Schalkes Konzernbilanz: 55,9 Mio Euro bilanzielle Überschuldung

Das Unentschieden bei Bayern München war hart erkämpft. Immer in der Abwehr, wenige Entlastungsangriffe, ein glücklicher Ausgleichstreffer eines Neulings – ansonsten viel Hoffnung, dass es weiter nach oben geht. Doch wie lange kann das Glück halten? Wann reicht es nicht mehr aus? Denn auch in den Untiefen der Finanzen wird geknüppelt, getrickst und gehofft. Es geht um den großen Stadion-Deal. Die Arena soll zu einem Großteil an eine Tochterfirma der Stadt Gelsenkirchen verkauft werden. Für Schalke unter Umständen eine Frage des Überlebens. Gelingt das Geschäft nicht, droht der Untergang.

Wie ernst die Lage ist, zeigt ein Blick in die Konzernbilanz des Clubs. Die bislang streng geheim gehaltenen Dokumente liegen mir vor. Aus ihnen lässt sich erstmals öffentlich ein Bild der wirtschaftlichen Situation des Schalker Geflechts rund um die kaum überschaubaren Tochterfirmen zeichnen. Und die Lage ist offensichtlich nicht rosig. So hat die Schalke-Gruppe Ende 2008 bei einem Umsatz von 162,1 Mio. Euro allein Personalausgaben von 73,7 Mio. Euro. Aktuell kommen dazu noch die Gehälter für das neue Trainerteam rund um Felix Magath hinzu. Mehrere Ex-Trainer oder Ex-Manager stehen nach wie vor auf der Pay-Roll. Tatsächliche Abgänge in nennenswerter Höhe waren selten.

Selbst in einem guten Jahr wie 2008 blieb der Schalke-Gruppe dank Champions-League-Teilnahme nur ein schmaler Gewinn von 2,1 Mio. Euro. Ohne die Meister-Klasse aber surren die Einnahmen zusammen. Die Rede ist von einer Summe zwischen 20 und 30 Mio. Euro, die bei kaum reduziertem Personalaufwand fehlt.

Hier soll jetzt die Stadt retten, was zu retten ist. Für Arena-Anteile in Höhe von gut 40 Prozent und weitere Darlehen will die mit gut 600 Mio. Euro verschuldete Gemeinde und ihre Tochter GEW 25,5 Mio. Euro in den Verein pumpen. In der kommenden Woche will der Stadtrat den Deal absegnen. Die zuständige Bezirksregierung in Münster unter dem Regierungspräsidenten und Mitglied des Schalker Ehrenrat Peter Paziorek sagte zu, alles zu prüfen – sobald Verträge vorliegen. Der Deutschen Fußballliga (DFL) reichte aber wohl schon die Absichtserklärung bei der Nachlizenzierung aus, harte Konsequenzen aus einem möglichen Lizenzverstoß sind kaum zu erwarten.

Dabei wird das frische Geld der Stadt kaum ausreichen, die Schalker Probleme zu lösen. Wie aus der Konzernbilanz ersichtlich ist, hat der Verein sein gesamtes Eigenkapital aufgebraucht. Es ist mit einem hohen zweistelligen Betrag ins Minus gerutscht. Darauf kommen Schulden von 235,1 Mio. Euro. Allein die Lieferanten bekamen Ende des vergangenen Jahres 16,7 Mio. Euro. Die "sonstigen Passiva“, wie etwa die bereits kassierten Gazprom-Einnahmen der kommenden Jahre stehen zusätzlich mit 52 Mio. Euro in de Büchern.

Alles zusammen wies die Schalke-Gruppe im Dezember eine bilanzielle Überschuldung in Höhe von 55,9 Mio. Euro aus.

Schlechte Zahlen. Eine Stahlschmiede mit einer ähnlichen Verschuldung wäre pleite.

Das Unentschieden bei Bayern München war hart erkämpft. Immer in der Abwehr, wenige Entlastungsangriffe, ein glücklicher Ausgleichstreffer eines Neulings – ansonsten viel Hoffnung, dass es weiter nach oben geht. Doch wie lange kann das Glück halten? Wann reicht es nicht mehr aus? Denn auch in den Untiefen der Finanzen wird geknüppelt, getrickst und gehofft. Es geht um den großen Stadion-Deal. Die Arena soll zu einem Großteil an eine Tochterfirma der Stadt Gelsenkirchen verkauft werden. Für Schalke unter Umständen eine Frage des Überlebens. Gelingt das Geschäft nicht, droht der Untergang.

Wie ernst die Lage ist, zeigt ein Blick in die Konzernbilanz des Clubs. Die bislang streng geheim gehaltenen Dokumente liegen mir vor. Aus ihnen lässt sich erstmals öffentlich ein Bild der wirtschaftlichen Situation des Schalker Geflechts rund um die kaum überschaubaren Tochterfirmen zeichnen. Und die Lage ist offensichtlich nicht rosig. So hat die Schalke-Gruppe Ende 2008 bei einem Umsatz von 162,1 Mio. Euro allein Personalausgaben von 73,7 Mio. Euro. Aktuell kommen dazu noch die Gehälter für das neue Trainerteam rund um Felix Magath hinzu. Mehrere Ex-Trainer oder Ex-Manager stehen nach wie vor auf der Pay-Roll. Tatsächliche Abgänge in nennenswerter Höhe waren selten.

Selbst in einem guten Jahr wie 2008 blieb der Schalke-Gruppe dank Champions-League-Teilnahme nur ein schmaler Gewinn von 2,1 Mio. Euro. Ohne die Meister-Klasse aber surren die Einnahmen zusammen. Die Rede ist von einer Summe zwischen 20 und 30 Mio. Euro, die bei kaum reduziertem Personalaufwand fehlt.

Hier soll jetzt die Stadt retten, was zu retten ist. Für Arena-Anteile in Höhe von gut 40 Prozent und weitere Darlehen will die mit gut 600 Mio. Euro verschuldete Gemeinde und ihre Tochter GEW 25,5 Mio. Euro in den Verein pumpen. In der kommenden Woche will der Stadtrat den Deal absegnen. Die zuständige Bezirksregierung in Münster unter dem Regierungspräsidenten und Mitglied des Schalker Ehrenrat Peter Paziorek sagte zu, alles zu prüfen – sobald Verträge vorliegen. Der Deutschen Fußballliga (DFL) reichte aber wohl schon die Absichtserklärung bei der Nachlizenzierung aus, harte Konsequenzen aus einem möglichen Lizenzverstoß sind kaum zu erwarten.

Dabei wird das frische Geld der Stadt kaum ausreichen, die Schalker Probleme zu lösen. Wie aus der Konzernbilanz ersichtlich ist, hat der Verein sein gesamtes Eigenkapital aufgebraucht. Es ist mit einem hohen zweistelligen Betrag ins Minus gerutscht. Darauf kommen Schulden von 235,1 Mio. Euro. Allein die Lieferanten bekamen Ende des vergangenen Jahres 16,7 Mio. Euro. Die "sonstigen Passiva“, wie etwa die bereits kassierten Gazprom-Einnahmen der kommenden Jahre stehen zusätzlich mit 52 Mio. Euro in de Büchern.

Alles zusammen wies die Schalke-Gruppe im Dezember eine bilanzielle Überschuldung in Höhe von 55,9 Mio. Euro aus.

Schlechte Zahlen. Eine Stahlschmiede mit einer ähnlichen Verschuldung wäre pleite. Bei Schalke kann man noch auf stille Reserven spekulieren. Etwa wenn die Marke des Vereins an einen Investor verkauft werden könnte.

Auf Schalke wäre das aber kaum vermittelbar. Stattdessen soll der Handel mit der Arena das rettende Geschäft sein. Mit der Mehrheit an der Halle hofft Finanzvorstand Peter Peters gleichzeitig die Schulden der Arena aus der Konzernbilanz loszuwerden. Dazu müsste Schalke allerdings nicht nur die Mehrheit an der Arena, sondern auch die Kontrolle an der Hallengesellschaft über die FC Schalke 04-Stadion-Beteiligungs GmbH abgeben. Es ist allerdings unklar, ob das passiert. Würde stattdessen die GEW die Kontrolle über die Arena übernehmen, könnten im Extremfall die über 100 Mio. Euro Schulden der Arena aus den Bilanzen der Schalke-Gruppe verschwin den und in den Konzernbüchern der städtischen Tochter auftauchen. Die GEW hätte also für 15 Mio. Euro und 10 Mio. Euro Darlehen vor allem Schulden gekauft.

Aus der Konzernbilanz lässt sich allerdings nachlesen, warum die Investoren der Schechter-Anleihe gegen den Verkauf Arena sein könnten. Lässt man die Spielerwerte in Höhe von 42,9 Mio. Euro beiseite, lag das Vermögen der Schalke-Gruppe in harten Rechten und Bauten nur bei 152,8 Mio. Euro. Nach dem Verkauf der Arena-Anteile würde das Vermögen abschmelzen. Es bliebe immer noch viel Luft. Das Parkstadion ist etwa eine Ruine, steht aber mit 15,6 Mio. Euro in den Büchern. Bei Grundstücken die ausgewiesen werden, handelt es sich oft um Erbpachten. Und die „harten Rechte“ sind auch vor allem Vermögen, das auf dem Papier steht. Sicherheiten für eine 85 Mio.-Euro-Anleihe sehen jedenfalls anders aus.

Angesichts der Lage wächst im Schalker Aufsichtsrat die Angst, Investoren, wie der US-Lehrerverband TIAA-CREF, könnten deshalb den rettenden Arena-Deal blockieren. Und dazu könnte es tatsächlich kommen. Denn der Verein hat sich in den Verträgen zur Anleihe verpflichtet, nicht frei über die Arena-Anteile zu verfügen. Sie dienen als Sicherheiten für die 85-Mio.-Euro-Anleihe. Nur wenn die Investoren in den kommenden Tagen ihre schriftliche Zustimmung zu dem Verkauf geben, darf die GEW die Arena-Anteile übernehmen. Es wird darüber spekuliert, dass die Investoren als Gegenleistung auf einer Rückzahlung der Schechter-Anleihe bestehen, um ihr Investment zu sichern. Laut Vertrag dürften sie das jedenfalls tun, solange Schalke die Erlöse aus dem Arena-verkauf nicht in "neue Steine" steckt. Bislang versichern alle Seiten auf Nachfragen, außer einer nicht rechtlich bindenden Absichtserklärung sei noch nichts abgemacht. Das hört sich schon ganz anders an, als die ursprüngliche Botschaft, die Ende Oktober offiziell verbreitet wurde: „Diese Vereinbarung ist von allen Vorständen und Geschäftsführern unterschrieben und steht nur noch unter Gremienvorbehalt.“

Damals ging es wohl darum, der DFL pünktlich irgendetwas glaubwürdig vorzulegen, das nachweisen sollte, das Geld fließen wird, damit die Liga keine Lizenzstrafe verteilt. Egal wie dünn das Brett ist, auf dem man steht. Die DFL ist wohl drauf eingegangen. Irgendwie hätte es ja auch dumm ausgesehen, Schalkes Finanzchef Peter Peters als Vize-Präsident des Ligaverbandes und stellvertretenden Vorsitzenden des DFL-Aufsichtsrates zu bestrafen.

