S04 gegen BVB: Das Revierderby ist leider immer auch ein Feiertag für ‘Hohlköpfe’!

Foto: Robin Patzwaldt
Foto: Robin Patzwaldt

Wahrlich sehr viel Spitzenfußball aktuell. Nur wenige Stunden nach dem überaus emotionalen, und nahezu weltweit beachteten 1:1-Unentschieden im Europa League-Viertelfinalhinspiel zwischen Borussia Dortmund und dem FC Liverpool gestern Abend, welches Jürgen Klopp erstmals als Trainer zurück zu seinem Ex-Club nach Dortmund führte, richten sich die Augen der Fußballfans deutschlandweit, und natürlich besonders  hier im Ruhrgebiet, natürlich nun endgültig und wohl auch schon sehr rasch auf das an diesem Wochenende ins Haus stehende Revierderby zwischen dem FC Schalke 04 und dem BVB.

Und auch wenn dieses sportlich in diesem Jahr vielleicht nicht mehr ganz so brisant erscheint wie in vielen Vorjahren, elektrisiert das Spiel natürlich traditionell die Fußball-Fans. Leider kommt es im Umfeld dieser fast immer hart umkämpften Begegnungen der beiden großen Revierclubs um die Fußballvorherrschaft im Ruhrgebiet ja auch (schon fast traditionell) immer wieder beiderseits zu wirklich unschönen Zwischenfällen und Provokationen der beiden Fan-Lager.

Dies ist, bei aller gebotenen und durchaus auch positiven Rivalität, natürlich ein völliger Blödsinn. Denn egal ob Sachbeschädigung, Körperverletzung, oder sonstige Straftaten, eine nachvollziehbare Begründung für solche Auswüchse kann und darf es natürlich nicht geben.

Man fragt sich in schöner Regelmäßigkeit was wohl in solchen ‘Hohlköpfen’ vorgehen muss…

Wer hier im Ruhrgebiet aufgewachsen ist, der hatte vermutlich schon im Grundschulalter Freunde, die ganz unterschiedlichen Fußballvereinen anhingen. Und natürlich gab es dann eben auch welche, die dem jeweils anderen großen Revierclub nahestanden. So war das auch bei mir ganz persönlich.

Käme man da auf die Idee dem Schulfreund einen ‚auf die Nase zu hauen‘? Natürlich nicht!

Es war, ganz im Gegenteil, doch immer schon eine große, eine besondere Freude diese Rivalitäten dann auch freundschaftlich miteinander auszuleben, sich in der Schule, auf dem Sportplatz usw. entsprechend zu ‚necken‘.

Foto: Robin Patzwaldt
Foto: Robin Patzwaldt

Und auch später im Leben hat man doch immer Freunde, Verwandte, Arbeitskollegen usw. um sich herum, mit denen es sich so besonders herrlich über Fußball reden und diskutieren, meinetwegen auch streiten lässt. Käme man da dann aber auf die Idee demjenigen heimlich aufzulauern, das Auto plattzustechen, oder sonstigen Blödsinn anzutun, nur weil er das ungeliebte Nachbarteam unterstützt? Auch nicht!

Woher nehmen diese ‚Hohlköpfe‘ also diese sinnlose, völlig fehlgeleitete und übertriebene Aggressivität? Was ist bei denen auf dem Weg ins Erwachsenenalter bei denen so völlig schiefgelaufen?

Ich selber stamme sogar direkt aus beiden Fanlagern ab. Einer meiner Opas war (als Bergmann) glühender Schalke-Fan, der andere ein langjähriger, engagierter BVB-Anhänger. Ich habe damals dann meinem Vater nachgeeifert, der dem BVB verschrieben war, bin als gebürtiger Dortmunder, fast möchte ich sagen ‚natürlich‘, so auch zum leidenschaftlichen BVB-Anhänger geworden.

