnten.

Eines der ersten Unternehmen aus der Branche, das wegen fehlender Kapitaldecke aufgeben musste, ist die City Solar AG aus Bad Kreuznach. Seit Ende Januar steht die Firma unter Kontrolle eines Insolvenzverwalters. Als Grund für die Pleite nannte City-Solar-Vorstandschef Steffen Kammler den Einbruch des spanischen Geschäftes. Neue Einspeiseverordnungen für Sonnenstrom hätten dort den Markt implodieren lassen. Der Export auf die iberische Halbinsel sei nicht mehr möglich. Zudem hätten mehrere Großanlagen mit einer Kapazität von über 30 MW immer noch nicht die Erlaubnis erhalten, ins Netz geschaltet zu werden. „Die Entwicklung in Spanien ist an uns nicht vorbeigegangen“, sagte Kammler. Ein Problem, auf das sich alle Solarunternehmen in Deutschland einstellen müssen. Die Finanzkrise hat den Export auf die iberische Halbinsel nahezu unmöglich gemacht – dabei war Spanien bis vor wenigen Monaten der größte Importmarkt der Welt. Für die Konzerne hat das Folgen: Nach einer jahrelangen Phase teils zweistelliger Kursgewinne an den Börsen muss nun heftige Verluste einstecken. Solarwerte verloren seit Herbst bis zu 80 Prozent.

Die Krise setzt sich in diesem Jahr ungebremst fort. Michael Toppeiner, Analyst der UniCredit für das Geschäft mit Alternativen Energien sagt: „Wir haben ein fürchterliches erstes Quartal erlebt.“ Neben der Krise in Spanien habe es aufgrund der Witterung habe es kaum Absätze gegeben. Die Lager seien voll. Es müsse damit gerechnet werden, dass viele Unternehmen ihre Produktion drosseln müssen und Verluste machen.

Das Bild wird bei einem Blick in die Bilanzen der Solarfirmen bestätigt. Die Bonner Solarworld hat in ihrem Konzernabschluss den Wert der Vorräte bei einer Bilanzsumme von 2 Mrd Euro mit auf 500 Mio Euro beziffert – nach rund 350 Mio im Vorjahr. Ähnlich das Bild bei Q-Cells: auch hier wurden im Jahresabschluss 2008 Vorräte im Wert von 216 Mio ausgewiesen. Im Jahr zuvor lag dieser Wert noch bei 94 Mio Euro. Doch auch diese Zahlen sagen nur die halbe Wahrheit. In den ersten Monaten des Jahres wurden kaum Module verkauft. Das bedeutet: Die Vorräte sind noch weiter angeschwollen. Ein Sprecher von Q-Cells mir sagte, die Produktion neuer Anlagen werde „gestreckt“ und der Nachfrage angepasst. Zudem werde der Ausbau einer geplanten neuen Fabrik in Asien „verlangsamt“. Noch beeindruckender sieht es bei kleineren Unternehmen wie der Konstanzer Sunway AG aus. Das Unternehmen musste bei einem Umsatz von 260 Mio Euro einen Verlust von 2 Mio Euro melden. Die liquiden Mittel schmelzen zusammen, gleichzeitig sind die Vorräte mit 48 Mio Euro hier höher als das Konzerneigenkapital von 41 Mio Euro.

Beim Berliner Modulhersteller Solon wird mittlerweile unter Analysten vor allem darüber diskutiert, wie lange das Bargeld noch reicht. Bei einem Umsatz von 815 Mio Euro wurde zwar zum Jahresende ein Buchgewinn von 55 Mio Euro vor Steuern ausgewiesen. Aus dem laufenden Geschäft flossen jedoch gleichzeitig 85 Mio Euro ab. Das Geld wird knapp: Solon wies nur noch einen Bargeldbestand von 4,5 Mio Euro aus.

Aufgrund der Zahlen sehen sich nur noch wenige Unternehmen in der Lage konkrete Prognosen abzugeben. Weder Solon noch die Solarworld AG sind dazu bereit. „In den kommenden zwölf Monaten erleben wir ein knallhartes Marktspiel“, sagt WestLB-Analyst Peter Wirtz. Er rechnet damit, dass gerade finanzschwache Unternehmen vom Markt verschwinden werden. Diese könnten weder die Vorteile einer Massenproduktion nutzen, noch hätten sein genug Eigenkapital um im anstehenden Preiskampf mitzuhalten. Wirtz. „Die Großen werden größer, die Kleinen haben ein Problem.“

Besonders Unternehmen wie die Masdar PV sehen in der Krise ihre Chance gekommen. Hinter der Firma steckt ein Staatsfonds des Emirates Abu Dhabi, das gerade auch bei Daimler eingestiegen ist. Der Geschäftsführer des Unternehmens, Rainer Gegenwart, baut derzeit eine Fertigung in Erfurt auf. Er sagt: „Die Preise waren bislang zu hoch. Deswegen konnten auch ineffiziente, ältere Anlagen wirtschaftlich arbeiten." Diese Betriebe würden nun aussortiert. Mit einer starken Eigenkapitalbasis will Gegenwart bis Ende des Jahres in Produktion gehen. "Der überhitzte Markt wird momentan auf ein vernünftiges Maß zurückgefahren."

Für die Verbraucher hat die Lage etwas Gutes. Überkapazitäten und volle Lager sorgen für einen Preisverfall in Deutschland. „Der Druck ist enorm“, sagte ein Q-Cells-Sprecher. Im Endkundengeschäft hätten die Preise für je installiertes Watt um bis zu 30 Prozent nachgegeben. Im Markt wird berichtet, erste Module würden für zwei Euro je Watt Leistung angeboten. Bislang waren drei Euro üblich. Aufgrund der niedrigen Preise werde es für Investoren deshalb immer attraktiver Anlagen aufzubauen, berichtet UniCredit-Analyst Toppeiner. Die Erträge sind durch das Erneuerbare Energien Gesetz garantiert. Je nach Anlage liegen sie zwischen 32 und 43 Cent pro eingespeiste Kilowattstunde. Die Nachfrage wird also steigen. „Es ist nur offen, wie stark die Nachfrage steigt“, sagt Toppeiner. Und davon hänge es ab, ob die frischen Investitionen ausreichen, die gesamte Branche zu stabilisieren.

Solarworld-Chef Frank Asbeck setzt deshalb jedenfalls lieber auf den langen Trend. Und der sieht nach wie vor blendend aus. Angetrieben von neuen Förderungen in den Vereinigten Staaten werde sich der Markt im zweiten Halbjahr erholen. Und das Entscheidende sei sowieso die so genannte Netzparität. Wenn die Stromerzeugung aus Sonnenlicht genauso teuer sei, wie der Strom aus der Steckdose, lohne es sich für alle Privatleute, sich ein kleines Kraftwerk auf das Dach zu stellen. Wann genau es soweit sein wird, ist nun die große Frage. Die optimistischen Schätzungen der Industrie sehen den Durchbruch in sonnengünstigen Ländern schon in weniger als fünf Jahren.

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