Nach außen geben sich die Verantwortlichen kämpferisch. So als hofften sie auf einen Treffer in der Nachspielzeit. Die Saison sei sauber durchfinanziert, sagt Finanzchef Peter Peters. "Ein weiterer Verkauf von Rechten, Anteilen oder Spielern ist aus wirtschaftlichen Erwägungen heraus nicht notwendig.“

62 Kommentare

David Schraven, ist das nicht der Journalist, der vor kurzem in der Welt am Sonnatg geschrieben hat, dass Schalkes Schulden höher seien als bekannt, obwohl er bereits am 29. November letzten Jahres mit Bezug auf S04-Präsidenten Josef Schnusenberg geschrieben, dass Schalke 250 Millionen Euro Verbindlichkeiten hat.

Kurzum: Ich glaube kaum, dass dieser Journalist wirklich ernst genommen werden kann und keiner mehr auf seine Stimmungsmache anspringt.

Hi Manfred

Das bin ich – und wenn Du weiter den Kopf in den Sand stecken möchtest, weil Schalke offensichtlich schon seit Jahren jenseits von gut und böse in der bilanziellen Überschuldung spielt, dann pass auf, dass Dir nicht zu viel Sand in die Ohren rieselt.

Ich hab übrigens schon öfter über Schalkes Finanzen geschrieben. Um genau zu sein, seit dem Parkstadion-Deal. Damals für die SZ.

Zum Schluss, ich versteh den Vorwurf überhaupt nicht. Ich hab geschrieben, dass Schalkes Schulden höher als die ständig verbreiteten rund 140 Mio sind. Das ist wahr, oder nicht?

Wie wir jetzt aus der Konzernbilanz für 2008 sehen, ist das um rund 100 Mio Euro zu kurz gesprungen.

Aber egal. Manfred denk was du magst, auch über mich.

“…die kaum überschaubaren Tochterfirmen…” das ist in vielen anderen Bereichen auch so.

Der Kommentarteil, der das Spiel betrifft, ist so unsachlichlich, wie es nur geht. Magath hat einem Neuling eine Chance gegeben. Gut so! Und die Spielausschnitte, die ich sah, was ich während des Spiels hörte, was ich danach las, zeigen mir, dass andere Journalisten (wohl welche, die von Fußball mehr verstehen, als du, David) die Bayern-Form in ganz anderem Licht sahen (selbst Bayern-Spieler! – siehe Lahms Äußerungen).

Ganz unter uns …
Kannst du den S04 nicht leiden, David?

Bist du gar (grusel) BVB-Fan?!!

Wie realistisch ist es eigentlich, Ehrenratmitgliedschaft hin oder her, dass die Bezirksregierung im Angesicht der wirtschaftlichen Situation der Stadt Gelsenkirchen dem GEW-Deal zustimmt? Und wurde eigentlich in der Vergangenheit versucht, die Personalkosten durch Teilverzichte signifikant zu senken, wie es in jedem anderen Unternehmen in der Situation als erster Schritt gang und gebe wäre?

@ Angelika

Erstmal geht es hier um Finanzen.

Und dann zum Spiel. Das waren meine Sätze: “Das Unentschieden bei Bayern München war hart erkämpft. Immer in der Abwehr, wenige Entlastungsangriffe, ein glücklicher Ausgleichstreffer eines Neulings ? ansonsten viel Hoffnung, dass es weiter nach oben geht.”

Das sagt der Kicker: “Zwar war der Rekordmeister in einer umkämpften Partie das aktivere Team, konnte aber sein Chancenplus gegen die vor allem im zweiten Durchgang sehr tief stehenden “Königsblauen” nicht in einen durchaus möglichen und verdienten Sieg ummünzen.”

So, was ist da so völlig anders?

Ich bin gespannt, wie die amerikanischen Lehrer in der kommenden Woche reagieren. Wenn Sie gegen Schalke marschieren sollten, wird von den frischen Millionen nicht viel übrigbleiben.

Was für ein Fan ich bin, geht keinen was an.

@petschbot

ich denke, es ist sehr realistisch, dass Paziorek die Sache durchgehen lässt. Gelsenkirchen steht nicht unter Nothaushalt. Und der Einbruch der Gewerbesteuer und die Mindereinnahmen der Krise sind noch nicht verrechnet. Deswegen wird der Ehrenrat sicher ja sagen, wenn es darum geht, den VEB Schalke-Arena zu fördern.

Die Begründung könnte ja sein, dass es eine kommunale Aufgabe ist, ein Stadion für Spitzensport bereitzuhalten.

Meines Wissens haben die Kicker nicht auf Einnahmen verzichtet. Wozu auch, die Fans finden das ja gut, wenn die Gemeinschaft für die Gehälter der Spieler aufkommt. Wo also soll der Druck herkommen, auf die Politiker, die Staatsfinanzierung des Bundesligisten einzuschränken.

“Deswegen wird der Ehrenrat sicher ja sagen, wenn es darum geht, den VEB Schalke-Arena zu fördern.”

Diese Bezeichnung ist nicht nur für einen (angeblichen) Wirtschaftsjournalisten peinlich, sie ist vor allen Dingen komplett unsachlich – wer sich den Deal anschaut, erkennt auf den ersten Blick, dass das nichts mit dem VEB-Konstrukt der DDR zu tun hat.

Über solche Seitenhiebe Stimmung machen zu wollen, finde ich einfach nur niveaulos.

“Erstmal geht es hier um Finanzen.” (David Schraven, Kommentar 5)

Hättest du mal nicht beide Themen vermischt, dann wäre dein Beitrag sachlicher gewesen (und mein erster Kommentar ebenso). Das gestrige Spiel hat mit der problemat. S04-Situation (um es mal allg. auszudrücken) nichts zu tun. Aber genau so sind viele Artikel gestrickt (sportl. Ebene, Finanzproblem mischen). So was passt zu WELTonline o.ä. Gebieten im net, bei ruhrbarone erwarte ich anderes.

@ Sg Pepper

Die GEW gehört zu 100 Prozent der Stadt Gelsenkirchen, der Allgemeinheit. Wenn die GEW nun die Mehrheit und vielleicht die Kontrolle über die Arena übernimmt, dann ist der Ausdruck VEB Schalke-Arena zugespitzt – ja, aber nicht abgebrochen.

Denke ich.

1. Was bitteschön würde wohl passieren, wenn die Stadt Gelsenkirchen dem Verein Schalke 04 nicht unter die Arme greifen würde? Auch dieser Aspekt sollte nicht ganz außer acht gelassen werden! Für die Stadt ist der Verein ebenso Überlebenswichtig, wie umgekehrt!
2. Ich kenne die genauen Regelungen nicht, aber wenn es wirklich so sein sollte, wie hier beschrieben wurde, warum sollten die amerikanischen Investoren dieser ?Finanzspritze? für Schalke nicht zustimmen ? was hätten sie dann für einen Vorteil? Das ist doch wohl vergleichbar wie die Situation beim BVB vor einigen Jahren ? sollten die Vereine völlig zahlungsunfähig sein, hätte auch ein Investor sehr viel verloren!

@ Andi

ich persönlich glaube nicht, dass die Investoren Interesse daran haben Schalke Pleite gehen zu lassen. Sie wollen nur ihr Geld zurück – plus Zinsen. Deswegen werden sie versuchen möglichst viel von allem möglichen frischen Geld abzuzwacken. Auch das war bei Dortmund so. Deswegen spielt der BvB heute auch nicht mehr in der Champions League.

Vorab, ein Artikel wird nicht besser oder schlechter wenn man den Autor diffamiert, aber den Inhalt nicht entkräften kann.

Inhaltlich stellen sich aber viele Fragen, weil die Konzernbilanz zwar dem Autor, aber nicht dem Leser vorliegt. So werden lediglich einige Zahlen raus gezogen, die bedrohlich sind, aber in der Summe und mit Hintergrundwissen ganz anders wirken können.
Nehmen wir die “bilanzielle Überschuldung”. Auf dem Papier heißt das, dass der Verein pleite ist. Muss es aber noch lange nicht, da sicherlich an der Bilanz Anhänge sind, die erklären, warum der Verein trotzdem noch agieren und arbeiten kann. Simples Beispiel. Man hat letztes Jahr 100 Mio Kredit bekommen, aber eine Rückzahlung erst zum Jahre 2020 vereinbart. Dann tauchen jedes Jahr diese 100 Mio als Verbindlichkeiten in der Bilanz auf und kann dennoch bequem leben, da die Fälligkeit nach hinten geschoben wurde. Bedrohlich würde es nur, wenn die Bilanzen dann höhere Verbindlichkeiten wie 100 Millionen, oder im Jahr 2020 die Bilanz das gleiche Bild aufweist.
Das zweite ist die Finanzspritze der GEW. Jeder Kritiker, der sagt, dass es nicht sein kann, dass eine 100% Tochter einer hochverschuldeten Stadt mal eben 25 Millionen für den ansässigen Fußballverein locker macht hat erst einmal nicht Unrecht.Erstmal, wohlgemerkt.Schalke 04 ist ein freies Wirtschaftsunternehmen und da ist es fast schon unangenehm, wenn man zur Stadt gehen muss um an Geld zu kommen. Aber was sehr viele Kritiker vergessen, ist das die Stadt Gelsenkirchen wesentlich höhere Verluste zu bezeichnen hätte, wenn sie in dieser Situation nicht helfen. Es würden viele viele Steuergelder der Angestellten, das Geld der Fans, der Touristen fehlen. Von daher ist der Begriff VEB und DDR sicherlich zu überspitzt.
Zudem wird die GEW sicherlich kein schlechtes Geschäft machen, da sie an den Gewinnen der Arena beteiligt ist.
Herr Schraven, ich finde es sehr schade, dass sie mit ihrem Artikel mehr den Eindruck vermitteln sich bewusst Zahlen und Dinge raus zu picken, die für Aufruhr sorgen. Ich würde mir mehr Sachlichkeit und mehr Erklärung, das durchleuchten von mehreren Seiten wünschen.
Einig sind wir uns alle, auch die mitdenkenden Schalke Fans. Es ist über Jahre hin miss gewirtschaftet worden, riesige Schuldenberge angehäuft worden und muss schauen, wie man da einigermaßen rauskommt. Und auch, dass dies kein einfacher und kurzer Weg ist. Hilfreich wären dabei Journalisten, die fair und sachlich agieren.

