Rot-Grün verteilt Maulkörbe: “Lehrerberuf in Nordrhein-Westfalen – immer mehr Aufgaben bei immer weniger pädagogischer Freiheit.”

Yvonne Gebauer
Yvonne Gebauer

Der Schulamtsdirektor Norbert Greuel, zuständig für die Städteregion Aachen, wurde vom Dienst suspendiert. Sein Vergehen: Er soll die Landesregierung kritisiert haben. Unsere Gastautorin Yvonne Gebauer ist bildungspolitische Sprecherin der FDP-Landtagsfraktion 

Die rot-grüne Landesregierung erwartet, dass unsere Lehrerinnen und Lehrer die Quadratur des Kreises erfüllen. Für Rot-Grün scheint es völlig selbstverständlich zu sein, dass unsere Pädagogen  unter Ausschöpfung aller zu leistenden, unbezahlten Mehrarbeitsstunden  stets bestens fachfremd unterrichten können. Dazu notwendige Freiräume und Möglichkeiten zur Fort- und Weiterbildung werden ihnen allerdings nicht zur Verfügung gestellt. Rot-Grün gibt den Lehrerinnen und Lehrern auch nicht das nötige Rüstzeug an die Hand, um Unterrichtsqualität zu sichern und zu stärken. Die Landesregierung erwartet aber Pädagogen, die neben ihrem Bildungsauftrag immer mehr die vornehmlichen Aufgaben von Eltern übernehmen – in nicht wenigen Fällen gar die Aufgaben eines Psychologen oder Therapeuten vor Ort. Rot-Grün verlangt weiter, dass sie im Rahmen des Inklusionsprozesses mit den verschiedensten Behinderungen unterschiedlicher Ausprägung selbstverständlich jederzeit adäquat umzugehen wissen und allen Kindern, ob mit oder ohne Handicap, bestmögliche individuelle Förderung zukommen lassen – bei Klassenverbänden mit 30 Kindern und mehr. Die FDP verlangt hingegen klare Qualitätsstandards, angemessene Größen der Lerngruppen und eine Unterstützung der Pädagogen durch mehr Fortbildung und multiprofessionelle Begleitstrukturen.

Was Rot-Grün aber erkennbar nicht will, sind mündige, erfahrene Pädagogen, die im Interesse der Kinder auf Missstände aufmerksam machen. Die pädagogische Kenntnisse oder sogar Verbesserungsvorschläge einbringen, damit alle Kinder bestmögliche Lernchancen haben. Die es aufgrund ihrer großen Verantwortung für das wichtigste, was wir ihnen anvertrauen, nämlich unsere Kinder und Jugendlichen, wagen, auch gegenüber den Vorgesetzten, wo es Not tut, den Mund aufzumachen. In NRW darf keine Kritik geäußert werden, dass es viel zu wenige Sonderpädagogen gibt, um die Inklusion qualitätsvoll durch das von der Landesregierung festgesetzte, überhastete Tempo zu manövrieren. Bezeichnenderweise verzichtet Rot-Grün bei diesem wichtigen emanzipatorischen Projekt auf Qualitätsstandards, es fehlen Ressourcen, die Wahlrechte von Eltern werden ausgehöhlt. Aber pädagogisch berechtigte Einwände werden rigoros unterbunden – stattdessen erteilt die Schulverwaltung Maulkörbe.

Kritik daran, dass die Qualität an Förderschulen durch Lehrermangel, Abordnungen und damit einhergehenden Unterrichtsausfall massiv schwindet, ist nicht gewünscht. Und, wenn wie in Aachen, Lehrerinnen und Lehrer aufstehen und verzweifelt auf Missstände hinweisen, die seit Jahren von der Schulverwaltung überhört werden, folgen dienstrechtliche Konsequenzen. So geht Rot-Grün mit pädagogischen Bedenken um.

Wenn eine Landesregierung nicht bereit ist, sich berechtigter Kritik der Pädagogen zu stellen, sondern ihnen die zuständigen Bezirksregierungen stattdessen Maulkörbe, Eintragungen und Tadel verpassen, dürfen wir uns nicht wundern, wenn immer mehr erfahrene, einstmals aus Berufung engagierte Lehrerinnen und Lehrer sich dieser Aufgabe weder physisch noch psychisch gewachsen fühlen und resignieren.

