Update: Sicherheitsbedenken? Stadt Dortmund sagt Veranstaltung mit Islamkritiker Hamed Abdel Samad ab

Hamed Abdel Samad Foto: Freud/GNU-Lizenz
Hamed Abdel Samad Foto: Freud/GNU-Lizenz

Am 23. September sollte der Publizist Hamed Abdel-Samad in der Reihe “Talk im DKH” im Dietrich Keuning Haus in Dortmund auftreten. Nach Informationen dieses Blogs ist sie nun  kurzfristig abgesagt werden.

Hamed Abdel-Samad gehört zu den bekanntesten Publizisten Deutschlands: Zusammen mit Henryk M. Broder tourte er für die fünfteilige TV-Serie „Entweder Broder – Die Deutschland-Safari“ durch das Land, seine Bücher wie Der Untergang der islamischen Welt. Eine Prognose, Der islamische Faschismus und Mohamed – Eine Abrechnung waren Bestseller. Abdel-Samad kritisiert den Islamismus scharf und er weiß, worüber er redet: In seiner Jugend war der gebürtige Ägypter Mitglied der Muslimbrüder. Am 23. September sollte er in der von dem Münsteraner Politikwissenschaftler Aladin El-Mafaalani moderierten Reihe “Talk im DKH” auftreten. Daraus wird nun  nichts. Kurzfristig wurde nach Informationen dieses Blogs die Diskussionsverstanstaltung nun durch das Dietrich Keuning Haus, einem Eigenbetrieb der Stadt Dortmund, abgesagt. Hamed Abdel-Samad bestätigte gegenüber den Ruhrbaronen die Absage: “Mir wurde mitgeteilt, dass die Veranstaltung nicht stattfindet. Ich habe schon Flug und Hotel storniert.” Ein Grund für die Absage wurde ihm nicht mitgeteilt. Abdel-Samad geht davon aus, dass  entweder Sicherheitsbedenken oder politische Probleme mit seiner kritischen  Haltung zum Islamismus der Grund sind. “In Dortmund hatte mich vor zwei Jahren die CDU-Fraktion eingeladen. Der Raum im Rathaus wurde uns kurzfristig entzogen. Eine Frau aus dem Integrationsrat soll dafür gesorgt haben. An der FH in Hamburg Harburg, der Hochschule, an der einige der Terroristen studierten, die die Anschläge am 11. September 2001 verübten, wurde eine Veranstaltung von mir mit der Begründung abgesagt, sie würde den Frieden an der Hochschule gefährden. Islamisten können in Deutschland frei reden, Kritiker wie ich nicht. Für mich gilt: Wehret den Anfängen”

Auf Nachfrage bestätigt das Dietrich-Keuning-Haus díe Absage noch immer nicht und nennt auch keine Gründe dafür – was mittlerweile etwas peinlich ist, da ja der Referent erklärt, er habe Flug und Hotel storniert.

Mittlerweile hat die Stadt das Aus der Veranstaltungin einer Pressemitteilung  bestätigt:

Der für Freitag, 23. September angekündigte Talk im Dietrich-Keuning-Haus (DKH) mit dem deutsch-ägyptischen Politologen und Publizisten Hamed Abdel-Samad wird aus organisatorischen Gründen abgesagt. Das DKH bemüht sich, die Veranstaltung zum einem späteren Zeitpunkt anzubieten.

21 Kommentare

Das hat natürlich weder mit dem Islam noch mit der gossen Salafistenszene, die alle keine Muslime sind, in Dortmund zu tun…eine Islamisierung des politischen Diskurs findet natürlich nicht statt…das ist absurd…Deutschland bleibt Deutschland mit allem was uns lieb und teuer ist.

Wenn es tatsächlich stimmt mit der Absage, wäre es dann nicht an den Ruhrbaronen, eine solche Veranstaltung zu organisieren? ich denke, dass ich sicher nicht der einzige Blogger wäre, der bspw. einen Fuffi für anfallende Kosten abdrücken würde.

Wer vorsätzlich Ängste schürt, Ängste befördert -vor dem Islam, vor den Flüchtlingen, vor der radikalen Rechten-kann nicht überrascht sein, wenn die Gesellschaft und daraufhin zwangsläufig der Staat Angstreaktionen zeigt -immer öfter, immer irrealer, immer wider alle Fakten, immer mehr zu Lasten dessen, was eine freiheitlich-pluralistische Gesellschaft ausmacht.

Nicht zuletzt zeigen sich vor allem die Medien, die Medienmacher überrascht über die Angstreaktionen in der Gesellschaft und seitens staatlicher -kommunaler Behörden, die tagtäglich massiv und wider jeglichen Vernunft Ängste schüren, Ängste befördern -vor dem Islam, vor den Flüchtlingen, vor der radikalen Rechten. vor…….

"Wer den Wind der Angst sät, darf sich über den Angsthasen-Sturm nicht wundern."

Mut, Zuversicht, Selbstbewußtsein, Zivilcouroage !
Rationalität statt Emotionalität.
Realismus statt irreale Angstmacherei!

Dazu könnten auch die Medien beitragen und so u.a. dazu beitragen, daß die hier kommentierte Möglichkeit der Absage eines Vortrages gar nicht in Erwägung gezogen würde.

@Klaus Lohmann: Das ist die Linie der Stadt, das hört man, wenn man sich da umhört – aber all das ist seit Ewigkeiten bekannt und rechtfertigt keine plötzliche Absage.