@ Rolf,

danke, dass Sie zur Sachlichkeit mahnen.

a) Es stimmt, eine bilanzielle Überschuldung ist nur ein Signal, dass etwas schief läuft. Sie löst keine Pleite aus. Ein Unternehmen kann mit dieser Art der Überschuldung leben. Das besondere ist dabei, dass Schalke im Verhältnis zum Vermögen – zu viele Passiva hat, die nicht auf den Namen Eigenkapital hören. Und weil zudem liquiden Mittel fehlen, wird in diesem Fall die bilanzielle Überschuldung wieder spannend. Denn um liquide zu bleiben, muss Vermögen verkauft werden. Das Verhältnis zu den Schulden und “sonstigen” passiva” wird schlechter. Und damit riskanter.

Nur ein Hinweis: Die “sonstigen Passiva? stehen, wie beschrieben, mit 52 Mio. Euro in de Büchern. Dazu gehören die bereits kassierten Gazprom-Einnahmen der kommenden Jahre. Sie wissen, was das heißt? Hinter dem Begriff verbirgt sich eine Art von Schulden aus dem Weiterverkauf der zukünftigen Forderungen. Das ist gar nicht gut. Ich könnte mir eher vorstellen, dass hier die Gläubiger nervös werden, wenn diese das lesen. Ich bin mir nicht sicher, ob die Schechter-Investoren dem Adidas-Deal zugestimmt haben.

Ich habe Schalke dazu befragt, aber keine Antwort bekommen. Ich würde mich freuen, wenn der Club und Peter Peters sich erklären würden.

b) Wenn Städte Fussballclubs mit ihrem Argument bezahlen würden, müsste jede Stadt sich einen Verein auf Steuerlasten halten. In meinen Augen kostet diese Subventionsgläubigkeit nur Geld, bringt aber auf lange Sicht keinen Erfolg. Bleiben wir sachlich: Zu den Gewinnen der Arena. Sie hat in all den Jahren meines Wissens nach bis jetzt insgesamt unter zwei Mio. Euro Gewinne eingespielt – bei zweistelligen Millionenbeträgen als Verlustvortrag. In diesem Jahr soll nochmal die Summe drauf kommen. Bevor Geld ausgezahlt werden kann, müssen die Verlustvorträge abgearbeitet werden. Das dauert ein paar Jahre. Viele Jahre nehme ich an.

Das Risiko, die Arena zu finanzieren, liegt in der Zeit nach dem Deal vor allem bei der GEW – ohne Aussicht auf Gewinne. Wenn Schalke den Pachtvertrag – 16 plus X Mio Euro im Jahr – nicht zahlen kann, wer trägt dann wohl die Kosten? Die Stadt? Die GEW? Oder das Land, weil auf der Arena eine Landesbürgschaft liegt? Ich bin gespannt. Und werde berichten.

c) Mehr sachliche Punkte hatten Sie nicht rausgepickt, auf die ich eingehen könnte.

Ich versuche wirklich fair zu berichten.

Die Situation ist aber nun mal so hart, dass es manchmal wie Unfairness klingt, wenn man schreibt, was ist.

@ Herr Schraven

zu a)
natürlich ist die “bilanzielle Überschuldung” ein untrügliches Signal für Geldnot und vor allem dafür, dass man bereits Gelder ausgegeben hat, die einen in der Zukunft erst zustehen würden bzw. erwirtschaftet werden müssen. Das dies ein Risiko birgt ist nicht zu bezweifeln. Passiert aber nicht gerade wenigen Unternehmen, die erst einmal investieren müssen um die Einnahmen zu erhöhen und damit langfristig auch den Gewinn. Und dass dies ein Pulverfass werden kann, wenn die Einnahmen geringer sind wie die Ausgaben ebenso. Und genau das ist hier passiert. Man hat mit wesentlich höheren Einnahmen kalkuliert, und das ist alles andere als vertretbar. Aber nichts, was sich nicht ändern ließe. In dem Zusammenhang wäre es angenehm zu wissen, welche Einnahmen und Ausgaben tatsächlich vorhanden sind.

Ihr Hinweis in allen Ehren. Die Gazprom MIllionen und auch die von Adidas sind so ziemlich das uninteressanteste was es gibt.
Weil es sich dabei um Forfaitierungen handelt. Da man die 44,7 Mio und 12,7 Mio bereits erhalten hat müssen diese auch in der Bilanz auftauchen. Als Verbindlichkeit. Aber dadurch dass diese Verbindlichkeit von dritten getilgt wird ist dies nur ein Durchlaufposten. Unangenehm ist, dass diese jährlichen Einnahmen bis 2012 bzw. 2013 faktisch zwar bilanziell auftauchen aber praktisch nicht da sind. Im übrigen warum soll man von Schechter Seite was gegen den Adidas Deal was haben? Zum einen ist es eine Forfaitierung, die komplett unabhängig von der Anleihe läuft und zum anderen ist auch der Adidas Deal über Schechter gelaufen. Dass Schechter was gegen den GEW Deal hat, ist klar. So kann er sein Geld nicht unterbringen und Macht an sich reißen. Aber der Deal hat ihn nicht zu interessieren. Seine Anleihe ist abgesichert.

zu b)
es wäre auch nicht fair zu behaupten, dass Städte Fußballclubs subventionieren. Errechnen sie mal die Einnahmen zu jedem der 17 BL Spiele+ DFB Pokal+ Länderspiele+ Events wie Stock Car oder Biathlon. Bei jeder Veranstaltung 60.000 Zuschauer, jede Eintrittskarte, Bratwurst, Bier, Tankstellenaufenthalt, Übernachtung oder auch Fanartikel bringt der Stadt ordentlich Einnahmen. Und nicht nur der Stadt, sondern auch anderen Unternehmern. Das gleiche verhält sich mit jeder Investition, Beauftragung von Leistungen von dritten. Dazu kommen noch Steuergelder der Angestellten. Geht man von 60 Mio jährlich an Gehältern aus, kommt da ein hübsches Sümmchen für den Fiskus zusammen. Die Kaufkraft der Angestellten lass ich mal außer acht.
Nun sagen sie mir bitte, ob da nicht ein berechtigtes Interesse der Stadt und auch der Öffentlichkeit besteht diese Einnahmen zu behalten? Gelsenkirchen ist an einem Nothaushalt vorbei geschrammt, wären sie das auch, wenn die Einnahmen des Vereins fehlen würden? Es gibt immer 2 Sichtweisen, und genau das fehlen der zweiten habe ich bei ihnen kritisiert.
Die Gewinne der Arena bzw. dessen Bilanz wird sich kräftig ändern. Da sie nicht mehr wie gehabt im Firmengeflecht des Vereins auftaucht, kann der Verein auch nicht das Geld so schieben, wie es gebraucht wird. Selbst wenn die GEW in 10 Jahren nur ihre Millionen wieder bekommt, hat die Stadt durch die Nutzung mehr Geld eingenommen, wie sie verlieren würde, ohne diese Events.
Es ist immer ein Risiko, es ist nur so, dass sie hier bei dem Verein Schalke 04 etwas kritisieren, was in der Wirtschaft alltäglich ist. Sie wissen doch genau wie viele Milliarden jährlich in die Wirtschaft gepumpt werden über Bürgschaften, schaffen von Infrastruktur oder auch Subventionen der Politik an Unternehmen. Warum machen sie hier ein Problem draus? Selbst wenn die Pacht nicht gezahlt würde, spülen alleine die Steuern der Spieler mehr Geld in die Stadtkassen. Es ist auch hier eine simple Rechnung. Solange der Stadt höhere Einnahmen beschert werden durch Hilfestellungen ist es legitim.
Waren sie auch so kritisch, als zur WM 2006 Milliarden an Steuergeldern in die Arenen geflossen sind?

Ich freue mich, wenn sie berichten, noch mehr würde ich mich jedoch freuen, wenn ihre Berichte erklärender sind. Sie werfen hier Zahlen in den Raum, ohne die Zahlen zu erklären. Schlüsseln sie einfach mehr auf, damit man sich auch eine Meinung bilden kann, ohne von ihrer abhängig zu sein.

zu C)
mehr sachliche Punkte kann ich nicht rauspicken, da sie den Vorteil haben, dass ihnen die Konzernbilanz vorliegt. Vor allem die Anhänge. Damit fehlen mir viele Punkte um etwas deutlicher zu sehen, zu entkräften oder die Situation vielleicht als noch gravierender ein zu schätzen.

Nehmen sie es mir nicht übel. Es hat den Anschein, dass einige nicht mit dem jetzigen Verlauf einverstanden sind und lieber ein anderes Geschäftsmodell gesehen hätten und weiter versuchen Stimmung zu machen.
Und ja, die Situation ist hart, und nein, es klingt nicht nach Unfairness, es ist einfach nur einseitig.