Selbstverständlich besteht für Landesbedienstete ein Dienst- und Treuverhältnis. Die Möglichkeit der konstruktiven pädagogischen Meinungsäußerung ist aber generell die Voraussetzung für eine differenzierte, ausgewogene und erfolgsorientierte Arbeit – im Sinn unserer Kinder und Jugendlichen. Maulkörbe reihen sich dagegen in das Bild der grünen Verbotspolitik ein, die nicht mehr den eigenverantwortlichen, mündigen Bürger als Mitglied der Gesellschaft im Vordergrund sieht, sondern den ruhig gestellten, angepassten Vorgabenempfänger staatlicher Doktrin, dessen Meinung weder gefragt noch gewünscht ist.

 

11 Kommentare

Ist doch klar. “Das Königinnenduo aus NRW” macht sich halt die Welt, so wie es Ihnen gefällt.

Daß die ominöse UN-Resolution, auf der in Deutschland der blinde Aktionismus ausbricht, um ein seit Jahrzehnten bewährtes sonderpädagogischen Schulsystem in die Tonne zu treten, eigentlich genau ein solches System wie das, was jetzt zerschlagen wird, fördern möchte, wird im blinden Aktionismus schon gar nicht mehr gesehen.

Ehrlich gesagt, ich habe auch nichts anderes erwartet. Was nützt die “weibliche” Hand in Politik, wenn sie nicht mehr schafft, als den Bürgern die Zigarette und das Glas Wein oder Bier aus der Hand zu nehmen?

Naja, bei Lehrern handelt es sich um eine Berufsgruppe mit Hochschulabschluss, die Stoff vermitteln soll, der das eigene Bildungsniveau deutlich unterschreitet und der von allen Lehrern auch schon in der eigenen Karriere beherrscht werden musste.

Was sollen nur nur die vielen Techniker, Ingenieure etc. sagen, die täglich mit neuen Anforderungen konfrontiert werden und im Wettbewerb stehen.

In diesem Bereich kann ich die Aussagen nicht nachvollziehen. Wenn dann noch die schlechten Leistungen von Grundschülern im Bereich Mathe durch fachfremde Lehrer begründet wurden (siehe Hamburg), löst dies bei mir ein Kopfschütteln aus. Was lernen Grundschüler in Mathe, das ein Hochschulabsolvent nicht vermitteln könnte?

Natürlich liegt die Autorin richtig, wenn sie auf die Erziehungsaufgaben hinweist, die in die Schule verlagert wurden. HIer ist aber in allen großen Parteien die Tendenz erkennbar, dass man das Vermitteln von Basisfähigkeiten (Schwimmen, Sprache, Benehmen) immer mehr als Aufgabe der Schule/des Kindergartens sieht. Beim Wähler scheint dieses Verhalten gut anzukommen. Ich kann das nicht nachvollziehen und würde mich freuen, wenn Eltern wieder stärker gefordert werden würden. Früher klappte das doch durch soziale Kontrolle im Viertel auch. Heute haben die Städte kein Geld, brauchen aber sehr viele Jobs im Umfeld der Schule.

Die Inklusion sowie G8 zeigen nur, dass die aktuellen Verantwortlichen nicht in der Lage sind, einfachste Änderungen umzusetzen. Wenn ich da an Unternehmen denke, die fast jährlich alles umorganisieren etc. Dass Eltern in NRW ständig über G8 nörgeln, ist kaum nachvollziehbar. Sind die Kinder in anderen Ländern besser/leistungsfähiger?

Insgesamt muss das System Bildung, das vom Steuerzahler auch im internationalen Vergleich gut bezahlt wird (Lehrergehalt), bessere Ergebnisse liefern. Statt nur zu kritisieren, sollte auch die Lehrer stärker gefordert werden. Es sind Akademiker, die eine gute Entlohnung fordern, sich aber eher nicht dem Vergleich stellen, den viele Hochschulabsolventen täglich haben, wenn sie noch längerfristig Geld verdienen wollen. Pädagogen sollten auch in der Lage sein, Änderungen im Verhalten der Schüler zu beantworten. Dafür studieren sie doch und müssen sich wie alle Akademiker weiterbilden (meistens geht das aufs Privatkonto).

Dass eine offene Diskussion notwendig ist, ist eigentlich selbstverständlich und gehört doch auch zum Wahlwerbung der betroffenen Parteien (Mitgestaltung etc). Basta-Politik ist einfacher, aber nicht mehr zeitgemäß.

