Schiffshebewerk ‚Henrichenburg‘: Den Geist von 1899 wieder aufleben lassen

Das Schiffshebewewerk. Foto: Robin Patzwaldt
Das Schiffshebewewerk. Foto: Robin Patzwaldt

Die versammelte Menschenmenge soll laut gejubelt haben, als Kaiser Wilhelm II. am 11. August 1899 das Schiffshebewerk Henrichenburg einweihte. Noch über 100 Jahre später sind zahlreiche Besucher begeistert von diesem größten Bauwerk am Dortmund-Ems-Kanal. Inzwischen liegt der große Aufzug für Schiffe seit über 40 Jahren still. Aber im inzwischen dort betriebenen LWL-Museum wird die Geschichte des Hebewerks und der Menschen am Kanal noch immer ein Stück weit lebendig gehalten.
Noch sind es auch ein paar Tage hin, aber beim in Kürze anstehenden Museumsfest im und am Schiffshebewerk ‚Henrichenburg‘ können Besucher auch in diesem Jahr wieder ein kleines Stück Anteil haben am Geist des Jahres 1899.
Von A wie Ausstellung bis Z wie Zirkus reicht in diesem Frühjahr das bunte Programm an der Stadtgrenze von Datteln, Castrop-Rauxel und Waltrop.
Am Sonntag, den 3.Mai 2015, lädt der Landschaftsverband Westfalen Lippe erneut von 10 bis 18 Uhr zu vielseitigen Angeboten in sein Industriemuseum nach Waltrop ein. Der Eintritt ist dabei frei.

 
Im integrierten Museumskino im Obergeschoss des Hafengebäudes laufen dann ab 11 Uhr historische Kurzfilme über den Schleusenpark Waltrop und das Ruhrgebiet. In jeweils halbstündigen Blocks lassen bewegte Bilder aus dem Bestand des LWL-Filmarchivs die Vergangenheit in der Region noch einmal aufleben.

 
Das Dortmunder “Sternschnuppentheater” wird in diesem Jahr ein Zirkuszelt neben dem Hebewerk aufbauen. Dort können Kinder unter Anleitung professioneller Akrobaten z.B. kleine Kunststücke einüben, die sie um 14 Uhr beim Mitspiel-Theaterstück “Paul und Paula suchen den Zirkus” präsentieren. Um 11 und 16 Uhr tritt dort außerdem der Kinderzirkus “Lampenfieber” auf.

 
Im Hafengebäude des Schiffshebewerks ist die Ausstellung “Versunkene Schiffe. Abenteuer Unterwasserarchäologie” zu sehen. Wracks üben eine große Anziehungskraft aus. Sie liegen in geheimnisvoller Tiefe und erinnern an das dramatische Schicksal ihrer Besatzungen, weshalb sie viele Menschen von verborgenen Schätzen und Abenteuern träumen lassen. Führungen um 14.30 und 16.30 Uhr bieten eine Einführung in dieses Thema.

 
Vom Oberwasser aus starten wieder das Dampfbereisungsboot “Nixe” und die Dieselbarkasse “Herbert” zu kostenlosen halbstündigen Rundfahrten auf dem Kanal.
Die MS “Henrichenburg” lockt ab 12.30 Uhr zusätzlich mit einstündigen Schiffstouren (Kosten: 7 Euro für Erwachsene und 5 Euro für Kinder).

 
Wer sich vor Ort umfassend über das Schiffshebewerk informieren möchte, hat dazu erneut Gelegenheit bei kostenlosen Führungen.

 
Wo? LWL-Industriemuseum Schiffshebewerk Henrichenburg, Am Hebewerk 26, 45731 Waltrop
Wann? Am Sonntag, den 03. Mai 2015, von 10 bis 18 Uhr

8 Kommentare

Also ich kann ein Besuch des Hebewerkes nur empfehlen….war mit der Grundschule schon da und bin fast jeden zweiten Tag einmal da…hier führt meine Radtrainingsstrecke hin….und wer von Dortmund dahin am Kanal entlang Fahrrad fährt, 17 km vom Hafen aus, wird mit schöner Natur, dem Deutschlandachter, ab und zu ein Schiff belohnt.. zum radfahren ideal…

Ach ja….man kann auch die Santa Monica nehmen….muss man als Dortmunder mal gemacht haben… 🙂

@Robin, die Technik gerne wieder aufleben lassen, den Geist von damals besser nicht!! Das Hebewerk ist natürlich, wie alle Industriemuseen der beiden Landschaftsverbände, immer einen oder auch mehrere Besuche wert.