Und glauben sie mir, ich gehöre mit zu den größten Kritikern des Vereins, was das wirtschaftliche agieren anbelangt und bin richtig sauer auf die Vorgehensweise der letzten Jahre. Aber ich weiß auch dass die Marke Schalke 04 ein enormes Potential hat, welches weit über die Stadtgrenzen hinaus eine Wirtschaftskraft hat, die man nicht einfach den Bach runter gehen lässt.

schalke wird niemals untergehen – da kannst du noch soviel untergangsstimmung produzieren – wir werden wie doofmund überleben und ob championsliga oder nicht wird an felix magath und dessen weitere nase hängen – sprich dem einbau von talenten – ansonsten haben wir auch noch viel tafelsilber zum verscherbeln und der kader wird mit sicherheit ausgemistet…

Sehr geehrter Herr Schravan,

Ich verstehe auch nicht, warum Sie sich so auf Schalke einschiessen, die vermeintliche Misswirtschaft und vermeintlichen Verschwendung von Steuergeldern. Nehmen sie doch mal eine Spur
bei den Bayern in München auf, 210 Millionen ? an Steuergelder ist im Zusammenhang mit dem Bau der
Allianz-Arena geflossen. Dort werden nicht nur Stadionanteile für einen bestimmten Zeitraum vergeben, dort werden AG-Anteile verscherbelt, auch wenn da medienwirksame dreistellige Millionenbeträge in den Raum geworfen werden, sind diese Anteile am Gesamten weg, im Normalfall für immer. Dort ist auch durch das Stadion ein Schuldenberg von 250 Mio ? entstanden, ist der Vorgang jetzt ehrenvoller als bei Schalke, weil Bayern sich die Hilfe der öffentlichen Hand im Vorfeld geholt hat, während Schalke durch Planungsfehler im Mqanagment in einen Liquiditätsrngpass geraten ist.
Wir können jetzt auch beisppielsweise über Stadien in Düsseldorf und Leipzig reden, wer hat diese denn bezahlt, ob sie gebraucht wurden oder nicht ? Wer finanzierte den Umbau der Stuttgarter Arena, des Olymoiastadion in Berlin, der Anteil vom VFB oder Hertha ist lächerlich klein, aber wieso machen sie dort kein Fass auf. Oder ein Fass mit einer Aufstellung mit welchen ungleichen öffentlichen Mitteln die Vereine bisher unterstützt wurden. Ich finde es verwerflicher, wenn Staats-monopolisten ala Deutsche Bahn, die in schlechten Zeiten vom Steuerzahler am Leben gehalten werden und nicht wirklich pleite gehen können, bei einem Bundesligaverein als Hauptsponsor auftreten und in der gleichen Zeit für den Otto Normalverbraucher die Preise gleich mehrfach erhöhen, als wenn eine kommunale Einrichtung bei einem der größten Unternehmenung in der eigenen Stadt einsteigt. Damit möchte ich die Finanzgebahren auf Schalke gar nicht entschuldigen, aber relativieren. Schauen sie sich doch die Strukturentwicklung in Gelsenkirchen an, soll denn demnächst nur noch die Zoomerlebniswelt Bürger nach GE löcken. Genauso wie Schalke die Zusammenarbeit mit der GEW nötig hat, hat die Stadt Schalke 04 nötig. Genauso wir München ihre Bayern oder Stuttgart ihren VFB, warum darf sie nicht genauso helfen.
Es werden noch einige Herrschaften unnötigerweise auf dem Gehaltszettel notiert, da gebe ich ihnen absolut recht, aber da dieser Bereich sich gerade komplett im Umbruch befindet, sollte man auch einem Verein wie Schalke 04, genauso die Gelegenheit zur Konsolidierung geben wie man es bei einem Wirtschaftsunternehmen tun würde. Das es aber in 2009 keine wesentlichen Abgänge gegeben hat, wage ich doch bei Namen wie Ernst, Lövenkranz und Krstajic zu bezweifeln. Es ist doch auch purer Popolismus, wenn sie die Werte eines BuLi-Vereins mit dem eines Stahlwerkes vergleich wollen. Beim Bundesligaspieler werden Ablösesummen abgeschriebem, hat das wirklich etwas mit dem Marktwert zu tun ? Beispiel Kuranyi, Bilanzwert per 30.06.2010 = 0 , Marktwert irgendwo zwischen 5 – 10 Mio ?, Beispiel Neuer, Bilanzwert mehr oder weniger 0, da hier keine Ablösesummen geflossen sind, der Marktwert ist doch einiges höher, ist das vielleicht der Grund warum sie außer acht gelassen wurden?
Manchmal sollte man sich bei seinem ganzen journalistischen Ehrgeiz nicht nur von seinen gefühlen leiten lassen .
In diesem Sinne
Bodo

Als Außenstehendem kommt es mir unverständlich vor, weshalb die öffentliche Hand bei Schalke 04 einspringt, denn bisher wurde der Nutzen des Wirtschaftsunternehmens Schalke 04 für die Stadt Gelsenkirchen nicht wirklich belegt. Auch Verweise auf Düsseldorf oder Leipzig sind nicht wirklich zielführend. Insbesondere, wenn man in Düsseldorf etwas genauer hinter die Kulissen der Stadionerrichtung blickt, gruselig, was sich da auftut. Und positive wirtschaftliche Effekte hat das neue Stadion für Düsseldorf bisher nicht. mag in Schalke anders sein, aber das bezweifele ich stark. Wer Zahlen hat, möge sie aufführen.

Noch ein weiterer Aspekt, den David Schraven kurz angesprochen hat. Weshalb gab es bisher keine Gehaltskürzungen beim sportlichen Personal? In jedem Wirtschaftsunternehmen wird die Belegschaft in der Regel zuerst um Solidarität und Verzicht gebeten. Weshalb hier nicht?

Weshalb wird nicht öffentlich darüber gesprochen, dass auch die Investoren auf einen gewissen Teil der Rendite verzichten müssen?

Jeglich Relativierung mag zwar nachvollziehbar sein, lenkt aber von der eigentlichen Problematik ab. Ein Wirtschaftsunternehmen hat lange Jahre vorab eingenommenes Geld frühzeitig verbraucht und damit seine finanziellen Resourcen überstrapaziert. Jetzt soll ein kommunales Unternehmen einspringen, um das Unternehmen vor der Pleite zu bewahren. Wie wird sichergestellt, dass das Unternehmen Schalke 04 mit diesem Geld sorgfältiger umgeht als mit den vorherigen Einnahmen? Gibt es Konsequenzen in dem Wirtschaftsunternehmen?

Als Außenstehender kann ich diese Finanzspritze nicht unterstützen und muss auf die Kommunalaufsicht hoffen, egal ob Gelsenkirchen als “Haushaltssicherungskommune” eingestuft ist oder nicht.

Lieber Herr Schraven,

wenn Ihnen streng geheime Dokumente vorliegen, die hoffentlich einen Hinweis diesbezueglich tragen, und Sie Details dieser streng geheimen Dokument öffentlich machen, machen Sie sich dann nicht strafbar ?

Warum können Sie die Zahlen nicht Wertfrei diskutieren ohne diese offenkundige Polemik? Ich denke, dass Viele, gerade Schalke Anhänger ein grosses Interesse haben, die aktuelle Situation besser zu verstehen, und wenn Sie dazu einen Beitrag leisten könnten, wäre dies sehr positiv. So, wie geschehen, leider unbrauchbar, und daher liegt die Vermutung nahe, dass Sie hier ferngesteuert irgendwelche Stimmungen anheizen sollen.

Schade.

Viele Gruesse

Holger

“Allein die Lieferanten bekamen Ende des vergangenen Jahres 16,7 Mio. Euro”

Und? Bei einem Umsatz von rund 140 Millionen Euro besagt das, dass rund 40 Tage vor mir her schiebe. Schlimm? Nö, eigentlich normal heutzutage.

Jürgen,

sicherlich hat die Arena wenig positives für die Stadt Düsseldorf gebracht, diese wurde aber komplett mit Geldern der öffentlichen Hand errichtet, obwohl klar war, das sie mit Ausnahme der wenigen Länderspiele nicht ausgelastet werden kann. Aber , nochmals der Hinweis, hier wurde komplett mit Steuerzahlergeld gebaut ohne die Chance zu haben, das Geld jemals wieder zu sehen. Schalke hatte als erster Sportverein eine Arena gebaut, das komplett privat finanziert wurde( ohne nichtrückzahlbare Steuergelder), sicherlich gibt es Bürgschaften, aber Bürgschaften die nicht fällig werden, sind ohne Mittelfluss. Innerhalb des Zeitrahmens indem das Stadion und weitere Verbindlichkeiten abgebaut werden sollen, taucht ein Liquiditätsengpass auf und zwar ganz einfach dadurch, das man eine Mannschaft unterhält, die den Anspruch hat international zu spielen,und auch entsprechend bezahlt wird, diese Internationalen Spiele wurden verpasst. Dieser Liquiditätsengpass könnte kurzfristig mit Privatmitteln überbrückt werden. das sind aber keine Planungsgrößen und würde zu Problemen mit der DFL führen und zu Repressalien bis hin zur(im schlimmsten Fall) Lizenzverweigerung führen, aber auch andere Bestrafungen würden hinsichtlich der Mittelbeschaffung Probleme bereiten, egal ob Geldstrafe oder Punktabzug. Wem wäre damit gedient?
Warum geht es bei Schalke, eine Veräußerung von Stadionanteilen an eine kommunale Einrichtung, mit einer Vereinbarung diese nach Tilgung der anderen Darlehen wieder zurückzunehmen. Also anders als bei den anderen soll hier kein Geld auf ewig verbraten werden, sondern es soll mit Zinsen zurück-fliessen. Es geht hier nicht um Almosen, wie es sonst überall inkl. DO verteilt wurde, sondern um ein Geschäft zwischen einer erfolgreich am Markt agierenden, der Stadt gehörenden Gesellschaft und einem der größten Arbeitgeber, Steuerzahler, Touristenmagneten in der Stadt.

@Juergen,

zum Thema Gehaltsverzicht: Sollte der Verein seinen vertragl. Verpflichtungen nicht nachkommen, be-
steht seitens des Spielers ein Sonderkündigungsrecht, damit könnte dieser ablösefrei wechseln. Der Verein wird also den Teufel tun und hier eingreifen. Die Frage, wieso die Verträge der Spieler, anders als vielfach veröffentlicht, nicht oder wenig leistungsabhängig sind, sollte allerdings hinterfragt werden und hier sollten auch die Verantwortlichen mit zur Kasse gebeten werden. Nicht nur einer, sondern es gab drei Vorstände und auch einen Aufsichtsrat der alles abgenickt haben will.

@Malte,

nicht nur von seinen gefühlen leiden lassen . 🙂

@ Jürgen, Malte etc.

Rein emotional kann ich jeden verstehen, der städtische oder staatliche Hilfen für marode Unternehmen, die jahrelang schlecht oder über ihre Verhältnisse gewirtschaftet haben, rundheraus ablehnt.
Das Argument, daß letztendlich der Steuerzahler die Gehälter von Mitarbeitern bezahlt, die eben weniger einnehmen als sie verbrauchen (kosten), ist zunächst mal eine ungeheuere Ungerechtigkeit und zudem angesichts des Missverhältnisses der Gehälter von Fußballprofis und anderen Angestellten / Arbeitern kaum nachvollziehbar. So weit, so gut.

Zunächst einmal gilt es allerdings zu berücksichtigen, daß der Staat oder auch die Länder und Kommunen bei anderen Wirtschaftsunternehmen nicht anders agieren. Die Banken, die Bahn, Arcandor, Opel und so weiter nehme man hier als Beispiele.
Aber auch die Abwrackprämie als Turbolader für eine schwächelne Autoindustrie, kostenlose Grundstücke und Steuerbefreiung für Investoren wie Nokia in Bochum und alle anderen Großinvestoren gehören auch zum Alltag von Staatssubventionen für alle möglichen Unternehmen und Privatleute.
Wenn ich heute ein Haus baue und die Wohnungen vermiete, zahlt der Staat ein hübsches Sümmchen aus Steuergeldern, um meinen Reichtum im Alter zu mehren. Mein Nachbar, dem es ohnehin wirtschaftlich nicht so gut geht, geht da leer aus – nein, er bezahlt meine Zuschüsse sogar noch mit.

