Ruhrtriennale-Demonstration: “Wer den BDS unterstützt, schürt Judenhass”

Malca Goldstein-Wolf Foto: Privat


Wenn am Samstag Ruhrtriennale-Intendantin Stefanie Carp zur Diskussion darüber lädt, wie differenziert man doch mit dem  Thema Antisemitismus umgehen sollte, wird es erstmals in der Geschichte des Festivals eine Demonstration geben. Die Kölnerin Malca Goldstein-Wolf hat sie angemeldet und ist von der Resonanz positiv überrascht.

Ruhrbarone: Frau Goldstein-Wolf, warum haben Sie für den Samstag eine Demonstration angemeldet?

Malca Goldstein-Wolf:  Der Gedanke, dass auf der Ruhrtriennale den Judenhassern vom antisemitischen BDS mit öffentlichen Geldern eine Bühne geboten werden soll, ist für mich unerträglich. Da die Politik bis dato nur verbal reagiert, aber keine personellen Konsequenzen zieht und Stefanie Carp immer noch im Amt ist, muss ein deutliches Zeichen gesetzt werden. So nicht!

Ruhrbarone: Wie war die Resonanz auf Ihren Demonstrationsaufruf?

Goldstein-Wolf: Erstaunlich gut, ich habe bei diesem Thema nicht mit einer so großen Resonanz gerechnet. Juden und Nichtjuden stehen Seite an Seite, bilden Mitfahrgelegenheiten, bieten Schlafmöglichkeiten für Anreisende. Es gibt eine wohltuende Welle des Zusammenhalts.

Ruhrbarone: Werden Sie auch an der Diskussion teilnehmen?

Goldstein-Wolf: Selbstverständlich sind viele von den Demonstranten bei der Podiumsdiskussion dabei, ich eingeschlossen. Wir hoffen, dass wir die Möglichkeit bekommen, Argumente beisteuern zu dürfen.

Ruhrbarone: Gab es auch Unterstützung von Seiten der Politik?

Goldstein-Wolf: Nun, Lorenz Deutsch, Landtagsabgeordneter der FDP in Nordrhein-Westfalen, der Partei, die als einzigste den Rauswurf der Intendantin Carp gefordert hat, wird teilnehmen und eine Rede halten. Ansonsten habe ich auch Ministerpräsident Laschet, Kulturministerin Pfeiffer-Poensgens zur Demo eingeladen, es gab aber keine Rückmeldungen. Es ist nun einmal so, dass Politiker heutzutage am liebsten tote Juden betrauern. Taten um jüdisches Leben zu schützen, bleiben häufig aus. Aber das ist leider nicht neu: So hat sich kein einziger SPD Politiker gefunden, der sich klar und deutlich gegen Sigmar Gabriels Apartheidslüge positioniert hat und dennoch erdreisten sich die gleichen SPD Politiker, auch in NRW, sich um den Posten des Antisemitismusbeauftragten bewerben zu wollen.

Ruhrbarone: Wer wird noch auf der Demonstration sprechen?

Goldstein-Wolf:  Ich freue mich sehr, dass der Pfarrer der Bochumer Christuskirche, Thomas Wessel, der sich bereits in einem Offenen Brief an Stefanie Carp empörte und sich deutlich gegen den BDS positioniert, seine Worte an uns richten wird. Elio Adler, Vorstandsvorsitzender der Werteinitiative deutsch-jüdische Interessen e.V kommt extra aus Berlin angereist. Der Schauspieler Gerd Buurmann, ein treuer Freund der Juden und loyaler Kämpfer gegen Judenhass, hält auch eine Rede.

Ruhrbarone: Sollte Carp bleiben und auch dank ihr der BDS in Deutschland an Boden gewinnen: Was bedeutet das für die Jüdinnen und Juden in diesem Land?

Goldstein-Wolf:  Antisemitismus versteckt sich dieser Tage gerne hinter scheinheiliger, verlogener „Israelkritik“. Der BDS ist mit seiner stetigen Dämonisierung des jüdischen Staats, mit seinem Aufruf „Kauft nicht bei Juden“ und dem Bestreben, Israel politisch, kulturell und wirtschaftlich zu isolieren, ein mächtiger Feind der Juden. Wer den BDS unterstützt, schürt Judenhass. Wenn dies auch noch mit öffentlichen Geldern geschieht, ist das ein ernstzunehmendes Signal für den Status Quo in Deutschland 2018.

Mit Malca Goldstein-Wolf sprach Stefan Laurin.

Die Kundgebung findet am Samstag, 18. August, um 14 Uhr an der Turbinenhalle vor der Jahrhunderthalle in Bochum statt.

8 Kommentare

Genau das zeichnet den linken Antisemitismus a la BDS im Kern aus: Die Juden mit allen Mitteln von extraordinären Opfern zu extraordinären Tätern zu machen. Dabei ist jede Lüge, jede Geschichtsklitterung und jede Ursache-Wirkungs-Umkehr recht. wenn sie nur möglich macht, ihnen als Israelis genau die Verbrechen "nachzuweisen", die sie als Juden erlitten haben. Ihm kommt dabei entgegen, dass die meisten Menschen zwar die Geschichte des Holocaust nicht aber die Geschichte Israels kennen.

Zur Erinnerung: "Der Kampf gegen Israel ist Teil des Kampfes gegen den westlichen Imperialismus" ist bspw. die Meinung der Gütersloher Linken und die Bielefelder Altbolschewikin B. Schmidt erklärte mir am Rande einer Gedenkveranstaltung zur Reichspogromnacht, dass an sämtlichen Attentaten palästinensischer Terroristen Israel schuld sei.
Was soll man auch von Leuten wie B. Schmidt u.a. in der Linkspartei erwarten, die als DKP-Kommis jahrelang mit Geldern aus der israelfeindlichen DDR hierzulande gegen die Demokratie hetzten? Mit Geld übrigens, dass die Menschenhändler der SED-Kommis vorher uns bundesdeutschen Steuerzahlern abgaunerten, indem sie Menschen einkerkerten und dann an die Bundesrepublik verkauften. Damit es keine Missverständnisse entstehen, natürlich war es richtig, diese zu Unrecht eingekerkerten Menschen freizukaufen.
Die Älteren unter uns, werden sich noch daran erinnern, wie schamlos die Vorgänger der Linkspartei gegen "kriminelle Menschenhändlerbanden, die im Auftrage der Bonner Imperialisten und ihrer Westberliner Handlanger ihre Wühlarbeit gegen die DDR betreiben", zu Felde zogen.

Vom linken Totalitarismus zum totalen Boykott Israels ist es nur ein kleiner Schritt. Natürlich kann man der politischen Meinung sein, ein Land, dessen Politik/Regierung einem gegen den Strich geht, wirtschaftlich und politisch zu boykottieren. Wer allerdings Wissenschaft und Kunst darin einschließt, hat auf einer Bühne, auf der ein kultureller Dialog stattfinden soll, nichts zu suchen.

@Gerd: Schwips:
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Quelle: https://www.jahrhunderthalle-bochum.de/service/anfahrtparken/

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