Ruhrgebiet: In diesen Städten drohen Diesel-Verbote

Dieselmotor in einem alten Indianapolis 500-Rennwagen Foto: I, The359 Lizenz: CC BY-SA 3.0

Sie werden von Toyota, Gelsenwasser (Gehört den Städten Bochum und Dortmund) und Krombacher unterstützt und kämpfen gegen Autos und Arbeitsplätze. Wer die Grünen als Öko-Taliban schmäht, hat sich die Deutsche Umwelthilfe noch nicht näher angeschaut. Auch wenn klar ist, dass der Kampf gegen den Diesel vor allem von Hysterie geprägt ist, droht  die Öko-Organisation mit Klagen. Wenn es schief läuft, werden Zigtausende ihr Auto auf den Schrott werfen können und nicht mehr wissen, wie sie zur Arbeit kommen sollen. Den Hardcore-Ökos ist das egal. Arbeit ist  für sie der Kampf gegen die Arbeit der anderen. Hier die von Klage bedrohten Städte im Ruhrgebiet:

Hagen, Dortmund, Bochum, Oberhausen, Herne, Witten, Mülheim an der Ruhr und Schwerte. In Essen und Gelsenkirchen wird bereits geklagt.

Die gesamte Liste findet ihr auf Spiegel-Online.

17 Kommentare

@El Commentato: Bald über zehn Liter Super in einem fetten Mercedes-Youngtimer 🙂

Genau, einfach jedem das Häuschen im Grünen geben und dann wohnt auch keiner mehr in den Innenstädten und das Problem ist gelöst. Als weitere positive Nebeneffekte kann man die ganzen Wohnhäuser abreißen und hat damit besseren Luftaustausch und mehr Parkplätze. Und die Bauindustrie hat auch wieder Arbeit ohne Ende Win-Win-Win-Win. Was will man mehr?

Wenn ich es richtig verstehe, sind die Fahrverbote doch nur für die Innenstädte geplant. Da muss ja niemand mit dem Auto rumfahren. Wer einen weiteren Weg zur Arbeit hat, fährt halt mit seinem Diesel bis zum Stadtrand und steigt da auf den ÖPNV um. Keine Ahnung, wo da das Problem sein soll.

Na, vor Allem kämpfen sie gegen die platte Formel, dass alles, was gut ist für Wirtschaft und Arbeitsplätze, doch garnicht schlecht sein kann, und die Umweltbeeinträchtigung als Kollateralschaden hinzunehmen sei.

Wer unbedingt meint, dass er in der freien Wirtschaft flexibel arbeiten muss, soll doch schauen, dass er einen Job als Diversity oder Gender Berater aufm Amt bekommt. Da arbeitet man meistens gut erreichbar in der Innenstadt, und 40 Tage Krankheit sind in Berlin Durchschnitt (http://www.tagesspiegel.de/berlin/gesundheitspolitik-in-berlin-beamte-sind-im-schnitt-40-tage-krank/11971286.html). Mit Urlaub muss man dann auch nicht viel beruflich fahren.

Es ist nicht mehr nachvollziehbar, wie ein Volk inkl. vieler Journalisten hysterisch wird und auf die bösen dt. Autos schimpft. Dass die Messwerte eher theoretischer Natur sind, wissen wir seit Jahren, wenn wir auf die Tankrechnung schauen. Aber jetzt ist es der Diesel und natürlich insbesondere der dt. Diesel vom bösen dt. Kapital. Wem interessieren schon Messungen (http://www.abendzeitung-muenchen.de/inhalt.der-adac-hat-es-getestet-euro-6-diesel-deutsche-noch-am-saubersten.8d1ed5ca-4469-40d8-8838-dfeb78d72ca4.html).

Der wahre Öko sitzt in seiner Altbauwohnung, kauft nur noch gute amerikanische Qualitäts-E-Autos mit 6stelligen Beträgen, die umweltschonend mit Strom aus der Steckdose fahren. Im Winter wird dann die heimische Müllverbrennungsanlage (Kamin) angezündet und alles ist gut. Im Keller brennt die Quecksilber Energiesparlampe, die im Jahr 10 Stunden brennt und die Öko-Welt ist in Ordnung.
Nachdenken ist zu anstrengend. Ökoprämien sind einfach sinnvoll, auch wenn dann mit viel Aufwand erzeugte Autos, die eigentlich noch fahren könnten, verschrottet werden.

Was lässt sich die Politik hier am Nasenring durch die Manage führen. Einfach mal die Grenzwerte anpassen und schon passt es. Es ist auch erstaunlich, dass Gerichte in solchen Fällen weitreichende Entscheidungen fällen. Sonst versucht man sich doch immer wieder herauszuwinden, wenn es bspw. um Sicherheit geht.

Wir haben bald Wahlen und jeder muss selber entscheiden, ob er langfristig im Wettbewerb mit anderen Staaten bestehen will oder den Endzeitphantasien, die in einer veramten Agrargesellschaft enden werden, folgen will.

Wann wird eigentlich mal etwas gegen die Krankenhauskeime gemacht?

Wenn Städte meinen, keine Autos in die Zentren zu lassen, wird es Alternativen geben.

@Beitrag

Sie bringen es herrlich auf den Punkt. Und-nebenbei gesagt- ich behaupte, dass mindestens 40 % derjenigen,die im Ruhrgebier arbeiten und , morgens und zum Feierabend mit ihren PKWs die Straßen verstopfen,Unfälle bauen,Lärm erzeugen und die Luft verpesten, ohne größere Probleme mit dem ÖPNV zur Arbeit fahren könnten – sind aber wohl zu bequem und sich wohl zu fein dafür,

@9: Ein guter Anfang wäre schon einmal, wenn ein paar Schulkinder mehr morgens nicht mehr mit den großen SUVs zur Schule gebracht würden.
Kurze Strecken gehen auch zu Fuß.

