Rot-Grün in NRW: 28 Millionen für PR – 1,9 Millionen für “Kein Kind zurücklassen”

Kraft sieht sich als eine Gute Foto: Staatskanzlei Nordrhein-Westfalen / Ralph Sondermann Lizenz: Copyright

Die Landesregierung hat in den vergangenen zwei Jahren 28 Millionen Euro für PR ausgegeben. Das geht aus einer Antwort der Landesregierung auf eine Anfrage des FDP Landtagsabgeordneten  hervor. Besonders teuer zu stehen kam die Steuerzahler das Kommunikationsbedürfnis des  Umweltministeriums (5,5 Millionen Euro), des Innenministeriums (5,4 Millionen Euro) und des Wirtschaftsministeriums (3,6 Millionen Euro). Eine Menge Geld. Für das angebliche Zentrale Projekt “Kein Kind zurücklassen” von Ministerpräsidentin Kraft (SPD) wurden von 2012 bis 2015 nur 8,4 Millionen Euro ausgegeben – und davon kamen nur 1,9 Millionen aus der Landeskasse. Den Rest schossen die Europäische Union  und Bertelsmann dazu. Nun denn: man muss Prioritäten setzen und die Landesregierung tut es: Geld für Reklame statt für  “Kein Kind zurücklassen”. 

14 Kommentare

#1 Helmut Der Unterschied zwischen Werbung und PR wird durch folgende Geschichte sehr schön illustriert:
Lernt ein junger Mann ein Mädchen kennen und erzählt ihr, was für ein großartiger Kerl er ist, so ist das Reklame. Sagt er ihr, wie reizend sie aussieht, so ist das Werbung. Wenn sie sich aber für ihn entscheidet, weil sie von anderen gehört hat, er sei ein feiner Kerl, so ist das Public Relation.

Bei der derzeitigen Landesregierung denke ich dann an das Paukenprinzip: Je hohler, desto lauter 😉

@abraxasrgb, die große Taiko-Trommel verlangt eine ausgesprochen gute Kondition. Die kann man nicht mal so einfach 4 lange Monate am Streifen bedienen. So aus dem untrainierten Nichts macht man schnell schlapp, und dann klingt das nicht mehr so gut.

… Ist die Summe denn – in Relation zur Einwohnerzahl – höher als für vergleichbare Kommunikationsmaßnahmen anderer Bundesländer?

Wenn es EU-Gelder für Presse- und Werbemittel gäbe, hätte sie NRW längst angefordert.
Gibps abber nich…?

Zahlen sind Zahlen sind Zahlen

– Wie der Antwort zu entnehmen sind, hat die CDU/FDP Landesregierung anno dazumal (2005 – 2009) insgesamt auch 58 Millionen Euronen bezahlt.
– Warum für die "Umsetzung Finanzverwaltung der Zukunft Resultat aus dem Ergebnisbericht des
Lenkungskreises Finanzverwaltung der Zukunft" bis zu 175.000 Euro bezahlt wurde, eschließt mir nicht;
– auch nicht 1,5 Millionen Euro für Personalwerbe- und Imagekampagne für die Freiwilligen Feuerwehren in NRW
– oder 150.000 für sowas weltbewegendes wie "Unterstützende Dienstleistungen
im Prozess lebensbildung.digital"
– und erst recht nicht insgesamt 700.000 Euro für Kulturkenner e.V.

Was allerdings auch Tatsache ist: Die nur knappen 2 Millionen von insgesamt 8 Millinonen ausgebenen Mittel für "Kein Kind zurücklassen" beruht auf der Tatsache, das die Bertelsmann-Stiftung den Rest übernommen hat.

Wie geschrieben: Zahlen sind Zahlen sind Zahlen

Daniel Kleibömer: Zahlen sind Zahlen und wer zahlt bestimmt. Das zentrale Projekt von Hannelore Kraft zahlt Bertelsmann.

Insgesamt wird man sich einzelne Positionen kritisieren können. Die Kosten , die aufgelistet wurden, erschienen mir nicht überhöht.
Offen ist, wie EDA-Kosten einfliessen.

Spannender finde ich, was so teuer an einem Dänemark Trip ist.

Stefan Laurien: Das stimmt. Und das finde ich persönlich mehr als bedenklich, das eine Stiftung bestimmt, wie ein Landesprojekt umgesetzt wird.

Naja, ein bißchen wenig differenziert, dafür aber platt-plakativ ist der Artikel schon-irgendwie ungewöhnlich populistisch. Da ist man vom Autor Besseres gewohnt.

"Kein Kind zurücklassen" war von Sommer 2010 bis Sommer 2012 unbestritten der Nr. 1 Hit von Silvi&Hannelore in den NRW-Landtags-Charts. Nach sieben Jahren hat sich dieser Schlager nunmehr ausgenudelt, zumal die Wirklichkeit wesentlich weniger rosig anschaut, als es diese Leier glauben macht: Nirgends in Deutschland wird so wenig Geld für Schüler ausgegeben wie hier in NRW und so wie es derzeit ausschaut, wird das Schlagerduo nach dem 14 Mai eh getrennte Wege gehen. Am Thema Kinder wird man allerdings festhalten, zumindest Hannelore, die im bürgerlichen Leben Ministerpräsidentin ist und vielleicht entwickelt sich ihre neuste Schnulze mit dem Titel "Kitaplatz für umme, umme, umme, tätärä!" zu einem ähnlich starken Gassenhauser. Die Empfänglichkeit von Rheinländern und Westfalen für Lull und Lall ist gerade in der Karnevalszeit nicht zu unterschätzen.

Der, der auszog … vermutlich hat die PR für die Maßnahme "kein Kind zurück zu lassen" mehr gekostet, als Mittel in die eigentliche Förderung gegangen sind 😉 Würde mich bei dem geballten wirtschaftlichen Sachverstand von Hanny, Nanny und Konsorten nicht wundern …

Freie Kindergartenplätze hätten natürlich den Vorteil, dass Eltern mit viel Geld nichts bezahlen müssen. Irgendwie ist das auch eine Umverteilung von unten nach oben. Da sind die Grünen bestimmt begeistert. Solardächer, Windräder etc. wurden ja auch mit Modellen eingeführt, die Verteilungseffekte haben.

Ich überlege zurzeit noch, ob es eigentlich richtig ist, an Potemkinsche Dörfer zu denken. Eigentlich müsste mir doch eher der Plan zu so einem Dorf einfallen.

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