Saarland: Demokraten mobilisieren Wähler


Der Schulzzug ist gebremst, die AfD gestutzt und die Grünen sind marginalisiert. Doch von der Saarlandwahl geht ein weiteres wichtiges Signal aus: Die Volksparteien können noch Wähler mobilisieren. 

Für die beiden Parteien, deren Kerngeschäft die Verbreitung von Angst ist, war gestern kein guter Abend: Die AfD ist nur knapp in den saarländischen Landtag hineingekommen und die Grünen sind rausgeflogen. Und zum ersten Mal seit längerer Zeit profitierten nicht die Rechtspopulisten von einer steigenden Wahlbeteiligung:  SPD und vor allem die CDU überzeugten Nichtwähler, wieder zur Wahl zu gehen. Auch wenn die erste Wahl nach Schulz für die SPD sicher eine Enttäuschung war: Das Doppel-Duell – Kamp-Karrenbauer gegen Rehlinger an der Saar  und Merkel und Schulz – motivierte die Wähler. Die AfD ist nicht die Partei einer schweigenden Mehrheit. Im Saarland schaffte sie es nicht einmal die Stimmen des rechten Wählerpotentials auszuschöpfen, was sicher auch an der starken Linkspartei im Saarland liegt, die einen Teil der Stimmen des autoritären und antiwestlichen Milieus bindet. Im Saarland haben sich 70 Prozent der Wähler für die beiden großen, demokratischen Parteien entschieden, welche die Politik der Bundesrepublik seit ihrer Gründung bestimmen – und ihren Job, wenn man sich die Lage im Land anschaut, seit Jahrzehnten, bei allen Problemen, gut machen.

Man sollte den gestrigen Abend nicht überbewerten, aber es hätte einen deutlich schlechteren Einstieg in das Superwahljahr 2017 geben können: Mit einer starken AfD im saarländischen  Landtag und einer Regierungsbeteiligung der Linken.

 

17 Kommentare

Hab mich gestern auch sehr über das Ergebnis gefreut. Wäre natürlich noch besser gewesen wenn die AfD nicht rein gekommen wäre.

Ein Lagerwahlkampf. Der mobilisiert. Bald gibt es wieder rote Socken.
Wie langweilig. Dann wieder Leihstimmen für die Fdp…..

Wird Schulz jetzt auf rrg setzen? Er will gewinnen, das ist die Option.

Mal sehen, ob D die DDR 2.0 will.

Jetzt kommt Nrw. Da sieht es für die spd gut aus

Irgendwie ist mein Beitrag "verschwunden". Ich habe im Moment weder Zeit noch Lust, einen neuem zu schreiben.

Bei den Aussagen zur AfD ist wohl der Wunsch der Vater des Gedankens.

Eine Partei, die von null auf 6,2% kommt ist "gestutzt" und nur "knapp" in den Landtag gekommen? Auch eine Art und Weise nicht damit umzugehen, dass die AfD trotz(!) des Auftretens des dortigen Landesverbands auf Anhieb deutlich über die 5% Hürde gekommen ist. Was nebenbei bemerkt auch genau so erwartet wurde.

Nee, nee Gerd,
die AFD ist nach der m.E. zutreffenden Wahrnehmung sehr, sehr viele Demokraten auf "dem richtigem" Weg, nämlich aktuell bundesweit in allen Umfragen unter 10 % liegend .
Insofern bestätigt das Saar-Ergebnis den Trend; das sehr deutlich und das freut eben sehr viele Demokraten in allen Parteien jenseits der AFD sehr -auch bei den Ruhrbaronen. Rd. 94 % (!!) Prozent der Bürger im Saarland, die ihre Stimme abgegeben haben, wollen diese Rechtsradikalen nicht, die für mich -sh.Höcke u. Co.- wesentlich (mit-)getragen und (mit-) geprägt werden von völkisch-nationalistischem-faschistoidem Gesinnungsgenossen.

"Unter im wesentlichen gleichbleibenden Bedingungen" könnte es danach mit meiner politischen Zielvorstellungen klappen, nach der die AFD im Sept. 2o17 unter 10 % bleibt; und das wäre dann für mich das wichtigste Ergebnis der Bundestagswahl.