Ich erinnere mich gerne an mein erstes Schuljahr, in einer Integrationsklasse.
Jeder Schüler wurde individuell gefördert (manche konnten zu Beginn des Schuljahres kaum Deutsch, zu der Zeit waren viele Flüchtlinge aus dem Kosovo angekommen; andere waren geistig behindert und etwa die Hälfte der Klasse kam aus dem Ort und war “normal”), gleichzeitig war das Miteinander aber auch sehr wichtig.
Während es für mich selbstverständlich war, mich in Gruppenarbeiten und auf dem Schulhof auch mit den Kindern auseinanderzusetzen, denen ich sonst womöglich aufgrund der Abschottung (Sonderschule etc.) nicht einmal begegnet wäre, konnte ich im ersten Schuljahr den Stoff bearbeiten, der regulär für die ersten _beiden_ Jahren vorgesehen war – und damit war ich in der Klasse nicht allein.
Nachdem wir leider umgezogen waren, hatte ich danach das zweifelhafte Vergnügen die reguläre Schullaufbahn kennenzulernen.
Leider kann ich nicht sagen, ob das Projekt (als solches ist die Klasse damals angelaufen) in den Augen der Verantwortlichen ein Erfolg war.
(Die Voraussetzungen: 20 Schüler, 2 Lehrer, längere Unterrichtszeiten, nachmittags Betreuung. War an einer staatlichen Grundschule in Hessen.)

Ich bin also absolut überzeugt vom Prinzip Inklusion, bloß müssen die Voraussetzungen dafür geschaffen werden. Der Kritik im Artikel habe ich nur hinzuzufügen, daß sich auch auf Seiten der Lehrer etwas tun muss. Wenn ich beispielsweise die Meinung von manch angehendem Lehramtsstudenten zu eben diesem Thema höre, wird mir ganz anders. Da haben einige schon im Studium keine Lust mehr auf einen Unterricht, der auf die Bedürfnisse aller Schüler zugeschnitten ist.

@keine Eigenverantwortung:

Naja, bei Lehrern handelt es sich um eine Berufsgruppe mit Hochschulabschluss, die Stoff vermitteln soll, der das eigene Bildungsniveau deutlich unterschreitet und der von allen Lehrern auch schon in der eigenen Karriere beherrscht werden musste.

Was sollen nur nur die vielen Techniker, Ingenieure etc. sagen, die täglich mit neuen Anforderungen konfrontiert werden und im Wettbewerb stehen. […] Was lernen Grundschüler in Mathe, das ein Hochschulabsolvent nicht vermitteln könnte?

Vielen Dank, das war sehr unterhaltsam! 😀 Nur so aus Neugier: Hast du den trivialen Stoff auch selbst schon mal an 28 pubertierende Jugendliche vermittelt, die keinen Bock auf Mathe haben und von denen womöglich noch zwei besonders förderbedürftig sind? Und das rund 20 Zeitstunden in der Woche, zuzüglich ausführlicher Vor- und Nachbereitung (was das gerne mal verdoppelt; Stundeninhalt zusammensuchen und Durchführung planen, Arbeitsblätter entwerfen und kopieren, Einzelbewertung aller Schüler als spätere Notengrundlage usw.), ganz zu schweigen von Korrekturzeiten (in der Mittelstufe gerne mal eine Stunde pro Heft), Organisation von irgendwelchen Veranstaltungen, hier noch eine AG, dort noch eine Konferenz? Bei Weiterbildung sind wir da noch gar nicht mal.

Meine Erlebnisse in dieser Woche in einer 6.Klasse Hauptschule Mathe:

Klasse: 23 Schüler, darunter 2 mit Förderbedarf Lernen, 3 mit emotionaler/psychischer Entwicklungsstörung, 3 mit ADHS.

5 Minuten verbraucht bis alle mal ansatzweise ruhig waren, Wiederholung des Stoffs der letzten Stunde – nur sehr wenig ist hängen geblieben. Im Anschluss dann Erarbeitung des neuen Stoffes (Bruchrechnung). In der Arbeitsphase zeigt sich abermals, dass die Schüler das 1×1 aus der Grundschule immer noch nicht beherrschen.

