Sky will weiterhin die Heimat der Champions League sein

Der Bezahlsender Sky wird künftig weniger Spiele zeigen. Foto: Sky

Der Pay TV-Sender Sky lud gestern anlässlich der Champions League-Auslosung zu einer Pressekonferenz. Ab dieser Saison wird sich einiges ändern, u.a. wird es zwei verschiedene Anstoßzeiten geben. Aber nicht nur am Wettbewerbsformat hat die UEFA gearbeitet, auch bei den Übertragungsrechten gibt es einige Neuerungen.

Erstmals werden keine Spiele der Königsklasse mehr im Free TV übertragen. Einzige Ausnahme: Sollte eine deutsche Mannschaft das Finale erreichen, wird das Spiel im Free TV, nämlich auf Sky Sport News HD, gezeigt.

„Alle Spiele, alle Tore“ gibt es nur in der Konferenz

Hinzu kommt, dass Sky und DAZN sich die Übertragungsrechte für die Champions League ab dieser Saison teilen. Ähnlich wie bei der Bundesliga wird ein Sky-Abo nicht reichen, um tatsächlich „alle Spiele, alle Tore“ des internationalen Wettbewerbs live und in voller Länge zu sehen. Der Werbeslogan bezieht sich darauf, dass sämtliche Spiele in der Konferenz beinhaltet sind. Sky rechtfertigt das damit, dass 80 % der Kunden nur die Konferenz und das Top-Spiel sehen wollten und mit dem Angebot des Bezahlsenders nach wie vor gut bedient seien. „Die Heimat der Champions League ist und bleibt Sky“, behauptete der Moderator Sebastian Hellmann. Zudem versuche man, alle Kundensegmente abzudecken. Wer sich nicht langfristig vertraglich binden wolle, habe die Chance, sich Tages-, Wochen- und Monatstickets zu kaufen.

Doch natürlich wurde auch über Fußball gesprochen. Die Sky-Experten Erik Meijer und Christoph Metzelder waren sich einig, dass der FC Bayern sich ohne Wenn und Aber den Gruppensieg sichern muss. Meijer hob besonders das Aufeinandertreffen der Bayern mit Ajax Amsterdam als interessante Partie hervor. Am 6. und letzten Spieltag der Gruppenphase kommt es zu dieser Begegnung, die als eines von zwölf Gruppenspielen mit deutscher Beteiligung live und exklusiv auf Sky übertragen wird.

Meijer lehnte sich weit aus dem Fenster und prognostizierte, dass der FC Liverpool, für den er selbst in seiner aktiven Laufbahn gespielt hat, die Champions League gewinnt. Zwar war auch Metzelder der Meinung, dass die „Reds“ weit kommen können, ganz so optimistisch wie sein Kollege war er dann allerdings doch nicht.

Natürlich ließen wir uns die Chance nicht nehmen, Christoph Metzelder ein paar Fragen zu stellen. Schließlich hat der ehemalige Nationalspieler einen Großteil seiner Karriere im Ruhrgebiet verbracht und ist einer der wenigen Fußballer, die sowohl für Schalke als auch für den BVB gespielt haben. Metzelder betonte, dass beide Klubs gute Transfers getätigt hätten und auf dem richtigen Weg seien. Die Dortmunder müssten Wiedergutmachung für die vergangene Saison betreiben, doch Favre traue er zu, den Umbruch zu gestalten. Auch, dass Schalke an den Erfolg der Vorsaison anknüpfen kann, hält der ehemalige Innenverteidiger trotz der Abgänge von Leistungsträgern wie Kehrer und Goretzka für möglich.

Dass die Frankfurter Eintracht, die nach Jahren der Europapokal-Abstinenz nun wieder international spielt, ein ähnliches Schicksal ereilen könnte wie die Kölner in der Vorsaison, glaubt Metzelder nicht. „Ich glaube, das Problem fängt da an, wo man es thematisiert. Köln ist nicht wegen der Doppelbelastung abgestiegen, auch die hohe Zahl der Verletzten hatte dort eher andere Gründe. Wenn man vor dem ersten Gruppenspiel 0 Punkte in der Liga hat, dann liegt das nicht an der Doppelbelastung“, so Metzelder.