Im Großraum Rhein-Ruhr bin ich überwiegend mit dem Auto beruflich unterwegs. Das spart viele Stunden im Jahr. Es wohnt nicht jeder an Bahnlinien und die Zielorte sind oft nicht neben dem Hbf.

Ich habe von meinem Führerschein 41 Jahre lang Gebrauch gemacht – davon 31 Jahre mit einem eigenen PKW (da war auch mal ein VW-Diesel dabei).
Als sich mein letztes Auto mit einem Motorschaden verabschiedete, habe ich mir überlegt, ob ich den Rest meines Lebens auch ohne eigenes Auto überstehen könnte – und habe mich dann auch dafür entschieden. Zwar geht hier mehr um den »Diesel«, doch etliche Kommentare merken an, dass es für viele nur die Bequemlichkeit für den Weg zur Arbeit geht – egal, ob es teurer ist. unsere Umelt mehr belastet und letztlich auch oft keine Zeitersparnis bingt (Busse und Bahnen sorgen zwar immer wieder für Minuten lange Verspätungen, aber Staus auf den Stadtautobahnen genau so – und das oft auch Stunden lang.
Zu diesem Thema habe miene Gedanken vor einigen Jahren mal aufgeschrieben und im Internet veröffentlicht. Wer sich das angucken möchte, sollte aber zwei oder drei Minuten dafür mitbringen. Es geht im diesem Kontext vor Allem um den letzten Abschnitt »Ausblick«.
http://hawkbit.livejournal.com/1985.html

#12 Bei Verspätungen der Bahn, selbst wenn es nur wenige Minuten sind, geht die Welt unter. Lange Stauzeiten auf Fernstraßen werden dagegen meist ohne Klagen ertragen. Dabei kann man sehr preiswert und bequem lange Strecken mit dem Sparpreis der Bahn fahren. Wenn man voraus plant und sich auf bestimmte Züge und Tage im Voraus festlegt, kann man für billig Geld durch`s Land fahren. Ich fuhr letzt von Halle nach Pforzheim und es war in Bielefeld schon abzusehen, dass ich meinen Anschluss in Hannover nicht erreichen würde. Daraufhin bekam ich einen Stempel auf den Fahrschein "Zugbindung aufgehoben" und war letztlich eine Viertelstunde später in Pforzheim als vorgesehen. Da ich kein Handy besitze, durfte ich das Diensthändy des Zugchefs im ICE nach Stuttgart benutzen, um die Verwandtschaft von der Verspätung zu informieren. Besser geht`s doch nicht. Auf der Rückfahrt-über OS kam ich wenige Minuten später als vorgesehen in Halle an. Das Ganze für 79.80 Euro in der 1.Klasse. Ich bin jedenfalls schon als Kind gerne lange Strecken mit der BAHN gefahren und auch die heutige DB nutze ich gerne und so oft es geht. Mit dieser Einstellung befinde ich aber bei den Baronen wohl in einer Minderheitenposition.

@#13 thomas weigle: Das ist halt der Unterschied zwischen psychologischer Wahrnehmung von Individualverkehr und ÖPNV.
Wenn man selbst fährt, ist alles Schicksal und generell nur "idiotengesteuert" bei der Beurteilung der Verkehrsnachbarn; wenn man per ÖPNV kutschiert wird, hat der Teutsche wie immer gern die abertausenden Ausredemöglichkeiten eines Anbieters, dem er selbst ja völlig unschuldig aufgesessen ist. Manchmal habe ich den Eindruck, dass Arbeitskollegen ganz bewusst per ÖPNV geschaukelt werden wollen, nur um hinterher einigermaßen akzeptierte Ausreden fürs Zuspätkommen zu haben.

@13: Sie haben eine andere Lebenssituation als ich.
Urlaub mit der Bahn, d.h. planbar über längere Zeit, ja.

Zurzeit überlege ich aber auch bspw. zum Flughafen Ddorf mit dem Auto zu fahren, weil insbesondere am WE die Verbindungen oft schlecht sind und Taxis erfordern, d.h. die Fahrt wird sehr teuer. Zusätzlich erhöht das Publikum in den Abend-/Nachtstunden in den Regionalbahnen, die immer überfüllt sind und kaum Möglichkeiten für Gepäck haben, meinen Streßpegel.

Wer regelmäßig in die Innenstadt muss bzw. lange plant und Zeit hat, wird gut mit der Bahn fahren können. In vielen anderen Bereichen ist die Bahn für mich keine Alternative.

Interessant ist die Gruppe der sehr alten Senioren, die ihr Auto auch in der Stadt für kurze Strecken nutzen, um eine Unabhängigkeit (Einkaufstaschen) und Mobilität beizubehalten. Diese Generation nutzt auch keine Taxis. Sie möchte aber auch mal aus den 4 Wänden raus.

Dann die Ruhrgebiets-Mamas, die auch für kleine Strecken in der Stadt den Wagen nutzt. Im Münsterland und in anderen Städten werden hierfür Fahrräder genutzt.
Wer als Autofahrer vom Ruhrgebiet in andere Städte kommt, muss sich zuerst an die vielen Radfahrer, die wir nicht kennen, gewöhnen. Auch in diesen Städten ist das Radwegenetz oft nicht besser. Radfahren gehört aber zur Lebenseinstellung wie hier der 500m Trip mit dem Auto.

Kommentar verfassen