Schwächste Bilanz nach 16 Runden in 5 Jahren – Ist die Stimmung auf Schalke dafür zu positiv?

Die Stimmung auf schalke ist noch immer überraschend gut. Foto: Michael Kamps
Die Stimmung auf Schalke ist aktuell noch immer überraschend gut. Foto: Michael Kamps

Einen Spieltag vor Ende der Bundesliga-Hinrunde hat die Tabelle natürlich schon so einige Aussagekraft. Und mit Tabellenrang 8 kann der FC Schalke 04 bisher so natürlich nicht zufrieden sein.

Nach der unglücklichen Last-Minute-Niederlage gestern in Augsburg (1:2) beträgt der Rückstand auf die angestrebten Champions League-Ränge für die Königsblauen zwar immer noch nur zwei bzw. fünf Punkte, doch ist dies eher der Schwäche der Konkurrenz aus Wolfsburg, Mönchengladbach und Bayer 04 Leverkusen zuzuschreiben als der eigenen Kraft. Die Leistung der Schalker ist nämlich, obwohl man von der grundsätzlich noch immer positiven Stimmung her den gegenteiligen Eindruck haben könnte, sogar schwächer als in den letzten vier Jahren.

Das ist bemerkenswert, denn im Vorjahr hatte der Gelsenkirchener Club nach 16 Spieltagen 26 Punkte auf dem Konto, zu diesem Zeitpunkt acht Siege auf der Habenseite und eine Tordifferenz von + 7. Trotzdem war die Stimmung damals recht schlecht. Die Mannschaft spielte vielen Fans unter Trainer Roberto Di Matteo seinerzeit zu unattraktiv. Am Ende musste der Coach gehen, weil er mit den Königsblauen auf Rang 6 landete, nur in die Europa League statt in die gewohnte Königsklasse einziehen konnte.

Sein Nachfolger Andre Breitenreiter sollte vieles besser machen. Und es ging ja auch vielversprechend los. Mit einem relativ leichten Auftaktprogramm gelang dem Ex-.Paderborn-Coach rasch die Stimmung im eigenen Fanlager zu drehen. Doch von den letzten sechs Ligaspielen konnte nur das Heimspiel gegen den Abstiegskandidaten aus Hannover gewonnen werden.

Die Bilanz nach sechzehn Spieltagen ist nun sogar schwächer als die im Vorjahr. Aktuell sind es ‚nur‘ 24 Punkte für Schalke. Es reichte bisher zu sieben Siegen und die Tordifferenz ist mit – 1 in diesem Jahr sogar leicht negativ. Nicht gerade die Ausbeute eines Champions League-Anwärters.

Wo also ist da der Fortschritt, den Breitenreiter erwirken sollte?

Warum ist die Stimmung trotzdem so viel besser als noch vor einem Jahr? Klar, eine attraktivere Spielweise gefällt den Fans grundsätzlich. Doch sollte der sportliche Erfolg natürlich dabei nicht ausbleiben.

Und diesbezüglich hat Schalke in dieser Vorrunde, unabhängig vom Ausgang des letzten Hinrunden-Spiels am kommenden Wochenende daheim gegen Hoffenheim (mit Ex-S04-Coach Huub Stevens an der Seitenlinie), nicht überzeigen können.
Der Verein beweist gerade mal wieder, dass im Fußball eben auch sehr viel Psychologie mit dabei ist, und dass eine ähnliche Bilanz zweier Trainer durchaus unterschiedlich bewertet werden kann.

War Robero Di Matteo vielen auf Schalke so offenkundig nicht gut genug, ist Andre Breitenreiter nicht nur bei den Fans sehr gut gelitten. Auch bei den sogenannten Experten wird dieser durchweg positiv gesehen. Viele sind der Meinung, dass Breitenreiter perfekt nach Gelsenkirchen passt.

Seine Bilanz kann da allerdings bisher noch nicht wirklich mithalten, wie ein Vergleich der letzten Hinrunden-Tabellen zeigt. Da spielen die Schalker aktuell die schwächste Hinrunde der letzten fünf Jahre. In der Saison 2011/12 hatte man zu diesem Zeitpunkt lediglich 19 Zähler. Seither waren es immer mehr Zähler als die aktuellen 24. Trotzdem sind viele deutlich zufriedener als zuletzt.

Fußball, gerade auch in und um Gelsenkirchen, ist manchmal schon sehr merkwürdig.

4 Kommentare

Schwache Bilanz und gute Stimmung – vielleicht hat sich das einst so anspruchsvolle Schalker Publikum inzwischen an das Mittelmaß gewöhnt, das vom Management bis zum Kader reicht. Wer Spitzenspieler wie Julian Draxler und Jefferson Farfan ersatzlos verkauft, hat es nicht anders gewollt. Oder gekonnt.

Klar passt Breitenreiter perfekt auf Schalke. Er verkörpert wie nur wenige nachwachsende Trainer das Mittelmaß, in dem S04 nun endgültig versunken zu sein scheint. Ohne ein kongeniales Sportführungsduo wie z.B. Schmadtke und Stöger in Köln oder die Mainzer Kollegen wird es auch dabei bleiben, also bleibt wirklich nur die Hoffnung auf Heidel – schnellstmöglich.

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