All das mag sich auf den ersten Blick unglücklich oder ungerecht aussehen. Und trotzdem macht Vieles davon Sinn, weil es an anderen Stellen hilft, Arbeitsplätze zu erhalten, Steuern einzunehmen etc. – also das Funktionieren unseres Wirtschaftssystems überhaupt erst ermöglicht.

Man kann die kaufmännische Führung von Schalke in den letzten Jahrzehnten und den GEW-Deal natürlich kritisieren. Doch zweifele ich daran, daß es hier irgendjemandem gelingen wird, eine Nutzenbilanz aufzumachen, die auch noch über das Materielle hinausgeht.

Wenn allerdings ein Journalist wie der gute Herr Schraven sich damit in aller Öffentlichkeit verbreitet, darf ich eben genau das erwarten. Ansonsten wird Herr Schraven mit dem Vorwurf der Oberflächlichkeit und Parteilichkeit leben müssen.

Fazit: Hättest du geschwiegen, wärst du Philosoph geblieben.

Naja eigentlich ist hier nur interesant zu wissen, was für nen Fan der Herr David Schraven ist ?
Nicht das mich das persönlich wirklich interessiert , aber es würde wahrscheinlich ev . den geschriebenen Artikel ein wenig erklären .

BWG

@ Rolf

ich habe schon versucht zu erklären, wo das Problem mit den Einnahmen steckt. 

Mit Champions-League lag der Gewinn unterm Strich im gesamten Schalke Geflecht bei 1,855 Mio. Euro.  

Der Umsatz/Einnahmen lag bei imsgesamt 162,16 Mio. Euro. 

Ohne Königsklasse liegt das Loch zwischen 20 und 30 Mio. etwa. 

Wo sollen mehr Einnahmen herkommen? Und da sind wir bei dem Problem mit den verkauften zukünftigen Einnahmen. DerTrickotsponsor hat schon gezahlt, kriegt aber noch seine Leistungen. Das Trikot kann nicht wieder verkauft werden. Adidas kriegt auch schon was für das schon kassiert wurde. Der Name der Halle ist aucj weg. Selbst die Rechte wurden schon in einer Aktion von der linken in die rechte Tasche verkauft. 

Das was Sie als lächerlich abtun, das verkaufen zukünftiger Einnahmen ist der Kern des Problems. Das Brot von morgen ist schon verfressen. Die Gier war zu groß. Mal sehen was wird. 

Zu den Subventionen B)

hier kassieren vielleicht 50 Kicker und Trainer 50 Mio Euro im Jahr. Ist es gerecht wenn denen die Stadt den hohen Lebensstadard sichert und Küppersbusch untergehen lässt?

War Küppersbusch für die Ökonomie der Stadt Gelsenkirchen nicht wichtiger als ein Kickerclub? Das Traditionsunternehmen musste schon vor Jahren seine Eigenständigkeit aufgeben. Die Produktion in Gelsenkirchen einstellen.  

Sind 50 Kicker wichtiger als hunderte Arbeiter.  Ich sage, es ist zwar verdammt schwer die Grenze zu ziehen, aber Rafinha das Geld zu geben, das morgen dem Zoo fehlt, ist irgendwie trotzdem nicht ok.

Warum lässt man nicht den Markt entscheiden? Schalke ist ein freier Club. Sie können Sponsoren finden, Mäzene oder irgendwas verkaufen. Die Fans können was machen. Warum soll die Stadt einspringen? 

Schalke wir nicht untergehen. Es könnte nur eine andere Lösung gefunden werden.  

@ Bodo 

Es handelt sich um ein Märchen, dass die Arena ohne öffentliches Geld errichtet wurde. Gelsenkirchen selbst hält schon lange Kommanditanteile über die GEW und zudem eine stille Beteiligung in Höhe von 10 Mio. 

@ ähm ja

Lieferantenkredite: Schalke bezog im Jahr 2008 Waren und Leistungen im Wert von 34 Mio Euro. Die Kredite auf diesen Posten liegen bei 16,7 Mio. Das hat nichts mit Zahlungszielen und Zeiträumen zu tun.  

Bitte nicht Äpfel (Umsatz) mit Birnen (Lieferantenkrediten) vergleichen.

Danke.   

“Mit Champions-League lag der Gewinn unterm Strich im gesamten Schalke Geflecht bei 1,855 Mio.”

Nicht der Gewinn, sondern der ausgewiesene Gewinn. Es gibt keinen Grund, einen höheren Gewinn auszuweisen, außer ich möchte unbedingt mehr versteuern. Also macht es ganz unabhängig vom konkreten Fall immer Sinn, Gewinne nach allen bilanziellen Möglichkeiten in andere Perioden zu verschieben, die gewinnschwach bzw. defizitär sind.

“Ohne Königsklasse liegt das Loch zwischen 20 und 30 Mio. etwa.”

Oben waren noch von “einer Summe zwischen 20 und 30 Mio. Euro” die Rede, um die die “Einnahmen” sinken. Was denn nun? Reden wir von 20/30 Millionen weniger Einnahmen oder von 20/30 Millionen weniger Saldo aus Mindereinnahmen abzgl. Minderausnahmen?

“zukünftige Einnahmen”

Rolf hat nirgendwo etwas als lächerlich abgetan. Aber wir reden hier doch über eine bilanzielle Überschuldung, oder? Und genau dort ist es schwachsinnig, eine Forfaitierung mit ins Boot zu nehmen, da sich zwar bilanziell gebucht ist, aber von Vereinsseite gar keine Tilgung vorzunehmen ist.

“Sozialneidnummer”

Ob dem Zoo irgendwas fehlt oder nicht, sei mal dahingestellt. Luftleere Behauptungen und Spekulationen nähren nicht das Niveau der Diskussion. Mir erschließt sich auch nicht wirklich, ob nun die GEW das Problem sein soll oder der Verkauf der Anteile. Hätte Schalke die Anteile an irgendeinen x-beliebigen Investor verkauft, dann wäre “der Zoo” ja außer Gefahr. Damit wäre der Wind auf dem Segel, oder? Schechter hätte sicherlich sehr gerne noch mal 20 oder 30 Millionen Kundengelder untergebracht gegen hübsche Verzinsung. Leider hat er das nicht geschafft, sondern den Zuschlag bekam die GEW. Schlimm für Schechter? Ja, möglich. Schlimm für Schalke? Nö, sicherlich bessere Konditionen als bei Schechter. Schlimm für die Stadt? Nö, warum? Die GEW würde ohnehin eigene Gewinne nicht an die Stadt abführen. Hat sie auch in der Vergangenheit noch nie gemacht. Die Stadt wäre auch schön blöd, wenn sie das forder würde, da sie damit das so ziemlich einzige Steuerungsinstrument, über das sie frei verfügen kann, abgeben würde.

@ David Schraven

Ich denke, es ist unstrittig, daß bei Schalke in den letzten Jahren finanziell wirklich keine herausragenden Leistungen vollbracht wurden. Champions League sieht anders aus.

Das ändert aber nichts an der Frage, ob heruntergewirtschafteten Unternehmen vom Staat, vom Land oder von den Kommunen geholfen werden darf. Wen es interessiert: Ich persönlich bin gegen jede Art von Subvention, weil sie mit unserem Markt- und Wirtschaftssystem nicht gerecht in Einklang zu bringen sind.

Wer also jetzt – so wie du – eine Partei gründen will, die in Zukunft ohne Subventionen auskommt, mein Kreuzchen ist bei der nächsten Wahl sicher.

Praxis ist allerdings, daß wir in einer Subventionsgesellschaft leben. Bedauerlich – wie gesagt. Aber derzeit, mit den Entscheidern nicht zu ändern.

Die Neid-Argumente a la “Rafinha” verdient mehr Geld als andere, sind in einer solchen Debatte unwürdig. Das stimmt zwar, aber bedauerlicherweise ist es im Idealfall so, daß Herr Rafinha mehr Geld einspielt als David Schraven, dem beim Schreiben keiner zuschauen mag. (Ich will jetzt gar nicht werten, ob das nicht ganz lustig sein könnte…)

Das Küppersbusch-Beispiel kenne ich jetzt im Detail nicht. Aber scheinbar war es so, daß die Mißwirtschaft vom Küppersbusch-Management so nachhaltig war, daß sich niemand gefunden hat, der im Fortbestand des Unternehmens an alter Stätte einen Nutzen gesehen hat.

Zu guter Letzt geht es in dieser Diskussion auch darum, daß ich von einem seriösen Journalisten einfach erwarte, daß er grundlegend in allen Aspekten des Themas recherchiert. Also Schalke anprangern: okay. Aber wo bleiben dann die Bewertungen und Untersuchungen zu anderen Buli-Clubs und Unternehmen?

“Äpfel (Umsatz) mit Birnen (Lieferantenkrediten) vergleichen”

Was hat das mit meinem Kommentar zu tun? Es gibt Verbindlichkeiten aus Lieferung und Leistung in Höhe von etwas mehr als einem Monatsumsatz. Das ist nun mal so und das ist auch kein Vergleich. Ferner ist es absolut unkritisch. Es ist letztlich nicht anderes, als wenn sie ihrem Vermieter, dem Stromlieferanten und dem Metzger an der Ecke in etwa so viel schulden, wie sie in einem Monat durch ihre Tätigkeit umsetzen. Ich behaupte, ihr Dispo wird höher sein als dieser Betrag. Und ich glaube auch nicht, dass selbst bei Ausschöpfung desselben morgen Peter Zwegat vor ihrer Haustür steht.

@14 b – Man geht allgemein davon aus, dass Bundesligaclubs zwar gut für das Image einer Stadt sind, der monetäre Effekt aber dahinter weit zurück bleibt.

Gelsenkirchen ist frei zu entscheiden, seinen Verein mit öffentlichen Geldern zu stützen. Das ist nicht in Ordnung, denn das bedeutet nichts anderes, als dass Assauer die Ailtons, Krstajics und Lincolns mit Steuergeldern von anderen Vereinen losgeeist hat. Vereine wie Stuttgart, Werder, Kaiserslautern kaufen aber Spieler ohne Steuergelder ein.

Zusammenhang erkannt? Davon mal ganz abgesehen, dass man die Steuergelder ja auch für Kindergärten hätte ausgeben können.

@27 et al – Weil David Schraven zu Schalke recherchiert, muss er der Fairness halber zu allen anderen Bundesliga-Clubs auch recherchieren?

