Russland dreht den Gashahn zu – keine Bange

Grafik: Robert Amsterdam / Pancho

Gazprom hat mal wieder der Ukraine den Gazhahn zugedreht. wie jedes Jahr so auch dieses streiten sich die Nachbarn im Osten. es geht um Milliarden Schulden und alte korrupte Strukturen. Uns macht das nichts, sagt E.on Ruhrgas. Es sei nicht mit Einschränkungen  für uns zu rechnen. Der größte Gashändler im Ruhrgebiet – und in Deutschland habe Vorsorge getroffen. Das freut mich.

E.ON Ruhrgas bekomt aus Russland nur 26 Prozent seiner Lieferungen, der Rest kommt aus Norwegen, den Niederlanden und deutschen Quellen. Dazu kommen zwölf Erdgasspeicher, die auch mittelfristige Engpässe puffern können, um die Endkunden zuverlässig zu beliefern. "Wir sind gut vorbereitet", sagt E.on Ruhrgas-Chef Bernhard Reutersberg. "Erst dann, wenn sich die Lieferkürzungen als gravierend heraus-stellen sollten, lang…

Grafik: Robert Amsterdam / Pancho

Gazprom hat mal wieder der Ukraine den Gazhahn zugedreht. Wie jedes Jahr so auch dieses streiten sich die Nachbarn im Osten. Es geht um Milliarden Schulden und alte korrupte Strukturen. Uns macht das nichts, sagt E.on Ruhrgas. Es sei nicht mit Einschränkungen zu rechnen. Der größte Gashändler im Ruhrgebiet – und in Deutschland – habe Vorsorge getroffen. Das freut mich.

E.ON Ruhrgas bekomt aus Russland 26 Prozent seiner Lieferungen, der Rest kommt aus Norwegen, den Niederlanden und deutschen Quellen. Dazu kommen zwölf Erdgasspeicher, die auch mittelfristige Engpässe puffern können, um die Endkunden zuverlässig zu beliefern, sagt E.on Ruhrgas-Chef Bernhard Reutersberg. "Wir sind gut vorbereitet. Erst dann, wenn sich die Lieferkürzungen als gravierend herausstellen sollten, lang anhalten und der Winter besonders kalt wird, stoßen auch unsere Ausgleichsmöglichkeiten an ihre Grenzen.“

Selbst wenn es jetzt kalt ist, muss ich mir also erstmal keine Sorgen.

Aber was ist später? In einem, zwei oder drei Jahren? Wenn ich an die Gas-Opec denke, wird mir blümerant. Weil uns dann die Russen langfristig so in den Gefrierkasten nehmen können, wie die Ukraine heute. Wenn ich dann noch daran denke, dass die Nord Stream Pipeline quer durch die Ostsee die Abhängigkeiten von den Russen verstärkt, wird die Angst nicht kleiner.

Deswegen hoffe ich auf die Nabucco-Pipeline, die uns mit dem Kaspischen Raum verbinden soll, und die anderen Pipelinen nach Afrika und in den nahen Osten. Denn nur, wenn Gashändler wie E.on Ruhrgas oder die anderen wie RWE DEA ihre Bezugsquellen, so wie heute, vielfältig offen halten können, müssen wir uns auch in den zehn kommenden Wintern keine Sorgen machen.

Ich wünsch den Strategen der neuen Versorgungslinien ein erfolgreiches neues Jahr.

3 Kommentare

Sich lieber von der Türkei abhängig machen und eine weitere Verteuerung der Energieträger hinnehmen, anstatt ein stabiles Abkommen eingebettet in einen Partnerschaftsvertrag mit Russland – dies ist doch eine wirklich Zukunftsperspektive. Von Mullahs im Irak, Iran und Aserbaidjan abhängige Förderquoten sind allemal besser, als die Partnerschaft mit Russland zu pflegen.

Sind wir nicht bereits heute Helden, beziehen wir doch unser Öl von Lybien und Algerien, ebefalls mustergültige Demokratien westlicher Prägung, nebst den Autokratien im nahen Osten wie Saudi-Arabien und die restlichen Feudalstaaten am persischen Golf. Das alles ist doch ein grosses Lügenmärchen. Es wird schwer gegen Russland moralisiert, während man selbst jegliche Moral beiseite lässt, oder will jemand behaupten, die derzeitigen Lieferanten würden diese erfüllen.

Um was geht es also: das alte dumme Machtspiel gegen Russland, russophobe Kleinstaaten und ein seinem Grossreich nachtrauernden Polen. Zusammen ergibt dies einen ganz üble Mischung irrationaler Politik. Ohnehin sind die Ansätze komplett falsch. Die Zukunft muss alternativen Energien gehören. Anstatt diese mit allen Mitteln voran zu treiben, werden immer neue Anreize für umweltschädliche Energieträger geliefert. Jüngstes Beispiel sind die geforderten Stützen für die Autokonzerne, die sich an der Umweltzerstörung dumm und dämlich verdient haben. Tjo, meine Lieben, wenn ihr Marktwirtschaft wollt, dann müsst ihr mit allen Konsequenzen leben die sie mit sich bringt. Und wenn man an den Bedürfnisse der Gesellschaft veraltete Technologien hofiert und dazu noch die Subvention des Staates in Anspruch nehmen will, ist es mir lieber, wenn ihr einfach als Unternehmen veschwindet, damit alternative Anbieter die Ihnen zugehörige Marktposition einnehmen können, die bislang durch die Lobbyarbeit der alteingesessenen Konzerne und die hohe Bestechlichkeitsrate der EU-Verwaltung dazu keine Chance hatten. Ein reinigendes Gewitter ab und zu bewirkt Wunder, vielleicht in Form der Finanzkrise.

Nun, die russophoben Kleinstaaten habe eine ganze Menge guter Gründe auf Grund reichlich schlechter Erfahrungen für ihre Russophobie. Und Polen in Anbetracht des Umgangs der es umgebenen Großmächte mit ihm eben diese Großmachtphantasien vorzuwerfen ist noch ein viel stärkeres Stück historischer Schönschreiberei. Klingt sehr danach, das sich hinter unserem “Horst” ein reales Mitglied der Partei “die Linke” versteckt und zwar in der Denke noch in der alten SED Fassung.

Nichtdestotrotz, wo sie recht haben haben sie recht. Die anderen Lieferstaaten sind auch keine demokratischen Vorbilder. Das Problem läst sich für die nichtproduzierenden Länder nur durch eine radikale Umkehr ihrer Energiepolitik lösen. Und davon ist zur Zeit weniger denn je zu sehen.

@ Horst

natürlich muss es verschiedene Wege geben: Also mehr Erneuerbare und mehr Lieferanten von fossilen Energien. In absehbarer Zeit müssen wir uns sowieso zu 100 Prozent aus Erneuerbaren Energien versorgen. Der erste, der es schafft, daraus eine Exportindustrie zu machen, bekommt in diesem Jahrhundert einen Wahnsinnsvorsprung, da er unabhängig wird von Terrorstaaten und Diktaturen.

Aktuell geht es durch eine Verbreiterung der Bezugsquellen für Gas darum, eine größere Unabhängigkeit von nur einem Lieferanten zu bekommen.

Es geht nicht um Russophobie sondern um Geschäfte.

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