Schalke, Gladbach, oder Berlin? Nur ein Team bekommt noch die Chance auf die Königsklasse

Die Fans in Gelsenkirchen sind voll engagiert. Foto: Michael Kamps
Die Fans in Gelsenkirchen sind voll engagiert. Foto: Michael Kamps

Es ist schon ein Stück weit verrückt, aber der FC Schalke 04 hat nach arg enttäuschenden Wochen, und einer erneut nur sehr mäßigen Leistung beim gestrigen 3:1-Erfolg beim bereits seit Tagen als erstem Absteiger feststehenden Tabellenschlusslicht Hannover 96, tatsächlich noch immer recht gute Chancen sich für die Champions League im Herbst zu qualifizieren.

Auch wenn die ersten drei Plätze, durch den gestrigen Heimerfolg von Bayer 04 Leverkusen gegen Hertha BSC endgültig an München, Dortmund und nun eben Leverkusen fix vergeben sind, ermöglich das andauernde ‚Schneckenrennen‘ dahinter den ‚Knappen‘ noch immer eine sehr realistische Chance auf den vierten Rang, und damit zumindest zur Teilnahme an den Qualifikationsspielen zur Königsklasse.

Aktuell haben die Schalker mit 48 Punkten auf der Habenseite als Tabellensechster nämlich lediglich einen einzigen Zähler Rückstand auf die Teams aus Mönchengladbach und Berlin, welche aktuell jeweils bei 49 Punkten stehen.

Und das Schönste aus Sicht der Gelsenkirchener ist, mit einem Heimspiel gegen Augsburg und einem folgenden Gastauftritt in Hoffenheim, einer realistischen Chance auf sechs Punkte also, hat die Breitenreiter-Elf tatsächlich recht gute Chancen diese beiden Teams bis Mitte Mai noch zu überholen. Und das wäre dann tatsächlich eine Punktlandung im Bundesliga-Endspurt für die Königsblauen.

Das Beste am Auftritt in Hannover gestern war allerdings tatsächlich das Ergebnis. Spielerisch blieben bei den Königsblauen einmal mehr arg viele Wünsche offen. Eigentlich hätte das aufopferungsvoll kämpfende Schlusslicht, für das es an diesem Nachmittag lediglich noch um die Ehre ging, allerdings zumindest ein Remis verdient gehabt.

Doch das durfte den Schalkern gestern nach dem Abpfiff dann erst einmal egal sein. Die drei Zähler waren auf das Konto des Revierclubs gewandert. Das war es, worum es gestern im Kern ging. Es war ein schmuckloser Pflichtsieg, ohne Zweifel.

Choupo-Moting (11.), Huntelaar (45.) und Schöpf (80.) netzten dabei erfolgreich für die Gäste ein, für die Niedersachsen traf lediglich Sobiech (20.) zum zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich.

Nach zuletzt wenig erfolgreichen Wochen war ein Schönheitspreis für die Schalker allerdings auch nicht zu erwarten, hatte das Spiel eigentlich schon im Vorfeld nur zum möglichen Stolperstein getaugt. Dem entging man, wenn auch mit etwas Glück. Mindestanforderung erfüllt.

Nun gilt es rund um Gelsenkirchen also den Blick abermals rasch nach vorne zu richten. Sechs Punkt in den beiden abschließenden Runden einmal vorausgesetzt, hat man das Saisonziel nun tatsächlich noch in Reichweite.

Die beiden vermeintlich ärgsten Konkurrenten um Platz Vier haben beide noch Spiele mit erheblichem Stolperpotential vor sich. Borussia Mönchengladbach, der vermeintlich leichte Favorit auf die Königsklassenqualifikation unter diesen Dreien, spielt nun zunächst daheim gegen die druckbefreiten Leverkusener, bevor man abschließend dann noch in  Darmstadt antreten muss.

Die zuletzt bereits deutlich schwächelnden Berliner empfangen nun zunächst Darmstadt 98 zum für sie vielleicht vorentscheidenden Heimspiel, bevor die Dardai-Truppe die Spielzeit dann in Mainz, welches sich zuletzt ebenfalls deutlich schwächelnd zeigte, abschließt.

Da erscheint das Restprogramm der Schalker doch noch am angenehmsten.

Und wenn man es seitens der Schalker nicht schafft? Dann hätte man es wohl tatsächlich auch schlicht nicht verdient.

Es ist eigentlich ohnehin eine Gunst der merkwürdig wechselhaften Runde all dieser Teams, das man die internationalen Ränge, zumindest eben auch die Qualifikation für die Europa League, mit so schwankenden Leistungen bereits zwei Wochen vor Saisonende bereits fest einplanen kann, sich sogar noch die Krönung der Saison, die Chance auf die Champions League sichern kann.

Sportlich ist der Rückstand auf die ersten Drei der Tabelle für alle Verfolger aktuell schon ungewöhnlich groß.

Es ist daher auch nicht wirklich erstaunlich, dass die Trainerdebatte rund um Gelsenkirchen auch im erfolgsfall natürlich weitergehen dürfte. Und eben auch dann, wenn Coach Andre Breitenreiter das Team am Ende wirklich sogar noch auf Rang vier platzieren sollte.