Später folgt der Abbruch des Unterrichts, weil einer Knallerbsen loslässt. Stattdessen folgt abermals eine Beratung zur Täterfindung und Diskussion über das Lernklima (Lautstärke, Desinteresse, Umgang miteinander). Nach dem Unterricht Besprechung zur Findung der Ordnungsmaßnahme.

Antwort einer Mutter auf dem Elternsprechtag, wie man ihren Sohn dazu bringen könnte, ein wenig fleißiger zu werden: “”Müssen sie Stock nehmen. In der Türkei Stock auf Hand, kein Problem. Machen sie ruhig, immer Stock, immer Ruhe”. Lässt sich mit dem deutschen Beamtenrecht aber wohl eher nicht vereinbaren 😉

Ach ja, Mathe unterrichte ich übrigens auch fachfremd. Wie man diesen Stoff ohne Frontalunterricht an Kinder mit einer Aufmerksamkeitsspanne von 30 Sekunden unter diesem Bedingungen vermittelt – das muss ich mir im laufenden Betrieb selbst irgendwie beibringen. In Summe habe ich vom Stoff knapp die Hälfte von dem geschafft, was ich mir so gedacht hatte.

Diese Vergleiche mit der freien Wirtschaft von völlig unkundigen Schwätzern werden aber wohl nie enden.

Wir haben doch ein paar Jahre Hochschulausbildung, die doch die Grundverfahren zum Umgang mit Schülern vermitteln sollten.

Ingenieure, BWLer und Ärzte lernen auch, mit verschiedenen Kunden, Kollegen umzugehen und müssen sich anpassen. Dort gibt es im Regelfall keine Knallerbse, aber andere Mittel. Das sind die Herausforderungen des Jobs.

Ich habe ja auch kritisiert, dass immer wieder auf fachfremden Unterricht etc. hingewiesen wird. Wenn ich an meine Schulzeit denke, war alles relativ standardisiert. Es gab Bücher, die durchgenommen wurden und Lehrerhefte, die die Lösungen beschreiben. Das sollte alles auch ohne spezielle Fachkenntnisse (abgesehen vielleicht vom LK) zu unterrichten sein, wenn Vertretungen etc. da sind. Heute gibt es im Internet sehr einfache Möglichkeiten, Material für besondere Schwerpunkte, die Vorbereitung erfordern zu setzen. Das war früher schwieriger.

Die Herausforderung des Lehrers sehe ich eher in der Organisation der Arbeit und im zwischenmenschlichen Umgang. Diese Herausforderungen gibt es aber überall. Der eine hat Patienten, die sich nicht untersuchen lassen wollen, der andere muss Vorstände überzeugen, ein Lehrer hat Schüler.

Ich habe auch mit Inklusion Erfahrungen gemacht und sehe Grenzen dort, wo einzelne Mitschüler den Erfolg der mittleren und starken Schüler beeinträchtigen. Auch starke Schüler haben ein Recht auf Förderung. Früher gab es in meiner Grundschule Förderunterricht mit kleinen Schülerzeiten, wo der Lehrer individueller fördern konnten.

Hier habe ich auch ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die Politik die Eltern fordern muss.

Insgesamt findet ich es gut, dass sich FDP-Politiker auch zu Themen äußern. Das gibt es meistens nur ganz kurz vor den Wahlen, wenn überhaupt.

naja. wenn ich schon sowas wie “grüner Verbotspolitik” lese. *seufz* Immernoch nichts gelernt, die Dame. Schade, um die FDP.

aber wenigstens sind die Kommentare interessant.
Würde KeineEigenverantwortung auch zustimmen. Ein Pädagoge sollte dazuimstande sein “fachfremd” zu unterrichten. Bis vielleicht die Oberstufe bzw Leistungskurse vermittelt die Schule Allgemeinwissen… dazu gibts ja Hilfsmittel wie das Lehrerbuch…

die Methoden mit Kindern/Jugendlichen/jungen Erwachsenen umzugehen ändern sich ja nicht, ob man nun Sport “unterrichtet” oder Chemie.