PS
Ansonsten -ssh.4/5- nur ganz kurz zusammengefaßt das für mich Wichtigste der Saar -Wahl:

Erfreulich -sh.Kommentar von Stefan Laurin-die relativ hohe Wahlbeteiligung, erfreulich die Zustimmung von rd. 7o (!!) der Wähler für die beiden Parteien, die bisher für die Regierungsarbeit im Saarland zuständig und verantwortlich waren -wider aller Prognosen von der Überdrüssigkeit der Wähler mit großen Koalitionen, wider alle Prognosen vom Niedergang "der Etablierten"-, aber auch erfreulich, daß -so meine Sicht- die Wählerschaft die gute Arbeit einer politischen Führungspersönlichkeit belohnt hat und deren "bescheidenes,, seriöses, skandalfreies" öffentliches Auftreten. Hier scheint sich ein Trend zu bestätigen, nach dem sich die Wählerschaft nicht mehr nur -oder nur noch sekundär- für eine Partei entscheidet, sondern für eine Persönlichkeit -Scholz, Hamburg/ Kretschmann,Baden-W./Selling, Meck-Pom, u.a. mehr, sh. dazu auch die Erfahrungen bei OB-Wahlen, mit denen die Wahl im kleinen, überschaubarem Saarland ja durchaus verglichen werden können.

Nur mit "befr./ausreichend" bewerte ich das Ergebnis für "meine SPD", aber keineswegs mit ungenügend. Ich kann auch aufgrund der Faktenlage nicht in den Chor all derjenigen einstimmen, die das Wahlergebnis als "Ende der Schulz-Begeisterung" in der Wählerschaft im allgemeinen und in der Anhängerschaft der SPD bzw. unter ihren Sympathisanten im besonderen auszumachen versuchen. Verstehen kann ich diese Versuche allerdings, denn der "Aufstieg der Schulz-SPD" hat ja doch viele Anti-SPDler in ihrer Selbstherrlichkeit zutiefst getroffen.
Im Januar prognostizierten die betr. Institute der SPD im Saarland 23- 24 Prozent an Wählerstimmen. Innerhalb von nur rd. 2 1/2 Monaten (!!) konnte die SPD sich um rd. 5/6 Prozent verbessern – dank M. Schulz.
Ich denke, daß das Ergebnis der bevorstehende Landtagswahl im einwohnerstärksten Bundesland NRW ehe geeignet sein könnte als das Ergebnis im "kleinsten Bundesland" an der Saar, um darauf
aufbauend über das Bundestagswahlergebnis zu spekulieren.

Das Einzige, was für mich mit Blick auf das Wahlergebnis an der Saar unbefriedigend, ja ärgerlich ist, hat mit der Aussicht zu tun, daß es an der Saar wieder eine große Koalition geben dürfte. Das könnte als Dauerzustand (!!) auf Bundesebene und in einigen Ländern dem demokratischen Gemeinwesen schaden. Und "meiner" SPD wird ja offenkundig weder auf Bundes- noch auf Landesebene eine insgesamt gute Regierungsarbeit in einer großen Koalition nicht in dem Maße honoriert wie der CDU.
Also…..?
Die Saar-SPD geht in die Opposition? Kramp-Karrenbauer bildet eine Minderheitenregierung oder eine Regierung mit…….????????
Nee, nee! Es wird an der Saar im großen und ganzen "mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit" so weiter gehen wie bisher, was mich nicht freut, aber, sie oben, offenkundig den Saarländern durchaus zu gefallen scheint -und auf die kommt es an, nicht auf meine Meinung.
Nachzudenken und zu diskutieren wäre, nicht nur, aber auch angesichts der Saar-Wahl, über den Zustand und die Aussichten für die Grünen und die FDP. Aber auch darauf sollte m. E. gewartet werden bis das Ergebnis der NRW-Wahl (und der in Schleswig-H.) vorliegt.

Und die Wählerinnen und Wähler haben auch die FDP nicht gewählt-das heißt, dass das Gedächtnis der Wählerinnen und Wähler funktioniert .

Die (FDP) können sich dann wieder in aller Ruhe auf Teilnahme an Talkshows konzentrieren

Oh man Ruhrbarone war mal eine gute Publikation. Jetzt ist es nur noch eine Echokammer für regressive Linke.

Der ewige Klaus Lohmann ist zwar sowas wie ein running gag, aber was für Fantasten gibt es sonst noch, wenn für hier die AfD bundesweit auf unter 10% prophezeit wird.