Ich finde es frappierend, welch kruden Vorstellungen von Journalismus in diesem Forum anzutreffen sind. Journalisten spezialisieren sich auf Branchen, Regionen, Firmen etc. Einer schreibt zehn Jahre lang über die Deutsche Bahn. Ein andere fünf Jahre lang über die Abfallwirtschaft in Bayern. Ein dritter zwanzig Jahre lang über die SPD.

Das hat nichts mit polemischen Kampagnen zu tun. Sowas nennt man Spezialisierung, und ohne solche würde kein Journalist die Qualität von David erreichen. Nur weil er drei Mal, oder fünfzehn Mal nacheinander über Schalke schreibt, heisst das doch nicht, dass er ein Problem mit Schalke hat.

Ob er den Spielverlauf gegen Bayern richtig wieder gibt, ist doch völlig Banane – sowas nennt man Aufhänger, um die Leser in den Text zu bekommen, sie zu interessieren.

Kleiner Tipp: der Artikel fängt erst danach an. Mit neuen Fakten und Einsichten. Und da hat David hier eine Menge zu bieten.

Also ich habe alle Kommentare gelesen, Herr Schraven hat fast immer versucht eine Antwort bzw. Auskunft zu erteilen, nur wessen Fan er ist wollte er absolut nicht kundtun
Aber ich möchte wetten und zwar über die Summe der Gesamtschulden des FC Schalke, dass er ein Fan des BVB,Boch,REW ist und aus diesen Grund Schalke hasst wie die Pest, aber dass schalke von der Bildfläche verschwindet das wird Ihm nicht gelingen, denn es gibt tausend und abermals tausen Gründe, dass Schalke weiter bestehen muss und er wird sich die Zähne daran ausbeissen oder die Zellen seines Gehirns werden sich überschlagen. Es wird auch mal wieder bessere Zeiten für schalke geben wie für jeden anderen Club auch das ist so der Lauf der Zeit.

@fk

Was du zur Arbeitsweise von Journalisten schreibst, ist unglücklicherweise nicht ganz falsch.
Das heißt aber nicht, daß es in Ordnung ist.

Herr Schraven muss jetzt zwar nicht die Bilanzen von allen Bundesligisten prüfen und in seinen Artikel mit einbeziehen,
aber eine Einordnung in die gängige Praxis des Wirtschaftsumfeldes erwarte ich schon.

Wenn ich einen Artikel darüber schreibe, daß Herr XY zwar 10 Millionen im Jahr verdient aber nur 100.000 Steuern bezahlt, habe ich als Journalist die Pflicht, die Leser auch darüber aufzuklären, wie es dazu kommt und daß es beispielsweise keinen kriminellen Machenschaften des Großverdieners geschuldet ist, sondern den Steuergesetzen. Vergesse ich das zu erwähnen, ist der Artikel unfair, polemisch oder verhetzend – also schlecht. Selbst wenn die nackte Botschaft darin stimmen sollte.
Es gilt der Grundsatz, daß die Leser (in überwiegender Zahl) die Zusammenhänge verstehen sollten und nicht nur irgendwelche Behauptungen plakativ in den Raum gestellt werden.

Das unterscheidet dann im guten Fall die BILD von der ZEIT (um nur 2 Beispiele zu nennen).

Da ich David Schraven für einen guten Journalisten halte, sollte er eben die Zusammenhänge auch recherchieren und uns mitteilen, damit wir uns ein vollständiges Bild machen können, finde ich. Zuviel verlangt?

Michael, beim Steuer-Beispiel bin ich ganz auf Deiner Seite. Aber der Vgl. hinkt ein bisschen, denn ich glaube nicht, dass bei anderen Bundesliga-Vereinen Finanzgebaren und Verflechtungen mit der Politik so extrem sind. Siehe die fragwürdigen Zahlungen, über die die SZ berichtet hat.

Daher halte ich es für vollkommen gerechtfertigt, sich in dieser Form und Intensität mit Schalke zu beschäftigen. Ein paar Herren aus Wirtschaft und Politik schieben sich die Bilanz eines Vereins zurecht, an dem viel Herzblut und Arbeitsplätze hängen. Da sollten Journalisten ein wenig Licht ins Dunkel bringen. Dass David da nicht alle Details und Zusammenhänge hat, sollte man wenn überhaupt diesen Herren vorwerfen, und nicht David.

Kann es sein, dass hier einige Schalke für so ne Art Heiligtum halten? Eins dass deswegen auch nicht kritisiert werden darf? Dessen Verantwortliche sozusagen über den Dingen stehen?

Ich bin von meinem 7. bis zu meinem 45. Lebensjahr regelmäßig und ganzjährig auf´m Platz gewesen. Da wo zählt. Ich bin Fussballfan weil ich nicht anders kann. Aber ich bin kein Mannschaftsfan. Und ich bin deswegen auch der Meinung, dass keine Fußballmannschaft irgendein Privileg verdient.

Erst recht keins, was Leute bezahlen müssen, die nicht ihre speziellen Fans sind oder die sogar mit Fußball gar nichts am Hut haben. Egal wie arm oder reich die Truppe ist, egal wie gut oder schlecht sie spielt, egal wie qualifiziert der Trainer ist, egal wie groß die Menge ihrer Unterstützer ist.

Ein Fußball der unabhängig sein will darf kein Subventionsobjekt sein. Entweder die Jungs oder Mädels packen es, oder sie packen es nicht. Entweder gibt es Menschen die dafür ihre Kohle respektive ihr Engagement raustun wollen, oder sie gibt es nicht. So einfach ist das.

nochmal an fk:

Ich denke, daß eine Aufrechnung der Vorteilsnahme von Wirtschaftsunternehmen (wie Buli-Vereine) zu Lasten der Steuerzahler durchaus eine Artikelserie wert ist.

Und als ein (abschreckendes) Beispiel mag dann sehr wohl auch Schalke 04 herhalten.

Aber ich möchte dann auch etwas von den anderen Vereinen hören, von infrastrukturellen Maßnahmen für dreistellige Millionensummen, damit die Kunden den Event erreichen etc. (ich rede von München). Mach du doch mal irgendwo ein Geschäft auf und warte darauf, daß da irgendjemand auf Kosten der Allgemeinheit eine Straße baut, damit deine Kunden dich leichter erreichen können. Dazu eine S-Bahn oder was auch immer. Und weil dann so viele Kunden zu dir kommen, muss die Polizei 400 Leute abstellen, die dein Geschäft bewachen.
Klar, das gibt es in Gelsenkirchen auch alles, wenn auch in kleineren Dimensionen. Aber warum schreibt dann kaum einer gegen Bayern München beispielsweise. Unabhängig von den ganzen anderen Vergehen zu Lasten des Marktumfeldes (Sonderzahlungen Premiere…).

Wie gesagt – nur ein Beispiel von vielen überall in unserem Land. Und ich fände es unangemessen, wenn jetzt alle auf Bayern München herumhacken würden.

Michael – David macht seinen Job. Er beschäftigt sich kritisch mit den Fussballvereinen seiner Region (Schalke, RWE). (Er schreibt übrigens nicht GEGEN Schalke, sondern ÜBER Schalke.) Man kann ihm einfach nicht vorwerfen, dass andere Journalisten in Bremen, München, Kaiserslautern, Berlin ihren Job nicht machen.

Also David muss hier nicht verraten ob er Schalke mag oder nicht, denn das hat er hier schon getan.

Man lese den Artikel “Ein beschissenes Erlebnis auf Schalke” vom 21.02.2009 hier auf den Ruhrbaronen.

Er stellt hier nur ein paar Fakten fest und berechtigte Fragen. Muss man als Schalkefan sein Gehirn abgeben ?
Ich denke nicht.

Und sich ohne Häme Gedanken zu machen ist ein Zeichen von Anteilnahme und nicht von Verachtung ( die kennt im übrigen keine Farbe, ist als auch nicht schwarz-gelb)
Die hier versammelten Kommentare von Schalkern bestätigen mich in meiner Entscheidung nicht mehr live zum Fussball zugehen.

Man amüsiert sich immer mehr dort unter dem eignen Niveau

@fk präsentiert
“Vereine wie Stuttgart, Werder, Kaiserslautern kaufen aber Spieler ohne Steuergelder ein.”
Kaiserslautern ist hoch subventioniert, die Stadt hat dort viel mehr investiert als die GEW. Ein schlechteres Beispiel hätte man wohl nicht finden können. Stuttgart spielt in einem städtischen Stadion. Werder Bremen auch halbwegs. So viel zum Thema…

Ansonsten freue ich mich, dass man kritische Artikel zur Finanzlage meines Herzensclubs lesen kann. Auch wenn das ein oder andere Detail zu kritisieren ist – die Grundidee der Berichterstattung ist kein Fehler. Mir ist dabei auch egal welchen Verein der Journalist präferiert, hauptsache er schreibt angemessen über Schalke. Ich rechne nicht damit, dass hier Lügen o.ä. verbreitet werden, mit dargelegten Fakten muss jeder selbst umgehen können. Ich bin zum Beispiel ein “Fan” der “Rettung” durch eine Kommune und würde mich auch nicht aufregen wenn die DSW21 in Dortmund den Verein unterstützt. Diese Vereine gehören zur Stadt und zur Region wie nichts anderes und prägen diese auch entsprechend. Der Verlust solch eines Vereins wäre durch nichts zu ersetzen – eine Stadt muss die Möglichkeit haben da einzugreifen. Gelsenkirchen ist nicht die erste Kommune die das tut, Gelsenkirchen hilft auch nicht zum ersten Mal. Alles kein Grund zur Aufregung – interessanter ist wie schlecht die Finanzlage nun wirklich ist und wer daran schuld trägt…

@Michael

“Man kann die kaufmännische Führung von Schalke in den letzten Jahrzehnten und den GEW-Deal natürlich kritisieren”

Laut WDR VT ermittelt jetzt die STA wegen Insolvenzverschleppung!

@Malte,

wenn Sie eine Firma betreiben, ich einen Bericht in der Zeitung lese, das ihre Firma nur noch dank berschwendung meiner Steuergelder
gerettet werden kann, kann ich eine Anzeige gegen sie erstellen und der Staatsanwalt muß ermitteln. Das hat nichts damit zu tun, das
es auch wirklich so ist, ich glaube diese Anzeige gab es nach Medienkampagnen schon zweimal.

