Röttgen: Sieger sehen anders aus

Wenn es zu Neuwahlen kommt hat die CDU ein großes Problem: Norbert Röttgen.

SPD und Grüne sind nicht in der Lage, einen verfassungskonformen Haushalt aufzustellen. Besser noch: Sie wollen es auch gar nicht und flüchten sich Neuwahlen, um zu legitimieren, was nicht zu legitimieren ist. Eigentlich keine schlechte Ausgangslage für die Opposition. Ein Unionskandidat könnte sich als solider Haushälter gegenüber Rot-Grün positionieren. Als Macher mit Augenmaß, als Sachwalter der Vernunft der Nordrhein-Westfalen davor bewahren will, zum Experimentierfeld sozial-ökologischer Utopien zu werden, vor denen sich aus gutem Grund auch viele SPD-Wähler fürchten. Es werden ihre Industriejobs sein, die bei der Verwirklichung dieser Utopien wegfallen werden.

Dumm nur, dass die CDU einen Kandidaten hat, der sich schon als Umweltminister bis auf die Knochen blamiert hat. Es gibt eigentlich nur Gründe gegen den neuen Biosprit: Er ist unökologisch, wird zur Steigerung der Lebensmittelpreise beitragen und so den Hunger in der Welt befördern. Ein Umweltminister sollte so etwas wissen und sich positionieren. Zumal wenn er die Autofahrer auf seiner Seite hätte – was ja in dem Job keine Selbstverständlichkeit ist.

Aber wer erst aus den Büschen kommt, wenn das E10-Kind schon in den Brunnen gefallen ist und dann noch an diesem Unfug fest hält, zeigt weder Initiative noch Führungsstärke. Traut man so jemanden zu, das einwohnerstärkste Land der Bundesrepublik zu regieren? Zu sparen? Strukturreformen durchzuführen? Nein. Der  Eindruck ist: Der kann es nicht.

Wenn Röttgen will, wird er bei Neuwahlen Spitzenkandidat der CDU in NRW. Sollte es so kommen, und die CDU sucht sich nicht noch einen neuen Kandidaten – empfehlen würde sich der Fraktionsvorsitzende Laumann – kann sie gleich schon einmal anfangen, nach einem Kandidaten für 2016 Ausschau zu halten. Denn Sieger sehen nicht so aus wie Röttgen.

14 Kommentare

@ Stefan Laurin

Danke für deinen Artikel!

Allerdings weiss ich nicht, ob Norbert Röttgen einfach nur unfähig ist: manchmal ist es klüger, sich nicht deutlich zu positionieren.

Mit einer *konkreten* Äusserung zu E 10 kann Röttgen doch nur verlieren:

– ist er gegen E 10, legt sich Röttgen mit der Automobil-Lobby an. E 10 ist der Versuch, der Deutschen Automobilindustrie Strafzahlungen in Milliardenhöhe zu ersparen.

– ist er für E 10, legt sich Röttgen mit den Umweltverbänden – und der Wissenschaft – an: jeder weiss inzwischen, dass “Bio-Sprit” eher die Klimabilanz verschlechtert.

Mich hat Röttgens Abtauchen bei E 10 an seine öffentliche Nicht-Haltung bei der Verlängerung der AKW-Laufzeiten erinnert. Ein TV-Magazin machte seinerzeit eine Strassenbefragung: “Ist Röttgen nun dafür oder dagegen?”

Die Leute wussten es nicht …

Wenn Röttgen sich die Haare schwarz färben lässt, sie mit Haargel ein wenig stylt, noch schnell eine Dotorarbeit bastelt und eine neue Fielmann Brille bestellt, sowie im Idealfall kurzfristig seine Frau gegen eine neue, adelige Ehefrau austauscht, könnte es vielleicht doch noch was werden …

@Paul

aber so ist das doch immer.

Erst wird riesige Action gemacht. Sie erzählen uns:
– Sie wollen das Klima retten (E10).
– Sie wollen nochmal das Klima retten (Atomkraftwerke).
– Sie wollen die Finanzkrise so meistern, dass wir hinterher sogar besser dastehen.