Das bewegt mich grad zur Frage, warum es überhaupt Fachlehrer gibt. Kann ja wie in der Grundschule ein Lehrer seiner Klasse alles beibringen bis zur Oberstufe. Wenn ich Lehrer bin würde mich das auch mehr motivieren. Ist ja mehr Abwechslung und weniger Wiederholung für einen selbst im Stoff… wenn ich an meine Schulzeit zurückdenke. Alle Lehrer über 40 waren unmotiviert, haben nur Dienst nach Vorschrift gemacht, teilweise nichtmal das… da kann man ja gleich wie an der Uni den Schülern den Stoff geben und sieht sie am Anfang des Semesters den Lehrstoff geben und sieht sie am Semesterende zur Klausur wieder…

In Frankreich studieren und unterrichten Lehrer ein einziges Fach. Wie es in anderen Ländern aussieht, weiß ich nicht.
Damit will ich nicht sagen, daß die Beschränkung auf wenige Fächer in meinen Augen gut ist, sondern nur, daß wohl allgemein davon ausgegangen wird, daß Lehrkräfte nicht als universell einsetzbare Tausendsassa zu betrachten sind.

Wenn ich mir die Kommentare hierzu durchlese, fällt mir immer ein Satz ein, den ich mal zu Bildungspolitik gehört habe:

“Bei Bildungspolitik ist es wie beim Fußball: jeder hält sich selbst für einen Bildungsexperten, weil er ja selbst mal zur Schule gegangen ist”.

Mann, wenn ich nur so einen Satz lese, wie ‘die Methoden mit Kindern/Jugendlichen/jungen Erwachsenen umzugehen ändern sich ja nicht, ob man nun Sport “unterrichtet” oder Chemie’ … stimmt, warum müssen Lehramtsstudenten überhaupt mehrere Semester Erziehungswissenschaften und aufs Fach ausgerichtete Didaktik ausrichten? Völlige Zeitverschwendung! Wenn ich einem Kind beibringen kann, wie man beim Völkerball einem Ball ausweicht, kann ich ihm auch ganz einfach beibringen, wie Doppelbindung bei Kohlenstoffatomen funktioniert. Leuchtet völlig ein. Einfach dem Kind jedes Mal, wenn es eine falsche Antwort gibt, nen Ball in die Fresse werfen …

Das eigentlich tragische an diesem Fall ist, worauf hier in dieser Diskussion meiner Meinung nach zu wenig eingegangen wird: dass so ein Sesselfurzer in einer Regierungsstelle das Beamtenrecht missbraucht, um Lehrer, die sich offensichtlich für ihre Aufgabe engagieren wollen, maßregelt.
Ja, Beamte haben ganz tolle Privilegien, aber ihnen deswegen das Recht abzusprechen, zu Versuchen, Dinge zu ändern, finde ich ehrlich gesagt widerlich!

Ich würde mir wünschen, dass alle betroffenen Lehrer, mal über ein Wochenende das Beamtenrecht und alle nötigen Regelungen GANZ GENAU studieren, und dann mal ein paar Monate lange streng Dienst nach Vorschrift machen. Ich bin sicher, dann würde es bei den Vorgesetzten lange Gesichter geben.

@5) Tom:
“Diese Vergleiche mit der freien Wirtschaft von völlig unkundigen Schwätzern werden aber wohl nie enden.”

Ich finde auch, dass wir die so oft hoch gepriesenen Segnungen der freien Marktwirtschaft mal endlich so richtig auf die Schulen anwenden sollte:

Das Lehrendenmaterial kommt zu Beginn des Lehrprozesses als Stückgut in der Bildungsproduktionsstraße an. Man macht die ersten vier Jahre eine strikte Qualitätssicherung, danach muss es aus Effizienzgründen ausreichen, das Material in drei oder vier grundlegende Qualitätsklassen einzuordnen. Statistische Ausreißer fallen dabei nicht ins Gewicht. In den höheren Klassen siebt man durch weitere Qualitätskontrollen periodisch aus, die Ausschussware kann dann recht bedenkenlos in die unterste Klasse sortiert werden. Echten Bildungsaufwand setzt man nur in den zwei höchsten Qualitätsklassen ein, beim Rest lohnt sich das nicht.

Gleichzeitig setzen wir die Produzenten und Qualitätsprüfer selbst irgendwelchen effizienten Controlling-Mechanismen aus, so dass wir sie regelmäßig motivieren oder austauschen können. Denn es gibt ein schier unendliches Potenzial an gebildeten und motivierten Produktionsfachkräften.

Denn wir dürfen nicht vergessen: der Kunde (die Industrie) ist König!

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