@fk
sie schrieben DS schreibt nicht gegen Schalke , sondern über Schalke. as ist in meinen Augen falsch. DS schreibt gegen Schalke.
Man kann sich den Eindruck nicht erwehren, als wolle sich DS mit Schalke einen Namen als Enthüllungsjournalist machen wie damals
Freddie Röckenhaus beim BVB. Der Unterschied, dort wurden Fakten auf den Tisch gelegt, Informationen über das wie und wo der Anleger, der Fan belogen und betrogen wurden, wurden auf den Tisch gelegt. Hier werden immer wieder zwei ,drei Kennzahlen aus der Bilanz genommen und dazu ein Artikel gestrickt der aussieht als würde DS alle seine informationen aus einer bestimmten Quelle beziehen. Aus einer Quelle, die andere Interessen hat als Schalke zu sanieren. Auch das ein Journalist eine Bilanz besser bewerten kann als die testierende Wirtschaftsprüfungsgesellschaft finde ich erstaunlich.

Sie schrieben auch: Das ist nicht in Ordnung, denn das bedeutet nichts anderes, als dass Assauer die Ailtons, Krstajics und Lincolns mit Steuergeldern von anderen Vereinen losgeeist hat. Vereine wie Stuttgart, Werder, Kaiserslautern kaufen aber Spieler ohne Steuergelder ein.
Das ist falsch. Das Geld der GEW geht in die Stadionbetriebsgesellschaft, also in die Gesellschaft, die die Infrastruktur bereitstellt, in der der Verein Schalke 04 seinen Sport betreibet. In den von Ihnen beispielhaft genannten Städten sieht das tatsächlich anders aus, in Berlin, Bremen, Stuttgart, Köln usw. werden die Stadteigenen Stadien von den Kommunen ausgebaut .
Besonders Bremen und Berlin, investieren oder investierten in diese sportliche Infrastruktur, obwohl beide faktisch pleite sind.
Das Trauerspiel in Kaiserslautern sollte auch noch jedem im Gedächnis haften. In Stuttgart werden die 30 Mio, die man für
Gomez eingenommen hat, nicht(oder nur in einem kleinen Teil) dazu verwendet, das, bisher auch Leichtathletik nutzbare, Stadion für den VFB in eine reine Fussballarena umzubauen, trotz wegbrechender Einnahmen bei der Stadt kein Problem.
In München spricht man von 210 Mio ? öffentl. Mittel, die im Zusammenhang mit dem Bau der Arena in München bewegt wurden. Das ist bekannt, kein Mensch regt sich darüber auf. Bei Schalke 04, die versucht haben alle diese Kosten weitgehend ohne öffentl. Mittel zu stemmen, wird aber schon bei einer wesentlich geringeren Summe laut aufgeschrien. Den Journalisten sind doch die Fakten bekannt, aber da diese Vereine(mit Ausnahme vom FC Bayern) nicht den Schuldenstand von S04 erreicht haben, da ihnen kein Stadion gehört, kann man nicht so medienwirksam Schlagzeilen erzielen. Wen interessiert eine Überschrift wie :” Hertha mit 30 Mio in den Miesen”, eben keinen Menschen,”Schalke mit Rekordschuldenberg von 250 Mio” , das macht doch direkt mehr her, aber ist das seriöser Journalismus.

Ich frage mich auch wer hinter DS steckt, wer möchte den Verein zur Zahlungsunfähigkeit treiben, was ja anscheinend ohne die öffentl. Mittel passieren kann und anscheinend das Ziel der jetzt laufenden Kampagne ist. Die Folgen => Insolvenz, Zwangsabstieg und Fälligkeit der Bürgschaften der öffentlichen Hand. Das würde dazu führen, das, damit man ein Darlehen an einen Verein in Höhe von 25 Mio nicht gewährt hat, unter Umständen 90 Mio an Bürgschaften und damit an Steuergeldern fällig würden, die unwiderruflich verloren wären. Das nenne ich ein gutes Geschäft.

Das das Finanzgebahren von Schalke 04 in den letzten jahren scheinbar aus dem Ruder gelaufen ist, ist unbestritten und Teil der Vereinbarung müßte ein Kontrollinstrument/-gremium sein, das verhindert, das die Stadionsbeteiligungsgesellschaft nochmals in Schieflage geraten kann. Beim Verein ist man dabei die Strukturen umzustellen, ob da diese permanenten Störgeräusch wirklich hilfreich sind ? Auf der anderen Seite lassen sich gerade im Ruhrgebiet Zeitungen mit negativen Schlagzeilen über Schalke immer gut verkaufen. Aber das ist ja bestimmt nicht der Grund dieser Artikel .

@Bodo: Jetzt wird es aber arg paranoid. Als Träger des Wächterpreises hat er es auch nicht mehr nötig sich einen Namen zu machen – den hat er schon. Wieso tun sich alle so schwer zu verstehen, dass David einfach nur seinen Job macht und nicht Teil irgendeiner Verschwörung ist? Ob Uhlenberg oder Schalke-Fans: Es ist vielen offensichtlich nicht möglich zu sehen, dass er nicht die Probleme macht sondern sie aufdeckt und beschreibt. Es gibt viele gute Gründe als Schalke Fan sauer zu sein – aber nicht auf David, sondern auf eine Schalke-Führung, die den Karren in den Dreck gefahren hat.

@Stefan Laurin,
du hast recht was die Schalke-Führung angeht, das ist die eine Seite. Die andere aber ist, wie immer wieder Stimmung gemacht wird mit dem gleichen Inhalt, in einer neuen Veröffentlichung, sobald etwas Ruhe eingetreten ist. Wenn die Schalke-Führung gemerkt hat,
das es schief gelaufen ist, muß man ihr Gelegenheit zum handeln lassen. Das ist im Fussball vielleicht etwas schwieriger als im
normalen Wirtschaftsleben, da man das Personal hier nur in Transferperioden loswerden kann. Erschwerend kommt der Umstand hinzu,
das, wenn einer nicht wechseln will oder kein Interessent vorhanden ist, nicht wechseln kann und man weiterhin zu Zahlung der ver-
einbarten Vertragsleistung verpflichtet ist und von daher die Personalkostennicht einfach reduzieren kann. Die Führung wurde ja bis auf P.Peters komplett ausgetauscht, leider führte auch das wieder zu Mehrbelastungen, die in keinem Wirtschaftsplan vorgesehen war.
Aber es wäre doch jetzt einfach mal schön, diese Personen auch handeln zu lassen, anstatt permanent mit den gleichen Inhalten gegen Schalke zu schiessen.

Ehrlich gesagt , der Artikel war Mist sry , alt aufgewärmte Dinge in Verbindung mit einem ganz normalen Deal, der für alle Seiten gut ist , gemischt mit einer subjektiven Meinung die gegen Schalke zielt und nicht “über” wie hier so jemand meinte… (Hier sollte sich der Verfasser echt mal Gedanken machen, was er da tut , bzw aus welchen Gründen, sind das noch die seinigen ? Hallo Aufwachen, …tausend Freunde die zusammen stehen , dann wird der FC Schalke auch nicht untergehen … mehr muß man dazu nicht sagen .
Das man über die verfehlte Transferpolitik und den Grenzwertigen Kurs nicht diskutieren muß, was letztendlich dazu führte Anteile der Arena zu verkaufen, sollte auch klar sein.
Dem war so , die Verantwortlichen mußten die Konsiquenzen ziehen und ihre Stühle räumen oder wurden geräumt . 🙂

Falls des manche noch nicht mitbekommen haben sollten , seid Magath weht auf Schalke ein neuer Wind , im finanziellen Sektor wird sich auch noch einiges tun , oder meint irgendwer es werden paar Anteile vom Stadion verkauft und denn lehnt sich wieder alles zurück ?

BWG

@Malte

Ja, das ist auch wieder so eine Geschichte.

Der Staatsanwalt muss bei Anzeige ermitteln, wenn ein Anfangsverdacht vorliegt.

Anfangsverdacht = Pressekampagne + GEW-Deal etc.

Jetzt bin ich mal gespannt, ob ein Journalist auf die Idee kommt, zu ermitteln, wer die Privatperson ist, die die Anzeige erstattet hat und welcher Interessengruppe diese Person angehört. Ein BVB-Fan? Ein Schechter Adlatus? Ein Lieferant, der auf die Bezahlung seiner Rechnung wartet?

Herr Schraven übernehmen Sie bitte. Als Träger des Wächterpreises sollten Sie erst gar nicht auf die Idee kommen, diese Ermittlung zu kommentieren, ohne die Hintergründe zu ermitteln. Einverstanden?

@ Bodo 21:

Ich kann gerade nicht ausführlich antworten, da brauche ich mehr Zeit zu. Bezüglich der Steuerzahlermittel für den Stadionbau in Ddorf stimme ich Dir ausdrücklich zu, Schalke und Ddorf sind zwei Paar verschiedene Schuhe (ich schaue gerne mal, ob da nicht auch öffentliche Mittel geflossen sind).

@ Bodo 22: “Sollte der Verein seinen vertragl. Verpflichtungen nicht nachkommen, be-
steht seitens des Spielers ein Sonderkündigungsrecht, damit könnte dieser ablösefrei wechseln.” Auch da gebe ich Dir recht. Nur, wenn ich das meinem Chef sage, wenn wieder mal eine Kürzungsrunde angesagt ist, lacht der sich letztlich ins Fäustchen und ich gucke in die Röhre. Weshalb können nicht diese Spieler trotzdem auf Teile ihres Gehaltes verzichten. Das ist in fast allen Betrieben, die wirtschaftlich schlecht stehen, gute Praxis. Und in verschiedenen Fußballvereinen wurde das auch schon gemacht. Deshalb kommt es mir auch nicht in den Sinn, weshalb diese Frage nicht öfter gestellt wird.

Ist es denn tatsächlich so, dass alle teuren Spieler bei Schalke sofort einen neuen Verein finden würden? Das bezweifele ich mittlerweile stark. Denn allein schon der Umstand, dass Hr. Magath Spieler aus dem eigenen Nachwuchs auflaufen lässt, ist doch als Warnschuss für die etablierten Spieler zu verstehen (einschließlich für deren Manager), dass auch diese abkömmlich sind.

Zu den 55,9 Millionen bilanzieller Überschuldung fallen mir noch die kürzlich ermittelten Zahlen von den werthaltigsten Clubs Europas ein.

Manchester United (1,137 Milliarden Euro)
Real Madrid (811 Millionen Euro)
Arsenal London (716 Millionen Euro)
Bayern München (655 Millionen Euro)
AC Mailand (644 Millionen Euro)
Juventus Turin (443 Millionen Euro)
Inter Mailand (434 Millionen Euro)
FC Chelsea (420 Millionen Euro)
FC Barcelona (418 Millionen Euro)
FC Schalke 04 (369 Millionen Euro)

Veröffentlicht in Forbes, ermittelt von Deloitte, wenn ich mich nicht irre. Also von einer der führenden Beratungs- und Prüfungsgesellschaften der Welt. Die saugen sich das bestimmt nicht aus den Fingern – haben sie doch einen mindestens ebenso guten Ruf zu verlieren, wie Herr Schraven beispielsweise. Nur hängt bei denen noch die Existenz der Firma von der Verlässlichkeit ab.