"Dass jetzt, acht Tage vor ihrem Termin, die Veranstaltung abgesagt wird, liegt laut der Stadt an "organisatorischen Gründen"."

Wir können erleichtert aufatmen. In Dortmund findet keine Zensur statt und die hat auch nichts mit dem Islam zu tun. Die Lokalpolitiker sind nur unorganisiert.

Stefan Laurin,
Thomas Weigle,
man muß doch nicht zwingend eine Veranstaltungen organisieren.

Die Ruhrbarone haben schon mehrfach sog. Gästen die Möglichkeit eingeräumt, per Gastkommentar relativ umfangreich ihre Meinung darzulegen. Also, wenn das in DO mit H.A.Samad nichts wird, dann könnten doch die Ruhrbarone ihm die Möglichkeit anbieten, den Extrakt seines vorgesehen Referates hier zu veröffentlichen. Und wir allen könnten mit ihm diskutieren.

Nein Walter, man muss auch mal vor Ort Flagge zeigen. Und wenn die Ruhrbarone so eine Veranstaltung machen, komme ich aus OWL angereist, auch in der Hoffnung dann mal den einen oder anderen von Euch persönlich kennenzulernen. Diese Sache ist es wert.

@4: Leg ich einen dazu…
@5: …und eine Kiste Bier der Wahl sowie drei Flaschen Rotwein des unteren Preissegmentes
@10: "… man muß doch nicht zwingend eine Veranstaltungen organisieren."
Könnte ja wer weiß was passieren, womöglich werden die Salafisten böse und hauen einen.
@11: Dann können Sie mich ja mitnehmen, zu zweit ist man da sowieso sicherer…

Die Absage ist eine Schande für die Verantwortlichen. Schade das Einige die aufrechte Gangart verlernt haben. Ich glaube es war vollkommen richtig , das ich vor 3 Monaten aus der SPD ausgetreten bin .

@davbub Aber gerne doch, die Redaktion kann im Falle eines Falles Dir gerne meine E-Mail Adresse zwecks Verabredung mitteilen.

Eine religionskritische Veranstaltung der Ruhrbarone mit Hamed Abdel Samad fände ich gut. Denn wer den Islam nicht kritisieren darf, wird bald auch andere Religionen nicht mehr kritisieren dürfen. Daraus könnte dann eine schöne Serie mit weiteren Kritikern und Kritikerinnen der anderen grossen Religionen werden.

Sebastian, wer als anerkannter Islamexperte bei der AfD Vorträge über den Islam hält ist noch lange kein AFD-Unterstützer. Oder hast du irgendwo gelesen oder gehört, dass Hamed Abdel Samad dazu auffordert, die AfD zu wählen?

Sebastian Bartoschek, Hamed Abdel Samad ist kein AfD-Unterstützer.
Informiere dich lieber erstmal, bevor du so einen Quatsch in die Welt setzt!

Früher war Religionskritik mal ein Markenzeichen von Linken wie Liberalen. Heute machen sich Religionskritiker verdächtig, rechts zu sein, weil sie Religionskritik betreiben. Wenn man mir das vor 20 Jahren prognostiziert hätte, ich hätte es nicht geglaubt.

Und was die "organisatorischen Gründe" betrifft, aufgrund derer man die Veranstaltung kurzfristig absagen musste, aber sie dennoch zu einem späteren Zeitpunkt nachholen möchte, so kann dahinter doch nur ein Grund stecken: Eine konkrete Anschlagsdrohung, die die Polizei so ernst eingeschätzt hat, dass sie eine Durchführung der Veranstaltung nicht für verantwortbar gehalten hat. Warum wurde das aber nicht mitgeteilt?

Oder will man die Veranstaltung gar nicht zu einem späteren Zeitpunkt nachholen?

Wenn wir das Vorträgehalten vor Parteigremien bereits als Unterstützung für die dazugehörige Partei einschätzen, dann müssen wir bald den Kreis größer ziehen, denn dann sind alle Händler, die Waren an solche Parteien liefern, einschließlich Getränkelieferanten und Ärzte, die Parteimitglieder behandeln, ebenso Unterstützer.
Wenn ich mich frage, ob MICH ein Redner unterstützt, nur weil er mir einen Vortrag hält, muß ich das Verneinen. Ich würde das nicht als Unterstützung meiner Person einstufen. Letztlich muß ich ja doch entscheiden, ob ich überhaupt mit dem Vortragenden übereinstimmen. Häufig ist es doch so gewesen, daß ich feststelle, daß mir der eine oder andere Punkt, manchmal sogar der ganze Vortrag nicht gefällt. Nur wenn Hamed Abdel Samad statt eines Vortrags eine Rede halten würde, die auf einer Parteiversammlung flammenden Applaus hervorrufen würde, wäre es aus meiner Sicht eine eindeutige Unterstützung. Aber jeder kann in seiner persönlichen Einschätzung zu anderen Beurteilungen kommen als ich.
Gestolpert bin ich über diese Frage, weil zeitgenössige Künstler häufiger als Kolloborateure denunziert werden, Bäcker und Handwerker aber nicht, während noch niemand auf die Idee kam, Renaissancekünstler, wie Leonardo, Raffael, Tizian usw. als Komplizen der verrufendsten Päpste zu bezeichnen.
Genau das aber müßte geschehen, wenn man einmal mit diesen Wertungen beginnt.

@Yilmaz: Haben wir überlegt – wäre für uns ein zu großer Aufwand. Eine Veranstaltung mit 400-500 Besuchern würden wir nicht gestemmt bekommen. Wir machen das Blog neben unserer Arbeit.

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