Dann werden die Gesetze gemacht.

Und es stellt sich raus:
– Sie sind der Autolobby hinten reingekrochen.
– Sie sind der Atomlobby hinten reingekrochen.
– Sie sind den Banken hinten reingekrochen.

@ Dieter Carstensen

ich persönlich finde ja, Röttgen ist schon ein kompletter Sonnyboy, äh pardon, Politiker des neuen Typs

Wo ist Armin Laschet? Mit Armin Laschet als Spitzenkandidat der CDU könnte die Wahl in NRW eine sehr spannende werden. Auch als nicht CDU-Wähler habe ich die Ansichten von Laschet interessant gefunden. Norbert Röttgen hat weder Überzeugungskraft, noch eine Vision, noch Kompetenz. Wirklich Schade, daß die CDU sich gegen ihn und für Röttgen gestellt hat.

In NRW haben wir noch richtige Typen.
Eine sympathische Landesmutter die nicht mit Geld umgehen kann, weil
Sie Sozialdemokratin ist.
Einer der Fortschritt ohne Innovation haben möchte, denn er ist Konservativ.

Der Idealfall wäre, einen Kandidaten/ eine Partei zu wählen, dem/der man etwas zutraut. Leider ist nicht immer alles ideal und deshalb wählt man auch schon mal einen Kandidaten/Partei, um jemand anderen, dem man nichts (mehr) zutraut. abzuwählen. Richtig doof wird es aber spätestens dann, wenn einen keiner der Kandidaten/Parteien aus den Socken haut, weil man niemanden der zur Wahl stehenden Personen und Parteien wirklich etwas zutraut…

Neuwahlen in NRW werden die Wahl zwischen Pest und Kollera.

@Mir (7):
Armin Laschet ist der CDU-Politiker, der mehrheitlich von seiner eigenen Partei und Fraktion nicht als führende Persönlichkeit gewünscht wird. Die ewige Nr. 2 in der post-Rüttgers-Ära.

“Als Macher mit Augenmaß, als Sachwalter der Vernunft der Nordrhein-Westfalen davor bewahren will, zum Experimentierfeld sozial-ökologischer Utopien zu werden, vor denen sich aus gutem Grund auch viele SPD-Wähler fürchten.”

Alles Irre, die behaupten, dass es so nicht weitergehen kann.
Also munter weiterhin den Reichen und Konzernchefs in den A.. gekrochen und die Armen geschröpft! Das ist der Normalzustand, alles andere ist Spinnerei.
Dafür ist der ehemalige BDI-Chef in spe genau der Richtige. Und wenn dann der SPD-wählende Industriearbeiter erkennen muss, dass ihn sein Duckmäusertum nicht vor dem Rausschmiss bewahrt, vielleicht erkennt man dann mal, dass momentan die Spinner die größeren Realisten sind als Röttgen und Co..

Und, na klar, das waren natürlich sozial-ökologische Utopien, die den PDS-Abgeordneten Sagel dazu bewogen, zu fordern, dass man doch bitte ein paar Steuerfahnder mehr einstellen sollte, damit man auch den steuerflüchtigen Reichen die Gelegenheit geben möge, sich am Sozialstaat zu beteiligen. Da haben die ja sonst keine Gelegenheit zu.

Sehr geehrte Ruhrbarone,
mit Interesse habe ich so eben die “Röttgen-News” gelesen. Nach der Tragödie in Japan dürfte diese um einiges heftiger ausfallen. Mein “Ärger” betrifft hier im Lande die “Bevormundung” durch die “Institutionen” mit E10 – Kraftstoff. Unser Fahrzeug ist ein LANCIA und darf nach Rücksprache mit der Firma LANCIA den E10 Kraftstoff nicht tanken. Erlaubt sei die Anmerkung Bj. 2005! Bei diesem Thema würde ich mich gerne tatkräftig beteiligen. Herzl. Grüße Peter Zaun

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