Schon im Alter von sieben Jahren bin ich zusammen mit meinem Vater erstmals im Westfalenstadion gewesen, habe später zusammen mit Schulfreunden aber auch jahrelang Spiele auf Schalke, und in anderen Bundesligastädten besucht. Niemals wäre ich dabei auch nur im Ansatz auf die Idee gekommen da irgendjemandem mit Gewalt zu drohen, nur weil er ein anderes Team unterstützt hat. Warum auch?

Und das Ganze nimmt einem doch auch nichts von der eigenen Begeisterung, von der großen Emotionalität, für das eigene Team, die eigene Stadt, wenn man es leidenschaftlich und friedlich mit Anhängern anderer Teams teilt.

Noch heutzutage sind viele meiner besten Freunde übrigens selbstverständlich Schalke-Anhänger. Und natürlich ‚frotzelt‘ man rund um so ein Derby herum mit diesen immer besonders viel und gerne herum. Angst vor Gewalttätigkeiten untereinander muss dabei aber natürlich niemand von uns haben. Das wäre ja auch wirklich zu lächerlich.

Warum also drohen sich aktuell wieder so viele Fußballfans im Revier untereinander mit Gewalt, wie ich in diesen Tagen wieder hier auf den Straßen im Revier sehen musste?

Warum treffen sich sogar schon am Anfang der Woche viele von Ihnen um sich gegenseitig auf ‚neutralem Grund‘ zu vermöbeln?

Es wird der überwiegenden Mehrzahl der Fußballfans in diesem Lande wohl auf ewig ein großes Rätsel bleiben.

Hoffen wir mal, dass das Derby am Sonntag zumindest kein allzu großer Festtag für die Hohlköpfe wird, sondern ein wirklicher Fußball-Feiertag für die echten Fans beider großen Teams hier im Revier, und hoffentlich auch darüber hinaus…

Ich wünsche Euch allen jedenfalls ein sehr emotionales, aber natürlich friedliches Revierderby!

Habt einfach viel Spaß an diesem Fußballwochenende, egal auf wessen Seite Ihr dabei auch steht! 🙂

5 Kommentare

Guter Kommentar. Einer meiner besten Freunde trägt leider auch die falschen Farben. Verprügelt habe ich ihn (wegen den Farben) noch nie. Verspottet, missachtet, verachtet, ja, aber verprügelt nicht. Allerdings würde ich nicht so weit gehen, dass Derby gemeinsam zu gucken, das mache ich lieber unter vernünftigen Menschen.

Ich finde "Tod und Hass dem S04" sollte sich immer nur auf den Verein beziehen und nicht auf seine Anhänger, Mitglieder oder Angestellte. Also: Für eine verbal durchaus aggressive aber ansonsten friedliche Rivalität.

Und natürlich auf den Derbysieg. Möge der S04 in der Versenkung verschwinden.

Vadder, als Fan eines börsennotierten Unternehmens kannst du das vielleicht nicht verstehen, aber ein Verein besteht aus seinen Mitgliedern.

In diesem Sinne, Liquidation der Borussia Dortmund GmbH & Co KGaA!

@Vadder: Danke! Ich schaue Fußball, wenn ich nicht direkt im Stadion mit dabei bin, gerne ganz alleine. Man bekommt dann einfach wesentlich mehr mit. Aber lustiger ist es natürlich grundsätzlicher in der Gruppe, mit Freunden. 🙂 Dann dürfen gerne auch mal ein paar 'Schalker' mit dabei sein. 😉

"Tod und Hass ", das klingt für mich doch eher nach Salafisten als nach Fussballfans. Wer in solchen Kategorien denkt und fühlt, der muss sich nicht wundern, dass es Leute gibt, die auch danach handeln. Auch das Plakat zum Artikel ist an Menschenverachtung nicht zu überbieten.

'Hass' finde ich im Sport sowieso völlig daneben. Rivalitäten, klar. Das gehört natürlich dazu und macht es ja auch spannend. Aber 'Hass'? Habe ich, wie gesagt, noch nie verstanden…

Kommentar verfassen