Euch ist schon klar, dass es hinterher weniger weh tut, wenn man vorher erstmal mit dem Schlimmsten rechnet oder?

Gerd,
90% aller Umfragen bringen für die AFD derzeit 9 %! Und das ist gut so. "Fremdenhass, Antisemitismus, antidemokratisches und unrechtstaatliches Denken und Wollen haben in Deutschland einen "Bodensatz" in der Gesellschaft, der deutlich über 1o % liegen dürfte -nicht nur nach meiner subjektiven Wahrnehmung. Wenn es Gesellschaft und Staat gelingt, diesen "Bodensatz" da zu lassen wo er ist, nämlich im Boden (unter der Decke), ihn nicht zu einem gesellschaftsbestimmenden Faktor werden zu lassen, dann ist das für die freiheitlich-pluralistische Gesellschaft gut so, ja sogar sehr gut so. Das gilt eben auch für meine Bewertung des Wahlergebnisses an der Saar für die AFD!

Klaus Lohmann, -10-
zweiter Absatz, ja so ist das mit den "braunen Egomanen". Deren Reaktion beweist überdeutlich ihre große Enttäuschung ob des Ergebnisses für die AFD an der Saar.
Aber -sh.mein Beitrag 8-, alle Anti-AFDler sollten zurückhaltend sein bezüglich eines "Abgesanges auf die AFD", denn a-) die Wahl an der Saar taugt nicht für "bundesweite Hochrechnungen" und b.) sind selbst 6 % für eine Partei wie die AFD kein Anlaß zu gesellschaftspolitischer Zufriedenheit, allerdings sind die 6 % durchaus für alle Anti-AFDler geeinget, sich zu freuen.

Wie nennt man nochmal Protestparteien, die sich vor Wahlen maßlos überschätzen, unter braunen Kameraden? Rohrkrepierer.

Die unfreiwillige Komik deiner Aussage ist unbezahlbar. Wenn sich hier jemand vollkommen überschätzt hat, dann zuallererst die Roten, die Roten und die Grünen.

http://www.sr.de/sr/home/nachrichten/dossiers/wahlen/landtagswahl_2017/exklusivinterview_martin_schulz_spd100.html

http://www.wallstreet-online.de/nachricht/9232805-peter-rot-rot-gruen-saarland

Den Wahlerfolg der AfD in eine Niederlage umzudeuten, zeugt von Realitätsverlust. Was aber kein Alleinstellungsmerkmal linker Politiker ist. Seehofer leidet auch darunter.

https://www.welt.de/politik/deutschland/article163181716/Es-kann-sein-dass-die-AfD-nicht-in-den-Bundestag-einzieht.html

Gerd,
da es wohl bei einer anderen Wortwahl immer wieder zu Wahrnehmungs- oder zu gedanklichen Erfassungsstörungen zu kommen scheint:

Rd. 94 (!!!) Prozent der Wähler, die am letzten Sonntag an der Saar ihre Stimme abgegeben haben, wollen die AFD nicht . D a s hat mich als Anti-AFDler sehr gefreut.

Und wenn ich nach der NRW-Wahl und nach der Bundestagswahl sagen könnte, 9o Prozent der Wähler wollten die AFD nicht, dann würde mich das wiederum sehr freuen.

Ob sich die AFDler am Sonntagabend geärgert haben oder ob sich nach der NRW- bzw. der Bundestagsswahl ärgern könnten, wenn die ADF unter der 10Prozent-marke bleibt, oder wie die AFDker ihrem Ärgern abzuhelfen versuchen, ist ihre Sache ,für mich zwar interessant, aber relativ belanglos.

Gerd,
nun gönne Sie uns Anti-AFDlern doch unsere Freunde darüber, daß die AFD an der Saar nur rd. 6 Prozent erreicht hat und gönne Sie uns unsere Hoffnung darauf, daß die AFD in NRW und auf Bundesebene unter 1o Prozent bleiben wird.
Ich erwarte von niemanden, daß er, egal aus welchem Anlass, meine Freude und meine Hoffnungen teilt, unter anderen die im politischen Raum. Deshalb verschweige ich aber weder meine Freude noch meine Hoffnungen und dann und wann äußere ich sie öffentlich.

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