Schon bei der Pressekonferenz hatte er betont, es müsse der Anspruch des deutschen Fußballs sein, sich nach einer verkorksten CL-Saison und dem blamablen Vorrundenaus bei der WM international zu rehabilitieren. Die Chancen, dass das gelingt, stehen gut: Erstmals sind vier deutsche Teams in der Gruppenphase der Champions League vertreten. Da sich RB Leipzig in letzter Minute in den Europa League-Playoffs gegen Sorja Luhansk durchsetzen konnte, sind wettbewerbsübergreifend noch alle sieben Klubs aus Deutschland im Rennen, was sich schon jetzt positiv auf die UEFA-Fünfjahreswertung auswirkt.

4 Kommentare

„alle Spiele, alle Tore“ klingt gut. Spannend ist dann aber, wie viele Zuschauer wirklich die Spiele ohne dt. Beteiligung schauen.
Selbst in der Bundesliga werden zeitweise Zuschauerprognosen bekannt, die eher gegen die wirtschaftliche Übertragung aller Spiele sprechen.

Ich begrüße es, dass die Zwangs-TV-Gebühren nicht noch stärker für Fußball belastet werden.

Hier mal als Info der Übertragungsplan von Sky:

>> 18:55 Uhr – 2-Spiele-Konferenz mit jeweils bis zu 50 Minuten eines deutschen Teams
>> 21:00 Uhr – 6-Spiele-Konferenz mit jeweils bis zu 30 Minuten eines deutschen Teams

1. Spieltag
Dienstag, 18.09.2018, 21:00 Uhr FC Brügge – Borussia Dortmund
Mittwoch, 19.09.2018, 21:00 Uhr Benfica Lissabon – FC Bayern München

2. Spieltag
Dienstag, 02.10.2018, 18:55 Uhr TSG 1899 Hoffenheim – Manchester City
Mittwoch, 03.10.2018, 21:00 Uhr Borussia Dortmund – AS Monaco

3. Spieltag
Dienstag, 23.10.2018, 18:55 Uhr AEK Athen – FC Bayern München
Mittwoch, 24.10.2018, 21:00 Uhr Borussia Dortmund – Atlético Madrid

4. Spieltag
Dienstag, 06.11.2018, 21:00 Uhr FC Schalke 04 – Galatasaray Istanbul
Mittwoch, 07.11.2018, 21:00 Uhr FC Bayern München – AEK Athen

5. Spieltag
Dienstag, 27.11.2018, 21:00 Uhr FC Bayern München – Benfica Lissabon
Mittwoch, 28.11.2018, 21:00 Uhr Borussia Dortmund – FC Brügge

6. Spieltag
Dienstag, 11.12.2018, 18:55 Uhr FC Schalke 04 – Lokomotive Moskau
Mittwoch, 12.12.2018, 21:00 Uhr Ajax Amsterdam – FC Bayern München

Der Rest wird demnach von DAZN übertragen – für uns Schwatzgelbe leider auch das wahrscheinlich wichtigste und entscheidende Rückspiel gegen Athletico:-( Dass Schalke von Sky etwas, sagen wir mal, "zurückgesetzt" wird, entspricht aber wohl mehr der nationalen und internationalen Fan- und Zuschauergunst;-))

Mein persönliches Interesse konzentriert sich in Sachen Fußball auf die Bundesliga. Champions League schaue ich nicht immer. Man will ja nicht sieben Tage in der Woche abends Fußball 'glotzen'. Insofern kann ich mit der neuen Regelung ganz gut leben.

Robin, mir hätte ja in der Gruppenphase auch das letzte Spiel gegen Athletico gereicht – aber nicht dann, wenn der Verbraucher genötigt wird, sich allein für dieses eine Spiel noch ein zusätzliches Abo zu besorgen:(

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