Spielerisch ist nach wie vor keine Verbesserung zu erkennen. Und darum ging (geht) es für ihn ja im Kern. Und gerade dort sind Fortschritte eben nicht zu erkennen. Wenn es dann auch durchaus kurios wäre, dass ein Trainer, welcher sein Team im Schlussspurt noch unter die ersten Vier führen konnte, im Sommer ersetzt würde. Doch vieles spricht aktuell so eben noch immer genau dafür.

8 Kommentare

Erfreuliches für einen BVB-Fan

In der FAS von heute gibt es unter SPORT neben einem Bericht zum Spiel einen längeren Kommentar unter der Überschrift "Poker um Hummels".
Bericht und Kommentar sind für mich nicht nur deshalb erfreulich, weil sie im Vergleich zu Berichten/Kommentaren in anderen Medien außerordentlich sachlich ,fern jeder Hysterie und Polemik sind, sondern weil ich mich in meinen Bewertungen/Auffassungen zum Spiel gestern ,zur Causa Hummels , aber auch in meinem BVB- Optimismus für die Saison 2o16/2o17 weitgehend bestätigt sehe (und "das tut einem ja auch 'mal gut".).

Ich zitiere aus dem Bericht, der schon anhand der Überschrift erkennen läßt, was den Redakteur Roland Zorn gedanklich besitmmt zu haben scheint, als er den Bericht verfaßte:

"Mehr Freude über diesen BVB als Ärger über Hummels".

In dem Bericht selbst heißt es zu Beginn u.a.:

"Wer eine ohrenbetäubende Demonstration des Missfallens gegen Hummels erwartete, irrte. Die Stimmung gegen den Kapitän………hielt sich am Samstag akustisch in erträglichen Grenzen.
Das Gros de 81.359 Zuschauer…………bejubelte lieber……"

Und der Bericht endet wie folgt:
"Die Borussen von heute sind schon so vielversprechend, dass es niemanden überraschen würde, wenn sie in der kommenden Saison auch ohne Hummels mit besseren Aussichten um die Meisterschaft mit spielen könnten -trotz der Münchener Vorliebe für Dortmunder Spieler."

Ich zitiere aus dem erwähnten Kommentar von Peter Penders:

"Der Hinweis von Uli Hoeness, dass Hummels quasi an die Münchener Tür geklopft ……habe, ist ein Rückfall in die alten Zeiten und dient ziemlich durchsichtig nur einem Ziel: den Preis für die Ablöse zu drücken.
Interessanterweise widersprach……Rummenige…., was auf einen Machtkampf in München deutet."

(Anmerkung meinerseits:
An beide Möglichkeiten (Ziel der Aussagen von Hoeness und "Machtkampf in München" habe ich bis dato nicht gedacht. )

Und abschließend heißt es in den Kommentar:

" Hoeness ………..hat damit gleichzeitig aber seinem vielleicht zukünftigen Spieler bestmöglich in Misskredit gebracht".

Dem ist meinerseits nichts hinzuzufügen!

Nachtrag:
Mein Beitrag habe ich hier leider falsch platziert "unter Schalke und anderen……".
Freudsche Fehlleistung? Ganz sicher nicht in der Absicht, S04 Fans zu ärgern.

Wie titelt Elmar Redemann noch drüben bei der WAZ? "Jetzt kann Schalke sogar noch in die Königsklasse stolpern", wobei für mich die Betonung klar auf "stolpern" liegt. Denn keiner der angesprochenen Vereine hat in den letzten Monaten eine championsleague-reife Leistung abgeliefert.

Die direkte Teilnahme bzw. die CL-Qualirunde ist bis auf die beiden Erstplatzierten ( ;-)) eine Art Glücksspiel geworden und eine Prognose, wer nun an die fetten Töpfe rankommt, ist dementsprechend fast unmöglich.

Bemerkenswert aus meiner Sicht, dass die günstige Gelegenheit sich mal für die CL zu qualifizieren, von Berlin und Mainz trotz der diversen Einladungen durch Stolperer der vermeintlich besser besetzten Teams aus Gladbach und Schalke, trotzdem nicht genutzt zu werden scheint. Mainz hat sich wohl schon aufgegeben, und auch Hertha scheint die Power am Ende völlig auszugehen. So können Gladbach und Schalke eine enttäuschende Saison am Ende dann vielleicht doch noch retten. Zumindest auf dem Papier.

Diese "Rettung" wäre aber etwas, was völlig unverdient passieren würde und durch die Doppelbelastung dann wieder einem dringend nötigen Komplett-Reboot entgegensteht. Wann wollen die Blauen ihren Laden denn mal in Ruhe sanieren, wenn nicht mit Heidel in der nächsten Saison?

@Klaus: Ich bin mir aber sicher, dass Heidel das gerne nehmen würde. Geht ja um viel Kohle für die klamme Kasse und um viel Prestige. Ist sicher auch für ihn reizvoller für ein CL-Team zu arbeiten. Schalke in der Königsklasse unter der Führung von Heidel und Weinzierl. Das verspräche spannend zu werden. Ich könnte mir das ganz erfolgsversprechend vorstellen. Denn der Kader hat ja durchaus Potential….

Also ich als Schalker sähe die Knappen gerne in der CL. Und ich gebe allen Kritikern recht, verdient sieht anders aus. Nur gilt die "alte" Fußballweisheit: Die Tabelle lügt nicht. Und das gilt für Platz 1 bis 18. PS ein Wort zum Trainer. Auf Schalke haben wir mit Slomka auch schon einen Vizemeister rausgeschmissen.

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