Ruhr-Uni lobt neuen Personalausweis

Glaubt man dem Bochumer Juristen Georg Borges wird der neue Personalausweis ein richtiger Burner.

In einer Pressemitteilung der Ruhr Uni zu einer Studie von Borges heißt es:

Der neue Personalausweis mit Chip, der ab 1. November ausgegeben wird, wird die elektronische Kommunikation erleichtern und sicherer machen.

So lautet das Fazit von Prof. Dr. Georg Borges (Juristische Fakultät der RUB und “Arbeitsgruppe Identitätsschutz im Internet” – a-i3), der die Haftungsrisiken des neuen Ausweises untersucht hat. Sein über 350-seitiges Gutachten wurde am 15.10. dem Bundesministerium des Innern vorgestellt. Der Chipausweis erlaubt es seinem Inhaber, sich mit Karte und PIN für online-Behördengänge oder -Geschäfte sowie an Automaten anzumelden. Neue Risiken durch das Verfahren für die Bürger sieht Borges nicht. Wichtig sei es vor allem, Ausweis und PIN sicher aufzubewahren, um Haftungsrisiken auszuschließen.

Die Studie von Borges ist einer von mehreren Begleitstudien, die am Freitag in Berlin vorgestellt wurden. Beim Chaos-Computerclub sieht man das anders. Dazu ein ausführlicher Artikel auf heise.de.

5 Kommentare

Der heise-Artikel ist sehr instruktiv. Erstes Zitat: “Der Bürger hat die Verantwortung, seinen Bürger-PC sicher zu halten.” (Herr Pohlmann von der FH Gelsenkirchen). Zweites Zitat: “Der Nachweis der Urheberschaft über eine missbräuchliche Nutzung der eID-Funktion müsse über den Anscheinsbeweis geführt werden; der Anschein einer Authentisierung durch den Ausweisinhaber soll immer dann gelten, wenn ausgeschlossen werden kann, das ein Trojaner oder eine sonstige Malware die Authentisierung angestoßen hat.” (Herr Borges von der Ruhr-Uni). Ich versteh’ das so: Windows 95 und IE 6 installieren, dann bin ich zwar nicht meiner Bürgerverantwortung gerecht geworden, kann aber jeden Anscheinsbeweis führen.

Auch ein anderer RUB-Professer ist vor einigen Wochen besonders unangenehm aufgefallen: Prof. Dr. Wolff Schmiegel, Internist, Gastroenterologe und Onkologe. Er ist einer der Unterzeichner des “Energiepolitischen Appells”. Eine per e-mail von mir angefragte Stellungnahme bezüglich seiner ärztlichen Ethik, Glaubwürdigkeit und gesundheitspolitischen Engagements blieb bis heute aus.

Vielleicht bin ich ja blauäugig, naiv, oder einfach nur doof, aber aus der puren Tatsache der Gutachten kann ich noch nix verwerfliches finden noch nicht einmal konstruieren, was ich den Professoren vorwerfen könnte. Auch sehe ich nicht den Zusammenhang zu irgendwelchen Stellungnahmen von fachfremden Professoren…

Ich habe mir auch nur den heise-Artikel durchgelesen und selbst dort wird von einem gewissen Lob gesprochen… Wo zum Henker ist also der Aufreger über dieses Gutachten?

@Michael Kolb
“……..wird die elektronische Kommunikation leichter und sicherer machen!” So steht es im Einführungstext oben.

Das hört sich genauso wie bei der beabsichtigten Einführung der elektronischen Gesundheitskarte an, die je bereits in einigen Regionen erprobt wird. Wenn von Wissenschaftlern die massive Kritik an derartigen Systemen schlicht ignoriert wird, dann dürfte doch wohl der Verdacht geäußert werden, das es sich bei ihnen um Mietmäuler handelt, die die Interessen der Regierung vertreten!

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