Da hast Du irgendwie Recht, Thomas. Ich hatte das natürlich auch mehr auf die Technik und auf die überlieferte positive Grundstimmung bei der Eröffnung damals bezogen. Ich wünsche mir hier bestimmt nicht den Kaiser zurück o.ä. 😉 So ist das vielleicht leicht missverständlich ausgedrückt. Aber Du hast es letztendlich ja auch richtig interpretiert 😉 🙂

@Thorsten: War auch bei uns in der Grundschule ‘Pflichtprogramm’, der Besuch. Auch die Fahrt mit der ‘Santa Monika’ natürlich. 🙂

Ich denke gerne an das Jubiläum zum fünfzigsten Jahestag, 1949, zurück, als ich für die WAZ meinen ersten Auftrag als Fotoreporter ausführen konnte. Von Castrop bin ich oft mit dem Rad nach Henrichenburg zum Baden im Kanal gefahren. Oft schwangen wir uns auf einen schwer beladenen Kahn, um ein paar Kilometer mitzufahren.

Robin,
als Waltroper finde ich es ja besonders lobenswert, wenn Du hier bei den Ruhrbaronen aus gegebenem Anlaß auf das “alte Schiffshebewerk” hinweist. Dieses alte Hebewerk ist bekanntlich ein Objekt im sog. Schleusenpark -altes Hebewerk, alte Schachtschleuse, neues Hebewerk, und neue Schachtschleuse, die als einziges Objekt noch in Funktion ist.

Für uns Waltroper gehört es zu den “großen Erfolgen” der jüngeren Geschichte, daß nunmehr kaum noch vom Hebewerk bzw. vom Schleusenpark in Henrichenburg (heute Stadtteil von Cas-R) gesprochen und geschrieben wird, sondern vom Hebewerk Henrichenburg bzw. vom Schleusenpark i n W a l t r o p.

Wie viele Waltroper verbinden auch ich eine Menge Erinnerungen mit dem Hebewerk.
Ätere Geschwister meiner Mutter haben oft davon erzählt, wie sie als Schuliknder abgeordent wurden, um vom Kanalufer aus dem Kaiser mit weißen Tachentüchern zuzuwinken.

Immerhin besuchen pro Jahr m.W. rd. 80.000 Menschen den Schleusenpark in Waltrop. Davon “verirrt” sich leider kaum jemand im “Dorfkern” -in der Innenstadt-, obwohl es auch dort Einges zu sehen gibt, u.a. an der und in der Pfarrkirche St.Peter.

Also, liebe Blogger, hier bei den Ruhrbaronen:
Besucht das Museumsfest, “verirrt” Euch auch ‘mal im “Dorfkern, besichtigt die unter Denkmalschutz stehenden, revovierte bwz. restauriert ehemalige Krankenhauskapelle -heute Kulturforum- und besucht anschließend den Firmensitz von Manufactum -Verkaufsräume und Restaurant- auf dem Gelände der ehemaligen Zeche Waltrop!!

Die Kanäle und auch die Emscherradwege sind ein tolles Naherholungsgebiet für den Dortmunder Norden und das Hebewerk ist nicht so weit weg.

Am Kanal muss ich immer an die kurze Baudauer des Kanals zu Kaisers Zeiten denken, während mich bspw. der A40-Umbau in Bochum gefühlt mein halbes Leben begleitet. Da ist der damalige Geist, etwas zu schaffen sicherlich in Erinnerung zu rufen.

Wann kommen die Städte nur auf die Idee, dass am Kanal auch Abfälle anfallen. An vielen Stellen, die für Picknicks etc. genutzt werden sieht es ekelig aus. Ich kenne aber auch keine Stelle am Kanal, wo Müll entsorgt werden kann. Besonders negativ ist der Bereich um den Fredenbaum.

KeineEigenverantwortung,
ja, auch ich ärgere mich regelmäßig, vor allem nach sonnigen Wochenenden, über die Mülllberge an den Kanälen auf dem Gebiet der Stadt Waltrop, z.B. am DEK am Oberwassser vor den Hebewerken/Schleusen, aber auch am Datten-Hamm-Kanal auf der gesamten Strecke zwischen Lünen und Datteln auf dem Gebiet der Stadt Waltrop.

Nur überraschen kann das niemanden. Warum sollten sich Mitbürger, vor allem jüngere, an den Kanälen anders verhalten als üblich?

Da dagegen “kein Kraut” gewachsen zu sein scheint”, weder präventiv noch repressiv, habe ich schon ‘mal, zugegeben im Zorn, gegenüber den Zusätndigen vom Wasser- und Schiffahrtsamt gesagt:
“Laßt doch den Dreck dort liegen wo er am Montagmorgen anzufinden ist, und zwar bis zum nächsten schönen Wochenende. Dann können sich die Besucher ja in ihrem eigenen Müll niederlassen.”

Ich kann die Mitarbeitern des Wasser- und Schiffahrtsamtes nur dafür loben, und das mache ich auch, wenn ich sie treffe, daß sie sich nicht an meinen “Ratschlag” halten, sondern unverdrossen im Rahmen ihrer Ressourcen versuchen, den Dreck auf den Kanalseitenwegen wegzuräumen -letztlich zu Lasten der Steuerzahler-.

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