Gehe ich jetzt von einer bilanziellen Überschuldung in Höhe von 55,9 Mio aus, müßte Schalke Verbindlichkeiten von 430 Mio. haben. Das würde mich dann wirklich überraschen. (Obwohl – wenn ich nochmal darüber nachdenke – so wirklich überraschen kann mich eigentlich nichts mehr.)

Dazu kommt, daß die o.g. Zahlen ohne die Markenwerte ausgewiesen sind. Diese Werte sind zwar objektiv kaum zu ermitteln, übersteigen aber in der Regel die Bilanzwerte.

Still confused, but on a higher level now?

@Malte nochmal

“Die Aufregung um diese Geschichte ist zunächst höher, als es aus unserer Sicht angemessen wäre. Es handelt sich hier um eine an uns herangetragene Anzeige einer Privatperson, nicht um aktive Ermittlungen der Staatsanwaltschaft”, sagte Kassenböhmer dem Sport-Informations-Dienst (SID).

Das setzt dem ganzen die Krone auf, weil einige selbsternannte Schreiberlinge (vom Kicker bis zu Spox und Sport 1 beispielsweise) das unter der HL “Ermittlungen gegen Schnusenberg und Peters veröffentlichen.

Wann wird das Presserecht geändert und solchen Leuten das Handwerk gelegt?

@ Michael,

der Wert eines Clubs hat wenig mit der Bilanz zu tun. Da geht es auch im immaterielle Sachen.

Ich sag, ja, wenn Schalke seinen Namen verkauft, könnte der Club viel Geld machen – ob die Fans das wollen? Eher nicht.

Und halt mal den Ball flach von wegen Pressefreiheit.

Mir hat der Pressesprecher gesagt,

Es werde geprüft, ob der Anfangsverdacht der Insolvenzverschleppung begründet sei, bevor weitere Schritte unternommen würden.

Das ist der normale Vorgang. Das sind Ermittlungen.

Und ich glaube nicht, dass es klug ist, so zu tun, als sei das alles Wurstwasser.

@David

Schon klar.

Aber eine bilanzielle Überschuldung liegt dann vor, wenn die Verbindlichkeiten nicht mehr durch die Firmenwerte gedeckt sind.

Dazu kommt, daß Deloitte die Markenwerte nicht berücksichtigt hat. (Zugegeben: Unter dem Vorbehalt, daß ich den Bericht von D + T komplett vorliegen habe und ich alles richtig verstanden habe.)

Aber selbst wenn, irrst du eben in der Feststellung einer bilanziellen Überschuldung.
(Diese Tatsache soll nicht die betriebswirtschaftliche Beschränktheit der für den aktuellen Stand Verantwortlichen schön reden.)

“…der Wert eines Clubs hat wenig mit der Bilanz zu tun. Da geht es auch im immaterielle Sachen…” (David Schraven, Kommentar 49)

So ist es!

Deloitte Football Money League… ich habe mir den Bericht auch mal angesehen (wenn auch nur die kurze Version, welche sich nur auf die platzierten Bundesliga Vereine bezieht).

Mal ein wenig zitieren, allgemein zur Methodik:

“[…] Umsatzinformationen […] sind den veröffentlichten Jahresbilanzen und weiteren verlässlichen Quellen entnommen. […] Zum Zweck dieses Berichtes wurde keine Überprüfung der Informationen durchgeführt.”

und zu Schalke direkt:

“[Ausscheiden CL-Qualifikation, Ausscheiden Gruppenphase des UEFA-Cups] …woraus ein Rückgang der Spieltag- und TV-Erlöse resultieren wird. Es ist daher anzunehmen, dass der FC Schalke 04 in unserer nächstjährigen Football Money League die aktuelle Platzierung voraussichtlich nicht verteidigen kann. Da die Höhe der generierten Umsätze insbesondere vom sportlichen Erfolg in den internationalen Wettbewerben und den damit verbundenen Mehrerlösen abhängt.”

Ne, aus den Fingern saugen die sich das nicht. Allerdings übernehmen sie “auch nur” ungeprüft die allgemein veröffentlichten Informationen. Für meine Begriffe ist daher die Aussagekraft des Berichtes, bezogen auf die aktuelle Diskussion hier, eher gering. Darüberhinaus wird festgestellt, daß die Situation von Schalke 2008 vielleicht rosig gewesen ist, es jedoch in diesem Jahr deutlich grauer wird.

Wenn Herr Schraven mehr weiß als alle anderen, dann soll er bitte die Fakten auf den Tisch legen. Vielleicht kann er ja mal bitte kurz erklären, warum er es nicht macht.
Quellenschutz? Wichtigtuerei? Entweder die ganze nackte Wahrheit oder den Artikel löschen!

Halbwissen bringt uns hier in der Diskussion nicht weiter.

@ Borkinho,

Kann Herr Bokinho nicht lesen? Dort oben steht ein Artikel. Da sind die Fakten drin. Die Zahlen aus der Konzernbilanz.

@ Michael,

von bilanzieller Überschuldung kann man beruhigt sprechen, wenn der Wirtschaftsprüfer sie in einer testierten Konzernbilanz festgestellt hat. So wie hier.

Komische Aufregung hier. Eine bilanzielle Überschuldung ist immer eine bilanzielle Überschuldung (Punkt). Die Frage ist: Liegt auch eine tatsächliche Überschuldung vor? In der Tat hat Schalke in Form der Namensrechte ja noch immaterielle Werte in der Hinterhand. Allerdings müssen dann diese Werte oder andere stille Reserven mindestens bilanziert werden, damit nämlich der bilanziellen Überschuldung abgeholfen wird. Tut man das nicht, dann freut sich der Insolvenzverwalter auf sein Mandat: Ist doch für seine Gebühren schon mal gesorgt und spricht ferner einiges für die Weiterführung des/der Unternehmen(s).

Wo also ist das Problem? David hat veröffentlicht – unbestritten wohlgemerkt: Bei Schalke lag 2008 eine bilanzielle Überschuldung vor. Das zumindest schon mal mindestens ein schwerer, handwerklicher Fehler der Geschäftsführung; – und zwar im günstigen Fall. Die noch nicht gestellte Frage lautet: Warum hat Schalke die bilanzielle Überschuldung hingekommen? Sind im Anhang Hinweise darauf zu finden, dass neues Kapital zufließt (z.B. durch Verkauf von Namensrechten, Auflösung von stillen Reserven o.ä.)?
Ist dies nicht der Fall, dann wird es kritisch. Denn jetzt stellt sich gleich die Frage nach dem Warum. – Sind stille Reserven, Namensrechte o.ä. als Sicherheiten abgetreten? Das wäre doch dann eine naheliegende Vermutung.

Wie auch immer. Recht ist nicht teilbar. Liegt ein Verstoß gegen das Insolvenzrecht vor, dann sieht das Gesetz hierfür Strafen vor und diese müssen auch ausgesprochen werden. Muss ein Insolvenzverwalter das Verfahren übernehmen, ist es im Endeffekt für den Verein nur gut, weil offensichtlich inkompetentes (oder anders motiviertes) Führungspersonal bei dieser Gelegenheit entfernt wird. Der Verein wird es überleben, aber er wird auf “ehrliche” Füsse gestellt. Und dass ist in jedem Falle gut so.

@David Schraven: Ich komme immer spät von der Arbeit, da kann man schonmal etwas überlesen. Sie haben also die Zahlen aus der Konzernbilanz, das habe ich natürlich verstanden.
Können Sie mir die Konzernbilanz dann bitte einmal zur Verfügung stellen?
Ich finde Sie gerade im Internet nicht.

Danke!

@ Borkinho,

nein, ich kann Ihnen die Konzernbilanz nicht zur Verfügung stellen. Da fragen sie besser beim FC Schalke 04. Denn das sind seine Dokumente.

Sehr geehrter Hr. Schraven,

sie behaupten in ihrem Artikel wären alle Fakten. Legen sie doch mal eine Konzernbilanz mit allen Beteiligungen und Erläuterungen vor und dann kann man sich ein Urteil bilden. Wenn die 55,9 Mio an negativen EK stimmen also das EK würde auf der Aktivseite stehen dann wäre es für das EK nicht ganz so relevant das rund 100Mio? Verbindlichkeiten aus dem Konzernabschluss verschwinden. Die Höhe der Verbindlichkeiten hat keinen Einfluss auf das Eigenkapital.

Und sie haben sich die Frage gestellt wer die Verbindlichkeiten aus der Stadiongesellschaft in seinen Abschluss einbezieht. Wenn keiner der Anteilseigner mehr als 50% hält dann werden die Verbindlichkeiten bei niemanden auftauchen. Und das ist der Sinn und Zweck von Beteiligungen unter 50%.

Mit freundlichen Grüßen

Mark

@ Mark

Mit dem negativen Eigenkapital ist das ein wenig komplizierter. Schalke hat über 60 Mio. Euro negatives Eigenkapital, aber durch die stille Beteiligung von Tönnies (Eigenkapitalähnliche Mittel) wird das ein wenig angehoben. Der Übertrag der bilanziellen Überschuldung auf die Aktiva-Seite ist eben 55,9 Mio. Euro schwer.

Wenn die Schulden auf der Passiva-Seite verschwinden, kann es sein, dass die Vermögenswerte wieder ausreichen, auch bei weiter negativem Eigenkapital die Passiva-Seite zu sichern.

Kann schon sein, dass ich ich Bilanz irgendwann hier einfach komplett veröffentliche. Aber jetzt nicht. Sorry.

Die Kiste mit den Schulden der Arena KG sehe ich ähnlich. Es kann sein, dass die Belastungen der Firma einfach verschwinden.

@David Schraven: Lange Rede kurzer Sinn. Entweder man vertraut Ihnen oder man vertraut Ihnen nicht, wenn Sie das, worüber Sie schreiben, nicht in schriftform darlegen.

Eine Frage: Woran beteiligt sich denn nun die GEW? An der FC Schalke 04-Stadion-Beteiligungs GmbH (wie oben geschrieben) oder an der Arena KG (letzter Beitrag).
Ich gehe davon aus, dass die Stadionbet. GmbH sich an der Arena KG beteiligt.

So what. Im Extremfall geht die Arena KG und damit die Stadionbet. GmbH als Komplementär unter. Die Haftung der GmbH ist natürlich auf das Stammkapital beschränkt. Wie soll dann der Verein pleite gehen?

So wie das für mich aussieht ist die GEW dann mehr am Arsch, insofern sie sich wirklich an einer KG beteiligt haben.

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